Sanierung der Miesbacher Straße in Holzkirchen: Umfangreiche Maßnahmen für bessere Verkehrssicherheit und Infrastruktur

Einführung

Die Miesbacher Straße in Holzkirchen ist ein zentraler Verkehrsader der Gemeinde und steht seit längerer Zeit unter Sanierungsbedarf. Aufgrund der hohen Verkehrslast und der altersbedingten Verschlechterung der Infrastruktur wird sie in den kommenden Jahren grundlegend saniert. Die Baumaßnahmen umfassen nicht nur die Erneuerung der Straßendecke, sondern auch die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, die Schaffung von barrierefreien Zugängen und die Verbesserung der Entwässerung. Zudem wird der Kreuzungsbereich an der Kriege-Kreuzung umgestaltet, und es wird eine neue Ampelanlage installiert.

Die Planung und Realisierung der Sanierung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Marktgemeinde Holzkirchen und dem Staatlichen Bauamt Rosenheim. Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine frühere und umfassendere Realisierung der Maßnahme, als es allein durch das Staatliche Bauamt möglich wäre. Die Sanierung wird im Zeitraum von März 2026 bis November 2026 durchgeführt und erfolgt in Vollsperrung. Der Ausbau betrifft eine Strecke von ca. 580 Metern zwischen der Kriege-Kreuzung und der Aral-Tankstelle.

Neben der Straßensanierung sind auch die Sanierung der Gehwege, die Modernisierung der Signaltechnik, die Schaffung von sicheren Überquerungsstellen für Fußgänger und Radfahrer sowie die Verbesserung der Entwässerung Teil des Projekts. Zudem wird ein Sickerbecken angelegt, um die Kläranlage zu entlasten.

Ausgangslage und Sanierungsbedarf

Die Miesbacher Straße ist in den letzten Jahren stark beansprucht worden. Die aktuelle Verkehrslast beträgt 10.265 Kraftfahrzeuge und 403 Schwerverkehrsfahrzeuge innerhalb von 24 Stunden. Diese hohe Beanspruchung hat zu zahlreichen Schäden an der Straßendecke, den Gehwegen und der Verkehrsinfrastruktur geführt. Zudem ist die Straße im Bereich zwischen Kriege-Kreuzung und Bahnübergang sehr schmal, wodurch der sichere Fuß- und Radverkehr eingeschränkt ist.

Der Sanierungsbedarf ist daher nicht nur rein technischer Natur, sondern auch hinsichtlich der Verkehrssicherheit und der barrierefreien Zugänglichkeit. Die aktuelle Situation macht deutlich, dass eine umfassende Sanierung notwendig ist, um die Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen.

Planungsziele und Maßnahmen

Die Planung der Sanierung der Miesbacher Straße folgt klaren Zielsetzungen. Diese umfassen:

  • Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Trennung der Verkehrsarten
  • Schaffung sicherer Überquerungsstellen für Fußgänger und Radfahrer
  • Modernisierung der Signaltechnik der Ampel
  • Herstellung der Barrierefreiheit
  • Verbesserung der Entwässerung durch Trennung von Schmutz- und Regenwasser sowie Entlastung der Kläranlage
  • Sanierung und Erneuerung einzelner Sparten, darunter Wasserleitungen, Stromleitungen und Glasfasernetz

Die Sanierung erfolgt in Vollsperrung, was bedeutet, dass die Straße während des gesamten Bauprozesses nicht für den regulären Verkehr zugänglich sein wird. Der Bauprozess wird voraussichtlich zwischen März 2026 und November 2026 andauern. Diese langfristige Sperre ist notwendig, da die Sanierung sowohl unterirdische als auch oberirdische Maßnahmen umfasst.

Unterirdische Sanierungsmaßnahmen

Die unterirdischen Arbeiten beinhalten die Erneuerung der Wasserleitungen, der Wasseranschlüsse und der Wasserhausanschlüsse. Zudem wird der Mischwasserkanal teilweise umgelegt, und die Schmutzwasser-Hausanschlüsse werden erneuert. Die Gemeindewerke sind an diesem Teil des Projekts beteiligt und haben intensiv an der Planung mitgearbeitet.

