Antimikrobielle Waschlotionen für die MRSA-Sanierung: Anwendungsgebiete, Vorteile und Empfehlungen

Einleitung

MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) stellt in der Medizin und Hygiene ein erhebliches Problem dar, da diese Bakterien nicht nur schwer zu behandeln sind, sondern auch leicht übertragen werden können. Eine gezielte Dekontamination, insbesondere durch antimikrobielle Waschlotionen, ist daher ein entscheidender Schritt in der MRSA-Sanierung. In der vorliegenden Analyse werden die Anwendungsgebiete, Vorteile und Empfehlungen für antimikrobielle Waschlotionen, insbesondere Stellisept® med, detailliert beschrieben. Die Darstellung erfolgt ausschließlich anhand der in den bereitgestellten Dokumenten genannten Fakten.

Anwendungsgebiete antimikrobieller Waschlotionen

Antimikrobielle Waschlotionen wie Stellisept® med sind speziell zur Sanierung von MRSA-Kolonisationen und zur Reduzierung von bakteriellen Lasten auf der Haut entwickelt. Sie eignen sich sowohl für die allgemeine hygienische Körperwaschung als auch für gezielte Dekontaminationsmaßnahmen.

1. Antimikrobielle Körperwaschung

Stellisept® med ist als milde antimikrobielle Waschlotion zur antimikrobiellen Körperwaschung, auch bei MRSA-Kolonisation, zugelassen. Nach Empfehlung des Robert Koch-Instituts wird diese Lotion in der Sanierung eingesetzt, um die bakterielle Belastung der Haut zu reduzieren. Die Anwendung erfolgt durch Ganzkörperwaschung, inklusive Haarwäsche, mit unverdünnter Lotion.

2. Hygienische Händewaschung

Neben der Körperwaschung kann Stellisept® med auch als Alternative zur herkömmlichen Händedesinfektion verwendet werden. Es handelt sich dabei um eine schnell wirkende und hautfreundliche Option, die innerhalb von 30 Sekunden wirksam gegen Bakterien, einschließlich MRSA, ORSA (Oxacillin-resistente Staphylococcus aureus) und VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) ist.

3. Gezielte Dekontamination

Bei einer gezielten oder vertikalen Dekontamination liegt der Fokus auf den Keimreservoirs der Haut. Schülke bietet hierzu octenidinhaltige Produkte an, die sich ideal kombinieren lassen. Eine Bündelstrategie mit diesen Produkten ermöglicht eine systematische Vorgehensweise, bei der keine Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Wirkstoffen auftreten können.

Vorteile antimikrobieller Waschlotionen

1. Schnelle Wirksamkeit

Ein entscheidender Vorteil antimikrobieller Waschlotionen ist ihre schnelle Wirksamkeit. So reduziert Stellisept® med Bakterien, einschließlich MRSA, bereits innerhalb von 30 Sekunden. Dies ist besonders wichtig in der Sanierung, bei der es auf die zeitnahe Reduzierung der bakteriellen Last ankommt.

2. Hautfreundlichkeit

Im Gegensatz zu alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln sind antimikrobielle Waschlotionen wie Stellisept® med mild und hautfreundlich. Sie enthalten weder Alkohol noch Farbstoffe und sind daher weniger belastend für die Haut. Zudem beinhalten sie einen feuchtigkeitsspendenden Pflegekomplex, der die Hautfeuchtigkeit erhöht und die Hautbarriere stärkt.

3. Kombinierbarkeit

Die Produkte der Octenisan®-Range von Schülke sind miteinander kombinierbar und können in einer Bündelstrategie eingesetzt werden. Dies ermöglicht eine systematische und koordinierte Dekontamination, bei der mehrere Anwendungsbereiche (z. B. Mundhöhle, Nasenschleimhaut, Haut) gleichzeitig behandelt werden können.

Empfehlungen für die Anwendung

1. Anwendungshäufigkeit

Eine antimikrobielle Waschlotion wie Stellisept® med sollte idealerweise 3-mal täglich angewendet werden. Dies gilt insbesondere in der Sanierungsphase, bei der die Reduktion der Keimlast priorisiert wird. Die Anwendung erfolgt am besten nach dem Zähneputzen und vor dem Zubettgehen. Einmal täglich ist sie ebenfalls möglich, je nach individueller Empfehlung des behandelnden Arztes.

