Die Sanierung der Bundesstraße 29 (B29) zwischen Urbach und Lorch in den Regionen Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis ist ein zentrales Projekt im Rahmen der Infrastrukturplanung Baden-Württembergs. Sie ist nicht nur für den regionalen, sondern auch für den überregionalen Verkehr von großer Bedeutung. Die B29 verbindet wichtige Städte und Knotenpunkte wie Aalen, Schorndorf und Stuttgart und fungiert damit als entscheidende Verkehrsader im südwestdeutschen Raum. Die laufenden Sanierungsarbeiten umfassen mehrere Bauabschnitte, bei denen sowohl die Fahrbahnoberfläche als auch Brückenbauwerke, Entwässerungseinrichtungen und Leitplanken erneuert werden.
In diesem Artikel wird der aktuelle Stand der Sanierung der B29 detailliert vorgestellt, mit Fokus auf die Bauabschnitte, deren Termine und Auswirkungen auf den Verkehr. Zudem wird beleuchtet, wie digitale Technologien wie BIM (Building Information Modeling) in die Planung und Überwachung solcher Großprojekte eingebunden werden und welche Vorteile sie mit sich bringen.
Aktueller Stand der Sanierung
Die Sanierung der B29 zwischen Urbach und Lorch läuft seit Mai 2024 und ist in mehreren Bauabschnitten geplant. Der sechste Bauabschnitt wurde voraussichtlich am 26. Oktober 2025 freigegeben. In diesem Abschnitt wurde die Fahrbahn in Fahrtrichtung Stuttgart erneuert, und die Anschlussstelle Urbach sowie mehrere Brücken saniert. Der siebte Bauabschnitt, der zwischen der Zufahrt Waldhausen und der Anschlussstelle Lorch-West liegt, wird im Anschluss an den sechsten Bauabschnitt bearbeitet. Die Verkehrssicherung und die Umleitung für diesen Abschnitt wurden am 3. November 2025 aktiviert.
Die Sanierungsarbeiten im siebten Bauabschnitt beinhalten die Erneuerung der Fahrbahn in Richtung Aalen. Die Zu- und Abfahrt Waldhausen (Fahrtrichtung Aalen) sowie die Abfahrt Lorch-West im betroffenen Bereich sind für die Dauer der Arbeiten gesperrt. Die Bauarbeiten im siebten Bauabschnitt sollen Mitte Dezember 2025 abgeschlossen sein.
Bauabschnitte und Planung
Die Sanierungsmaßnahme der B29 ist in mehrere Bauabschnitte unterteilt, um den Verkehrsfluss so weit wie möglich zu gewährleisten und den regionalen Wirtschaftsstandort nicht zu stark zu beeinträchtigen. Die Planung berücksichtigt dabei auch die Sicherheit der Arbeiter und Verkehrsteilnehmer sowie die Minimierung von Umleitungen.
Bauabschnitt 1: Plüderhausen bis Kreisgrenze
Der erste Bauabschnitt konzentriert sich auf die Sanierung der Entwässerung und die Erneuerung der Fahrzeugrückhaltesysteme im Mittelstreifen. Die Arbeiten begannen am 22. April 2024 und sollen voraussichtlich bis 28. April 2024 andauern. In diesem Abschnitt wurde auch der Fahrbahnbelag der Rampen an den Anschlussstellen Urbach und Plüderhausen in Fahrtrichtung Stuttgart erneuert.
Bauabschnitt 2: Wieslauftalbrücke bis Tunnel Sünchen
Der zweite Bauabschnitt begann am 3. Februar 2025. In diesem Abschnitt wurde der linke Fahrstreifen im Bereich zwischen der Wieslauftalbrücke und dem Tunnel Sünchen gesperrt. Es fanden Sanierungsarbeiten an der Brücke und den Leitplanken statt. Die Arbeiten sollen Anfang April 2025 abgeschlossen sein.
Bauabschnitt 3 bis 8
Die Bauabschnitte 3 bis 8 konzentrieren sich auf den Bereich zwischen dem Sünchentunnel Schorndorf und der Anschlussstelle Lorch-West. Die Sanierungsarbeiten beinhalten die Erneuerung des Fahrbahnbelags, die Sanierung von elf Bauwerken sowie die teilweise Erneuerung der Entwässerungseinrichtungen im Mittelstreifen und Schutzplanken. Die Gesamtmaßnahme soll voraussichtlich im Frühjahr 2026 abgeschlossen sein.
