Sanierung der Möllner Landstraße: Herausforderungen, Planung und Auswirkungen auf Oststeinbek

Einleitung

Die Sanierung der Möllner Landstraße in Oststeinbek ist ein zentraler Faktor in der langfristigen Verkehrsplanung der Gemeinde. Die Straße ist nicht nur eine lokale Verbindung, sondern auch Teil eines überregionalen Straßennetzes, das für den Anliegerverkehr, den Rad- und Fußverkehr sowie den landwirtschaftlichen und touristischen Verkehr von großer Bedeutung ist. In den letzten Jahren häuften sich Berichte über mangelnden baulichen Zustand und Planungsherausforderungen, die sich auf den Kommunikationsaustausch zwischen den zuständigen Behörden, der Bevölkerung und lokalen Interessenvertretungen auswirken.

Die aktuelle Lage der Sanierung wird von mehreren Faktoren beeinflusst: die Komplexität des Projekts, der Mangel an erfahrendem Personal, die fehlende Einbindung in die Landesstraßenerhaltungsstrategie bis 2027, sowie punktuelle Sanierungsarbeiten, die im Oktober und November 2025 durchgeführt werden. Zudem setzt sich die örtliche Wählergruppe (OWG Oststeinbek) seit über 35 Jahren für eine Umgehungsstraße ein, ohne bislang eine Mehrheit im Gemeinderat zu gewinnen.

In diesem Artikel wird ein detaillierter Überblick über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten gegeben, die Planungsherausforderungen beschrieben, die Auswirkungen auf den Verkehr und die Bevölkerung analysiert, und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.

Der aktuelle Planungsstand der Sanierung

Verzögerung der Sanierung durch Personalengpässe

Die Sanierung der Möllner Landstraße (L94) ist ein Vorhaben, das aufgrund seiner Komplexität und des hohen planerischen Vorlaufs nicht kurzfristig umgesetzt werden kann. Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV S.-H.) hat bereits mehrfach bestätigt, dass die Sanierung der Ortsdurchfahrt Oststeinbek aufgrund von Personalengpässen und der komplexen Planungssituation zurückgestellt wird. Erfahrendes Personal ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar, um die Planungs- und Bauarbeiten ordnungsgemäß durchzuführen.

Keine Einbindung in die Landesstraßenerhaltungsstrategie bis 2027

Ein weiteres entscheidendes Problem ist die Tatsache, dass die Sanierung der Möllner Landstraße nicht in die Landesstraßenerhaltungsstrategie bis 2027 eingebunden ist. Das bedeutet, dass das Vorhaben keine Priorität im Rahmen der staatlichen Planung und Finanzierung hat. Die geplante Sanierung wird somit nicht vor 2027 stattfinden, sondern möglicherweise erst danach. Der aktuelle Planungsstand lässt daher Raum für Unsicherheiten, da die Fortführung der Sanierung „bis auf weiteres“ verschoben ist.

Kontakte zum zuständigen Landesbetrieb

Bürger, die nähere Informationen zu der Sanierung wünschen, können sich direkt an den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein wenden. Die zuständige Abteilung ist telefonisch unter der Nummer 0431 383 0 erreichbar. Diese direkte Kontaktmöglichkeit ist eine wertvolle Ressource für Interessierte, die sich über den aktuellen Stand der Planung informieren möchten.

Punktuelle Sanierungsmaßnahmen 2025

Schadstellensanierung zwischen Oststeinbek und Havighorst

Im Oktober 2025 ist eine punktuelle Schadstellensanierung der Fahrbahn entlang der Kreisstraße 100 (K 100) zwischen Oststeinbek und Havighorst geplant. Der Sanierungsabschnitt erstreckt sich von der Kreuzung mit der Landesstraße 94 (Möllner Landstraße) in Oststeinbek bis ungefähr zur Einmündung Ziegeleiweg in Havighorst.

Die Arbeiten sollen vom 13. bis 17. Oktober 2025 durchgeführt werden. Wegen der Verkehrssicherheit und des Arbeitsschutzes ist eine Vollsperrung des Baustellenbereichs erforderlich. Um die Verkehrsaufkommen abzufangen, ist eine Umleitung für den überörtlichen Verkehr vorgesehen: über die L 94 / Möllner Landstraße, K 26 / Ave. San Sebastian, K 80 / Glinder Weg auf die Hamburger Straße / Reinbeker Redder, Bergedorfer Straße, K 23 Heidhorst / Boberger Straße und umgekehrt.

Für den Anliegerverkehr gibt es Einschränkungen, was sich insbesondere auf den Auto- und landwirtschaftlichen Verkehr auswirkt. Die bauausführende Firma informiert die betroffenen Anlieger durch Hauswurfsendungen.

Kosten der Schadstellensanierung

Die Kosten für diese Sanierungsserie betragen etwa 130.000 Euro, wobei der Kreis Stormarn als zuständige Institution die Kosten trägt. Der Kreis bittet die Bevölkerung, sich auf die Arbeiten einzustellen, den ausgeschilderten Umleitungen zu folgen und rücksichtsvolles Verhalten gegenüber den Menschen auf der Baustelle zu zeigen.

Verkehrsführung und Sicherheit

Die Vollsperrung ist notwendig, um die Arbeiten sicher durchzuführen. Fußgänger, Radfahrer sowie Polizei- und Rettungsdienste können die Strecke jedoch passieren. Für den öffentlichen Personennahverkehr werden Änderungen direkt durch die Buslinienbetreiber bekanntgegeben.

