Sanierung des Krefelder Stadtwaldhauses: Planung, Umfang und Herausforderungen

Das Stadtwaldhaus in Krefeld ist ein architektonisches Wahrzeichen und zugleich ein städtisches Kulturgut, das seit Anfang des 20. Jahrhunderts für Besucher und Einwohner gleichermaßen attraktiv ist. Mit der geplanten umfassenden Sanierung, die aktuell in mehreren Etappen durchgeführt wird, wird sich die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes und seiner Funktionen als Kultur- und Gastronomieort sichergestellt. Die Sanierungsarbeiten, die bis ins Jahr 2027 andauern sollen, sind ein Meilenstein in der langfristigen Pflege und Entwicklung dieses städtischen Juwels. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über den Planungsprozess, die Maßnahmen, die zeitliche Abläufe und die technischen, finanziellen sowie organisatorischen Aspekte der Sanierung.

Hintergrund und Gebäudegeschichte

Das Stadtwaldhaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in zwei Bauabschnitten errichtet. Es zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen am Niederrhein und hat sich über die Jahre als ein zentraler Anziehungspunkt für Kulturveranstaltungen, gastronomische Angebote und familienfreundliche Aktivitäten etabliert. Das Gebäude steht seit 1984 unter Denkmalschutz, was die Planung und Durchführung der Sanierungsmaßnahmen besonders sensibel gestaltet.

Der Zustand des Stadtwaldhauses hat sich trotz regelmäßiger Instandsetzungen in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Laut Rachid Jaghou, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM), sei „die Gebäudesubstanz und die technische Ausrüstung stark sanierungsbedürftig“. Diese Feststellung legt den Grundstein für die geplante umfassende Sanierung, die nicht nur die Erhaltung des Baus gewährleistet, sondern auch den zukünftigen Betrieb optimiert.

Umfang der Sanierung

Die Sanierungsarbeiten am Stadtwaldhaus umfassen mehrere zentrale Bereiche, die sich sowohl auf den baulichen Zustand als auch auf die technischen und funktionellen Anforderungen konzentrieren. Die Maßnahmen reichen von statischen Verbesserungen über den Erneuerung des Brandschutzes bis hin zu denkmalfachlichen Arbeiten. Im Folgenden werden die einzelnen Komponenten detailliert beschrieben.

Technische Anlagen

Zu den technischen Sanierungsmaßnahmen zählen die Erneuerung des Trinkwassernetzes, der Küchenlüftung, der elektrischen Anlagen und der Brandmeldeanlagen. Diese Investitionen sind notwendig, um die Sicherheit und den Betrieb des Stadtwaldhauses langfristig zu gewährleisten. Besonders die Erneuerung der Küchenlüftung und der elektrischen Anlagen ist von zentraler Bedeutung für den gastronomischen Betrieb.

Außerdem wird die Heizung im Gebäude ersetzt. In vorangegangenen Jahren wurden bereits erste Vorarbeiten durchgeführt, darunter der Einbau einer neuen Heizung. Diese Schritte sind Vorbereitungen für die umfassende Sanierung, die im Herbst 2024 beginnen soll.

Statik und Bausubstanz

Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung ist die statische Absicherung des Gebäudes. Hierbei werden Dachstuhl, Kellerdecken und Treppen ertüchtigt, um die Stabilität und Sicherheit des Stadtwaldhauses zu gewährleisten. Insbesondere die Dachkonstruktion wurde in einer Begutachtung auf biotische Schäden untersucht, was zu weiteren Maßnahmen führte.

Die statischen Untersuchungen, die in betriebswichtigen Bereichen durchgeführt werden, sind so geplant, dass sie im Winter 2026 stattfinden. In dieser Zeit bleibt das Stadtwaldhaus geschlossen, da die Arbeiten nicht parallel zum laufenden Betrieb durchgeführt werden können.

Denkmalschutz

Da das Stadtwaldhaus unter Denkmalschutz steht, sind die Sanierungsmaßnahmen auf den Erhalt der historischen Substanz ausgerichtet. Im Zuge der Arbeiten wird das charakteristische Mosaik auf dem Giebel gereinigt und repariert. Auch die Fenster der Waldschänke wurden bereits denkmalgerecht aufgearbeitet.

Die Konzertmuschel, ein weiteres markantes Element des Stadtwaldhauses, wird ebenfalls saniert. Die Arbeiten an der Konzertmuschel, insbesondere an der Dachgaube, sind durch eine Förderung durch die Bezirksregierung sichergestellt und sollen in diesem Jahr beginnen.

Funktionalität und Barrierefreiheit

Neben den baulichen und technischen Maßnahmen sind auch Verbesserungen in der funktionalen Nutzung vorgesehen. So wird unter anderem eine bessere Lagerung und Kühlung für den gastronomischen Betrieb geschaffen. Sozialräume und Fluchtwegen werden neu geplant, und akustische Maßnahmen ergreifen. Ein zentrales Ziel ist zudem die Einrichtung eines Aufzuges, um das Gebäude künftig barrierefrei zugänglich zu machen.

