Fussbodenheizungen sanieren: Das HAT-System und Alternativen im Überblick

Fussbodenheizungen sind in vielen Altbauten verbreitet und bieten aufgrund ihrer gleichmäßigen Wärmeverteilung und geringer Wärmeverluste eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen. Doch im Laufe der Zeit können Ablagerungen, Verkrustungen oder Schäden die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Heizung beeinträchtigen. Eine Sanierung ist oft notwendig, um die Heizung wieder in einen funktionstüchtigen Zustand zu versetzen.

In den letzten Jahren hat sich das HAT-System als besonders attraktive Lösung etabliert. Es ermöglicht eine sanfte, aber effektive Renovierung bestehender Fussbodenheizungsrohre ohne vollständigen Austausch des Rohrnetzes. Doch wie funktioniert das System genau? Welche Vorteile bietet es, und gibt es Alternativen? Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über das HAT-System und weitere gängige Methoden der Fussbodenheizungsrenovierung.


Das HAT-System – Funktionsweise und Vorteile

Das HAT-System wurde von der Naef Group entwickelt und ist seit 1999 in der Praxis bewährt. Es ist insbesondere für die Sanierung alter Kunststoffrohre geeignet, die typischerweise in Fussbodenheizungen verbaut sind. Der Prozess ist in mehreren Schritten unterteilt:

  1. Trocknung der Rohre:
    Zunächst wird das Rohrnetz mit speziell aufbereiteter Druckluft getrocknet. Dies ist erforderlich, um eine optimale Reinigung und anschließende Beschichtung zu gewährleisten.

  2. Reinigung der Rohre:
    Danach wird das Rohrinnere mit einem schonenden und chemiefreien Feinschliff gereinigt. Dies entfernt Ablagerungen wie Schlammbestandteile oder Verkrustungen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben.

  3. Beschichtung:
    Nach der Reinigung wird das Rohrinnere mit einem eigens entwickelten, nahtlosen Beschichtungsmaterial versehen. Diese Beschichtung verbindet sich mit dem bestehenden Kunststoffrohr und bildet ein neues Rohr im Rohr.

  4. Austrocknung und Diffusionsdichtheit:
    Nach einer 48-stündigen Austrocknungszeit ist das Rohr wieder diffusionsdicht gemäß der DIN 4726. Dies ist entscheidend, um die langfristige Stabilität und Leistungsfähigkeit der Heizung zu gewährleisten.

Die Naef Group betont, dass sie die einzige Firma ist, die diesen Diffusionsdichtigkeitsnachweis für das HAT-System erbringen kann. Zudem ist die Sanierung mit dem HAT-System 10-mal schneller als ein kompletter Austausch der Rohre und wesentlich kostengünstiger.

Ein weiterer Vorteil des HAT-Systems ist, dass die Räume während der Sanierung weiterhin bewohnbar bleiben. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Heizung in einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus untergebracht ist, bei dem eine Baustelle oft unerwünscht ist.


Erfahrungen mit dem HAT-System

In den Foren und auf der Website der Naef Group finden sich zahlreiche positive Rückmeldungen von Kunden, die das HAT-System in Anspruch genommen haben.

  • Erwin Bänteli berichtet, dass die Sanierung in seinem Haushalt „hervorragend“ verlaufen sei und der Ölspareffekt sogleich und überzeugend einsetze.
  • Martin C. Huber betont die Sorgfalt und Professionalität des Teams und hebt hervor, dass die Sanierung „sauber, speditiv und ordentlich“ durchgeführt wurde.
  • Ein weiterer Kunde erwähnt, dass er aufgrund positiver Erfahrungsberichte seine 39-jährige Bodenheizung durch die Naef Group sanieren ließ und nicht enttäuscht wurde.

Diese Erfahrungsberichte stammen von glücklichen Kunden, die den Vorgang als zeit- und kosteneffizient empfinden. Allerdings sind die Erfahrungen nicht allgemein verallgemeinerbar, da sie von einer begrenzten Anzahl von Personen abgegeben wurden. Für eine umfassende Bewertung wären weitere Studien oder Vergleichsdaten nützlich.


Alternativen zur Sanierung mit dem HAT-System

Neben dem HAT-System existieren auch andere Methoden, um eine Fussbodenheizung zu sanieren. Diese sind in der Regel starker intrusiv und erfordern oft einen größeren Eingriff in die Gebäudestruktur.

1. Rohrinnensanierung

Bei der Rohrinnensanierung wird das Rohrnetz mit Granulat gespült, um Ablagerungen zu entfernen. Anschließend werden die Rohrinnenwände mit Harzen beschichtet, um sie dicht und schützend zu machen.

Allerdings rät der Bundesverband Flächenheizung und Flächenkühlung (BVF) von dieser Methode ab. Grund hierfür ist, dass moderne Kunststoffrohre in Fussbodenheizungen keine Stabilisatoren oder Weichmacher enthalten, die durch den Betrieb verloren gehen könnten. Eine Sanierung mit Harzen ist daher nicht notwendig und könnte in einigen Fällen sogar kontraproduktiv sein.

