Einleitung
Das Stadtbad Lankwitz zählt zu den größten und vielfältigsten Bädern Berlins. Mit einem 25-Meter-Becken, mehreren Plansch- und Nichtschwimmbecken, einer Saunaanlage und einer Vielzahl an Einrichtungen, wie einem Dachgarten und einer Saftbar, ist es ein beliebter Treffpunkt für Familien und Einzelpersonen gleichermaßen. Im Kontext der allgemeinen Sanierungsdebatten um Berliner Bäder spielt das Stadtbad Lankwitz eine besondere Rolle: Einerseits wurden in der jüngsten Vergangenheit kleinere Sanierungsarbeiten durchgeführt – wie die Sanierung der Startblöcke im Sommer 2025 –, andererseits ist es Gegenstand von politischen Diskussionen, da eine grundhafte Sanierung bislang nicht realisiert wurde.
Dieser Artikel untersucht den aktuellen Sanierungsstand des Stadtbad Lankwitz, berichtet über die durchgeführten Maßnahmen, beleuchtet die politischen und finanziellen Hintergründe sowie die Bedeutung des Bades für die lokale Bevölkerung. Alle Angaben basieren ausschließlich auf den bereitgestellten Informationsquellen. Widersprüchliche oder unklare Passagen werden entsprechend kritisch beurteilt.
Sanierung der Startblöcke: Eine notwendige, aber kleine Maßnahme
Im Sommer 2025 fanden im Stadtbad Lankwitz umfassende Sanierungsarbeiten an den Startblöcken statt. Laut der Pressemitteilung der Barg-Beton GmbH handelte es sich um eine notwendige Instandsetzung, da die Startblöcke „in die Jahre gekommen“ waren.
Die Arbeiten umfassten:
- Oberflächeninstandsetzung
- Erneuerung von Bewehrungseisen und Befestigungselementen
- Wiederherstellung der Oberflächen mit dem Abdichtungssystem Triflex ProDetail inklusive Chipseinstreuung
Diese Sanierung wurde als Maßnahme zur Sicherstellung des regulären Badebetriebs und zur Gewährleistung dauerhaften Oberflächenschutzes bezeichnet. Die Arbeiten wurden während der Sommer-Schließzeit durchgeführt, um den regulären Badebetrieb nicht zu stören. Nach eigenen Angaben konnten die Arbeiten durch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten – den Berliner Bäder-Betrieben, der Triflex GmbH Co. KG und dem Nachunternehmer Herrn Krebs – termingerecht und in der gewünschten Qualität abgeschlossen werden.
Politische und finanzielle Hintergründe: Der Ausstieg aus der Sanierung
Im Jahr 2023 war das Stadtbad Lankwitz noch in der Investitionsplanung der Berliner Bäder-Betriebe enthalten. Ein Budget von knapp 29 Millionen Euro war für eine grundhafte Sanierung vorgesehen. Doch diese Pläne wurden in der Folge nicht realisiert. Laut Berichten der Stadtrand-Nachrichten und der Linke in Steglitz-Zehlendorf wurde die Sanierung auf die lange Bank geschoben, um Kosten zu sparen. Ein Bericht betont, dass „Sanierungen und Weiterentwicklungen auf die lange Bank geschoben“ wurden, was auf eine generelle Sparpolitik der zuständigen Behörden hindeutet.
Ein Bezirksverordneter der Linke, Dennis Egginger-Gonzales, kritisierte dies scharf und betonte, dass der Berliner Senat, insbesondere CDU und SPD, den Südwesten Berlins zunehmend „trockenlege“. Er verweist auf den Sanierungsstau im Sommerbad am Insulaner und im Stadtbad Lankwitz, was die Notwendigkeit einer grundhaften Sanierung unterstreicht.
Zwar ist nicht explizit genannt, warum die 29 Millionen Euro nicht bereitgestellt wurden. Allerdings wird im Bericht erwähnt, dass „Kaputtsparen“ als Ursache genannt wird – ein Begriff, der politisch motiviert sein könnte. Es bleibt unklar, ob die Kosten tatsächlich nicht zur Verfügung standen oder ob andere Prioritäten gesetzt wurden. Da die Quelle nicht auf eine unabhängige oder staatliche Institution zurückgeht, sollte diese Kritik mit Vorsicht gelesen werden.
Der aktuelle Zustand des Bades: Was ist in Betrieb?
Das Stadtbad Lankwitz verfügt über eine Vielzahl an Einrichtungen:
- 25-Meter-Becken mit Sprungbrett
- Nichtschwimmbecken
- Spaßbecken mit 60-Meter-Rutsche, Massagedüsen und Wassersprudler
- Babybecken mit Mini-Rutsche
- Whirlpools
- Große Saunaanlage mit drei Kabinen, Dachgarten und Saftbar
Zusätzlich ist das Badehaus ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Kinder unter fünf Jahren können mit Begleitung kostenlos baden. In den Sommermonaten bietet das Badehaus außerdem eine Vielzahl an Kursen an, wie Aqua-Fitness, die ohne vorherige Anmeldung besucht werden können.
