Einleitung
Die Sanierung des Leobad in Leonberg bietet ein hervorragendes Beispiel für die professionelle Modernisierung einer langjährigen Bade- und Sporteinrichtung. Eröffnet im Jahr 1988, wurde die Anlage im Januar 2017 nach drei Jahrzehnten Nutzung einer umfassenden Sanierung unterzogen. Ziel war es, die bauliche Substanz zu erhalten, die technischen Ausrüstungen zu modernisieren und die Anlage für eine ganzjährige Nutzung fitzumachen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die tatsächlichen Kosten der Sanierung deutlich unter den ursprünglichen Schätzungen lagen, was auf eine präzise Planung und eine effiziente Projektumsetzung hindeutet. Diese Modernisierung hat nicht nur die Attraktivität der Anlage erhöht, sondern auch die Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit des Betriebs gesteigert. Der vorliegende Artikel beleuchtet die Hintergründe, Planung, Durchführung und Ergebnisse der Sanierungsmaßnahmen, wobei ausschließlich auf die im Quellenmaterial enthaltene Information zurückgegriffen wird.
Hintergrundgeschichte und Entscheidung zur Sanierung
Das Leobad in Leonberg war bis zur Sanierung eine beliebte, jedoch veraltete Freibadanlage. Nach 30 Jahren Betriebszeit wurde die Anlage im Jahr 2017 einer grundlegenden Renovierung unterzogen. Die Entscheidung zur Sanierung fiel nach einer langen Nutzung, bei der die technische Ausrüstung veraltet war und die Anlage den modernen Anforderungen an Badefreizeit und Energieeffizienz nicht mehr gerecht wurde. Zentraler Ausgangspunkt für die Sanierungsplanung war ein Bürgerentscheid, der den Erhalt des bestehenden Sportzentrums mit Hallenbad in der Leonberger Innenstadt vorsah. Anstatt einen Neubau in Betracht zu ziehen oder die Anlage zu schließen, entschied die Stadt Leonberg für eine umfassende Sanierung, die die bauliche Substanz erhalten und gleichzeitig modernisieren sollte.
Die Entscheidung für eine Sanierung unterstricht die Wichtigkeit, bestehende Infrastruktur zu bewahren und zu verbessern, anstatt sie durch einen Neubau zu ersetzen. Diese Herangehensweise sparte nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern ermöglichte auch die Beibehaltung eines zentralen Standorts, der für die Bürger eine große Bedeutung hatte. Die Sanierung war somit nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein sozialer Erfolg, der die Anbindung der Bevölkerung an ihre Infrastruktur stärkte.
Planungsphase und Projektmanagement
Die Sanierung des Leobad wurde unter professioneller Projektplanung durchgeführt. Die Projektsteuerung erfolgte nach dem Leistungsbild AHO (ARGE HOCHBAU) in den Projektstufen 1 bis 5. Diese Vorgehensweise gewährleistete, dass alle Planungs- und Realisierungsphasen systematisch und koordiniert durchgeführt wurden. Die Planung und Entwürfe lagen bei der ARGE-Leobad, bestehend aus den Völlger-Feil-Architekten und den L&P Beratenden Ingenieuren. Die Kombination aus architektonischem und ingenieurtechnischem Know-how ermöglichte eine umfassende Planung, die sowohl die ästhetischen als auch die technischen Anforderungen berücksichtigte.
Ein zentraler Aspekt der Sanierung war die Erneuerung der Schwimmbecken. Da die ursprünglichen Stahlbetonbecken stark abgenutzt waren, entschied man sich für eine Aufwertung durch die Einrichtung von Edelstahlbecken. Die Objektplanung dieser Becken lag bei den L&P Beratenden Ingenieuren, wodurch eine hohe Qualität und Langlebigkeit der Wasserelemente gewährleistet wurde. Zudem war die ARGE-Leobad für die statische Untersuchung der bestehenden Bauzustände verantwortlich, was für die Sicherheit und Stabilität der Anlage entscheidend war.
Für die architektonische Umsetzung der Sanierung wurde das Architekturbüro 4a Architekten GmbH aus Stuttgart beauftragt. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachexperten ermöglichte eine umfassende Sanierung, die sowohl die äußere Erscheinung als auch die technische Funktionalität der Anlage verbesserte.