2. Reinigung und Spülung

Eine häufig angewandte Methode ist die Reinigung und Spülung des Rohrnetzes mit professionellen Mitteln. Dabei wird das System durchlaufen und Ablagerungen wie Schwebstoffe oder Korrosionsbestandteile entfernt. Dies trägt zur Wartung der Effizienz bei und vermeidet eine Verschlechterung der Wärmeverteilung.

Laut den bereitgestellten Quellen ist eine regelmäßige Reinigung notwendig, um die Effizienz und Lebensdauer des Heizsystems zu sichern. Dieser Prozess ist in der Regel billiger als eine umfassende Sanierung und kann in Kombination mit anderen Maßnahmen eingesetzt werden.

3. Einfräßsystem

Bei der Nachrüstung einer Fussbodenheizung kann auch das Einfräßsystem eingesetzt werden. Diese Methode ist besonders bei der Altbausanierung verbreitet. Spezialisten fräsen mit einem Fräsautomaten Kanäle in den Estrich und verlegen neue Rohre. Danach erfolgt eine Wasserdruckprobe, um die Dichtigkeit zu prüfen.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass keine Aufbauhöhe entsteht. Der Estrich wird genutzt, und die Installation ist staubarm und nahezu geräuscharm. Allerdings ist dies ein Handwerkerleistungsverfahren, das höhere Kosten verursacht und eine präzise Planung erfordert.

4. Trockenbausysteme

Ein weiteres gängiges Verfahren sind Trockenbausysteme, die sich besonders für Altbausanierungen eignen. Sie punkten mit einer geringen Aufbauhöhe und einem geringen Flächengewicht, was besonders bei Holzkonstruktionen von Vorteil ist.

Es gibt mehrere Varianten: - Rohrsysteme in Dämmplatte mit Trockenestrich - Rohrsysteme in Trockenausbauplatte mit oder ohne Dämmschicht - Rohrsysteme auf Dämmplatte in Gussasphaltestrich

Diese Systeme sind selbstbaufähig, bieten aber nur eine begrenzte Flexibilität, wenn es um die Anpassung an individuelle Wärmebedürfnisse geht.


Welche Methode ist die richtige?

Die Wahl der richtigen Sanierungs- oder Nachrüstmethode hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Alter und Zustand der bestehenden Fussbodenheizung
    Ist das Rohrnetz noch weitgehend intakt, kann eine Sanierung mit dem HAT-System sinnvoll sein. Ist die Heizung stark verschlissen oder beschädigt, ist oft ein kompletter Austausch notwendig.

  2. Aufbauhöhe und Baustellenbedingungen
    Bei Renovierungen in Altbauten ist oft nur eine geringe Aufbauhöhe möglich. In diesen Fällen sind Trockenbausysteme oder das Einfräßsystem vorteilhafter.

  3. Budget und Zeitplanung
    Das HAT-System ist kostengünstig und schnell durchführbar. Alternativen wie das Einfräßsystem oder Nass-Systeme können dagegen höhere Kosten verursachen und mehr Zeit in Anspruch nehmen.

  4. Wartung und Energieeffizienz
    Eine regelmäßige Reinigung und Wartung der Heizung ist unerlässlich, um die Effizienz zu sichern. Die Wartungskosten sollten in die Gesamtberechnung einbezogen werden.


Fazit

Die Sanierung einer Fussbodenheizung ist bei vielen Altbauten notwendig, um die Effizienz, den Komfort und die Wirtschaftlichkeit des Heizsystems zu erhalten. Das HAT-System bietet hier eine attraktive Alternative zur kompletten Erneuerung des Rohrnetzes. Es ist schnell, kostengünstig und erfordert keine umfangreiche Baustelle. Zudem ist es das einzige System, das eine diffusionsdichte Sanierung gemäß DIN 4726 garantiert.

Allerdings gibt es auch andere Methoden, wie die Rohrinnensanierung, Reinigung, das Einfräßsystem oder Trockenbausysteme, die je nach individuellen Voraussetzungen sinnvoll sein können. Jede Methode hat ihre Vorteile und Nachteile, und die Wahl hängt von der Baustellsituation, dem Budget und den individuellen Heizbedürfnissen ab.

Ein entscheidender Faktor ist auch die Wartung der Heizung. Regelmäßige Reinigungen und Spülungen tragen dazu bei, Ablagerungen zu vermeiden und die Effizienz der Heizung zu erhalten.

Hausbesitzer und Planer sollten daher eine umfassende Zustandsanalyse durchführen, bevor sie sich für eine Sanierungsvariante entscheiden. Dabei ist es ebenfalls wichtig, erfahrene Handwerker oder spezialisierte Unternehmen einzubeziehen, um die Qualität und Sicherheit der Arbeiten zu gewährleisten.


Quellen

  1. Naef Group – Bodenheizung sanieren
  2. Heizung.de – Fussbodenheizung sanieren – Tipps im Überblick
  3. Energie-Fachberater.de – Nachrüstung einer Fussbodenheizung im Altbau
  4. Sanier.de – Heizung – Fussbodenheizung
  5. Schramm.de – Fussbodenheizung sanieren

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