Südbad Gotha: Sanierungsmaßnahmen, Personalmangel und Zukunft des Freibades

Das Südbad in Gotha, ein beliebtes Sommerziel in der thüringischen Stadt, steht aktuell im Fokus aufgrund von Sanierungsarbeiten, Personalengpässen und Fragen nach der zukünftigen Nutzung. Die Herausforderungen reichen von finanziellen Entscheidungen über bauliche Veränderungen bis hin zu personellen Engpässen, die die Betriebszeiten beeinträchtigen. Diese Analyse bietet einen detaillierten Überblick über den aktuellen Stand der Sanierung des Freibades, die dabei gewählten baulichen Maßnahmen und die damit einhergehenden Herausforderungen.

Einführung: Südbad Gotha und seine Bedeutung

Das Südbad Gotha, gelegen am Riedweg, ist ein Freibad, das in einem parkähnlichen Gelände mit altem Baumbestand liegt. Es bietet nicht nur Erholung und Badevergnügen, sondern auch eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung für die Bevölkerung. Es verfügt über ein Schwimmerbecken mit bequemer Eingangstreppe und ein Nichtschwimmerbecken mit Rutsche, das besonders Familien anspricht. Ein Kleinkindbecken ist ebenfalls vorhanden, um die jüngsten Besucher anzusprechen. Die Anlage wird zudem für Schwimmunterricht, Reha-Sport und Übungen der Bundeswehr und Polizei genutzt.

Die aktuelle Sanierung des Südbades sowie die damit verbundenen Investitionen und personellen Engpässen betreffen daher nicht nur die bauliche Substanz, sondern auch die soziale und gesellschaftliche Funktion des Freibades. Die Sanierungsmaßnahmen sollen sicherstellen, dass das Bad noch für die nächsten 15 bis 20 Jahre genutzt werden kann.

Sanierungsmaßnahmen und Investitionen

Im Jahr 2018 wurden erste undichte Stellen im Becken festgestellt, was die Stadt Gotha zu Maßnahmen zwang, um den Badbetrieb trotz erschwinglicher Eintrittspreise sicherzustellen. Die Sanierung des Südbades ist Teil einer langfristigen Strategie, die bauliche Substanz so zu erhalten, dass sie für die nächsten zwei Jahrzehnte genutzt werden kann. Dazu zählen folgende Maßnahmen:

  • Beckenverkleidung mit robusten Folien: Beide Becken werden mit einer robusten Folie verkleidet, um Leckagen und Schäden vorzubeugen.
  • Verspachtelung von Rissen: Bestehende Risse werden repariert, um die Strukturintegrität zu gewährleisten.
  • Verfüllung der Sprunggrube mit Kies: Die Sprunggrube wird nicht mehr als solche genutzt, sondern mit Kies verfüllt.
  • Neuverkleidung des Schwimmerbeckens mit Betonplatte: Das Schwimmerbecken erhält eine Betonplatte, wodurch die Beckentiefe auf 1,60 bis 1,90 Meter begrenzt wird.

Die Kosten für diese Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf rund 287.000 Euro. Ein alternativer Plan für eine grundhafte Erneuerung der Anlage wäre mit Kosten zwischen 3,9 und 5,6 Millionen Euro verbunden gewesen. Diese Investitionen wurden aus Haushaltsresten zur Sanierung des Alten Stadtbades finanziert, nachdem ein Rechtsstreit abgeschlossen war.

Die Stadtverwaltung betont, dass die Maßnahmen den Bestandsschutz des Bades nicht gefährden und dass es kein Problem sei, die bestehenden Toiletten in ihrem Zustand zu sanieren. Bärbel Schreyer (Freie Wähler) begrüßt, dass das Südbad eine „Überlebenschance“ erhält, betont jedoch, dass eine größere Vision nicht mehr realisierbar sei. Die aktuelle Sanierung sei eine „Minimalvariante“, die den Betrieb sicherstellen soll, ohne eine umfassende bauliche Erneuerung vorzunehmen.

Personalmangel und Betriebszeiten

Ein weiteres Problem, das aktuell das Südbad betrifft, ist der Personalmangel. Seit zwei Jahren können vier offene Stellen nicht besetzt werden, was zu Engpässen im Betriebsalltag führt. Ab dem 5. August 2024 blieb das Freibad aufgrund des Personalmangels montags bis freitags geschlossen. Nur an Samstagen und Sonntagen konnte der Betrieb fortgeführt werden. Die acht vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden stattdessen im Hallenbad eingesetzt, wo in den Sommerferien ebenfalls Sanierungsarbeiten stattfanden. Dazu gehörten das Austauschen der Filtermodule an der Wasseranlage sowie das Neuverlegen von Fliesenfugen und das Auswechseln beschädigter Fliesen.