Bauabschnitte und Umsetzung
Die Sanierung des Leobad wurde in zwei klar definierten Bauabschnitten durchgeführt, wodurch die Inbetriebnahme der verschiedenen Anlagenteile schrittweise erfolgen konnte und die Ausfallzeiten minimiert wurden.
Erster Bauabschnitt: Sport- und Schwimmflächen
Der erste Bauabschnitt konzentrierte sich auf die Kernbereiche der Anlage, nämlich die Sport- und Schwimmflächen. Diese Arbeiten wurden bis 2014 abgeschlossen, wodurch die Wiedereröffnung der Schwimm- und Sportbereiche für Schulsport, Vereine und die allgemeine Bürgernutzung ermöglicht wurde. Der Fokus lag hier auf der Wiederherstellung der Funktion der Anlage, um die wichtigste Nutzung möglichst rasch wieder zu ermöglichen. Die Inbetriebnahme dieser Bereiche stellte sicher, dass die Anlage während der Sanierungsarbeiten für die meisten Nutzungsgruppen weiterhin zugänglich war.
Zweiter Bauabschnitt: Saunabereich
Der zweite Bauabschnitt befasste sich mit der Erneuerung und Attraktivierung der Sauna-Anlage. Dieser Bereich wurde bis 2016 fertiggestellt und markierte den Abschluss der Sanierungsarbeiten. Die Sauna wurde nicht nur technisch erneuert, sondern auch gestalterisch aufgewertet, um zusätzliche Entspannungsmöglichkeiten zu bieten. Dies war ein entscheidender Schritt, um die Anlage für verschiedene Zielgruppen attraktiver zu machen – von sportlich aktiven Schwimmern über Familien bis hin zu Wellness-Besuchern.
Die Aufteilung der Sanierungsarbeiten in zwei Bauabschnitte erwies sich als effektiv. Sie ermöglichte eine schrittweise Inbetriebnahme der Anlage und reduzierte die Ausfallzeiten für die Badegäste. Zudem konnten sich die Planer und Ausführenden auf jeweils spezifische Bereiche konzentrieren, was zu einer besseren Qualität und Effizienz der Arbeiten führte.
Kostenentwicklung und Budgeterfolg
Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Sanierungsmaßnahmen ist die positive Kostenentwicklung. Die Sanierung des Leobad endete mit Gesamtkosten von 13,159 Millionen Euro, was deutlich unter den ursprünglich geplanten 13,837 Millionen Euro liegt. Dieser Budgeterfolg unterstreicht die präzise Planung und die effiziente Durchführung des Projekts. Die Kostenersparnis ist besonders in der öffentlichen Diskussion bemerkenswert, da sie zeigt, dass auch komplexe Sanierungsprojekte innerhalb der geplanten Rahmenbedingungen und manchmal sogar darunter realisiert werden können.
Die Abrechnung der Gesamtmaßnahme wurde durch das Gebäudemanagement der Stadt Leonberg erstellt und dem zuständigen Sozial- und Kulturausschusses des Gemeinderats vorgelegt. Die Transparenz dieser Abrechnung trägt dazu bei, das Vertrauen der Bürger in die Projektumsetzung zu stärken und gleichzeitig als Vorbild für zukünftige Projekte zu dienen.
Technische Modernisierung und Energieeffizienz
Ein zentraler Aspekt der Sanierung war die Modernisierung der technischen Ausrüstung. Die Einrichtung moderner Heizungs-, Lüftungs- und Wasseraufbereitungssysteme reduzierte den Energieverbrauch und die Betriebskosten. Diese Maßnahmen steigerten nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Anlage, sondern auch ihre Umweltfreundlichkeit. Die Erneuerung der Anlage entsprach damit den aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
Ein weiteres Beispiel für die technische Modernisierung ist die Umwandlung der Stahlbetonbecken in Edelstahlbecken. Diese Maßnahme verbesserte die Langlebigkeit der Becken und reduzierte gleichzeitig die Wartungskosten. Die Edelstahlbecken sind zudem hygienischer und bieten ein angenehmeres Badegefühl. Die Einbauarbeiten wurden durch Hochdruckwasserstrahlen, Betonsäge- und Kernbohrarbeiten ermöglicht, wodurch alte Einbauten und Rinnenköpfe entfernt werden konnten. Die Bereiche wurden abschließend fachgerecht und dauerhaft reprofiliert.
