Einführung
Die Sanierung der Kreisstraße 39 (K39) im Alten Land hat sich über mehrere Jahre hingezogen und ist zu einem Dauerthema für Pendler, Anwohner und Landwirte geworden. Ursprünglich war die Fertigstellung bereits im Dezember 2023 geplant, doch seitdem folgten wiederholt Verschiebungen, die das Projekt immer weiter verzögerten. Der Landkreis Stade hat mehrfach angekündigt, dass die Sanierung bald abgeschlossen sein werde, doch bis heute bleiben viele Fragen ungeklärt.
Die K39 ist eine zentrale Verbindung zwischen dem Alten Land, Hamburg und dem Airbus-Werk Finkenwerder. Sie spielt eine wichtige Rolle für den Pendelverkehr, aber auch für landwirtschaftliche Transporte. Die Sanierungsarbeiten zielen darauf ab, die Verkehrssicherheit zu verbessern, die Fahrbahn zu erneuern und gleichzeitig ökologische Aspekte wie Bäume und Tierschutz zu berücksichtigen. Dennoch führen die Bauarbeiten zu erheblichen Einschränkungen – nicht nur für den Individualverkehr, sondern auch für die Buslinien und den landwirtschaftlichen Betrieb.
Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte der Sanierung der K39 detailliert dargestellt: die geplanten und tatsächlichen Fertigstellungstermine, die Gründe für die Verzögerungen, die Auswirkungen auf den Verkehr und die Umwelt, sowie die Kommunikation des Landkreises mit Betroffenen.
Fertigstellungstermine und Verzögerungen
Ursprüngliche Planung und erste Verzögerungen
Die Sanierung der K39 begann im August 2022. Der erste Bauabschnitt war ursprünglich für Ende 2023 abgeschlossen. Doch bereits im Jahr 2023 folgten mehrere Fertigstellungstermine, die nicht eingehalten wurden. So standen zunächst Ende Juni und später Ende September im Raum, bevor sich das Landkreis Stade im September 2023 schließlich auf einen Fertigstellungstermin bis Ende November verständigte.
Die Verzögerungen wurden von mehreren Faktoren beeinflusst. Witterungsbedingungen spielten eine Rolle – insbesondere bei Asphaltierungsarbeiten, die mehrfach wegen schlechten Wetters verschoben wurden. Zudem wurden Probleme mit dem Straßenuntergrund im zweiten Bauabschnitt berichtet, die zu weiteren Verzögerungen führten.
Aktuelle Planung und Abschluss des dritten Bauabschnitts
Der dritte und letzte Bauabschnitt begann Mitte August 2024 und ist für den 6. Oktober geplant. In diesem Abschnitt sollen die nördliche Fahrbahn sowie dazugehörige Bauwerke erneuert werden. Der Anliegerverkehr wird während des Bauprozesses einspurig ermöglicht, wobei der landwirtschaftliche Verkehr nach den verschiedenen Bauphasen auf der nördlichen oder südlichen Fahrbahn geführt wird.
Die Bauarbeiten im dritten Abschnitt werden von der Firma Bunte durchgeführt, die nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhielt. Nach den Planungen des Landkreises Stade sollen die Arbeiten im dritten Bauabschnitt bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein. Allerdings ist der aktuelle Zeitplan bereits veraltet, da der Bauabschnitt erst 2024 begonnen hat.
Die Fertigstellung der gesamten K39 ist derzeit für Ende November 2024 anvisiert. Dieser Termin berücksichtigt auch die Erntezeit im Alten Land, da die Vollsperrung der Straße bis zur Obsternte andauert. Der Landkreis hat sich mit den Obstbauern abgestimmt und lädt betroffene Landwirte zu Gesprächen ein, um die Transportbedingungen während der Bauphase zu koordinieren.
Gründe für die Verzögerungen
Witterungsbedingungen
Ein wiederkehrender Grund für die Verzögerungen sind schlechte Wetterbedingungen. Insbesondere die Asphaltierungsarbeiten auf der Nordseite der K39 mussten mehrfach verschoben werden, da die nötigen Temperaturen und Wetterbedingungen nicht gegeben waren. Dies führte dazu, dass die Fertigstellungstermine immer wieder nach hinten rückten.
Probleme mit dem Straßenuntergrund
Ein weiterer Faktor, der die Sanierungsarbeiten verzögerte, sind Probleme mit dem Untergrund. Beim zweiten Bauabschnitt wurde berichtet, dass die Verbreiterung der nördlichen Fahrbahn auf einem Untergrund stattfand, der dafür nicht geeignet war. Dies führte zu zusätzlichen Arbeiten, um die Stabilität der Straße zu gewährleisten.
Verzögerungen durch die Kommunikation
Ein weiterer Punkt, der von Betroffenen kritisiert wird, ist die Kommunikation des Landkreises Stade. In mehreren Fällen wurden die Fertigstellungstermine falsch oder unvollständig kommuniziert. So stand bis Mitte Mai 2024 noch der 30. November 2024 als Fertigstellungstermin im offiziellen Baustellen-Portal des Landkreises, doch dieser Termin war bereits im Februar überholt.
Zudem gab es Berichte, dass der Landkreis Stade in einigen Fällen nicht transparent genug über die Gründe für die Verzögerungen informierte. Dies führte zu Frustration unter Betroffenen, die immer wieder neue Termine und Verschiebungen erleben mussten.