Weitere Sanierungsarbeiten im Gemeindegebiet

Sanierung im August 2024

Im August 2024 wurden bereits Sanierungsmaßnahmen auf mehreren Straßen im Gemeindegebiet durchgeführt. Dazu gehörten:

  • Willinghusener Weg
  • Meessen (bis zur Stadtgrenze Hamburg)
  • Gewerbering
  • Ziegeleistraße (zwischen Dorfstraße und Schulstraße)
  • Am Ohlendiek (zwischen Dorfstraße und dem Bahnübergang)

Die Maßnahmen umfassten Rissverguss, Oberflächenbehandlung und Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise (DSK). Die Arbeiten wurden auch am Wochenende fortgeführt, da sie zur Sicherung des baulichen Zustands der Fahrbahnen notwendig waren. Die Arbeiten fanden ohne Vollsperrung statt, was bedeutet, dass der Verkehr beeinträchtigt, aber nicht vollständig unterbrochen wurde.

Nachfolgende Markierungsarbeiten

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sind Markierungsarbeiten im Gemeindegebiet geplant. Die Behörden bemühen sich, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und bitten um Verständnis und rücksichtsvolles Verhalten.

Auswirkungen auf die Bevölkerung

Verkehrsplanung und Bürgerinteressen

Die Verkehrsplanung für Oststeinbek und Havighorst ist ein zentrales Thema für die lokale Politik. Die OWG Oststeinbek hat in mehreren Sitzungen betont, dass die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund stehen müsse. Gleichzeitig wird kritisch hinterfragt, ob der Fokus auf die „Leichtigkeit des Verkehrs“ – insbesondere im Hinblick auf den Auto- und landwirtschaftlichen Verkehr – angemessen ist.

Die aktuelle Verkehrsplanung wird von mehreren politischen Gruppen diskutiert. In einer Sitzung im Jahr 2020 wurde ein Verkehrskonzept verabschiedet, das möglicherweise in Zukunft die Sanierung und Sicherheit der Möllner Landstraße stärker berücksichtigt. Zudem wurde aufgrund der jahrelangen Diskussionen über die Umgehungsstraße ein Fokus auf die langfristige Planung gelegt.

Bürgermeinungen und Rückmeldungen

Die Arbeiten, insbesondere die Vollsperrung im Oktober 2025, werden von der Bevölkerung als unangenehm wahrgenommen. Die Gemeinde Oststeinbek bittet in mehreren Bekanntmachungen um Verständnis und Rücksichtnahme. In der Mitteilung zu den Arbeiten am Gehweg im November 2025 wird besonders hervorgehoben, dass der Fußgängerverkehr umgeleitet wird, wobei der Radverkehr unberührt bleibt. Es wird jedoch aufgefordert, sich an die ausgeschilderten Wege zu halten und die Baustellen nicht zu umfahren.

Die Rolle der OWG Oststeinbek

Die OWG Oststeinbek ist seit über 35 Jahren für die Errichtung einer Umgehungsstraße ein. Diese Initiative hat sich in mehreren Kommunalwahlen als Teil der politischen Diskussion erwiesen. In keiner der Sitzungsperioden gelang es jedoch, eine Mehrheit in der Gemeindevertretung zu gewinnen, die dieses Vorhaben unterstützt. Eine mögliche Chance für die Südumgehung bestand, als das Wohngebiet am „Willhörn“ bebaut wurde, doch bislang blieb diese Initiative erfolglos.

Zudem ist die OWG nicht auf dem Stimmzettel der Kreiswahl vertreten, da sie sich ausschließlich auf Oststeinbek und Havighorst konzentriert. Trotzdem bleibt sie ein aktiver Teilnehmer in der Diskussion um die Verkehrsplanung, die Sanierung der Möllner Landstraße und die Sicherheit der Bevölkerung.

Fazit

Die Sanierung der Möllner Landstraße in Oststeinbek ist ein Projekt mit weitreichenden Auswirkungen. Sie ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein politisches Thema, das aufgrund der langfristigen Planung und fehlender Priorisierung in der Landesstraßenerhaltungsstrategie bis 2027 in Verzögerung geraten ist. Zudem sind die betroffenen Bürgerinnen und Bürger aufgrund von Vollsperrungen und Verkehrswechseln in ihrer täglichen Routine eingeschränkt.

Die durchgeführten punktuellen Sanierungen in 2024 und 2025 zeigen, dass die Kommune bemüht ist, den baulichen Zustand der Straßen so gut wie möglich zu sichern. Dennoch ist die langfristige Planung für eine umfassende Sanierung der Möllner Landstraße weiterhin unklar. Der Druck auf die zuständigen Behörden und politischen Entscheidungsträger wächst, um eine nachhaltige Lösung zu finden, die sowohl den Verkehrssicherheitsaspekten als auch den Interessen der Bevölkerung Rechnung trägt.

Quellen

  1. Sanierung der Möllner Landstraße – Oststeinbek
  2. Schadstellensanierung Oststeinbek - Havighorst
  3. Arbeiten am Gehweg der Möllner Landstraße – Sperrung aufgrund von Arbeiten am Glasfasernetz
  4. OWG Oststeinbek – Tag: Möllner Landstraße
  5. Strassensanierung im Gemeindegebiet

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