IBB-Förderung für die energetische Sanierung: Chancen und Möglichkeiten für Berliner Immobilienbesitzer

Einführung

Die energetische Sanierung von Gebäuden hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema in der Immobilienwirtschaft entwickelt. In Berlin, einem Bundesland mit einer hohen Zahl an Altbauten, ist die Modernisierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden besonders relevant. Die Investitionsbank Berlin (IBB) unterstützt diese Bemühungen mit einem breiten Portfolio an Förderprogrammen. Die IBB-Förderung für die energetische Sanierung bietet Immobilienbesitzern und Vermieter:innen finanzielle Unterstützung in Form von zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen, wodurch die Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen erleichtert wird.

Die Förderprogramme der IBB zielen darauf ab, den Energieverbrauch zu reduzieren, CO₂-Emissionen zu senken und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhöhen. Dies ist nicht nur aus ökologischen Gründen wichtig, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive. Immobilienbesitzer:innen profitieren durch geringere Energiekosten, höhere Mietrenditen und eine bessere langfristige Wertstabilität ihrer Gebäude.

In diesem Artikel werden die Förderangebote der IBB für die energetische Sanierung im Detail vorgestellt. Dabei werden die verschiedenen Fördermodule, ihre Voraussetzungen, die förderfähigen Maßnahmen, die Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Kombinierbarkeit mit anderen Förderprogrammen behandelt. Zudem wird ein Blick auf aktuelle Zinsaktionen und Beratungsangebote geworfen, die Immobilienbesitzer:innen bei der Planung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen unterstützen können.


Förderziele und Bedeutung der energetischen Sanierung

Die energetische Sanierung ist ein Schlüsselelement im Klimaschutzkonzept des Landes Berlin. Laut den Angaben der IBB ist der Gebäudesektor für etwa 40 % der CO₂-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Viele Gebäude in Berlin sind außerdem älter als 1948, was bedeutet, dass sie oft nicht den heutigen Energieeffizienzanforderungen entsprechen. Durch die Sanierung können diese Gebäude energieeffizienter gemacht werden, wodurch der Energieverbrauch sinkt und langfristig Klimaschutzziele erreicht werden.

Die Förderprogramme der IBB tragen aktiv dazu bei, den Gebäudebestand zu modernisieren. Sie sind darauf ausgerichtet, Immobilienbesitzer:innen und Vermieter:innen bei der Umsetzung energetischer Maßnahmen zu unterstützen und sie durch günstige Finanzierungskonditionen zu motivieren. Zudem ist die IBB-Förderung auch als Anreiz für Investoren gedacht, um den Markt für Energieeffizienzmaßnahmen zu stimulieren.

Die Förderziele der IBB umfassen:

  • Die Reduktion des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen durch Sanierungsmaßnahmen.
  • Die Verbesserung der Energieeffizienz von Wohn- und Nichtwohngebäuden.
  • Die Erhöhung der Wohnqualität durch barrierefreie und altersgerechte Umbaumaßnahmen.
  • Die Unterstützung von Kommunen, Wohnungsunternehmen, Eigentümer:innen und Investoren bei der Finanzierung ihrer Sanierungsprojekte.

Überblick über die IBB-Förderprogramme

Die IBB bietet mehrere Fördermodule an, die sich je nach Art und Umfang der Sanierungsmaßnahmen unterscheiden. Die Förderung erfolgt in Form von zinsgünstigen Krediten und ggf. Zuschüssen. Die Höhe der Förderung hängt von der Art des Vorhabens, der Anzahl der Wohneinheiten und weiteren Faktoren ab.

1. IBB Energetische Gebäudesanierung – Energieeinsparende Maßnahmen an Wohngebäuden

Dieses Förderprogramm ist speziell auf die Sanierung von Wohngebäuden ausgerichtet. Es unterstützt Investitionen in Maßnahmen wie Wärmedämmung, Austausch von Fenstern und Türen, Modernisierung von Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie den Einbau digitaler Systeme zur Energieoptimierung.

