MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist ein multiresistentes Bakterium, das aufgrund seiner Resistenz gegenüber gängigen Antibiotika schwer zu behandeln ist. Der Befall mit MRSA kann in sensiblen Umgebungen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder privaten Haushalten zu erheblichen gesundheitlichen Risiken führen. Eine gründliche MRSA-Sanierung ist daher oft unerlässlich, um die Ausbreitung des Keims zu verhindern. Dieser Artikel befasst sich ausführlich mit den Kosten, der Durchführung und der Abrechnungsmöglichkeit einer MRSA-Sanierung, basierend auf verfügbaren Quellen aus der Branche.
Was ist MRSA und warum ist eine Sanierung notwendig?
MRSA bezeichnet einen Staphylococcus aureus, der sich aufgrund genetischer Veränderungen gegen mehrere Antibiotika entwickelt hat. Obwohl gesunde Menschen von einer Besiedelung mit MRSA in der Regel nicht betroffen sind, kann das Bakterium bei eingeschränkter Immunabwehr oder durch Wunden in den Körper eindringen und schwerwiegende Infektionen verursachen.
Eine Sanierung ist erforderlich, wenn ein MRSA-Befall nachgewiesen wird. Sie umfasst die gründliche Reinigung und Desinfektion von Flächen und Gegenständen, die mit dem Keim in Berührung gekommen sind. Ziel ist es, die Ausbreitung zu stoppen und sekundäre Infektionen zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für medizinische Einrichtungen, sondern auch für private Räume, in denen ein MRSA-Befall aufgetreten ist.
Wie läuft eine professionelle MRSA-Sanierung ab?
Eine professionelle MRSA-Sanierung erfolgt in mehreren Schritten:
Reinigung: Zunächst wird die betroffene Fläche gründlich gereinigt, um sichtbare Verschmutzungen zu entfernen. Dies ist eine notwendige Vorbereitung, da Schmutzpartikel die Wirksamkeit der Desinfektion beeinträchtigen können.
Desinfektion: Danach wird die Fläche mit MRSA-wirksamen Desinfektionsmitteln behandelt. Oft wird eine zweistufige Desinfektion durchgeführt, um eine maximale Keimreduktion zu erzielen.
Spülung und Trocknung: Nach der Desinfektion wird die Fläche gründlich gespült und getrocknet. Dies ist besonders wichtig, um Rückstände von Desinfektionsmitteln zu entfernen, die ansonsten gesundheitliche Risiken bergen können.
Kontrolle: Im Anschluss an die Sanierung erfolgt eine abschließende Kontrolle, um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen. Bei hartnäckigem Befall oder großflächigen Kontaminationen kann der Einsatz spezieller Verfahren wie Vernebelung notwendig sein.
Die Dauer der Sanierung hängt von der Größe der Fläche und dem Ausmaß des Befalls ab. In sensiblen Umgebungen wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen kann sie aufwendig und langwierig sein.
Welche Kosten entstehen bei einer MRSA-Sanierung?
Die Kosten einer MRSA-Sanierung variieren stark und hängen von mehreren Faktoren ab:
- Größe der Fläche: Kleinere Flächen, wie beispielsweise ein Badezimmer, können mit Kosten von mehreren hundert Euro verbunden sein.
- Grad der Kontamination: Bei schwerer Kontamination oder großflächigen Befall können die Kosten deutlich ansteigen.
- Materialbedarf: Die Kosten für Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Handschuhe, Schutzkleidung usw. tragen zur Gesamtkostensumme bei.
- Arbeitsaufwand: Professionelle Reinigungsfirmen berechnen den Zeitaufwand der Mitarbeiter, der je nach Komplexität der Sanierung variieren kann.
In Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen können die Kosten im fünfstelligen Bereich liegen, da hier oft mehrere Räume, Geräte und Gegenstände betroffen sein können. Die Kosten umfassen außerdem die Entsorgung von kontaminierten Materialien und gegebenenfalls auch die Beratung durch einen Hygieniker.
Es ist ratsam, mehrere Angebote von professionellen Reinigungsfirmen einzuholen, um den Preis zu vergleichen und das beste Angebot zu finden. Eine klare Kostenvoranschau ist hierbei unerlässlich, um unerwartete Mehrkosten zu vermeiden.
Wer zahlt die MRSA-Sanierung?
Die Frage nach der Kostenübernahme ist oft von zentraler Bedeutung. Nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) kann eine ambulante Sanierungsbehandlung von MRSA-Trägern unter bestimmten Voraussetzungen durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernommen werden.
