KfW-Förderung für die Sanierung von Gebäuden mit zwei Wohneinheiten – Überblick und Praxis

Die energetische Sanierung von Immobilien hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema im Bereich der Gebäudeökologie entwickelt. Insbesondere für Eigentümer von Häusern mit zwei Wohneinheiten bietet die KfW-Förderung eine Vielzahl an Optionen, um Investitionen in Dämmung, Fenster- und Heizungsanlagen sowie andere energieeffiziente Maßnahmen zu finanzieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt hierfür spezielle Kredite und Zuschüsse bereit, die sowohl zinsgünstig als auch mit Tilgungszuschüssen ausgestattet sind. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Übersicht über die KfW-Förderprogramme im Kontext von Gebäuden mit zwei Wohneinheiten, wobei alle Angaben auf den bereitgestellten Quellen beruhen.

Einführung: Die KfW-Förderung im Kontext von zwei Wohneinheiten

Die Sanierung von Immobilien mit zwei Wohneinheiten erfordert oft eine sorgfältige Planung, insbesondere wenn die Maßnahmen energetisch optimiert werden sollen. Die KfW bietet hierfür mehrere Programme an, die je nach Art und Umfang der Sanierung unterschiedlich eingesetzt werden können. Besonders relevant sind die Programme KfW 261 und KfW 262, die sich auf energetische Sanierungen beziehen und zudem in Kombination mit weiteren Förderungen wie Zuschüssen des BAFA genutzt werden können.

Die Förderung durch die KfW ist dabei sowohl als Kredit als auch als Zuschuss erhältlich. Kredite sind zinsgünstig und bieten flexible Tilgungsoptionen, während Zuschüsse nicht rückzahlbar sind und vor allem bei Einzelmaßnahmen oder barrierefreien Umbauten eingesetzt werden. Bei der Planung einer Sanierung ist es daher entscheidend, frühzeitig zu klären, welche Maßnahmen unter welche Programme fallen und wie sie optimal kombiniert werden können.

KfW 261: Sanierung auf Effizienzhaus-Niveau

Das KfW-Programm 261 richtet sich an Eigentümer, die ihr Gebäude umfassend energetisch sanieren und auf ein anerkanntes Effizienzhaus-Niveau bringen möchten. Ziel ist es, den Energieverbrauch durch eine ganzheitliche Modernisierung deutlich zu reduzieren.

Förderhöhe und Kreditkonditionen

Die Förderhöhe ist abhängig vom Effizienzhaus-Standard, den das Gebäude nach der Sanierung erreicht. Für zwei Wohneinheiten sind bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit förderfähig, was insgesamt bis zu 300.000 Euro bedeutet. Die Kreditlaufzeiten reichen bis zu 30 Jahren, mit einer Zinsbindung von bis zu 10 Jahren. Der effektive Jahreszins liegt bei mindestens 2,29 %, was deutlich unter dem Marktniveau liegt.

Zusätzlich bietet das Programm Tilgungszuschüsse, deren Höhe sich nach dem erreichten Effizienzhaus-Standard richtet. Bei Erreichen des Effizienzhaus 40- Standards kann beispielsweise ein Tilgungszuschuss von bis zu 45 % in Anspruch genommen werden.

Voraussetzungen und Prüfung durch Energieexperten

Um die Förderung in Anspruch zu nehmen, müssen die geplanten Maßnahmen den technischen Anforderungen entsprechen. Diese werden von einem Energieeffizienz-Experten bestätigt. Dazu gehören beispielsweise die Dämmung von Dach und Fassade, der Austausch von Fenstern oder die Modernisierung von Heizungs- und Lüftungssystemen.

Ein weiterer Vorteil des Programms ist, dass die Materialkosten seit 2023 förderfähig sind, sofern sie von einem Energieberater oder einem Fachunternehmen geprüft und abgenommen werden. Dies gilt jedoch nicht für die Arbeitsstunden, die nicht aufrechnbar sind.

Besonderheiten für Baudenkmäler

Für Baudenkmäler gelten im Programm 261 vereinfachte Bedingungen, da der Wärmeverlust nach der Sanierung höher sein darf als bei anderen Effizienzhaus-Standards. Dies bedeutet, dass weniger Dämmung erforderlich ist. Für Baudenkmäler ist die Förderhöhe ebenfalls bis zu 120.000 Euro beziehungsweise 150.000 Euro (mit Erneuerbare Energien- oder Nachhaltigkeits-Klasse) je Wohneinheit.