Für folgende Maßnahmen kann Förderung gewährt werden:

  • Dämmung von Wänden, Dächern und Kellern.
  • Austausch von Fenstern und Außentüren.
  • Modernisierung von Heizungsanlagen (z. B. Wechsel von Ölheizung zu Wärmepumpe).
  • Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.
  • Installation von Smart-Home-Lösungen, die den Energieverbrauch optimieren.
  • Umwidmung von Nichtwohnflächen in Wohnflächen.
  • Sanierung von Baudenkmalen mit Energieeffizienzmaßnahmen.

Gefördert werden:

  • Private und kommunale Wohnungsunternehmen.
  • Vermieter:innen und Investoren.
  • Ersterwerber:innen von neu sanierten Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen zur Vermietung.

Förderhöhe:

  • Bis zu 150.000 EUR pro Wohneinheit bei Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus.
  • Bis zu 60.000 EUR pro Wohneinheit bei Einzelmaßnahmen.

Finanzierungsform:

  • Zinsgünstiger Kredit der KfW-Bankengruppe.
  • Zusätzliche Zinsreduktion durch die IBB (bis zu 0,6 % p.a.).
  • Variable Darlehenslaufzeiten mit bis zu 5 Tilgungsfreijahren.

Nicht gefördert werden:

  • Ferienhäuser, Wochenendhäuser und Boardinghäuser.
  • Projekte, die nicht in Berlin durchgeführt werden.

2. IBB Energetische Gebäudesanierung – Effizienzhaus

Dieses Programm ist besonders für Immobilienbesitzer:innen gedacht, die eine umfassende Sanierung ihres Hauses planen und dabei ein KfW-Effizienzhaus errichten möchten. Ziel ist es, das Gebäude auf das Niveau eines modernen, energieeffizienten Hauses zu bringen.

Förderfähige Maßnahmen:

  • Komplette Dämmung der Gebäudehülle.
  • Modernisierung von Heizungs- und Lüftungstechnik.
  • Energieoptimierte Fenster und Türen.
  • Smart-Home-Technologie zur Steuerung von Energieverbräuchen.
  • Umwidmung von Nichtwohnflächen in Wohnflächen.
  • Sanierung von Baudenkmalen mit Energieeffizienzmaßnahmen.

Zusätzliche Vorteile:

  • Zeitlich begrenzte Zinsaktionen (z. B. bis 18. November 2024).
  • Zinsreduktion bis zu 1,0 % p.a. für das Effizienzhaus-Programm.
  • Kombinierbar mit anderen Fördermodulen der IBB.

3. IBB Altersgerecht Wohnen

Neben der energetischen Sanierung legt die IBB auch einen Fokus auf altersgerechte Umbaumaßnahmen. Das Programm „IBB Altersgerecht Wohnen“ unterstützt Maßnahmen, die den Wohnraum für ältere Menschen barrierefrei gestalten.

Beispiele für förderfähige Maßnahmen:

  • Barrierefreier Umbau von Badezimmern.
  • Erstellung von barrierearmen Zugängen.
  • Umbau von Treppenhäusern zu barrierefreien Etagen.
  • Einführung von Assistenzsystemen im Haushalt.

Finanzierungsform:

  • Zinsgünstiger Kredit der KfW-Bankengruppe.
  • Zinssubvention bis zu 0,6 % p.a. durch die IBB.
  • Kombinierbar mit anderen Fördermodulen.

4. IBB Soziale Wohnraummodernisierung

Dieses Programm richtet sich primär an Vermieter:innen, die ihren Mietwohnungsbestand sanieren möchten, um die Energieeffizienz zu verbessern und den sozialen Wohnungsmarkt zu stärken. Es bietet Zuschüsse für energetische Sanierungsmaßnahmen an.

