Die Mogetissa-Therme in Weißenburg: Sanierung zwischen Herausforderungen und kreativen Lösungen

Die Mogetissa-Therme in Weißenburg war einst ein beliebtes Freizeitangebot der Region. Nach der letzten Schließung im Winter 2019/2020 begannen die Sanierungsarbeiten, doch aufgrund steigender Baukosten und unerwarteter Schäden geriet das Projekt ins Stocken. In den vergangenen Jahren stand das ehemalige Hallenbad leer, bis die Stadt Weißenburg in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern eine ungewöhnliche Lösung fand: die Transformation des leer stehenden Gebäudes in einen kulturellen Veranstaltungsort. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, die Herausforderungen, die finanzielle Situation sowie die kreativen Alternativen, die im Zusammenhang mit der Mogetissa-Therme entstanden sind.

Hintergrund: Von Erlebnisbad zu leerem Gebäude

Die Mogetissa-Therme war ein zentraler Ort der Freizeitgestaltung für die Einwohner von Weißenburg. Noch vor zwei Jahren war das Erlebnisbecken mit wohlig warmen Wasser gefüllt, doch mittlerweile ist das Wasser abgelassen und die Räumlichkeiten im Zustand eines Bauprojekts. Die Sanierungsarbeiten begannen, doch die Kosten stiegen rapide an. Infolgedessen wurde der Stadtrat mit der Entscheidung konfrontiert, ob das Hallenbad dauerhaft geschlossen werden oder doch saniert werden soll, koste es was es wolle. Nach zähen Verhandlungen wurde entschieden, dass die Mogetissa-Therme nicht weiter als Schwimmbad genutzt werden wird.

Die Sanierungsplanung: Herausforderungen und Zeitplan

Die Planungen für die Sanierung der Mogetissa-Therme waren ursprünglich für den Herbst 2023 vorgesehen. Nach heutigem Stand ist es möglich, dass der Zeitplan eingehalten wird, was auch auf eine „großzügige“ Planung zurückzuführen ist. Dennoch gab es überraschende Schwierigkeiten, insbesondere im Technikgeschoss, wo erhebliche Wasserschäden entdeckt wurden. Ein Stahlträger an der Decke war stark beschädigt, und an der Wand hinter dem Warmwasserspeicher war über die Jahre stetig Wasser abgelaufen. Diese Schäden wurden nicht im Vorfeld erwartet, was den Planungsprozess zusätzlich kompliziert hat.

Die Stadtwerke Weißenburg haben in Eigenleistung bereits eine Menge Arbeit geleistet. Bäder-Betriebsleiter Thomas Nickisch und sein Team haben Rohre, Leitungen und Lüftungsanlagen abgebaut. Dieses Vorgehen spart Kosten, da externe Firmen nicht eingesetzt werden mussten. Zudem ist die Sanierung in Eigenleistung mit einem Förderprogramm für Schulschwimmbäder der Regierung von Mittelfranken abgesprochen. Allerdings war der Antrag auf Förderung durch ein Bundesprogramm für Sportstätten abgelehnt.

Die Kosten: Ein finanzieller Kraftakt

Die Sanierung der Mogetissa-Therme ist ein Projekt, das in Millionenhöhe geplant ist. Insgesamt sind für die Sanierungsmaßnahmen rund neun Millionen Euro und 30 Monate eingeplant. Nach einem Jahr ist bereits ein beträchtlicher Teil dieser Zeit verstrichen, und der formelle Vergabeverfahren für die Planungen ist noch am Laufen. Der technische Geschäftsführer der Stadtwerke, André Goldfuß-Wolf, hat eingeräumt, dass der Ablauf langsamer als erwartet verläuft. Er begründete dies damit, dass die Planungsbüros in der Region stark beansprucht seien und viele Badsanierungen parallel durchgeführt würden.

Ein weiteres Problem ist, dass die Sanierung nicht nur die Gebäudestruktur beinhaltet, sondern auch die Erneuerung der Elektrik, der Lüftungsanlagen und der Wasseraufbereitung. In den Planungen wird sich zeigen, ob ein Schutzanstrich ausreicht oder ob ein kathodischer Korrosionsschutz erforderlich ist. Letzterer würde den Schadensgrad „einfrieren“ und weitere 20 bis 25 Jahre Gewinn garantieren. Im schlimmsten Fall wäre sogar eine komplette Betonvollsanierung nötig.

Ressourcenschonung: Alte Anlagen weiterverwenden

Ein zentraler Aspekt der Sanierung ist die Ressourcenschonung. Die Stadtwerke Weißenburg versuchen, so wenig Müll wie möglich zu produzieren, indem sie einige der abmontierten Maschinen und Geräte über einen speziellen Makler für Industrieanlagen weitervermitteln. Laut Goldfuß-Wolf können viele Anlagen noch funktionell genutzt werden. Was an Leitungen noch brauchbar ist, will man weiterhin in der Mogetissa-Therme nutzen. Obwohl dies mehr Planungsaufwand bedeutet, ist es ressourcenschonend und trägt dazu bei, die Substanz nicht verkommen zu lassen.

