Einleitung
Das Hallenbad Burghausen, erbaut im Jahr 1970 und in Betrieb genommen im Jahr 1972, ist seit seiner Erweiterung um einen Erlebnisbereich und eine Saunawelt 2007 ein zentraler Anlaufpunkt für Sportler, Familien und Freizeitgenießer in der Region. Nach fast 50 Jahren Nutzung und mehreren Erweiterungen zeichnet sich jedoch ein Zustand ab, der eine umfassende Generalsanierung unumgänglich macht. Der Stadtrat von Burghausen hat im Jahr 2025 entschieden, dass die Sanierung nicht länger verschoben werden kann – ein Prozess, der sowohl technisch als auch finanziell ambitioniert ist.
Im Rahmen der Sanierung werden der Bade- und Sprunghalle, der Technikkeller, die Umkleidebereiche sowie weitere zentrale Räume des Altbaus saniert. Die Kostenberechnung für das Projekt wurde mehrfach überarbeitet und liegt aktuell bei etwa 26,56 Millionen Euro netto. Zudem läuft eine europaweite Ausschreibung für die Sanitärarbeiten, und der Baubeginn ist für Januar 2026 vorgesehen.
Die Sanierung des Hallenbads ist nicht nur eine Herausforderung für den Bauherrn und die ausführenden Unternehmen, sondern auch ein Symbol für die Zukunftsfähigkeit und das soziale Gewicht von öffentlichen Bädern in der heutigen Gesellschaft. Im Folgenden wird der Sanierungsprozess, die technischen und organisatorischen Aspekte sowie die finanziellen Hintergründe detailliert beschrieben.
Geschichte und aktueller Zustand des Hallenbads
Das Hallenbad in Burghausen wurde im Jahr 1970 als modernes Schwimmbad mit einem 50-Meter-Bassin errichtet und 1972 eröffnet. Es dient seitdem als Trainings- und Wettkampfstätte für Schwimmvereine, aber auch als Freizeit- und Erholungsstätte für Familien und Einzelpersonen. Im Jahr 2003 wurde der Erlebnisbereich mit einer Sauna hinzugefügt, und 2019 wurde ein Sole-Freibad errichtet. Der Erlebnisbereich sowie das Sole-Freibad sind jedoch nicht Teil der aktuellen Sanierungsmaßnahmen.
Nach fast 50 Jahren Nutzung zeichnet sich jedoch ein Zustand ab, der eine Generalsanierung der Altbauteile unumgänglich macht. In einem Gutachten wurde festgestellt, dass die baulichen und technischen Zustände des Hallenbads nicht mehr den heutigen Sicherheits- und Funktionsanforderungen entsprechen. Die Sanierung ist somit nicht nur eine Investition in die bauliche Substanz, sondern auch in die langfristige Nutzbarkeit des Bades für die Bevölkerung.
Umfang der Sanierungsmaßnahmen
Die Generalsanierung des Hallenbads umfasst mehrere zentrale Komponenten, die sowohl baulich als auch technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Bereiche der Sanierung detailliert beschrieben:
Badehalle mit 50-Meter-Becken
Die Badehalle, das zentrale Element des Hallenbads, wird im Zuge der Sanierung komplett erneuert. Der alte Teil des Bades, der 1970 gebaut wurde, wird zum Großteil abgebrochen und neu aufgebaut. Die Sanierung beinhaltet die Erneuerung der Beckenkonstruktion, der Wände, der Dächer sowie der Einrichtung. Ziel ist es, einen modernen, funktionellen und barrierefreien Schwimmraum zu schaffen, der den Anforderungen der heutigen Zeit entspricht.
Sprunghalle mit Becken und Sprunganlage
Auch die Sprunghalle wird im Rahmen der Sanierung saniert. Die Sprunganlage sowie das Sprungbecken werden modernisiert, um sie wieder sicher und funktional zu machen. Zudem werden die baulichen Strukturen überprüft und bei Bedarf erneuert, um die Tragfähigkeit und Standsicherheit des Gebäudes zu gewährleisten.
Umkleidebereiche und Bäderverwaltung
Die Umkleidebereiche im Erdgeschoss sowie die Räumlichkeiten der Bäderverwaltung werden saniert. Die Sanitärarbeiten im Bereich der Duschen, WC-Anlagen und Umkleideräume sind von zentraler Bedeutung für die Nutzererfahrung. Die Planung sieht eine barrierefreie Ausstattung vor, die auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich ist.
