Sanierung des Stadtbad Schöneberg: Herausforderungen, Planung und Auswirkungen auf die Nachbarschaft

Einführung

Das Stadtbad Schöneberg, offiziell „Stadtbad Schöneberg (Hans Rosenthal)“, steht aktuell inmitten einer umfangreichen Sanierung, die sowohl technische als auch strukturelle Verbesserungen vorsieht. Aufgrund der notwendigen Arbeiten an der Technik, an der Fassade, an den Becken und an der Lüftungsanlage wurde das Bad seit Anfang 2024 geschlossen. Die Sanierung wird laut offiziellen Angaben mindestens 1,5 bis 3 Jahre andauern, wobei die genaue Dauer der Arbeiten und der Re-Opening-Termin mehrfach verschoben wurden.

Die Sanierung des Stadtbad Schöneberg ist Teil eines größeren Bauschwerpunkts der Berliner Bäderbetriebe (BBB), bei dem insgesamt 152 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung der Berliner Schwimmbäder investiert werden. Diese Investition ist eine der größten in der Geschichte der BBB und soll dazu beitragen, den Sanierungsstau in der Stadt aufzuarbeiten.

In diesem Artikel wird detailliert auf die Hintergründe, die geplanten und bereits durchgeführten Maßnahmen, die Kosten, den Zeitrahmen sowie die Auswirkungen der Sanierung auf die Nachbarschaft und die Nutzung des Bades eingegangen.

Hintergrund: Das Stadtbad Schöneberg

Das Stadtbad Schöneberg ist ein fast 100 Jahre altes Schwimmbad, das in der Hauptstraße 39 liegt. Es ist ein freizeitorientiertes Schwimmbad, das sowohl Hallen- als auch Freibadsaison nutzt. Die Anlage verfügt über ein Außenschwimmbecken mit Strömungskanal, eine 53 Meter lange Großrutsche, ein Solebecken, ein Nichtschwimmer- und Kleinkinderbecken mit Kinderrutsche und Wassersprudlern sowie ein Planschbecken. Zudem gibt es ein 25-Meter-Becken für Bahnen sowie Sprungbretter in 1- und 3-Meter-Höhe.

Seit 2012 trägt das Bad den Namen „Hans Rosenthal“, nach dem langjährigen Berliner Bäderbetriebe-Vorsitzenden, der als Förderer der öffentlichen Bäder in Berlin gilt.

Sanierungsbedarf und Vorgeschichte

Die aktuelle Sanierung folgt einer langen Vorgeschichte. Letztmalig wurde das Stadtbad Schöneberg in den Jahren 2009 bis 2012 saniert. Damals wurden zwar grundlegende Modernisierungsarbeiten durchgeführt, aber aufgrund von Kosteneinsparungen wurden viele Maßnahmen verschoben. Diese Maßnahmen bilden heute den Schwerpunkt der aktuellen Sanierungsarbeiten.

Die Notwendigkeit der Sanierung lag unter anderem in defekten technischen Anlagen, die eine sichere Beckenwasserqualität nicht mehr gewährleisten konnten. Zudem war der Zustand der Fassade, der Fenster und der Beckenfliesen unzureichend, sodass ein Weiterbetrieb ohne Sanierung nicht möglich war.

Geplante und durchgeführte Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierung umfasst mehrere zentrale Bereiche, die sowohl strukturell als auch technisch relevant sind:

1. Technische Anlagen

Die Sanierung der technischen Anlagen ist ein zentraler Bestandteil der Renovierung. Dazu gehören:

  • Erneuerung der Beckenwasserbehandlung
  • Installation einer neuen Brandmeldeanlage
  • Modernisierung der Lüftungsanlage

Diese Maßnahmen sind erforderlich, um die Sicherheit und Hygiene im Bad zu gewährleisten und den aktuellen baulichen und sanitären Standards zu entsprechen.

2. Becken und Umgebung

  • Neufließen aller Becken, darunter das 25-Meter-Becken, das Nichtschwimmer-Becken und das Außenbecken
  • Sanierung der Beckenumgänge
  • Erneuerung der Rutschenanlage, einschließlich der 53-Meter-Großrutsche

Die Fliesenarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Die Abbrucharbeiten an den alten Fliesen wurden weitgehend abgeschlossen, und der Einbau der neuen Fliesen ist in vollem Gange.

3. Fassade und Gebäudehülle

  • Tausch der Fenster
  • Sanierung der Fassade, inklusive der Dach- und Außenputzarbeiten

Die Fassadensanierung ist ebenfalls ein Schwerpunkt der Renovierung. Sie dient dazu, die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern und die ästhetische Erscheinung zu optimieren.

4. Brandschutz

  • Einbau einer neuen Brandmeldeanlage

Diese Maßnahme ist sowohl rechtlich als auch aus Sicherheitsgründen erforderlich und wird dazu beitragen, Potenzialbrände frühzeitig zu erkennen.

5. Energiemanagement und Nachhaltigkeit

Obwohl keine detaillierten Angaben in den Quellen zu spezifischen Energiemesssystemen gemacht werden, ist in einigen Berichten über andere Bäder der Einbau von Photovoltaikmodulen erwähnt. Dies deutet darauf hin, dass auch im Stadtbad Schöneberg Maßnahmen zur Energieeinsparung und Erneuerbaren-Energien-Nutzung in Betracht gezogen werden.