Bonusprogramme und Serienmaßnahmen

Zusätzliche Boni können in Anspruch genommen werden, wenn das Gebäude zu den Worst Performing Buildings (WPB) gehört, also zu den 25 % schlechtesten sanierten Gebäuden. In solchen Fällen gibt es einen Bonus von zehn Prozent, wenn das Gebäude nach Sanierung den Effizienzhaus 70-Standard erreicht.

Ein weiterer Bonus von 15 Prozent ist möglich, wenn eine serielle Sanierung durchgeführt wird. Bei dieser Vorgehensweise werden vorgefertigte Elemente für die Sanierung genutzt, was die Bauzeit verkürzt und die Kosten reduziert.

KfW 262: Förderung für Einzelmaßnahmen

Nicht jede Sanierung erfordert eine Komplettsanierung. Für gezielte Einzelmaßnahmen bietet das Programm KfW 262 eine praktische Lösung. Hierbei können beispielsweise Einzelarbeiten wie der Austausch von Fenstern, die Dämmung von Wänden oder dem Dach, oder die Modernisierung der Heizungsanlage gefördert werden.

Kreditkonditionen und Tilgungszuschuss

Auch bei KfW 262 sind die Kreditkonditionen attraktiv, da der effektive Jahreszins ebenfalls niedriger als der Marktsatz ist. Bei Einzelmaßnahmen ist es zudem möglich, einen Tilgungszuschuss in Anspruch zu nehmen, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Dies gilt insbesondere, wenn die Maßnahmen den Anforderungen des BEG EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen) entsprechen.

Kombination mit weiteren Förderungen

Die KfW 262 kann zudem ergänzt werden durch Förderungen des BAFA, beispielsweise für Energieberatungen. So können bis zu 50 % der Beratungskosten gefördert werden, wobei der maximale Zuschuss bei 650 Euro liegt.

Kombination mit weiteren Programmen: KfW 308, 358/359 und 458

KfW 308: Wohneigentum für Familien (Bestandserwerb)

Für Familien oder Alleinerziehende, die eine Bestandsimmobilie erwerben und innerhalb von 4,5 Jahren energetisch sanieren, ist das KfW 308 besonders interessant. Der effektive Jahreszins liegt bei 0,01 %, und die Kredithöhe beträgt bis zu 150.000 Euro. Voraussetzung ist, dass das Gebäude nach Sanierung den Effizienzhaus-Standards "EE" oder denkmalgerecht entspricht.

KfW 358/359: Einzelmaßnahmen Ergänzungskredit

Bei bereits bezugsgeschützten Einzelmaßnahmen kann der Ergänzungskredit KfW 358/359 genutzt werden. Der Kredit ist ebenfalls zinsgünstig, mit einem effektiven Jahreszins ab 0,01 %, und bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit förderfähig. Dies ermöglicht es, bereits geförderte Maßnahmen zu ergänzen und somit den Gesamteffekt der Sanierung zu verstärken.

KfW 458: Heizungstausch

Ein weiteres Programm, das für die Sanierung mit zwei Wohneinheiten besonders relevant ist, ist das KfW 458, das den Heizungstausch fördert. Hierbei sind Zuschüsse zwischen 30 und 70 % der Kosten förderfähig, wobei der maximale Zuschuss bei 23.500 Euro liegt. Förderfähig sind klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermieanlagen oder Hybridsysteme. Zudem gibt es Boni wie den Klima-Bonus, den Einkommensbonus oder den iSFP-Bonus.

Praktische Umsetzung: Wohneinheiten zusammenlegen

Bei Immobilien mit zwei Wohneinheiten kann es vorkommen, dass die Mieter nach der Sanierung ausziehen und die Wohneinheiten zusammengelegt werden. Hierbei ist es wichtig zu wissen, wie die KfW-Förderung in diesem Fall zu behandeln ist.

Antragstellung und Sanierungszeitpunkt

Die Antragstellung für KfW-Förderprogramme muss vor Beginn der Sanierungsarbeiten erfolgen. Entscheidend ist zudem, dass die Sanierungsmaßnahmen vor der Zusammenlegung der Wohneinheiten durchgeführt werden. Sofern die Einzelmaßnahmen vor der Zusammenlegung abgeschlossen sind, können Zuschüsse für zwei Wohneinheiten beantragt werden. Nach Abschluss der Sanierung und der tatsächlichen Zusammenlegung ist die Beantragung für eine Wohneinheit korrekt. Es ist laut Angaben von BAFA und KfW keine Meldung erforderlich, wenn die Wohneinheiten später zusammengelegt werden, und eine Rückzahlung der Fördermittel droht nicht.