Personalbereiche im Untergeschoss
Die Räumlichkeiten für das Personal im Untergeschoss, die in der täglichen Betriebsführung des Hallenbads eine zentrale Rolle spielen, werden ebenfalls modernisiert. Hierbei geht es nicht nur um die Sanierung der baulichen Strukturen, sondern auch um die Optimierung der Arbeitssicherheit und der Arbeitsbedingungen.
Technikkeller des Altbaus
Ein weiterer zentraler Bereich der Sanierung ist der Technikkeller des Altbaus. Hier werden die Haustechnikkomponenten – wie Lüftung, Wasseraufbereitung, Heizsysteme und Energieverbrauch – komplett erneuert. Ziel ist es, das Hallenbad auf modernste Technologie zu bringen, um Energiekosten zu senken, die Betriebssicherheit zu erhöhen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.
Betonsanierungsmaßnahmen
Im Rahmen der Sanierung werden umfangreiche Betonsanierungsmaßnahmen durchgeführt, insbesondere im Beckenumgang des Kellergeschosses. Ziel ist es, die Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Sicherheit der Konstruktion zu gewährleisten. Hierbei handelt es sich um eine technisch anspruchsvolle Baumaßnahme, die eine präzise Planung und Ausführung erfordert.
Finanzielle Planung und Kostensenkung
Die Sanierung des Hallenbads ist ein kostspieliges Projekt, das aufgrund der baulichen und technischen Komplexität einen hohen Finanzierungsaufwand erfordert. Im Jahr 2024 lag die ursprüngliche Kostenberechnung bei 27,79 Millionen Euro netto. Im Juli 2025 wurde eine neue Kostenberechnung verabschiedet, die sich auf 26,56 Millionen Euro netto belief. Das entspricht einer Reduktion um rund 1,23 Millionen Euro.
Die Kostensenkung ist auf verschiedene Maßnahmen zurückzuführen. So wurden beispielsweise Einsparungen bei den Freianlagen und durch den Wegfall von Wärmepumpen erzielt, was insgesamt 2,71 Millionen Euro netto einsparte. Gleichzeitig entstanden jedoch Mehrkosten in Höhe von 1,48 Millionen Euro, unter anderem für Betonsanierungen und die Beseitigung von Schadstoffen.
Für das Sanierungsvorhaben erhält die Stadt Burghausen eine KfW-Förderung in Höhe von 2,52 Millionen Euro netto. Leider konnten die FAG-Förderung für Schulsportstätten und die Schwimmbadförderung (SPSF) durch die Regierung von Oberbayern nicht bewilligt werden, da die Stadt Burghausen im Jahr 2023 (Berechnungsjahr) eine starke Finanzlage hatte.
Zeitplan und Bauablauf
Der geplante Zeitrahmen für die Sanierung sieht einen Baubeginn Anfang Februar 2026 vor. Der Probebetrieb ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen, und die Nutzungsaufnahme ist für die Weihnachtsferien 2027/2028 geplant. Die Gesamtbauzeit wird somit etwa 18 Monate betragen.
Die Sanierungsarbeiten erfolgen in mehreren Phasen, wobei es möglich ist, dass während des Bauprozesses bestimmte Bereiche des Hallenbads weiterhin genutzt werden können. So bleibt beispielsweise die Saunaanlage während der gesamten Bauzeit geöffnet, und das Freibad ist in den Sommermonaten weiterhin nutzbar. Der Besucherzugang erfolgt während der Bauzeit über einen Weg entlang des Wacker-Stadions, westlich der Baustellengrenze.
Die Planung und der Bauablauf sind so konzipiert, dass die bauliche Substanz des Hallenbads nach der Sanierung langfristig den Anforderungen der Öffentlichkeit entsprechen wird. Zudem wird das Hallenbad energetisch optimiert, was nicht nur zu finanziellen Einsparungen führt, sondern auch zu einer nachhaltigen Nutzung beiträgt.
Technische Modernisierung und Energieeffizienz
Die Generalsanierung des Hallenbads Burghausen ist nicht nur eine bauliche Herausforderung, sondern auch eine technische. Die Erneuerung der Haustechnikkomponenten – wie Lüftung, Wasseraufbereitung und Heizsysteme – ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Ziel ist es, das Hallenbad auf modernste Technologie zu bringen und gleichzeitig die Energiekosten zu senken.
Die Sanierung beinhaltet beispielsweise die Installation effizienterer Lüftungsanlagen, die den Feuchtigkeitsgehalt im Schwimmbadraum optimal regulieren. Zudem wird das Wasseraufbereitungssystem modernisiert, um die Wasserqualität zu verbessern und den Verbrauch an chemischen Substanzen zu reduzieren.