Die Situation ist für Bäderchef Carsten Pferner offensichtlich problematisch. Er betont, dass es schmerzlich sei, das Freibad an wochentagen nicht öffnen zu können, gerade angesichts der erwarteten hochsommerlichen Temperaturen. Die Schließung wirkt sich negativ auf die Attraktivität des Bades aus und stellt eine Herausforderung für die Stadt Gotha dar, das Angebot für ihre Einwohner sicherzustellen.

Auswirkungen auf die Bevölkerung

Das Südbad ist nicht nur ein Freizeitort, sondern auch ein Teil der sozialen Infrastruktur der Stadt. Es wird von Familien, Schwimmern, Rehabilitationspatienten und sogar von Einrichtungen wie der Bundeswehr genutzt. Der fehlende Betrieb unter der Woche wirkt sich daher nicht nur auf die Freizeitgestaltung aus, sondern auch auf die soziale Integration und die Nutzung der öffentlichen Ressourcen.

Die Schließung unter der Woche hat zudem Auswirkungen auf die Erreichbarkeit des Bades für Berufstätige, die oft erst abends Zeit für Freizeitaktivitäten haben. Der Feierabendtarif, der in der Vergangenheit angeboten wurde, kann unter den aktuellen Umständen nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden. Zudem fehlt der Betrieb unter der Woche auch für Familien, die im Alltag oft an Wochenenden andere Verpflichtungen haben.

Ausblick und Perspektiven

Die Sanierung des Südbades ist Teil einer größeren Strategie, die bauliche Substanz zu erhalten und den Betrieb über die nächsten 15 bis 20 Jahre sicherzustellen. Allerdings zeigt sich, dass der rein bauliche Zustand nicht ausreicht, um eine dauerhafte Nutzung zu gewährleisten. Der Personalmangel, der aktuell die Betriebszeiten beeinträchtigt, ist ein weiteres Problem, das nicht allein durch Investitionen gelöst werden kann. Die Stadt Gotha muss daher auch über Personalstrategien nachdenken, um den Betrieb des Freibades langfristig sicherzustellen.

Zudem bleibt die Frage, ob das Südbad in seiner aktuellen Form langfristig attraktiv bleibt. Eine Minimalvariante der Sanierung, wie sie aktuell durchgeführt wird, kann zwar den Betrieb ermöglichen, aber nicht unbedingt eine Verbesserung der Nutzungsfreude oder der Attraktivität garantieren. Ein anderes Konzept, das beispielsweise mehr Spiel- oder Sportflächen beinhaltet, wäre unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen nicht realisierbar.

Fazit

Das Südbad Gotha ist ein wichtiger Fixpunkt in der thüringischen Stadt, der sowohl für Freizeit als auch für soziale und sportliche Aktivitäten genutzt wird. Die aktuelle Sanierung des Freibades, die sich auf die Verkleidung der Becken, die Reparatur von Rissen und die Neuverkleidung des Schwimmerbeckens konzentriert, kostet rund 287.000 Euro. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass das Bad für die nächsten 15 bis 20 Jahre genutzt werden kann.

Zurzeit steht jedoch nicht nur die bauliche Substanz im Vordergrund, sondern auch die personellen Engpässen, die den Betrieb des Bades beeinträchtigen. Vier offene Stellen können nicht besetzt werden, was dazu führt, dass das Freibad montags bis freitags geschlossen bleibt. Diese Situation wirkt sich negativ auf die Nutzung durch die Bevölkerung aus und unterstreicht die Notwendigkeit, auch Personalstrategien in die Planung einzubeziehen.

Die Sanierung des Südbades ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die bauliche Substanz zu erhalten. Langfristig muss jedoch auch sichergestellt werden, dass der Betrieb des Freibades durch ausreichend Personal ermöglicht wird, um seine soziale und sportliche Funktion zu gewährleisten.

Quellen

  1. Badespass für 20 Jahre – Bezahlbare Lösung für Gothas Südbad
  2. Freibad Gotha – Südbad Gotha
  3. Südbad geschlossen – Personal-Mangel

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