Zusätzlich werden Telekom, Vodafone und Avacomm in die Bauarbeiten eingebunden, um neue Leitungen zu verlegen oder bestehende Leitungen zu überprüfen und ggf. auszutauschen. Die Erneuerung der Strom- und Kommunikationsleitungen ist ein weiteres zentrales Element der Sanierung, da sie sicherstellen, dass die Infrastruktur für zukünftige Anforderungen gerüstet ist.

Oberirdische Sanierungsmaßnahmen

Die oberirdischen Arbeiten umfassen die Sanierung und Neustrukturierung der Straße selbst. Dazu gehören die Erneuerung der Straßendecke, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die Schaffung von barrierefreien Zugängen und die Anlage eines Sickerbeckens, um die Kläranlage zu entlasten.

Ein zentraler Punkt der Sanierung ist die Umgestaltung der Kriege-Kreuzung. Die Kreuzung wird barrierefrei ausgestaltet, und es wird eine neue Ampel installiert. Zudem wird der Radweg von Oberlaindern kommend als kombinierter Geh- und Radweg bis zur Einmündung Lüftiger Hof fortgeführt. Auf der gegenüberliegenden Seite entfällt teilweise der Fußweg, wodurch der sichere Überquerungsbereich für Fußgänger und Radfahrer geschaffen wird.

Sicherheit und Barrierefreiheit

Ein weiteres zentrales Ziel der Sanierung ist die Schaffung von sicheren und barrierefreien Zugängen. Die Kriege-Kreuzung wird so umgestaltet, dass sie für alle Verkehrsteilnehmer sicher und barrierefrei ist. Zudem wird der gesamte Bereich der Miesbacher Straße in eine moderne, sichere Infrastruktur verwandelt, die sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer und Kraftfahrzeuge geeignet ist.

Die Schaffung von sicheren Überquerungsstellen ist ein weiteres zentrales Element der Sanierung. In der Planung sind Querungshilfen vorgesehen, die sicherstellen, dass Fußgänger und Radfahrer die Straße sicher überqueren können. Ein Zebrastreifen ist nicht vorgesehen, da mehrere Untersuchungen gezeigt haben, dass ein Zebrastreifen keine wirkliche Sicherheit beim Queren der Straße bietet. Stattdessen werden sichere Querungshilfen eingerichtet, die für alle Verkehrsteilnehmer gut sichtbar und sicher sind.

Kommunikations- und Glasfasernetz

Die Sanierung der Miesbacher Straße beinhaltet auch die Modernisierung des Kommunikations- und Glasfasernetzes. Telekom, Vodafone und Avacomm werden in die Bauarbeiten eingebunden, um neue Leitungen zu verlegen oder bestehende Leitungen zu überprüfen und ggf. auszutauschen. Dies ist ein weiteres zentrales Element der Sanierung, da es sicherstellt, dass die Infrastruktur für zukünftige Anforderungen gerüstet ist.

Umleitungen und Verkehrsmanagement

Aufgrund der Vollsperrung der Miesbacher Straße während des Bauprozesses ist ein detailliertes Umleitungs- und Verkehrsmanagement erforderlich. Der überregionale Verkehr wird großräumig umgeleitet, wobei der innerörtliche Verkehr über die B318/B13 und die Nordumfahrung umgeleitet wird. Eine Extra-Umleitung für den Schwerlastverkehr ist nicht vorgesehen, da dies aufgrund der Verkehrslast und der Straßeninfrastruktur nicht realisierbar ist.

Die Umleitungen können nicht permanent überwacht werden, da dies aufgrund der hohen Kosten und der logistischen Herausforderungen nicht möglich ist. Sie werden jedoch zwischendurch auf dem Prüfstand und können im Verlauf der Maßnahme nachjustiert werden. Die Marktgemeinde ist sich bewusst, dass Einheimische auch kleinere Straßen, Abkürzungen und Schleichwege nutzen werden, weshalb das Verkehrsmanagement flexibel gestaltet ist.