Auswirkungen auf den Verkehr
Pendler und Individualverkehr
Die K39 ist eine wichtige Verbindung für Pendler, die zwischen dem Alten Land und Hamburg pendeln. Aufgrund der Baumaßnahmen wurde die Straße für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt, weshalb eine Umleitung eingerichtet wurde. Die Umleitung führte jedoch zu einer Last auf den umliegenden Straßen und zu erheblichen Verzögerungen, insbesondere in Tempo-30-Zonen. Die Umleitungsstrecke war für den Verkehr nicht optimal ausgelegt, was zu weiteren Problemen führte.
Öffentlicher Nahverkehr
Die Sanierungsarbeiten beeinflussten auch den öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Buslinien mussten ihre Routen anpassen, was zu Verzögerungen und im September 2023 sogar zu Verspätungen bei der Schülerbeförderung führte. Die Linie 2044 hatte Schwierigkeiten, pünktlich zu fahren, was für Schüler, die auf den Bus angewiesen waren, zu erheblichen Einschränkungen führte.
Landwirtschaftlicher Verkehr
Der landwirtschaftliche Verkehr ist im Alten Land besonders relevant, da der Anbau von Obstarten eine zentrale Wirtschaftsbranche darstellt. Aufgrund der Baumaßnahmen mussten 56 Bäume entlang der K39 gefällt werden – 51 an der nördlichen und fünf an der südlichen Fahrbahnseite. Ersatzpflanzungen sind in Planung, um den ökologischen Ausgleich zu schaffen.
Zudem wurde ein Ottertunnel gebaut, um das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Der landwirtschaftliche Verkehr wird während der Sanierungsarbeiten auf der nördlichen oder südlichen Fahrbahn geführt, wobei während der Asphaltierungsarbeiten eine Durchfahrt nicht möglich ist. Der Landkreis hat sich mit den betroffenen Landwirten abgestimmt, um die Auswirkungen auf den Transport zu minimieren.
Ökologische Aspekte der Sanierung
Bäume und Ersatzpflanzungen
Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden 56 Bäume gefällt – 51 an der nördlichen und fünf an der südlichen Fahrbahnseite. Diese Bäume wurden entlang der nördlichen und südlichen Bankette und Gräben ersetzt. Die Ersatzpflanzungen sind Teil der Maßnahmen zur Kompensation des Umweltverlustes, der durch die Bauarbeiten entstanden ist.
Die Bäume, die gefällt wurden, waren in der Regel auf engen Räumen entlang der Straße angepflanzt, was den Baumaßnahmen im Wege stand. Die Ersatzpflanzungen erfolgen an anderen Stellen, um die ökologische Funktion der Bäume weiterhin zu gewährleisten.
Ottertunnel
Ein weiterer ökologischer Aspekt der Sanierung ist der Bau eines Ottertunnels. Otter sind in der Region heimisch und brauchen Durchgangsmöglichkeiten, um von einem Gebiet zum anderen zu gelangen. Der Tunnel wurde eingerichtet, um den Ottern eine sichere Passage unter der Straße zu ermöglichen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie moderne Bauarbeiten auf ökologische Aspekte Rücksicht nehmen können.
Kommunikation und Transparenz
Kritik an der Informationspolitik
Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist die Informationspolitik des Landkreises Stade. In mehreren Fällen wurden die Fertigstellungstermine falsch kommuniziert oder nicht vollständig. So stand bis Mitte Mai 2024 noch der 30. November 2024 als Fertigstellungstermin im Baustellen-Portal des Landkreises, obwohl dieser Termin bereits im Februar 2024 überholt war.
Außerdem gab es Berichte, dass der Landkreis Stade in einigen Fällen nicht transparent genug über die Gründe für die Verzögerungen informierte. Dies führte zu Frustration unter Betroffenen, die immer wieder neue Termine und Verschiebungen erleben mussten.
Anpassungen und Reaktionen
Nach einer Kritik in einem Online-Artikel des WOCHENBLATT reagierte das zuständige Amt für Kreisstraßen innerhalb weniger Tage. Die Angaben zur K39-Baustelle wurden aktualisiert, und der Fertigstellungstermin wurde auf den 30. November 2024 festgelegt. Dies zeigt, dass der Landkreis Stade auf Kritik reagieren kann und bereit ist, seine Kommunikationsstrategie zu überdenken.
Fazit
Die Sanierung der Kreisstraße 39 ist ein langfristiges Projekt, das aufgrund von Witterungsbedingungen, Problemen mit dem Straßenuntergrund und mangelnder Transparenz in der Kommunikation mehrfach verlängert wurde. Die K39 spielt eine zentrale Rolle für den Pendelverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und den landwirtschaftlichen Betrieb im Alten Land. Der Landkreis Stade hat sich mit den betroffenen Parteien abgestimmt, um die Auswirkungen der Baumaßnahmen zu minimieren und die Sicherheit im Verkehr zu gewährleisten.
Obwohl die Sanierungsarbeiten in mehreren Abschnitten durchgeführt werden, bleibt die K39 weiterhin ein Thema der Diskussion. Die Fertigstellungstermine wurden mehrfach verschoben, und es bleibt abzuwarten, ob der aktuelle Zeitplan eingehalten werden kann. Die Erfahrungen aus der Sanierung der K39 zeigen, dass langfristige Planung, transparente Kommunikation und ökologische Aspekte bei Baumaßnahmen eine zentrale Rolle spielen.