Generalsanierung des Gymnasiums Olching: Ein Modellprojekt für moderne Schulentwicklung und Bauplanung

Einleitung

Das Gymnasium Olching, das 2022 sein 50-jähriges Jubiläum feiern konnte, steht aktuell im Mittelpunkt einer umfassenden Generalsanierung, die als eines der größten und aufwendigsten Bauprojekte in der Geschichte des Landkreises Fürstenfeldbruck gilt. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 85 Millionen Euro und einer Bauzeit, die bis Sommer 2027 andauern wird, ist die Sanierung nicht nur ein Schritt in Richtung baulicher Modernisierung, sondern auch ein Ausdruck der Anpassung an aktuelle pädagogische, technische und energetische Anforderungen. Das Projekt ist dabei nicht nur einzigartig in seiner Ausführung, sondern auch in der Umsetzung eines modernen Lernhauskonzepts, das die räumliche und pädagogische Struktur der Schule grundlegend verändert. In diesem Artikel wird der Ablauf, die Herausforderungen, die Planung und die technischen Details der Generalsanierung vorgestellt, wobei ausschließlich auf die verfügbaren Quellen zurückgegriffen wird.

Der Beginn des Projekts: Spatenstich und Interimsbetrieb

Die Generalsanierung des Gymnasiums Olching begann offiziell im März 2023 mit dem symbolischen Spatenstich durch den Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck, Thomas Karmasin. Wie in mehreren Berichten aus dem Jahr 2023 beschrieben, war der erste Schritt der Abbau der ehemaligen Sportanlage, die bis Februar 2023 noch genutzt wurde. Diese Fläche wurde zur Errichtung einer sogenannten Container-Schule genutzt, die als Interimsbetrieb dienen sollte. Die Container-Schule wurde im Januar 2024 bezogen und beherbergt die gesamte Schulfamilie bis zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten.

Die Entscheidung, die Schule nicht abzureißen und neu zu bauen, sondern generalsanieren zu lassen, fiel bereits im Jahr 2020. Der Kreistag stimmte einer umfassenden Sanierung in einem Zug zu, nachdem alle Argumente abgewogen wurden. Wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamts hervorgeht, erwies sich die Generalsanierung als wirtschaftlichere Lösung im Vergleich zum Neubau. Dies lag unter anderem an der deutlich kürzeren Bauzeit und der geringeren Standzeit der Container. Der Entscheidung zugrunde lag auch ein Kostenvergleich, der im Juli 2023 dem Ausschuss für Kultur, Freizeit und Sport (KuFSA) vorgelegt wurde.

Bauliche Ausgangssituation und Ziele der Sanierung

Das Gymnasium Olching war bis auf das Stahlbetontragwerk zurückgebaut worden. Dieser Prozess, der als „Entkernung“ bezeichnet wird, hatte das Gebäude zeitweise wie einen sogenannten „Lost Place“ aussehen lassen. Die Struktur des Gebäudes, bestehend aus massiven Betonwänden und einer Stahlbetonkonstruktion, wurde jedoch erhalten. Ziel der Sanierung war es, die baulichen Defizite des 50 Jahre alten Gebäudes zu beheben, wobei insbesondere die Dachabdichtung, die Fassade und der Schallschutz verbessert werden sollten. Zudem standen Brandschutzmaßnahmen und Energieeffizienz im Vordergrund.

Die Sanierung beinhaltet auch eine Neugestaltung der Lehr- und Aufenthaltsräume nach einem modernen Lernhauskonzept. Dieses Konzept verbindet pädagogische, räumliche und organisatorische Anforderungen in eine praxistaugliche Form, wodurch die Lernumgebung für Schülerinnen und Schüler deutlich verbessert werden soll.

Die Fassadenarbeiten: Ein Meilenstein der Sanierung

Ein bedeutender Schritt in der Sanierungsplanung war das Abschließen der Fassadenarbeiten. Im November 2025 besuchte Landrat Thomas Karmasin die Baustelle, um sich persönlich über den Fortschritt zu informieren. Die Fassade wurde bis auf das Tragwerk zurückgebaut und neu gestaltet. Die äußere Hülle des Gebäudes erhielt ein neues gläsernes Antlitz, das das Gebäude optisch verjüngte und nicht mehr so klobig erscheinen lässt, wie es in der ursprünglichen Form der Fall war.