Zusätzliche Voraussetzungen:

  • Mietpreis- und Belegungsbindung der geförderten Wohnungen.
  • Die Förderung kann sowohl für gebundenen als auch nicht gebundenen Bestand gewährt werden.

Förderhöhe:

  • Zuschüsse für energetische Maßnahmen.
  • Je nach Projektumfang variieren die Förderbeträge.

Finanzierungsform:

  • Zuschussbasierte Förderung.
  • Kombinierbar mit KfW- und BAFA-Förderungen.

5. Effiziente GebäudePLUS

Das Programm „Effiziente GebäudePLUS“ ist ein weiteres Angebot der IBB, das sich sowohl an private als auch an gewerbliche Eigentümer:innen richtet. Es fördert die Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden mit dem Ziel, den Energieverbrauch zu senken und CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Fördermodule:

  • Wärmeschutz der Gebäudehülle.
  • Austausch und Optimierung der Anlagentechnik.
  • Einbau digitaler Systeme zur Energieoptimierung.
  • Erstellung eines gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplans.

Förderhöhe:

  • Bis zu 40 % der förderfähigen Kosten.
  • Variable Förderbeträge je nach Art und Umfang der Maßnahmen.

Finanzierungsform:

  • Zinsgünstiger Kredit der KfW-Bankengruppe.
  • Zusätzliche Zinsreduktion durch die IBB.
  • Kombinierbar mit anderen Förderprogrammen.

Zinsaktionen und aktuelle Angebote

Die IBB bietet in bestimmten Zeiträumen zeitlich begrenzte Zinsaktionen an, um die Sanierungsmaßnahmen besonders attraktiv zu gestalten. So war beispielsweise bis zum 18. November 2024 eine Zinsaktion für die Programme „IBB Energetische Gebäudesanierung – Effizienzhaus“ und „IBB Altersgerecht Wohnen“ im Gange. Immobilienbesitzer:innen konnten damals von zusätzlichen Zinsreduktionen profitieren.

Diese Zinsaktionen sind darauf ausgerichtet, mehr Immobilienbesitzer:innen zu motivieren, in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren. Sie sind besonders für Projekte vorteilhaft, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.


Beratungsangebote und Sanierungsberatung

Um die Planung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen, bietet die IBB verschiedene Beratungsangebote an. Dazu gehören:

  • Gebäudeindividueller Sanierungsfahrplan: Ein detaillierter Plan, der aufzeigt, welche Maßnahmen für die Sanierung des jeweiligen Gebäudes erforderlich sind. Dieser Fahrplan muss von autorisierten Energieberater:innen erstellt werden.
  • HeiztauschPLUS: Ein Förderprogramm, das den Austausch von alten Heizungsanlagen durch moderne, energieeffiziente Systeme unterstützt.
  • ENEO (Energieberatung für Effizienz und Optimierung): Ein weiteres Beratungsangebot, das Investoren und Eigentümer:innen bei der Planung von Energieeffizienzmaßnahmen unterstützt.

Kombinierbarkeit:

  • Die Zuschüsse aus dem Fördermodul „Gebäudeindividueller Sanierungsfahrplan“ können mit anderen öffentlichen Förderprogrammen kombiniert werden.
  • Allerdings darf die Summe der Förderbeträge insgesamt nicht mehr als 90 % der Gesamtausgaben betragen.

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Die Förderprogramme der IBB können in vielen Fällen mit anderen staatlichen Förderungen kombiniert werden. Dies gilt insbesondere für Programme der KfW-Bankengruppe, des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie des Bundesförderungsprogramms für effiziente Gebäude (BEG).

Beispiele für kombinierbare Programme:

  • KfW-Effizienzhaus: Bei der Sanierung zu einem Effizienzhaus kann die KfW einen Zuschuss gewähren.
  • BAFA-Zuschuss: Für einzelne energetische Maßnahmen wie die Modernisierung von Fenstern oder Heizungsanlagen ist ein BAFA-Zuschuss möglich.
  • BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude): Bei der Kombination mit BEG-Programmen darf die Summe der Subventionswerte nicht mehr als 60 % der förderfähigen Kosten betragen.