Verkehrsbeeinträchtigungen und Umleitungen
Während der gesamten Sanierungsmaßnahme bleibt der Verkehr auf der B29 in beide Richtungen aufrechterhalten. Allerdings steht aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Arbeitsschutzes für den größten Teil der Maßnahme abschnittsweise nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung. Die maximal zulässige Geschwindigkeit im Baustellenbereich wird ebenfalls reduziert. Teilweise müssen Anschlussstellen voll gesperrt werden.
Im siebten Bauabschnitt wird der Verkehr in Richtung Stuttgart über den Mittelstreifen geleitet. Kleinräumige Umleitungen werden ausgeschildert. Die Verkehrssicherung für diesen Abschnitt wurde am 3. November 2025 aktiviert.
Finanzierung und Umfang der Maßnahme
Der Bund investiert mit der Gesamtmaßnahme rund 22 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur. Dieser Betrag deckt nicht nur die Sanierung der Fahrbahn, sondern auch die Erneuerung von Brückenbauwerken, Entwässerungseinrichtungen und Schutzplanken. Die Investition unterstreicht die Bedeutung der B29 für den regionalen und überregionalen Verkehr und den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.
Digitale Unterstützung durch BIM
Die Sanierung der B29 ist nicht nur ein klassisches Infrastrukturprojekt, sondern auch ein digitales Pilotprojekt. Bei der Sanierung zwischen Aalen und Esslingen wurde die sogenannte "Building Information Modeling"-Methode (BIM) eingesetzt. Dabei wurden Drohnen, Kameras an Kränen und Smartphones verwendet, um Bilder von der Baustelle zu sammeln. Diese Daten wurden in ein Computerprogramm eingespeist, das einen "digitalen Baustellenzwilling" in Form einer zentimetergenauen 3D-Simulation erstellte.
Diese digitale Unterstützung hat mehrere Vorteile: Sie ermöglicht eine präzisere Planung, beschleunigt die Bauüberwachung und reduziert Fehlerpotenziale. Die Drohnenüberwachung, die von Viscan durchgeführt wurde, hat beispielsweise dazu beigetragen, dass die Sanierungsarbeiten schneller und effizienter durchgeführt werden konnten.
Ausblick auf zukünftige Bauabschnitte
Der Ausbau der B29 im Ostalbkreis ist ein weiteres zentrales Projekt. Dieses Projekt verspricht Pendlern und der Wirtschaft erhebliche Vorteile, doch die Planung des entscheidenden Tunnelabschnitts stockt. Ein Baubeginn für diesen Abschnitt ist frühestens 2031 in Sicht. Staatssekretär Ulrich Lange hat den betreffenden Streckenabschnitt in Böbingen besucht, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen.
In Bopfingen ist die Sanierung der B29 in vier Bauabschnitten geplant. In diesen Abschnitten wird die Straße jeweils voll gesperrt. Die Arbeiten sollen bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.
Fazit
Die Sanierung der B29 zwischen Urbach und Lorch ist ein umfassendes Projekt, das sowohl technisch als auch organisatorisch herausfordernd ist. Durch die Einteilung in mehrere Bauabschnitte und die Einbindung moderner digitaler Technologien wie BIM ist es möglich, den Verkehrsfluss zu minimieren und gleichzeitig die Sicherheit der Arbeiter und Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Der Bund investiert dabei rund 22 Millionen Euro in die Sanierung der Infrastruktur, was unterstreicht die Bedeutung der B29 für den regionalen Wirtschaftsstandort.
Zukünftige Bauabschnitte, wie der geplante Tunnelabschnitt im Ostalbkreis, werden voraussichtlich ab 2031 realisiert. Solche Projekte sind notwendig, um den Verkehrsfluss zu optimieren und den regionalen Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.
Interessierte können sich über aktuelle Verkehrsveränderungen auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg unter www.verkehrsinfo-bw.de informieren. Zudem ist die VerkehrsInfo BW auch als App verfügbar (kostenlos und ohne Werbung) – weitere Informationen dazu finden sich unter www.verkehrsinfo-bw.de/verkehrsinfo_app.
Quellen
- Stadt Lorch: B29 Sanierung
- Regierungspräsidium Stuttgart: B29 Sanierungsarbeiten zwischen Urbach und Lorch
- Regierungspräsidium Stuttgart: B29 Sanierungsarbeiten Sünchentunnel Schorndorf – Anschlussstelle Lorch-West
- Schwäbische Zeitung: 22-Millionen-Baustelle auf der B19
- Rems-Zeitung: Sanierung der B29 im Ostalbkreis
- Augsburger Allgemeine: Sanierung der B29 in Bopfingen
- Tagesschau: Digitale Baustelle mit BIM