Betroffene Anwohner und Gewerbetreibende

Die Sanierung der Miesbacher Straße betrifft nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Anwohner und Gewerbetreibenden im direkten Umfeld. Die Marktgemeinde hat bereits im November 2025 eine Informationsveranstaltung für die direkt betroffenen Gewerbetreibenden, Busunternehmen, VIVO und Blaulichtorganisationen durchgeführt. Ziel war es, die Betroffenen über die geplanten Maßnahmen, die Umleitungen und die Auswirkungen auf den alltäglichen Betrieb zu informieren.

Die Marktgemeinde steht mit den Betroffenen in engem Austausch und versucht, gemeinsam mit ihnen eine gute Lösung für den Zeitraum der Maßnahme zu finden. Zudem wird auf eine gute Kooperation und Koordination mit allen Beteiligten geachtet. Dazu dienen die wöchentlich stattfindenden Jour-fix Termine, bei denen der aktuelle Stand des Projekts besprochen und eventuelle Probleme gelöst werden.

Baulicher Zustand und Sanierung des WC-Häuschens

Neben der Sanierung der Miesbacher Straße ist auch die Sanierung des WC-Häuschens am Holzkirchner Marktplatz geplant. Das WC-Häuschen, das seit den 1990er Jahren besteht, ist ein wichtiger Service für die Bevölkerung, insbesondere an Festtagen und beim wöchentlich zweimal stattfindenden Grünen Markt. Leider lässt der bauliche Zustand des Gebäudes mittlerweile zu wünschen übrig.

Die Sanierung des WC-Häuschens war ursprünglich für das laufende Jahr geplant, musste aber aufgrund von unerwarteten Umständen ins nächste Jahr verschoben werden. Ein Wasserschaden in der Gemeinde-Kita Kleine Strolche hat dazu geführt, dass die Prioritäten im Bereich der Sanierungsmaßnahmen angepasst wurden. Die Sanierung des WC-Häuschens wird Ende Juli 2026 starten und spätestens zum Simon-Judi-Markt Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein.

Die Sanierung umfasst eine umfassende Entkernung und Renovierung des Gebäudes. Dabei werden die gesamte Elektrik, alle Türen, Rohre und der Estrich erneuert. Zudem wird ein Technikraum eingerichtet, wodurch eine der drei bisherigen Unisex-Kabinen aufgegeben wird. Der Pissoir-Bereich bleibt erhalten. Die Gesamtkosten der Sanierung (inklusive Rückbau) werden auf rund 200.000 Euro geschätzt.

Ein weiteres zentrales Element der Sanierung ist die Frage, ob die Toiletten münzbetrieben werden sollen. Aufgrund von Erfahrungen mit beschädigten Münzern am Bahnhof wird eine münzbetriebene Nutzung nicht vorgesehen. Sollte dies aber doch gewünscht sein, lassen sich die neuen Kabinentüren ohne großen Aufwand mit Münzsperren nachrüsten.

Kosten und Finanzierung

Die Sanierung der Miesbacher Straße ist ein umfangreiches Projekt, das mit erheblichen Kosten verbunden ist. Die Gesamtkosten der Sanierung sind aufgrund der Vielzahl der Maßnahmen nicht eindeutig angegeben, da sie von der konkreten Ausführung und den Materialkosten abhängen. Die Marktgemeinde hat jedoch betont, dass sie im engen Austausch mit den zuständigen Behörden und Partnern steht, um die Kosten so gering wie möglich zu halten.

Im Fall der Sanierung des WC-Häuschens am Marktplatz sind die Gesamtkosten (inklusive Rückbau) auf rund 200.000 Euro geschätzt. Diese Kosten sind durch die Marktgemeinde und externe Partner getragen, wobei keine weiteren Finanzierungsquellen genannt werden. Die Kosten für die Sanierung der Miesbacher Straße sind nicht explizit angegeben, da sie von der konkreten Ausführung und den Materialkosten abhängen.