Wichtig: Bei der Kombination verschiedener Förderprogramme ist es erforderlich, dass die Finanzierungskonditionen und die Voraussetzungen aller Programme erfüllt sind. Eine Beratung durch die IBB oder externe Energieberater:innen ist daher ratsam, um die beste Kombination für das jeweilige Projekt zu finden.


Voraussetzungen für die Förderung

Um von den IBB-Förderungen profitieren zu können, müssen Immobilienbesitzer:innen und Vermieter:innen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese Voraussetzungen variieren je nach Förderprogramm, jedoch gibt es einige allgemeine Anforderungen, die für die meisten Programme gelten.

Allgemeine Voraussetzungen:

  • Die Sanierungsmaßnahmen müssen in Berlin durchgeführt werden.
  • Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss mindestens 5 Jahre zurückliegen.
  • Das Vorhaben muss sinnvoll und technisch sinnvoll umsetzbar sein.
  • Die Förderung ist ausschließlich für Projekte gedacht, die tatsächlich durchgeführt werden.
  • Die Immobilie darf nicht einem Boardinghaus, Ferienhaus oder Wochenendhaus entsprechen.

Weitere Voraussetzungen je nach Fördermodul:

  • Für das Programm „IBB Energetische Gebäudesanierung – Effizienzhaus“ ist eine umfassende Sanierung erforderlich, die zum KfW-Effizienzhaus führt.
  • Für das Programm „IBB Altersgerecht Wohnen“ müssen die Maßnahmen barrierefrei und altersgerecht gestaltet sein.
  • Für das Programm „IBB Soziale Wohnraummodernisierung“ ist eine Mietpreis- und Belegungsbindung erforderlich.

Zusammenfassend ist es wichtig, dass die geplanten Sanierungsmaßnahmen sinnvoll, technisch machbar und finanziell tragfähig sind. Eine sorgfältige Planung und Beratung ist daher unerlässlich, um die Voraussetzungen für die Förderung zu erfüllen.


Fazit

Die IBB-Förderung für die energetische Sanierung bietet Berliner Immobilienbesitzer:innen, Vermieter:innen und Investoren eine wertvolle Unterstützung bei der Modernisierung ihrer Gebäude. Mit zinsgünstigen Krediten, Zuschüssen und Beratungsangeboten kann die Sanierung energieeffizienter, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll gestaltet werden. Die verschiedenen Fördermodule der IBB decken dabei ein breites Spektrum von Maßnahmen ab, von der Dämmung der Gebäudehülle bis hin zu altersgerechten Umbaumaßnahmen.

Zudem sind die Programme in der Regel mit anderen staatlichen Förderungen kombinierbar, was die Finanzierung von Sanierungsprojekten noch attraktiver macht. Aktuelle Zinsaktionen, wie die zeitlich begrenzte Aktion bis zum 18. November 2024, bieten zusätzliche Vorteile für Immobilienbesitzer:innen.

Durch die Förderung der IBB wird der Gebäudebestand in Berlin nachhaltig verbessert, CO₂-Emissionen reduziert und die Wohnqualität gesteigert. Dies trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern auch zur langfristigen Wirtschaftlichkeit und Wertstabilität von Immobilien.


Quellen

  1. IBB Energetische Gebäudesanierung
  2. Effiziente GebäudePLUS – Berlin
  3. IBB Energetische Gebäudesanierung – Energieeinsparende Maßnahmen an Wohngebäuden
  4. IBB startet Zinsaktion für zwei wichtige Förderprogramme
  5. IBB Soziale Wohnraummodernisierung
  6. HeiztauschPLUS – Gebäudeindividueller Sanierungsfahrplan
  7. IBB Effiziente GebäudePLUS

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