Im Technikgeschoss unterhalb der Badeplatte waren aufwändige Betonsanierungs- und Abdichtungsarbeiten erforderlich. Risse und Gebäudefugen wurden verpresst, um sicherzustellen, dass drückendes Grundwasser nicht mehr eindringen konnte. Diese Maßnahmen stellten sicher, dass die Anlage auch in zukünftigen Jahren sicher und betriebsbereit bleibt.
Gestalterische Aufwertung und Nutzererlebnis
Neben den technischen Aspekten spielte auch die gestalterische Aufwertung eine wichtige Rolle in der Sanierung. Moderne gestalterische Elemente, verbesserte Umgebungsflächen und zeitgemäße Einrichtungen trugen dazu bei, ein angenehmes Ambiente für Besucher zu schaffen. Die Verwendung hochwertiger Materialien wie Edelstahl für die Becken erhöhte nicht nur die Langlebigkeit, sondern auch den Komfort für die Badegäste.
Die Aufenthaltsqualität wurde durch die Sanierung deutlich gesteigert. Die Anlage bietet nun nicht nur eine verbesserte Funktion, sondern auch ein angenehmes Erlebnis für ihre Nutzer. Die Sauna-Anlage, die 2016 fertiggestellt wurde, bietet zusätzliche Entspannungsmöglichkeiten, die über das reine Schwimmbad-Erlebnis hinausgehen. Diese Erweiterung des Angebots macht die Anlage attraktiver für verschiedene Zielgruppen.
Ergebnisse und Nutzen für die Bürger
Die Sanierung des Leobad hat zu signifikanten Verbesserungen geführt, die sich positiv auf die Nutzungserfahrung der Bürger auswirken. Obwohl die Gesamtwasserfläche nach der Sanierung geringer ist als zuvor, bietet das Leobad den Bürger:innen der baden-württembergischen Stadt Leonberg ein größeres Angebot an verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten. Die Modernisierung umfasste nicht nur die technische Erneuerung, sondern auch die gestalterische Aufwertung der Anlage. Durch die Umwandlung des Freibades in ein ganzjährig nutzbares Bad wurde die Nutzungszeit der Anlage erheblich erweitert.
Die Veränderung von einem saisonalen Freibad zu einer ganzjährig nutzbaren Anlage mit erweitertem Angebot hat die Attraktivität und Bedeutung der Anlage für die Stadt Leonberg erheblich gesteigert. Die Anlage dient nun als moderne Sport- und Freizeitanlage, die den Bürgern nachhaltige Möglichkeiten für Bewegung, Entspannung und soziales Miteinander bietet.
Fazit
Die Sanierung des Leobad in Leonberg ist ein gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Modernisierung einer öffentlichen Badeanlage. Durch den Erhalt der baulichen Substanz und die gezielte Erneuerung der technischen Anlagen gelang es, eine moderne, attraktive und wirtschaftliche Infrastruktur für die Bürger zu schaffen. Besonders hervorzuheben ist die positive Kostenentwicklung, bei der die tatsächlichen Endkosten unter den ursprünglich geplanten lagen. Dies unterstreicht die erfolgreiche Projektplanung und -durchführung.
Die Sanierung hat nicht nur die technische Funktionalität der Anlage verbessert, sondern auch die Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit des Betriebs gesteigert. Zudem wurde die gestalterische Aufwertung der Anlage durchgeführt, um das Nutzererlebnis zu verbessern. Die Umwandlung des Freibades in ein ganzjährig nutzbares Bad mit erweitertem Angebot hat die Attraktivität der Anlage für verschiedene Zielgruppen erhöht. Die positive Resonanz der Bürger und die Transparenz der Projektumsetzung zeigen, dass die Sanierung eine nachhaltige Investition in die Zukunft der Stadt Leonberg ist.
Quellen
- Sanierung des Leobad in Leonberg – Modernisierung unter Budget und für ganzjähriges Baden
- Leobad in Leonberg: Die Sanierung hat weniger gekostet
- Umwandlung des Leobad in ein Ganzjahresbad – Bestandsuntersuchung Sportzentrum mit Hallenbad und Leobad in Leonberg
- Leonberg – Offizielle Website
- Sanierung und Umbau Leobad