Die Auswirkungen auf die Energiekosten

Ein weiteres Problem, das mit der Sanierung einhergeht, ist die steigende Energiekosten. Hallenbäder sind im Vergleich zu anderen Gebäudearten besonders energieintensiv. Für den bislang favorisierten Neubau eines Schul- und Sportschwimmbads am Freibad wurden jährliche Energiekosten von 160.000 Euro kalkuliert. Bei einem Betriebszeitraum von etwa 30 Jahren bedeutet dies Ausgaben von insgesamt 6,8 Millionen Euro. Diese Summe entsteht, bevor die Kosten für den Umbau der Energieversorgung berücksichtigt werden. Die Stadtwerke müssen in die Zukunft investieren, um Weißenburg energieautark zu machen. Dies macht es fraglich, ob die Stadträte sich für ein „Augen zu und durch“ bei der Hallenbad-Abstimmung entscheiden können.

Die Preissituation: Wirtschaftlich nicht tragbar

Die finanzielle Situation der Stadtwerke ist weiterhin problematisch. Der Betrieb von Schwimmbädern ist ein defizitärer Bereich, der von den Stadtwerkekunden über Gas- und Strompreise getragen wird. Für Billiganbieter ist das Finanzierungspotenzial jedoch gering. Die Eintrittspreise allein reichen nicht aus, um das Defizit auszugleichen. Die Stadtwerke haben errechnet, dass zur Kostendeckung die Eintrittspreise um das 2,5-Fache erhöht werden müssten. Eine Zwei-Stunden-Karte für Erwachsene hätte damals schon 11,75 Euro gekostet. Eine Tageskarte für Sauna und Bad wäre mit 30 Euro zu Buche geschlagen. Ein Familienbesuch für drei Stunden hätte 35 Euro gekostet. Solche Preise widersprechen dem sozialen Gedanken, der mit einem Hallenbad verbunden ist.

Kulturelle Nutzung: Von Schwimmbad zu „Lost Place“

In den vergangenen Jahren stand das Hallenbad leer, weshalb es von vielen als „Lost Place“ bezeichnet wird. Wo früher Badegäste sprangen und entspannten, ist heute Stille eingekehrt. Doch in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern wurde eine ungewöhnliche Lösung gefunden: Die Mogetissa-Therme wurde in einen kulturellen Veranstaltungsort transformiert. Das Künstlerkollektiv „AEK“ hat in den vergangenen Wochen eine Ausstellung namens „Expedition: Arkadien“ veranstaltet. Acht Künstler stellten bunte Installationen und Malerei aus, und sieben Performer verkörperten verschiedene Aspekte des Glücks. Die Veranstaltung fand an zwei Wochenenden statt und zog erstmals seit langer Zeit wieder Besucher in das Gebäude.

Diese kreative Nutzung des leer stehenden Gebäudes zeigt, wie kulturelle Projekte auch in städtischen Räumen eingesetzt werden können, um leer stehende Gebäude nicht einfach abzureißen, sondern weiterzuentwickeln. Die Veranstaltung war nicht nur ein kultureller Erfolg, sondern auch ein Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung.

Die Zukunft: Was kommt nach der Sanierung?

Der aktuelle Plan sieht vor, dass das Gebäude entweder saniert oder in eine andere Form der Nutzung überführt wird. Eine Dauer-Schließung war nicht vorgesehen, und es bleibt unklar, ob die Sanierungsarbeiten tatsächlich abgeschlossen werden oder ob die Mogetissa-Therme in Zukunft in eine andere Funktion überführt wird. In absehbarer Zeit sollen die alten Gemäuer abgerissen werden, falls die Sanierung nicht fortgeführt wird.

Fazit

Die Mogetissa-Therme in Weißenburg war einst ein zentraler Ort der Freizeitgestaltung und hat nun eine neue, ungewöhnliche Rolle übernommen. Die Sanierungsarbeiten, die ursprünglich geplant waren, konnten nicht fortgeführt werden, weshalb das Gebäude leer stand. In einer kreativen Zusammenarbeit mit Künstlern wurde es jedoch in einen kulturellen Veranstaltungsort verwandelt, der für kurze Zeit wieder Leben in das ehemalige Hallenbad brachte.

Die finanziellen und logistischen Herausforderungen der Sanierung zeigen, wie komplex solche Projekte sein können. Die Kosten, die Ressourcen und die langfristigen Auswirkungen auf die Energieversorgung sind entscheidende Faktoren, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig ist die kulturelle Nutzung des Gebäudes ein Beispiel dafür, wie leer stehende Räume in städtischen Zentren kreativ genutzt werden können, ohne sie einfach abzureißen.

Quellen

  1. Die Sanierung der Mogetissa-Therme soll baldmöglichst losgehen
  2. Kunst unter der Therme
  3. Baustellen-Update: Das ist der Stand in der Mogetissa-Therme
  4. „Auf der Suche nach dem Glück“: Verlassenes Schwimmbad wird zu Ort der Kunst
  5. Ein Hallenbad für Weißenburg: Die Argumente dafür und dagegen

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