Zeitplan und Durchführung

Die Sanierung der Miesbacher Straße ist in den Zeitraum von März 2026 bis November 2026 geplant. Die Arbeiten werden regulär von Montags bis Freitags durchgeführt, wodurch die Auswirkungen auf den alltäglichen Verkehr minimiert werden. Die langfristige Sperre der Straße ist notwendig, da die Sanierung sowohl unterirdische als auch oberirdische Maßnahmen umfasst. Zudem wird die Straße bis zu 7 Meter tief aufgegraben, was zusätzliche Zeit und Ressourcen erfordert.

Die Bauzeit ist voraussichtlich auf zehn bis zwölf Wochen geschätzt. Dieser Zeitrahmen ist groß bemessen, da eine umfassende Entkernung und Sanierung anstehen. Die gesamte Elektrik, alle Türen, Rohre und der Estrich werden erneuert, wodurch die Bauzeit verlängert wird. Zudem braucht man mehr Platz für die Technik und die Dämmung, was zusätzliche Zeit erfordert.

Kommunikation und Transparenz

Die Marktgemeinde legt großen Wert auf Transparenz und Kommunikation im Zuge der Sanierung. So werden die betroffenen Eigentümer und Gewerbetreibenden über den genauen Ablauf der Maßnahmen informiert. Zudem gibt es wöchentlich stattfindende Jour-fix Termine, bei denen der aktuelle Stand des Projekts besprochen und eventuelle Probleme gelöst werden.

Für Anwohner, die während der Bauphase kurzfristige Fragen oder Probleme haben, ist eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die sie sich wenden können. Diese E-Mail-Adresse ist ein zentraler Ansprechpartner für alle Fragen, die sich im Zuge der Sanierung ergeben.

Zukunftssicherheit

Die Planung der Sanierung der Miesbacher Straße ist zukunftssicher, da sie auf die kommenden Jahrzehnte ausgerichtet ist. Mit der Sanierung wird die Straße für zukünftige Verkehrssituationen und Anforderungen gerüstet. Zudem wird der Ausbau des Fernwärmenetzes nicht vorgesehen, da die Gemeindewerke in der Vergangenheit eine Umfrage durchgeführt haben, bei der ein zu geringes Interesse am weiteren Ausbau festgestellt wurde.

Die Marktgemeinde hat jedoch angekündigt, eine Stellungnahme der Gemeindewerke einzuholen, falls Fragen zum weiteren Ausbau der Fernwärme bestehen. Diese Transparenz zeigt, dass die Marktgemeinde auf alle Aspekte der Sanierung achten will und keine Wünsche der Bevölkerung aus den Augen verliert.

Fazit

Die Sanierung der Miesbacher Straße in Holzkirchen ist ein umfangreiches Projekt, das nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert. Die Maßnahmen umfassen unterirdische und oberirdische Sanierungsarbeiten, die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, die Schaffung von barrierefreien Zugängen und die Verbesserung der Entwässerung. Zudem wird das WC-Häuschen am Marktplatz saniert, was einen weiteren zentralen Service für die Bevölkerung sicherstellt.

Die Zusammenarbeit zwischen der Marktgemeinde und dem Staatlichen Bauamt Rosenheim ermöglicht eine frühere und umfassendere Realisierung der Maßnahme. Zudem wird auf Transparenz, Kommunikation und Kooperation mit den Betroffenen geachtet, wodurch das Projekt für alle Seiten tragbar wird.

Die Sanierung der Miesbacher Straße ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Gemeinde Holzkirchen. Sie zeigt, dass es möglich ist, Infrastrukturmaßnahmen durchzuführen, die nicht nur die technischen Anforderungen erfüllen, sondern auch die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigen. Die Sanierung wird dazu beitragen, dass die Miesbacher Straße für die kommenden Jahrzehnte eine zentrale Verkehrsader bleibt, die für alle Verkehrsteilnehmer sicher und barrierefrei ist.

Quellen

  1. Neue Wege: Sanierung der Miesbacher Straße in Holzkirchen
  2. Wiederaufbau und Sanierungen in Holzkirchen
  3. Sanierung wird verschoben: Stilles Örtchen muss noch warten
  4. Sanierung der Miesbacher Straße

Ähnliche Beiträge