Rechtliche Einordnung

Es ist zudem wichtig zu beachten, dass die baurechtliche Einordnung entscheidend ist. Solange zwei Wohneinheiten rechtlich existieren, bleiben sie auch nach der Nutzungszusammenlegung zwei Wohneinheiten. Dies hat keine Auswirkungen auf die Förderung, solange die Sanierungsmaßnahmen vor der tatsächlichen Zusammenlegung durchgeführt wurden.

Finanzierungsbeispiele: Wie KfW-Förderung in der Praxis eingesetzt wird

Die KfW-Förderung kann in der Praxis auf verschiedene Weise genutzt werden, je nach Finanzierungssituation des Eigentümers. Ein Praxisbeispiel für die Finanzierung einer Sanierung mit zwei Wohneinheiten könnte wie folgt aussehen:

  • KfW-Kredit: 150.000 Euro
  • Bankdarlehen: 120.000 Euro
  • Eigenkapital: 30.000 Euro

Durch den KfW-Kredit spart die Familie bei einem Zinsvorteil von 1,5 Prozentpunkten auf 150.000 Euro ca. 187 Euro monatlich. Über einen Zeitraum von zehn Jahren ergibt sich so eine Ersparnis von ca. 22.000 Euro. Für eine präzise Berechnung ist es jedoch wichtig, die aktuelle Konditionen der Banken und der KfW zu berücksichtigen.

Ein weiteres Beispiel betrifft die Sanierung eines Hauses mit Sanierungskosten von 120.000 Euro, bei der ein Tilgungszuschuss von 20 Prozent möglich ist, sofern das Haus den 55+ Standard erreicht.

Vorteile der KfW-Förderung: Warum jetzt modernisieren?

Die aktuelle Situation in Deutschland macht energetische Sanierungen aktueller denn je. Steigende Energiekosten, ambitionierte Klimaziele und der Zustand vieler Wohngebäude sind hierbei entscheidende Faktoren. Die KfW-Förderung bietet Eigentümern finanzielle Anreize, um energetische Maßnahmen planbar und bezahlbar zu machen.

Ein weiterer Vorteil der KfW-Förderung ist, dass sie in Kombination mit weiteren Förderungen genutzt werden kann. So können beispielsweise Zuschüsse des BAFA für Energieberatungen oder regionale Förderprogramme eingesetzt werden, um die Kosten weiter zu senken.

Zudem hat die KfW-Förderung auch ökologische Vorteile. Durch die Reduzierung des Energieverbrauchs tragen Eigentümer aktiv dazu bei, die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Dies macht die KfW-Förderung nicht nur für die individuelle Immobilie, sondern auch für die Gesamtgesellschaft attraktiv.

Fazit

Die KfW-Förderung für die Sanierung von Gebäuden mit zwei Wohneinheiten bietet Eigentümern zahlreiche Möglichkeiten, um Investitionen in Dämmung, Fenster- und Heizungsanlagen sowie andere energetische Maßnahmen zu finanzieren. Die Programme KfW 261 und KfW 262 sind dabei besonders relevant, da sie sowohl umfassende als auch gezielte Sanierungen abdecken. In Kombination mit weiteren Förderungen wie Zuschüssen des BAFA oder Ergänzungskrediten können die Kosten erheblich reduziert werden.

Bei der Planung ist es wichtig zu beachten, dass die Antragstellung vor Beginn der Sanierungsarbeiten erfolgen muss und dass die Maßnahmen den technischen Anforderungen entsprechen. Besonders bei der Zusammenlegung von Wohneinheiten ist es entscheidend, dass die Sanierungsmaßnahmen vor der tatsächlichen Zusammenlegung durchgeführt werden, um die Förderung optimal zu nutzen.

Die KfW-Förderung ist nicht nur finanziell attraktiv, sondern trägt zudem zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz bei. Sie ist somit ein zentrales Instrument, um die Energieeffizienz von Bestandsimmobilien zu steigern und langfristige Einsparungen zu ermöglichen.

Quellen

  1. KfW-Kredit Sanierung: So nutzen Sie die Förderprogramme 2025 optimal
  2. Energetische Sanierung: Tipps und Programme
  3. KfW-Förderung: Energieeffizient Sanieren
  4. Förderung der Sanierung von zwei Wohneinheiten
  5. Staatliche Immobilienförderung aktuell

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