Die Fassade ist mit dreifach gedämmter Verglasung ausgestattet, wodurch Wärmeverluste minimiert werden. Zudem wurden Schutzfolien aufgebracht, um Vögel vor Kollisionen mit den Glasscheiben zu schützen. Im Bauteil D wurde zudem eine Aufstockung vorgenommen, um zusätzlichen Raum zu schaffen. Die Fassade wurde ein wenig nach außen vor das Tragwerk geschoben, um die bauliche Effizienz zu steigern.

Die Fassadenarbeiten markierten eine sichtbare Veränderung des Bildes der Schule. Der Abschluss dieser Arbeiten war auch ein symbolischer Meilenstein, da die Gerüste bis Januar 2026 abgebaut werden sollen und der Innenausbau in die nächste Phase übergeht.

Innenausbau und pädagogische Konzeption

Der Innenausbau des Gymnasiums Olching ist ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung. Nachdem die Fassade geschlossen wurde, konzentriert sich die Arbeit nun auf die Gestaltung der inneren Räume. Eine der größten Herausforderungen ist, dass aufgrund des Bestands die Klassenräume kaum vergrößert werden können. Dennoch sprach Bauleiter Stefan Arlt von einem „Quantensprung“ in der Räumeinrichtung. Die Klassenzimmer sind auf ca. 55 bis 70 Quadratmetern angelegt, was im Vergleich zum alten Zustand eine deutliche Verbesserung darstellt.

Ein weiteres zentrales Element der Sanierung ist die Einrichtung von Lernhäusern. Diese sind als kleine Einheiten innerhalb der Schule konzipiert, wobei jeweils fünf Klassenzimmer um eine zentrale Mitte gruppiert sind. Diese zentralen Räume dienen als Lern- und Begegnungsorte und tragen zur Verbesserung des Raumgefühls und der Aufenthaltsqualität bei. Die Lernhäuser sind so gestaltet, dass sie den modernen pädagogischen Anforderungen entsprechen und flexible Unterrichtsformen ermöglichen.

Zudem entstehen neue Fachräume für Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die optimale Bedingungen für Schülerforschung und praxisnahes Lernen schaffen. Diese Räume sind aufwendig ausgestattet und sollen als moderne Lernorte dienen, die den Bedürfnissen der Zukunft entsprechen.

Energetische und technische Ausstattung

Ein weiteres Ziel der Sanierung war die Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu wurde das Gebäude mit einer modernen Lüftungsanlage ausgestattet, die für ein gutes Raumklima sorgt und den Eindruck verbrauchter Luft vermeiden soll. Die Lüftungsanlage ist in jedem Raum installiert und trägt so zur Verbesserung der Lernatmosphäre bei. Zudem wurde die Fassade mit einer dreifach gedämmten Verglasung versehen, was Wärmeverluste minimiert.

Die Heizung erfolgt über Fernwärme, was als umweltfreundliche Lösung angesehen wird. Zudem wurden neue Grundrissgestaltungen und räumliche Anordnungen vorgenommen, um den modernen Unterrichtsformen Rechnung zu tragen. Die Betonwände der Fassade sind mit Zementfaserplatten bekleidet, was zu einer besseren Dämmung und Lärmdämpfung beiträgt.

Herausforderungen und Verzögerungen

Trotz des weitgehenden Erfolgs der Sanierung gab es in der Planung und Umsetzung auch einige Herausforderungen. So mussten die Fassadenarbeiten aufgrund von Nachrüstungen an den Interimscontainern verschoben werden. Zudem gab es in den Anfangsphasen statische Probleme mit den Klassenzimmercontainern, wodurch der geplante Umzug verzögert wurde. Diese Verzögerungen führten dazu, dass der Umzug in die Container-Schule nicht wie geplant stattfand.

Zudem bestand die Sorge, dass das Gebäude nach der Sanierung nicht groß genug sein könnte, da die Schülerzahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Von 875 im Jahr 2020 auf 1132 im Jahr 2024 stiegen die Zahlen, was sich in der Container-Schule spürbar machte. Der stellvertretende Schulleiter Martin Kopyciok sprach in diesem Zusammenhang von „engen Verhältnissen“ in den Containern.

