NICO-Sanierung: Diagnose, Behandlung und Bedeutung für die Gesundheit

Einleitung

Die sogenannte NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis) ist ein medizinisches Phänomen, das in der Regel im Kieferknochen auftritt und durch eine chronische, entzündliche Degeneration des Knochens gekennzeichnet ist. Obwohl NICO in der herkömmlichen Medizin bislang kaum wahrgenommen wird, gewinnt sie in der biologischen und ganzheitlichen Zahnmedizin zunehmend an Aufmerksamkeit. Diese Erkrankung ist oft unsichtbar und kann durch herkömmliche Röntgenverfahren nicht zuverlässig erkannt werden. Dennoch kann sie langfristig zu systemischen Entzündungserscheinungen, Neuralgien und anderen chronischen Erkrankungen führen. Eine Sanierung solcher NICO-Störungen gilt in der modernen biologischen Zahnmedizin daher als wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge.

In diesem Artikel wird die Entstehung, Diagnose, Behandlung und gesundheitliche Relevanz von NICO detailliert vorgestellt. Zudem wird der ganzheitliche Behandlungsansatz erläutert, der in der Praxis angewandt wird, um NICO-Läsionen sicher zu entfernen und den Körper von chronischen Belastungen zu befreien. Der Fokus liegt hierbei auf medizinischen Befunden, diagnostischen Verfahren und therapeutischen Ansätzen, die in den Quellen dokumentiert sind.


Was ist NICO?

NICO ist ein Begriff, der von Dr. Bouquot geprägt wurde, um eine chronische, entzündliche Knochennekrose im Kieferknochen zu beschreiben. Die Abkürzung steht für Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis. Die Erkrankung entsteht meist in zahnlosen Kieferbereichen, beispielsweise nach Zahnentfernungen, wenn der Knochen aufgrund von Nährstoffmangel oder einer ungünstigen Ernährung nicht ausreichend regenerieren kann. Die betroffenen Knochenbereiche zeigen eine fettige Degeneration (FDOK) und können sich über mehrere Zentimeter ausbreiten. Diese Läsionen sind oft nicht von außen sichtbar und verursachen zunächst keine lokalen Schmerzen, können jedoch systemische Entzündungen auslösen.

Ein weiteres Merkmal der NICO ist die Häufung von Entzündungsmediatoren wie RANTES (Regulated upon Activation, Normal T Cell Expressed and Secreted), die in hohen Konzentrationen nachzuweisen sind. Diese Botenstoffe fördern Entzündungsreaktionen im Körper, die wiederum neurologische Beschwerden, Gelenkprobleme oder andere chronische Erkrankungen auslösen können. Eine NICO zählt daher zu den sogenannten „silent inflammation“-Phänomenen, also zu den stille Entzündungen, die von außen nicht offensichtlich sind, aber dennoch gravierende gesundheitliche Auswirkungen haben können.


Diagnose der NICO

Die Diagnose einer NICO ist herkömmlichen Röntgenverfahren wie dem Panoramaröntgen oft nicht möglich, da die Läsionen nicht sichtbar oder nur unklar abgebildet werden. Erst durch modernere bildgebende Verfahren wie die Digitale Volumentomographie (DVT) oder den CaviTAU-Ultraschall können NICO-Läsionen in ihrer Form und Ausdehnung sicher identifiziert werden.

Ein weiteres diagnostisches Verfahren ist die operative Sanierung, bei der die Läsion präoperativ und intraoperativ beurteilt wird. So hat Dr. Bouquot in seinen Forschungen gezeigt, dass 224 Gewebsproben von Patienten mit Trigeminusneuralgie eine chronische intraossäre Entzündung aufwiesen. Dies führte zur Entwicklung des Begriffs NICO und zur Erkenntnis, dass die Entstehung von Gesichtsneuralgien neu bewertet werden muss.


Symptome und Gesundheitsrelevanz

Eine NICO löst in der Regel keine lokalen Schmerzen, kann jedoch neuralgiforme Schmerzen in der Region auslösen, wenn die Läsion groß genug ist. Typische Symptome sind:

  • Gesichtsschmerzen
  • Kieferbeschwerden
  • Schmerzen in den Gelenken
  • Neurologische Dysfunktionen

Zudem können durch die Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie RANTES auch systemische, fernen Symptome auftreten, die in der herkömmlichen Medizin oft nicht eindeutig zugeordnet werden können. Wissenschaftliche Hinweise deuten darauf hin, dass eine NICO möglicherweise mit folgenden Erkrankungen zusammenhängen kann:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Gelenkentzündungen
  • Neurologische Erkrankungen

Die chronische Entzündung, die durch eine NICO ausgelöst wird, kann das Immunsystem stark belasten und ist daher – insbesondere bei bereits bestehenden chronischen Erkrankungen – ein wichtiger Faktor, den es zu eliminieren gilt.


Behandlung der NICO

Die Sanierung einer NICO erfolgt chirurgisch. Ziel ist es, die nekrotischen Knochenbereiche sicher zu entfernen, ohne umgebende Strukturen wie Gefäße oder Nerven zu verletzen. In der Praxis wird hierzu ein piezoelektrisches Verfahren eingesetzt, das minimal-invasiv und präzise ist. Dieses Verfahren erlaubt es, pathologisches Gewebe ohne Schädigung von gesundem Gewebe zu entfernen.

