Einführung
Die Neptun-Schwimmhalle in Rostock, ein seit 1955 in Betrieb befindlicher Traditionsbau, ist Gegenstand einer umfangreichen Sanierung. Diese umfasst insbesondere die energetische Modernisierung der 25-Meter-Halle, die als „Herzstück“ der Anlage gilt. Die Arbeiten sind Teil eines langfristigen Sanierungsplans, der sich über mehrere Bauabschnitte erstreckt und bis voraussichtlich 2026 andauern wird. Die Sanierung zielt auf die Reduktion von Energiekosten, die Sicherung der baulichen Substanz sowie die Aufstockung der Anlagen durch erneuerbare Energien ab. In diesem Artikel werden die Hintergründe, die konkreten Maßnahmen, die zeitliche Planung und die Kosten der Sanierung im Detail vorgestellt.
Historie und Bedeutung der Neptun-Schwimmhalle
Die Neptun-Schwimmhalle in Rostock ist ein bedeutender Teil der städtischen Infrastruktur und hat sich über die Jahre als zentraler Treffpunkt für Sport, Freizeit und Bildung etabliert. Die Halle wurde 1955 eröffnet und ist seitdem ein Wahrzeichen der Stadt. Besonders hervorzuheben sind die Internationalen Springertage, die erstmals 1956 in der Halle stattfanden und seither den Ruf der Sportstätte im Bereich des Wassersports stärkten.
Die Anlage umfasst mehrere Bäder und Funktionseinheiten, darunter das 25-Meter-Becken, ein Springerbecken mit Sprunganlage für alle olympischen Disziplinen, sowie zwei Zuschauertribünen. Die bauliche Struktur der Halle basiert auf einer Stahlbetonbinderkonstruktion, die sich über die gesamte Breite von ca. 45 Metern erstreckt und das Dach sowie die Unterdecken trägt. Diese Konstruktion wurde in den 1950er Jahren errichtet und in den 1980er und 1990er Jahren teilweise erneuert, darunter die Fensterflächen.
Die langjährige Nutzung und das fehlende ausreichende Energiekonzept führten jedoch zu einem Zustand, in dem eine grundlegende Sanierung dringend erforderlich wurde. Die Sanierungsmaßnahmen sind daher nicht nur technisch notwendig, sondern auch ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll.
Ziele der Sanierung
Die Sanierung der Neptun-Schwimmhalle hat mehrere zentrale Ziele, die sowohl infrastrukturell als auch ökologisch motiviert sind:
Energetische Modernisierung: Das Hauptaugenmerk liegt auf der Sanierung des Daches, bei dem die größten Wärmeverluste verzeichnet wurden. Die Dämmung wird auf 8 cm erhöht, und die Dachfläche wird neu abgedichtet. Gleichzeitig wird eine Photovoltaik-Anlage installiert, um Stromkosten zu senken und erneuerbare Energien zu nutzen.
Statische Ertüchtigung: Die Dachkonstruktion wird auf statische Belastbarkeit überprüft und gegebenenfalls verstärkt, um die Sicherheit der gesamten Halle zu gewährleisten.
Sanierung der Anlagentechnik: Energieeffiziente Beleuchtungssysteme werden eingebaut. Zudem wird die Lüfterzentrale umgebaut, um die Belüftung des Baus effizienter zu gestalten.
Langfristige Wartungsfähigkeit: Durch die Dezentralisierung der Heizungsanlagen wird sichergestellt, dass bei Defekten nicht das gesamte Schwimmbad lahmgelegt wird. Dies erhöht die Betriebsicherheit und reduziert die Ausfallzeiten.
Erneuerung von Sanitärbereichen: Insbesondere die Damen-Duschen und Umkleiden, die aus den 1950er Jahren stammen, werden saniert, um die Nutzungskomfort und Hygienestandards zu verbessern.
Konkrete Maßnahmen an der 25-Meter-Halle
Die 25-Meter-Halle ist das zentrale Element der Sanierung. Sie wird in mehreren Bauabschnitten saniert, wobei der erste Schwerpunkt auf energetischen und statischen Maßnahmen liegt.
Dachertüchtigung und Dämmung
Das Dach der 25-Meter-Halle wird mit einer 8 cm dicken Dämmung ausgestattet, um Wärmeverluste zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Dachfläche neu abgedichtet, um Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen. Die Dachfläche ist für die Installation einer Photovoltaik-Anlage geeignet, die über 600 Module umfassen wird. Diese Anlage wird zukünftig Strom für das Schwimmbad bereitstellen und so die Energiekosten senken.
Zur Durchführung der Arbeiten muss das Becken aus Sicherheitsgründen entleert werden, und es wird ein Gerüst im gesamten Halle errichtet. Diese Maßnahmen können nur unter einer Vollsperrung der Halle durchgeführt werden.
Lüftung und Beleuchtung
Die Lüfterzentrale des Schwimmbads wird umgebaut, um die Belüftung effizienter zu gestalten. Dies ist notwendig, um die Luftfeuchtigkeit und den Schimmelrisiken entgegenzuwirken. Zudem werden energiesparende Beleuchtungssysteme eingebaut, die die Stromkosten weiter senken.