Ein weiteres Problem war der Baulärm, der von den Nachbarn des Gymnasiums beklagt wurde. In einigen Fällen drohte sogar mit einer Klage, was den Landkreis als Bauherrn unter Druck setzte. Dennoch gelang es, den Bauzeitenplan nach Anpassungen einzuhalten, und der aktuelle Kostenstand wird als zufriedenstellend bezeichnet.

Der aktuelle Stand und der Zeitplan

Der aktuelle Stand der Sanierung ist, dass die Fassadenarbeiten abgeschlossen sind und der Innenausbau in vollem Gange ist. Projektbegleitende Arbeitsgruppen und Experten überwachen den Fortschritt und stellen sicher, dass der geplante Zeitplan eingehalten wird. Laut Projektleiterin Daniela Egle vom Landratsamt ist alles gut getaktet und mit den Firmen abgestimmt. Der Abschluss der Sanierung ist für Sommer 2027 geplant, was bedeutet, dass das Gymnasium Olching bis zu fast drei Jahren in den Containern unterrichtet wird.

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf insgesamt 85 Millionen Euro, wovon 15 Millionen Euro für das Containerdorf anfallen. Laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes ist der aktuelle Kostenrahmen innerhalb des veranschlagten Korridors und somit zufriedenstellend. Der Landrat Thomas Karmasin betonte, dass die Entscheidung für die Generalsanierung auch im Nachhinein richtig war, da man niemanden hatte, der die zusätzlichen Kosten für einen Neubau hätte auffinden können.

Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit

Die Generalsanierung des Gymnasiums Olching ist nicht nur ein Projekt zur baulichen Modernisierung, sondern auch ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Durch die Sanierung wird das bestehende Gebäude nicht abgerissen, was Ressourcen spart und den Ausstoß von CO₂ reduziert. Zudem wird durch die Energieoptimierung des Gebäudes und die Nutzung moderner Lüftungssysteme der Energiebedarf minimiert.

Ein weiterer Aspekt ist die langfristige Nutzung des Gebäudes. Mit dem Lernhauskonzept und den neuen Fachräumen ist das Gymnasium Olching für die Zukunft ausgestattet, wobei die Räume flexibel genug sind, um sich an zukünftige pädagogische Entwicklungen anpassen zu können. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Schule.

Fazit

Die Generalsanierung des Gymnasiums Olching ist ein beeindruckendes Projekt, das auf mehreren Ebenen gelungen ist. Mit einem Investitionsvolumen von 85 Millionen Euro und einer Bauzeit bis Sommer 2027 hat der Landkreis Fürstenfeldbruck ein Modellprojekt für moderne Schulentwicklung und Bauplanung realisiert. Die Sanierung verfolgte nicht nur bauliche, sondern auch pädagogische und technische Ziele, wobei das Lernhauskonzept und die Energieeffizienz im Vordergrund standen.

Zwar gab es in der Planung und Umsetzung einige Herausforderungen, wie Verzögerungen, statische Probleme und Baulärmeinwände, doch gelang es, den Bauzeitenplan nach Anpassungen einzuhalten und den Kostenrahmen zu halten. Die Entscheidung für eine Generalsanierung statt eines Neubaus erwies sich als wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig.

Die Sanierung des Gymnasiums Olching ist somit nicht nur ein lokales Projekt, das die Bildungslandschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck prägt, sondern auch ein Beispiel für die zukünftige Entwicklung von Schulen in Deutschland. Mit modernen Lernräumen, energieeffizienter Ausstattung und einem nachhaltigen Konzept für die Nutzung der Räume hat das Gymnasium Olching gezeigt, wie Schule in der Zukunft aussehen kann.

Quellen

  1. Landratsamt Fürstenfeldbruck: Spatenstich Generalsanierung Gymnasium Olching
  2. Merkur.de: Generalsanierung des Gymnasiums Olching geht in die nächste Phase
  3. Merkur.de: So läuft es auf der Großbaustelle: Gymnasium-Sanierung startet in nächste Phase
  4. Landratsamt Fürstenfeldbruck: Bericht aus der projektbegleitenden Arbeitsgruppe
  5. Süddeutsche.de: Gymnasium Olching: Generalsanierung mit 85 Millionen Euro
  6. Süddeutsche.de: Baulärm und Nachbarenprobleme bei der Generalsanierung
  7. Süddeutsche.de: Generalsanierung des Gymnasiums Olching: Kosten und Umfang

Ähnliche Beiträge