Nach der Entfernung der NICO-Läsion wird die Wunde mit körpereigenen Membranen (PRF-Membranen) abgedeckt und vernäht. Zudem werden antimikrobielle Verfahren wie Ozongas angewandt, um Bakterien, Viren und Pilze zu eliminieren. Ein Einsatz von Antibiotika oder Cortison erfolgt in der Regel nicht, da diese oft nachteilige Nebenwirkungen haben können.

Zur Förderung der Heilung werden die Patienten vor und nach der Operation mit hochdosierten Mikronährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Vitamin D3-Spiegel, da ein Mangel hierbei eine Ursache für die ungünstige Regeneration des Kieferknochens sein kann.


Praktische Anwendung und Vorgehensweise

Die Entfernung einer NICO ist in der biologischen Zahnmedizin ein fester Bestandteil der ganzheitlichen Therapie, insbesondere bei Patienten mit chronischen Gesundheitsproblemen. Dr. med. Thomas Franke, der in seiner Praxis über jahrelange Erfahrung mit der Sanierung von NICO-Läsionen verfügt, betont, dass die frühzeitige Entfernung solcher Störungen ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsvorsorge ist.

Ein ähnlicher Ansatz wird auch in der Praxis von Dr. Johanna Graf angewandt. Hier wird betont, dass eine NICO nur dann gesundheitlich vernachlässigbar ist, solange keine chronischen Erkrankungen vorliegen. Sobald also eine chronische Krankheit diagnostiziert wird, sollte eine NICO-Sanierung in Betracht gezogen werden, um das Immunsystem zu entlasten und die körperlichen Selbstheilungsmechanismen zu stärken.


Vorbeugende Maßnahmen und Gesundheitsvorsorge

Auch aus präventiver Sicht ist die frühzeitige Diagnose und Sanierung von NICO-Läsionen von großer Bedeutung. In einer Vorbeugungssituation kann eine NICO mögliche Gesundheitsprobleme in der Zukunft verhindern. Besonders relevant ist dies in älterem Alter, in dem die Regenerationsfähigkeit des Knochens nachlässt und eine ungünstige Ernährung oder Vitaminmangel die Entstehung einer NICO begünstigen können.

Daher empfiehlt es sich, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in einer biologisch orientierten Zahnarztpraxis durchzuführen, in der moderne Diagnostikverfahren wie DVT oder CaviTAU eingesetzt werden. Solche Praxen sind in der Lage, versteckte Störungen im Kieferknochen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls maßgeschneidert zu behandeln.


NICO als Störfeld

NICO-Läsionen zählen zu den sogenannten Störfeldern, also zu Strukturveränderungen im Gewebe, die an anderen Körperstellen Symptome oder Erkrankungen auslösen können. Ähnlich wie bei wurzelbehandelten Zähnen kann eine NICO Entzündungsmediatoren freisetzen, die körperweit entzündliche Reaktionen auslösen. Solche Störfelder können daher eine Vielzahl von Beschwerden verursachen, die oft nicht eindeutig lokalisierbar oder medizinisch schwer zu erklären sind.

Ein Beispiel hierfür ist die Trigeminusneuralgie, bei der Bouquot in seinen Forschungen nachweisen konnte, dass 91 von 103 Patienten nach der Sanierung einer NICO-Läsion über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,6 Jahren eine Schmerzlinderung erreichten. Ein Fallbeispiel aus der Praxis beschreibt sogar die vollständige Heilung einer 15-jährigen Trigeminusneuralgie durch die Sanierung einer NICO.


Fazit

Die NICO-Sanierung ist in der biologischen und ganzheitlichen Zahnmedizin ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Obwohl die Erkrankung in der herkömmlichen Medizin bislang kaum wahrgenommen wird, hat sie bedeutende gesundheitliche Auswirkungen, die durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung reduziert werden können. Die Sanierung erfolgt chirurgisch, wobei moderne piezoelektrische Techniken eingesetzt werden, um das Gewebe möglichst schonend zu entfernen. Zudem werden körpereigene Membranen und nebenwirkungsfreie Verfahren wie Ozongas genutzt, um die Heilung zu unterstützen.

Durch die Eliminierung von Entzündungsmediatoren und der Entlastung des Immunsystems kann eine NICO-Sanierung wichtige Vorteile für die Gesundheit des gesamten Körpers bieten. Besonders relevant ist dies bei Patienten mit chronischen Erkrankungen, bei denen jede immunologische Belastung reduziert werden sollte. Insgesamt ist die NICO-Sanierung ein wichtiges Element der ganzheitlichen Zahnmedizin, das in der Prävention und Therapie von chronischen Erkrankungen eine entscheidende Rolle spielen kann.


Quellen

  1. Nico Störfeldsanierung – Integrative Zahnheilkunde
  2. Nico – Die versteckte Entzündung im Kiefer – Praxis Dr. Graf
  3. Nico-Entfernung – Praxis Dr. Franke
  4. FDOK – Die versteckte Entzündung im Kieferknochen – DGUHT
  5. Biologische Zahnmedizin – Störfeldsanierung Nico
  6. Nico-Sanierung – Zahnarzt Ganzheitlich

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