Heizungsanlagen
Die Heizungsanlage wird dezentralisiert, was bedeutet, dass erwärmtes Wasser kürzere Wege zurücklegen muss. Dies reduziert die Wärmeverluste und erhöht die Effizienz. Zudem wird eine solarthermische Anlage auf dem Dach der 50-Meter-Halle installiert, um Wärme über Sonnenenergie zu gewinnen.
Sanierung der Sanitärbereiche
Die Damen-Duschen und Umkleiden werden komplett saniert. Diese Bereiche stammen aus den 1950er Jahren und waren bislang nicht modernisiert worden. Die Sanierung erfolgt während der Schließung der 25-Meter-Halle, da die Arbeiten dort nicht parallel zum Betrieb durchgeführt werden können.
Zeitplan und Betriebsbeeinträchtigungen
Die Sanierung der 25-Meter-Halle ist in mehreren Bauabschnitten geplant. Die ersten Arbeiten begannen im Sommer 2024 und sollen bis Anfang Oktober andauern. In dieser Zeit ist die 25-Meter-Halle vollständig gesperrt. Die Schwimmer konnten ihr Training auf die 50-Meter-Halle verlegen. Für die Turmspringer, die keine Alternative haben, ist dies jedoch eine große Einschränkung.
Die Vollsperrung der 25-Meter-Halle wird bis März 2026 andauern. Danach wird die Halle wieder vollumfänglich in Betrieb genommen. Danach ist geplant, die Erneuerung der Heizungsanlage im gesamten Gebäudekomplex zu starten. Diese Maßnahmen sind bis voraussichtlich 2027 geplant. Dabei wird der Betrieb der Schwimmhalle trotz der Arbeiten weiterhin gewährleistet.
Kosten der Sanierung
Die Sanierungsarbeiten an der 25-Meter-Halle und den Sanitärbereichen kosten insgesamt etwa 11 Millionen Euro. Diese Summe umfasst die Dämmung, die PV-Anlage, die Sanierung der Duschen sowie die Lüftungs- und Heizungstechnik. Die Kosten für die Erneuerung der Heizungsanlage im gesamten Gebäudekomplex werden mit 7,4 Millionen Euro geschätzt. Insgesamt investiert die Stadt Rostock in die Zukunft der Neptun-Schwimmhalle mit einem Budget von über 18 Millionen Euro.
Zwischen 2015 und 2024 wurden bereits 13,4 Millionen Euro in Reparaturen, Umbauten und Modernisierungen investiert. Diese Mittel flossen in verschiedene Bereiche, darunter die Sanierung von Mauerwerk, die Erneuerung von Leitungen und die Behebung von technischen Defekten, die in den letzten Jahren zu mehreren Feuerwehreinsätzen führten.
Öffentlichkeitsarbeit und Informationsveranstaltungen
Die Stadt Rostock hat sich auf transparente Informationsveranstaltungen für die Nutzerinnen und Nutzer der Schwimmhalle verpflichtet. So fand am 20. Juni 2024 eine Informationsveranstaltung im Marmorsaal des Gebäudes statt, bei der die Planung und der Ablauf der Sanierung vorgestellt wurden. Zudem fand im Juni 2025 eine Info-Tour durch die Neptun-Schwimmhalle statt, bei der Politiker und Vertreter der lokalen Gemeinschaft Einblicke in den Sanierungsstand erhielten.
Diese Veranstaltungen dienen dazu, die Betroffenen über die Auswirkungen der Sanierung zu informieren und eventuelle Fragen zu klären. Zudem wird der Betreiber, der kommunale Eigenbetrieb für Objektentwicklung und -bewirtschaftung (KOE), während der gesamten Sanierungsarbeiten für weitere Informationen zur Verfügung stehen.
Fazit
Die Sanierung der Neptun-Schwimmhalle in Rostock ist ein langfristiges und umfassendes Projekt, das sowohl baulich als auch ökologisch sinnvoll ist. Die energetische Modernisierung der 25-Meter-Halle, die Dachertüchtigung, die Installation einer PV-Anlage und die Sanierung der Sanitärbereiche tragen dazu bei, die Energiekosten zu senken, die bauliche Substanz zu sichern und die Nutzungskomfort zu verbessern.
Die Arbeiten sind in mehreren Phasen geplant und werden bis voraussichtlich 2027 andauern. Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf über 18 Millionen Euro. Die Stadt Rostock investiert somit in eine nachhaltige Zukunft für eine ihrer wichtigsten Sportstätten. Die transparente Informationspolitik und die Planung von Informationsveranstaltungen zeigen, dass der Betreiber auf die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer Rücksicht nimmt.
Quellen
- Umfangreiche Arbeiten in der Neptun-Schwimmhalle in Rostock beginnen
- Energetische Sanierung der 25-m-Halle
- In dieser Schwimmhalle wird bald das Wasser abgelassen
- Sanierung des Hallenschwimmbades Neptun
- Info-Tour durch die Neptun-Schwimmhalle
- Sanierung im Hallenschwimmbad „Neptun“ wird fortgesetzt
- 10 Millionen für Rostocks Neptunschwimmhalle