Kosten und Finanzierung

Die Sanierung des Stadtbad Schöneberg hat einen Kostenrahmen von 7,9 Millionen Euro, wie die Berliner Bäderbetriebe (BBB) angaben. Diese Summe ist im Kontext des 152-Millionen-Euro-Investitionsprogramms für Berliner Schwimmbäder angesiedelt.

Die Finanzierung der Sanierung erfolgt aus Haushaltsmitteln und teilweise aus Fördergeldern des Bundes. In anderen Projekten wurden beispielsweise bis zu sechs Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ eingesetzt. Ob auch im Fall des Stadtbad Schöneberg externe Fördermittel genutzt werden, ist in den Quellen nicht explizit erwähnt.

Zeitplan und Verzögerungen

Die Sanierung begann offiziell im Frühjahr 2024, nachdem das Bad am 1. Januar 2024 zum letzten Mal geöffnet hatte. Laut den Berliner Bäderbetrieben und der Senatsverwaltung war die Sanierung bis Mitte 2026 abgeschlossen. Allerdings verschoben sich die Planungen mehrfach.

So hieß es zunächst, dass das Bad im Oktober 2025 wieder eröffnen würde, doch der Termin wurde später auf Mitte 2026 verschoben. Gründe für die Verzögerungen sind:

  • Ungeplante Befunde beim Rückbau, die eine Anpassung der Planung erforderten
  • Ausschreibungsprobleme für bestimmte Bauleistungen
  • Verschärfte technische und rechtliche Vorgaben (z. B. im Bereich Energieeinsparung)

Die Arbeiten sollen in drei Jahren abgeschlossen sein. Nach derzeitigem Stand ist geplant, die Sanierungsmaßnahme Mitte 2026 abzuschließen.

Auswirkungen auf die Nachbarschaft

Die Sanierung des Stadtbad Schöneberg hat mehrere Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft, insbesondere auf die Nutzung der Bäder in der Region.

1. Mangel an Hallenbädern

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg war traditionell gut mit Hallenbädern ausgestattet, doch die aktuelle Sanierung des Stadtbad Schöneberg, sowie andere Bäder in der Region, führen zu einem Mangel an öffentlichen Bädern. Dies hat dazu geführt, dass Besucher sich auf die verbleibenden Bäder konzentrieren, was in manchen Fällen zu Überlastung führt.

2. Politische Reaktionen

Die Grünen-Abgeordneten des Bezirks hatten sich bereits über die langfristige Schließung des Bades beschwert. Sie fragten den Senat, ob eine frühere Wiedereröffnung möglich sei. Die Antwort des Senats lautete, dass die Sanierungsarbeiten im geplanten Zeitrahmen liegen und eine vorzeitige Eröffnung nicht in Betracht gezogen werde.

3. Überbrückungsmaßnahmen

Um die Auswirkungen der Schließung zu mildern, planten die Berliner Bäderbetriebe die Errichtung eines Interimsbads in der Region Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg. Die konkreten Standortvorschläge und Finanzierungspläne sind jedoch noch nicht endgültig festgelegt.

Fazit

Die Sanierung des Stadtbad Schöneberg ist ein schwerwiegendes Vorhaben, das sowohl in technischer als auch in organisatorischer Hinsicht besondere Herausforderungen mit sich bringt. Mit einem Budget von 7,9 Millionen Euro und einer geplanten Dauer von mindestens drei Jahren setzt die Sanierung den Fokus auf die Modernisierung der technischen Anlagen, die Erneuerung der Fassade und der Becken, sowie auf die Energieeffizienz.

Die Sanierung ist Teil einer größeren Initiative der Berliner Bäderbetriebe, die insgesamt 152 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung der Berliner Schwimmbäder investiert. Diese Investition ist eine der größten in der Geschichte der BBB und soll dazu beitragen, den Sanierungsstau in der Stadt aufzuarbeiten.

Die aktuelle Schließung des Bades hat mehrere Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung, insbesondere in der Region Tempelhof-Schöneberg, wo der Mangel an Hallenbädern bereits spürbar ist. Die Planung eines Interimsbads könnte diese Situation entlasten, auch wenn der genaue Standort noch nicht festgelegt ist.

Letztlich ist die Sanierung des Stadtbad Schöneberg ein Beispiel für die Balance zwischen Erhaltung historischer Bäder, technischen Anforderungen und sozialem Bedarf. Obwohl die Arbeiten Verzögerungen aufweisen, bleibt das Projekt ein schlüsselhafter Bestandteil der zukünftigen Entwicklung der Berliner Bäderlandschaft.

Quellen

  1. Das Stadtbad wird für die Bauarbeiten vorbereitet
  2. Stadtbad Schöneberg: Hans Rosenthal-Umbau – Schließung ein Jahr
  3. Stadtbad Schöneberg: Aufgrund von Sanierung geschlossen
  4. Stadtbad Schöneberg "Hans Rosenthal"
  5. Letzter Sprung ins Wasser: Das Stadtbad Schöneberg schließt 2024
  6. Vom Kombibad Mariendorf bis Zingster Straße: Berliner Bäder in Bewegung
  7. Berliner Bäder kündigen Sanierungen für 150 Millionen Euro an
  8. Hallenbad auf Baustelle: Berlin-Schöneberg: Senat bel

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