2. Anwendungstechnik

Die Anwendung erfolgt durch Ganzkörperwaschung mit unverdünnter Lotion, wobei auch Haare gewaschen werden. Es wird empfohlen, die Haut gut einzucremen, bis sie vollständig bedeckt ist. Nach der Anwendung sollte die Lotion gründlich abgespült werden, um Rückstände zu vermeiden.

3. Kombination mit weiteren Maßnahmen

Die Sanierung sollte nicht nur durch die Anwendung der Waschlotion erfolgen, sondern auch durch weitere Dekontaminationsmaßnahmen. So sind beispielsweise die Desinfektion persönlicher Gegenstände wie Rasierer, Zahnbürsten oder In-Ear-Kopfhörer notwendig. Zudem ist darauf zu achten, dass keine Deoroller verwendet werden, da diese die Keimbildung fördern können.

4. Wundbehandlung

Bei MRSA-infizierten oder kolonisierten Wunden oder Hautläsionen erfolgt die Behandlung nach ärztlicher Anordnung. Es ist wichtig, hier Rücksprache mit einer Wund- oder Enterostoma-Therapeutin zu halten, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.

Kontraindikationen und Risiken

Obwohl antimikrobielle Waschlotionen wie Stellisept® med weitgehend sicher und hautfreundlich sind, gibt es auch Grenzen und Risiken:

1. Gegenanzeigen

Eine Anwendung ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber den arzneilich wirksamen Bestandteilen oder anderen Bestandteilen des Präparats. Zudem ist das Arzneimittel nicht geeignet für Spülungen in der Bauchhöhle (z. B. intraoperativ), in der Harnblase oder am Trommelfell.

2. Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen umfassen Brennen, Rötung, Juckreiz und Wärmegefühl. Seltener treten kontaktallergische Reaktionen auf, wie vorübergehende Rötungen. In seltenen Fällen wurden bei der Spülung tiefer Wunden mittels Spritze persistierende Ödeme, Erytheme und Gewebsnekrosen beobachtet, die eine chirurgische Revision erforderten.

3. Sicherheitsvorschriften

Um Gewebeschädigungen zu vermeiden, darf das Präparat nicht mittels Spritze in die Tiefe des Gewebes eingebracht werden. Es ist nur zur oberflächlichen Anwendung bestimmt, entweder durch Tupfer oder Sprühen.

MRSA-Sanierung in der Praxis

1. Sanierungszyklus

Eine gezielte Dekontamination erfolgt in der Regel über einen Zyklus von 5 Tagen. In dieser Zeit werden die wichtigsten Keimreservoirs systematisch angegangen. Eine Kombination aus antimikrobieller Körperwaschung, antiseptischer Mundspülung und Sanierung der Nasenschleimhaut ist hierbei von besonderer Bedeutung.

2. Kontrollabstriche

Während der Sanierungsphase sind Kontrollabstriche nicht sinnvoll, da eine lokale Sanierungsbehandlung oder eine MRSA-wirksame Antibiotikatherapie (unter Berücksichtigung des Antibiogramms) die Effektivität beeinflussen kann.

3. Hygienische Maßnahmen

Neben der medikamentösen Sanierung ist es wichtig, weitere hygienische Maßnahmen einzuhalten. So ist es ratsam, täglich die Wäsche zu wechseln, persönliche Utensilien der Körperpflege wie Handtücher oder Waschlappen regelmäßig zu tauschen und Atemtrainingsgeräte oder Schlafapnoe-Masken nach Herstellerangaben zu reinigen.

Fazit

Antimikrobielle Waschlotionen wie Stellisept® med spielen eine zentrale Rolle in der MRSA-Sanierung. Sie sind wirksam, mild und können sowohl zur allgemeinen hygienischen Körperwaschung als auch zur gezielten Dekontamination eingesetzt werden. Eine schnelle Wirksamkeit innerhalb von 30 Sekunden und eine gute Verträglichkeit der Haut sind besondere Vorteile. In Kombination mit weiteren Maßnahmen wie antiseptischen Nasensalben, Mundspülungen und der Desinfektion persönlicher Gegenstände kann eine umfassende Sanierung erreicht werden. Es ist jedoch wichtig, dass die Anwendung unter ärztlicher Aufsicht erfolgt und mögliche Kontraindikationen berücksichtigt werden. So können die Risiken minimiert und die Effektivität der Sanierung optimiert werden.

Quellen

  1. Stellisept® med Lotion
  2. Stellisept® med – antimikrobielle Waschlotion
  3. MRSA-Sanierung und Folgeabstriche
  4. Gezielte MRE-Sanierung

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