Finanzierung und Kosten

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Stadtwaldhauses belaufen sich auf rund 14,6 Millionen Euro. Diese Investition wird durch verschiedene Maßnahmen finanziert, darunter die Förderung durch die Bezirksregierung für die Konzertmuschel. Der Betriebsausschuss des ZGM, der zuständige Gremium für Gebäudeverwaltung, hat die Pläne in seiner Sitzung Ende Juni 2024 beschlossen.

Diese Investition ist nicht nur eine Maßnahme zur Erhaltung des Stadtwaldhauses, sondern auch ein Schritt zur Sicherstellung seiner Zukunftsfähigkeit. Mit den geplanten Maßnahmen wird das Gebäude für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht.

Zeitplanung und Betrieb

Die Sanierung des Stadtwaldhauses ist so geplant, dass der gastronomische Betrieb während der Arbeiten möglichst unbeeinträchtigt bleibt. Laut Planung wird der Großteil der Baumaßnahmen zwischen Ende 2024 und Frühjahr 2027 durchgeführt. In dieser Zeit sind die Arbeiten vorwiegend in der Übergangs- und Wintersaison angesiedelt, also außerhalb des Biergartenbetriebs.

Trotz dieser Planung gibt es Zeiträume mit Einschränkungen. So bleibt das Stadtwaldhaus in den Wintermonaten Januar, Februar und März 2026 geschlossen, da die statischen Untersuchungen und die Umsetzung der Kasseninfrastruktur in diesen Monaten erfolgen. In dieser Zeit ist ein Betrieb nicht möglich. Auch für das erste Quartal 2027 ist ein Puffer vorgesehen, um etwaige Restarbeiten im Innern durchzuführen.

In den restlichen Zeiträumen wird der Betrieb so weit wie möglich aufrechterhalten. Dafür ist eine sorgfältige Planung der Baumaßnahmen erforderlich, um den gewohnten Ablauf des gastronomischen Betriebs und die Einhaltung der Arbeitsstättenverordnung zu gewährleisten.

Koordination mit dem Pächter

Ein weiteres zentrales Element der Sanierung ist die Abstimmung mit dem Pächter des Stadtwaldhauses. Laut Angaben aus den Quellen wurde der Planungsprozess eng mit dem Pächter koordiniert, um den gastronomischen Betrieb während der Sanierungsarbeiten weitestgehend aufrechtzuerhalten. Dies betrifft nicht nur die zeitliche Planung, sondern auch die Gestaltung von Flächen, Wege und Räumen im gastronomischen Bereich.

Der Generalplaner hat im Zuge der Planung besondere Aufmerksamkeit auf Themen wie Wege und Flächen in Küchen- und Lagerbereichen sowie auf Sozialräume und Umkleideräume gelegt. Ziel ist es, dass der Betrieb auch während der Bauphase ohne größere Einschränkungen erfolgen kann.

Fertigstellung und Zukunft

Nach den geplanten Sanierungsarbeiten wird das Stadtwaldhaus nicht nur baulich erneuert, sondern auch in seiner Funktion als Kultur- und Veranstaltungsort optimiert. Ab dem 1. April 2026 wird das Stadtwaldhaus wieder in gewohnter Form öffnen – mit Biergarten, Veranstaltungen und weiteren gastronomischen Angeboten. Diese Wiedereröffnung markiert den Abschluss der ersten Phase der Sanierung und ist ein Meilenstein in der Geschichte des Stadtwaldhauses.

Zusätzlich wird das Stadtwaldhaus in der Zukunft barrierefrei zugänglich sein. Mit der Einrichtung eines Aufzuges und weiteren Veränderungen wird das Gebäude für alle Besucher nutzbar sein, unabhängig von körperlichen Einschränkungen.

Fazit

Die Sanierung des Stadtwaldhauses in Krefeld ist ein komplexes, aber notwendiges Vorhaben, das die Erhaltung und Entwicklung dieses städtischen Juwels sichert. Mit einem Investitionsvolumen von 14,6 Millionen Euro und einer geplanten Dauer von über zwei Jahren wird das Gebäude nicht nur baulich, sondern auch funktional und barrierefrei fit für die Zukunft gemacht. Die Koordination mit dem Pächter und der Fokus auf den Erhalt des gastronomischen Betriebs während der Sanierungsarbeiten zeigen, dass die Stadt Krefeld auf eine nachhaltige und zukunftsorientierte Nutzung des Stadtwaldhauses hofft.

Die Arbeiten, die aktuell in mehreren Etappen durchgeführt werden, sind ein Meilenstein in der langfristigen Pflege und Entwicklung des Stadtwaldhauses. Mit der geplanten Wiedereröffnung im April 2026 wird ein neues Kapitel in der Geschichte des Stadtwaldhauses aufgeschlagen.

Quellen

  1. Krefeld: Sanierung am Stadtwaldhaus geht weiter
  2. Sanierung des Stadtwaldhauses soll im Herbst beginnen
  3. Sanierung Krefelder Stadtwaldhaus bleibt ab Januar geschlossen
  4. Ein Juwel
  5. Pläne für Sanierung des Stadtwaldhaus
  6. Wichtige Info zum Stadtwaldhaus 2026

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