Die Leistungspflicht der GKV gilt, wenn der Patient einen positiven MRSA-Nachweis vorlegt und mindestens zwei der folgenden Risikofaktoren aufweist:
- Hautulcus, Gangrän, chronische Wunden oder tiefe Weichteilinfektionen
- Dialysepflichtigkeit
- liegende Katheter (z.B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde)
- Antibiotikatherapie in den zurückliegenden sechs Monaten
- Pflegebedürftigkeit (mindestens Stufe 1)
Diese Regelung wurde bereits 2012 festgelegt und 2022 erneut bestätigt. Der Patient muss also nicht nur als MRSA-Träger nachgewiesen sein, sondern auch ein hohes Infektionsrisiko aufweisen.
In solchen Fällen kann die MRSA-Sanierung über die ambulante Eradikationstherapie erfolgen. Diese umfasst beispielsweise die Applikation einer antibakteriellen Nasensalbe, Mund- und Rachenspülung mit antiseptischen Lösungen oder die Dekontamination von Haut und Haaren. Diese Leistungen können durch Vertragsärzte, die eine Genehmigung ihrer Krankenkasse (KV-Genehmigung) besitzen, abrechnet werden.
Wie wird eine MRSA-Sanierung abgerechnet?
Die Abrechnung der MRSA-Sanierung erfolgt über spezielle GOP-Nummern (Gemeinsame Ordnungspunkte), die im EBM (Entgeltkatalog für die medizinischen Leistungen) festgelegt sind. Einige relevante GOP-Nummern sind:
- 30940: Erhebung des MRSA-Status eines Risikopatienten
- 30942: Erhebung des MRSA-Status eines Nicht-Risikopatienten
- 30944: Sanierung von MRSA-Trägern mit gesicherter Diagnose
- 30946: Sanierung von MRSA-Trägern mit gesicherter Diagnose im ambulanten Bereich
Vertragsärzte müssen eine Genehmigung ihrer Krankenkasse besitzen, um diese Leistungen abrechnen zu dürfen. Die Abrechnung erfolgt auf dem Muster 12 "Verordnung häuslicher Krankenpflege" unter Angabe der Leistungsnummer 26a oder des Textes "Durchführen der Sanierung von MRSA-Trägern mit gesicherter Diagnose".
In Ausnahmefällen, beispielsweise wenn der Patient aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen nicht selbst die Sanierungsmaßnahmen durchführen kann, können zusätzliche Leistungen wie der tägliche Wechsel der Bettwäsche oder die Desinfektion von Gegenständen notwendig sein. Diese können ebenfalls über die GKV abgerechnet werden, sofern der Patient keinen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB XI (Pflegeversicherung) hat.
Wie lange dauert eine MRSA-Sanierung?
Die MRSA-Sanierung dauert in der Regel etwa zwei Wochen. In manchen Fällen, insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren wie chronischen Wunden, Fremdkörpern wie Kathetern oder einer Antibiotikatherapie in den letzten sechs Monaten, kann die Sanierung länger dauern. In seltenen Fällen kann sie erst nach zwei oder drei Jahren erfolgreich sein, da der Risikofaktor vorher beseitigt werden muss.
Die Erfolgsprüfung erfolgt durch wiederholte Abstriche. In der ambulanten Behandlung werden Abstriche zwischen dem 3. und 6. Monat durchgeführt. Nach 12 Monaten und negativen Abstrichen gilt der Patient als MRSA-frei. Dennoch muss er bei einer erneuten Aufnahme in ein Krankenhaus erneut getestet werden.
Was bedeutet die MRSA-Sanierung für die Entlassung?
Die MRSA-Besiedlung hat keinen Einfluss auf die Entlassung eines Patienten. Es ist also möglich, einen MRSA-Träger zu entlassen, sofern die medizinischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Sanierungsmaßnahmen nicht notwendig sind. Sie dienen vielmehr der Vorbeugung einer erneuten Infektion oder der Übertragung an andere Personen.
Fazit
MRSA-Besiedelung und -Infektionen stellen in medizinischen Einrichtungen und privaten Umgebungen ein ernstzunehmendes Problem dar. Eine professionelle Sanierung ist oft unerlässlich, um die Ausbreitung des Keims zu verhindern und sekundäre Infektionen zu vermeiden. Die Kosten variieren stark, hängen aber von der Größe der Fläche, dem Grad der Kontamination und dem notwendigen Arbeitsaufwand ab. In manchen Fällen, insbesondere bei ambulanter Behandlung mit Risikofaktoren, kann die Sanierung durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen werden. Die Abrechnung erfolgt über spezielle GOP-Nummern, wobei eine KV-Genehmigung erforderlich ist. Die Sanierung dauert in der Regel etwa zwei Wochen, kann aber je nach individueller Situation auch länger andauern.
Eine MRSA-Sanierung ist nicht nur eine medizinische Notwendigkeit, sondern auch ein Schutz vor weiteren gesundheitlichen Risiken. Ob in einer Klinik, einer Pflegeeinrichtung oder in einem privaten Haushalt – eine gründliche und professionelle Sanierung ist entscheidend für die Sicherheit aller Beteiligten.