Auch die Heizsysteme werden überarbeitet, um den Energieverbrauch zu optimieren. Ein zentraler Aspekt der Sanierung ist die energetische Modernisierung des Gebäudes, die nicht nur zu finanziellen Einsparungen führt, sondern auch zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes beiträgt. Die Kombination aus Abbruch, Neubau, Betonsanierung und technischer Modernisierung macht das Projekt zu einem äußerst komplexen Bauprozess, der höchste Präzision in Planung und Ausführung erfordert.
Bedeutung des Hallenbads für die Region
Das Hallenbad Burghausen ist nicht nur ein zentrales Sport- und Freizeitangebot für die Bevölkerung, sondern auch eine überregionale Trainings- und Wettkampfstätte. Es spielt eine wichtige Rolle für Schwimmvereine, Schulen, Senioren, Familien und Einzelpersonen, die in der Region aktiv sind. Der Erste Bürgermeister Florian Schneider betonte in der Stadtratssitzung, dass das Hallenbad ein Ort der Begegnung, des Sports und der Gesundheit ist und somit eine große Bedeutung für die Stadt und die Region hat.
Die Sanierung des Hallenbads ist somit nicht nur eine Investition in die bauliche Substanz, sondern auch in die Zukunft der Stadt und der Region. Sie sichert die langfristige Nutzbarkeit des Bades und trägt damit zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. Zudem bietet das Projekt Chancen für lokale Handwerksbetriebe und Unternehmen, die an der Sanierung beteiligt sind.
Herausforderungen und Risiken
Trotz der klaren Planung und der finanziellen Vorgaben gibt es mehrere Herausforderungen und Risiken, die im Zuge der Sanierung berücksichtigt werden müssen. Eine zentrale Herausforderung ist die technische Komplexität des Projekts. Die Kombination aus Abbruch, Neubau, Betonsanierung und technischer Modernisierung erfordert eine präzise Planung und eine sorgfältige Ausführung. Zudem ist es wichtig, dass die Arbeiten so geplant werden, dass sie möglichst wenig Auswirkungen auf die Nutzung des Hallenbads haben.
Ein weiteres Risiko ist die Finanzierung des Projekts. Obwohl eine KfW-Förderung bewilligt wurde, fehlen weitere Fördermittel, die die Finanzierung der Sanierung erleichtert hätten. Zudem hat sich die Finanzlage der Stadt Burghausen in den letzten Jahren verschlechtert, was die Finanzierung des Projekts zusätzlich erschwert. Die Stadt rechnet beispielsweise für das Jahr 2025 mit Gewerbesteuereinnahmen von 25 Millionen Euro, was deutlich unter den Einnahmen der Vorjahre liegt.
Ausblick und Fazit
Die Sanierung des Hallenbads Burghausen ist ein zentrales Projekt, das nicht nur für die Stadt, sondern auch für die gesamte Region von großer Bedeutung ist. Sie sichert die langfristige Nutzbarkeit des Bades und trägt zur nachhaltigen Entwicklung bei. Zudem bietet das Projekt Chancen für lokale Handwerksbetriebe und Unternehmen, die an der Sanierung beteiligt sind.
Die Planung und der Bauablauf sind so konzipiert, dass die bauliche Substanz des Hallenbads nach der Sanierung den Anforderungen der Öffentlichkeit entsprechen wird. Zudem wird das Hallenbad energetisch optimiert, was nicht nur zu finanziellen Einsparungen führt, sondern auch zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes beiträgt.
Die Sanierung ist ein komplexes Projekt, das aufgrund der baulichen und technischen Herausforderungen eine sorgfältige Planung und Ausführung erfordert. Dennoch ist sie eine notwendige Investition in die Zukunft der Stadt und der Region. Mit der Fertigstellung der Sanierung wird das Hallenbad Burghausen in der Lage sein, seine Funktion als zentrales Sport- und Freizeitangebot für die Bevölkerung langfristig zu erfüllen.
Quellen
- Sanierung Hallenbad Burghausen - Baustart 01 / 2026
- Sanierung Hallenbad Burghausen - Sanitärarbeiten
- Sanierung Hallenbad Burghausen - Sanitärarbeiten in Burghausen
- Sanierung Hallenbad Burghausen – Kostenberechnung gesenkt
- Gutachten zeigt: Burghauser Hallenbad muss saniert werden – oder ganz schließen
- Hallenbad wird für 19 Millionen Euro saniert