Die Öffnungszeiten sind weitgehend reguliert und werden an bestimmten Tagen eingeschränkt. So stand beispielsweise das Lehrschwimmbecken donnerstags zwischen 17:30 und 22:00 Uhr nicht für den öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung. In den Weihnachtsferien und an bestimmten Teamtagen (z. B. am 08.12.2025 und 15.12.2025) war das Badehaus komplett geschlossen oder hatte eingeschränkte Öffnungszeiten.
Ein weiterer Aspekt ist die Barrierefreiheit. Das Badehaus ist so ausgestattet, dass der Pool-Lift bis zu einem Gewicht von maximal 136 kg genutzt werden kann. Die Wassertemperaturen sind in der Regel auf 28 Grad vorgehalten – eine Ausnahme bilden die Hallenbäder, deren Temperaturen aufgrund von Energieeinsparungsmaßnahmen auf 26 Grad gesenkt wurden. Dies ist auf die Energiekrise nach Beginn des Ukraine-Krieges zurückzuführen, wie aus einem Bericht hervorgeht. Die Bäderbetriebe stellten außerdem fest, dass der Energieverbrauch durch diese Maßnahmen um 20 Prozent gesenkt werden konnte. Allerdings bleibt die Energiekostenentwicklung ein Problem, sodass die Bäderbetriebe angekündigt haben, an den niedrigeren Temperaturen festzuhalten.
Sicherheitsmaßnahmen: Ein neues Sicherheitskonzept
Ein weiterer Aspekt, der in den Berichten erwähnt wird, ist die Sicherheit im Badebetrieb. In den letzten Jahren kam es in mehreren Berliner Bädern – insbesondere im Columbiabad in Neukölln und im Sommerbad Pankow – zu Tumulten, sexuellen Übergriffen und Schlägereien. Die Bäderbetriebe reagierten darauf mit strengen Einlasskontrollen und der Einsetzung zusätzlicher Sicherheitskräfte.
Für die anstehende Sommersaison hat die Bäder-GmbH ein neues Sicherheitskonzept entwickelt. Obwohl keine konkreten Details dazu veröffentlicht wurden, betont der Sprecher, dass die Maßnahmen auf Erfahrungen aus den Vorjahren basieren. Dies zeigt, dass Sicherheitsfragen neben den baulichen Sanierungen ebenfalls im Fokus der Verantwortlichen stehen.
Ausblick und Herausforderungen
Der aktuelle Sanierungsstand des Stadtbad Lankwitz lässt Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Während kleinere Sanierungsmaßnahmen – wie die Renovierung der Startblöcke – durchgeführt wurden, bleibt eine grundhafte Sanierung unklar. Einige Berichte vermuten, dass die Bäderbetriebe ihre Pläne für eine Sanierung aufgrund von Kostenspareffekten aufgeschoben haben. Andere Quellen weisen darauf hin, dass der Zustand des Bades sich ohne Sanierung weiter verschlechtern wird. Dies betrifft nicht nur die baulichen Strukturen, sondern auch die Ausstattung und die Sicherheit.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Investition in den Bereich Schwimmstätten in Berlin. Mit dem Abschluss des Stadtbad Schöneberg und der Sanierung des Wellenbads am Spreewaldplatz wird das Stadtbad Lankwitz voraussichtlich bis 2029 geschlossen und vollständig saniert. Diese Planung ist jedoch noch nicht finalisiert und hängt von der Zustimmung der zuständigen Behörden und der Bereitstellung der nötigen Mittel ab.
Fazit
Das Stadtbad Lankwitz ist ein vielfältig genutztes Schwimm- und Wellnessangebot in Berlin, das sich durch seine umfassende Ausstattung und Attraktivität für Familien hervorhebt. In der jüngsten Vergangenheit fanden kleinere Sanierungsmaßnahmen statt, wie die Renovierung der Startblöcke, die als notwendige Pflege- und Sicherheitsmaßnahme bezeichnet wird. Gleichzeitig wird in politischen Kreisen diskutiert, ob eine grundhafte Sanierung in Kürze erfolgen wird oder ob sie aufgrund von Kostenspareffekten weiter hinausgeschoben wird.
Die finanzielle Situation der Bäderbetriebe und die Prioritäten des Berliner Senats sind hier entscheidend. Mit Blick auf die Energiekosten, die Sicherheitsmaßnahmen und die wachsenden Anforderungen an moderne Schwimmhallen wird eine umfassende Sanierung immer notwendiger. Es bleibt abzuwarten, ob und wann die notwendigen Mittel bereitgestellt werden.
Für die Bevölkerung in Steglitz-Zehlendorf und Umgebung ist das Stadtbad Lankwitz nicht nur ein Freizeitangebot, sondern auch ein wohnortnahes Schwimmzentrum, das in der aktuellen Debatte nicht vernachlässigt werden darf.