Sanierung der Ostwestfalenhalle in Kaunitz – Modernisierung, Kosten und neue Funktionen

Die Ostwestfalenhalle in Kaunitz, ein Gebäude mit über 50-jähriger Geschichte, hat in den letzten Jahren eine umfassende Sanierung durchlaufen. Diese umfasst nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch die äußere Erscheinung und die Funktionalität des Gebäudes. Der Prozess, der sowohl von der Stadt Verl als auch von renommierten Architekten begleitet wurde, zeigt, wie ein historisches Bauwerk mit modernsten Techniken und Materialien in sein neues Lebensjahrhundert überführt werden kann. In diesem Artikel wird die Sanierung der Ostwestfalenhalle detailliert beschrieben, wobei der Fokus auf den genutzten Materialien, den anfallenden Kosten, den technischen Verbesserungen und den Änderungen in der Nutzung liegt.

Die Ostwestfalenhalle – ein historisches Wahrzeichen

Die Ostwestfalenhalle in Kaunitz wurde Mitte der 1960er Jahre errichtet und war seitdem ein zentraler Ort für kulturelle, sportliche und soziale Veranstaltungen. Mit einer ebenerdigen Innenfläche von 1.820 m² und der Fähigkeit, bis zu 4.200 Personen aufzunehmen, war sie ein unverzichtbares Element des Ortslebens. Zudem verfügte sie über ein großes Außengelände mit Grünflächen und bis zu 85.000 m² kostenfreier Parkfläche, was sie ideal für Veranstaltungen jeglicher Art machte.

Im Zuge der Sanierung, die ab April 2023 begann und voraussichtlich bis zum Frühjahr 2024 andauerte, wurden nicht nur der Zustand der Bausubstanz überprüft, sondern auch die Funktionalität des Gebäudes überdacht. Ziel war es, die Halle sowohl energieeffizienter als auch flexibler zu gestalten, um sie für die Zukunft fit zu machen.

Vorbereitende Maßnahmen – Elektro- und Lagerbau

Bevor die eigentliche Sanierung losging, wurden mehrere Vorarbeiten durchgeführt. Eine davon war die Errichtung eines neuen Elektroverteilergebäudes mit den Maßen drei Meter × drei Meter. Bisher war die Elektrik im Bereich des WC-Gebäudes am Haupteingang untergebracht, was im Zuge der Sanierung nicht mehr praktikabel war. Daher wurde ein neuer Standort gefunden, der den Anforderungen der modernisierten Infrastruktur entsprach.

Ein weiteres Projekt war die Errichtung einer 150 Quadratmeter großen Lagerhalle in Holzständerbauweise an der Südseite des Geländes. In dieser Halle wurden während der Sanierungsarbeiten Materialien sowie Ausstattungsgegenstände wie Tische und Stühle gelagert. Zudem wurden auch Vorarbeiten in Form von Kanalbauarbeiten durchgeführt, um den Bauprozess zu optimieren und den Betrieb während der Sanierung so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.

Dachkonstruktion – Leimbinder und Holzrahmen

Die Dachkonstruktion der Ostwestfalenhalle ist ein zentrales Element des Gebäudes. Sie besteht aus Holzleimbindern, die in einem hellen Naturton belassen wurden. Insgesamt mussten zehn Rahmen mit 20 Leimbinder-Elementen neu gebaut und montiert werden. Da die Bauelemente aufgrund ihrer Größe recht aufwendig zu transportieren und zu montieren waren, war die Produktion auf zwei Bauteile pro Woche begrenzt. Der Hersteller, der in Süddeutschland ansässig ist, konzentrierte sich auf eine sorgfältige Fertigung, um die Stabilität und Langlebigkeit der Konstruktion sicherzustellen.

Die Lieferung der Bauelemente erfolgte per Schwertransport, was aufgrund der Dimensionen und Gewichte notwendig war. Die Transporte fanden nachts statt, da tagsüber aufgrund des Verkehrs nicht gewährleistet werden konnte, dass die Bauteile pünktlich an Ort und Stelle kamen. Jede Woche wurden zwei neue Elemente geliefert, die dann montiert wurden. Insgesamt dauerte der Wiederaufbau der Dachkonstruktion mehrere Monate.

Energetische Modernisierung – Photovoltaik, Wärmepumpen und LED-Beleuchtung

Ein zentrales Ziel der Sanierung war es, die Halle energetisch zu optimieren. Dazu wurden mehrere Maßnahmen ergriffen. So wurde beispielsweise auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert, die einen Teil des Strombedarfs der Halle deckt. Zudem wurden zwei Luftwärmepumpen in das System integriert, die für Heizung und Lüftung sorgen. Diese Technologie ist energieeffizient und trägt dazu bei, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.

Auch die Beleuchtung wurde komplett erneuert. Die gesamte Anlage wurde auf LED-Technik umgestellt, was nicht nur die Energiekosten senkt, sondern auch die Helligkeit und die Lebensdauer der Lampen verbessert. Zudem wurde die Lüftungsanlage modernisiert, sodass bis zu 25.000 Kubikmeter Raumluft pro Stunde ausgetauscht werden können. Dies ist besonders wichtig für größere Veranstaltungen, bei denen die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur optimal reguliert werden müssen.

Äußere Erscheinung – Fassadengestaltung und Eingangsbereich

Neben den technischen Verbesserungen wurde auch die äußere Erscheinung der Halle überdacht. Die Fassade wurde modernisiert, und ein neuer Eingangsbereich wurde errichtet, der den Besuchern einen einladenden Eindruck vermittelt. Der Eingang selbst blieb in seiner Grundform erhalten, doch die Türen, die vorher dunkelgrün gestrichen waren, wurden in ein neutrales Grau lackiert. Zudem wurde der halbkreisförmige Verglasungseffekt beibehalten, sodass das Gebäude optisch weiterhin in das Ortsbild eingebunden ist.

Ein weiteres Highlight ist das um zehn Meter verlängerte Foyer, das nun besser für kleine Veranstaltungen oder Pausen genutzt werden kann. In diesem Bereich wurde auch eine Garderobe integriert, die dezent in die Wand eingebaut ist und bei Bedarf ausgeklappt werden kann. Diese Flexibilität ist besonders bei größeren Veranstaltungen hilfreich.

Nutzungsoptionen – Trennwand, Lagerflächen und Outdoor-Angebote

Um die Halle flexibler nutzen zu können, wurde eine Trennwand installiert, mit der sich die Innenfläche bei Bedarf in zwei Bereiche aufteilen lässt. Dies ermöglicht es, gleichzeitig zwei Veranstaltungen unterschiedlicher Art in der Halle zu organisieren. Zudem wurden zusätzliche Lagerflächen geschaffen, die den Betreibern der Halle helfen, Ausrüstung und Materialien besser zu organisieren.

Außerdem wurde der Außenbereich der Halle weiterentwickelt, um Outdoor-Veranstaltungen zu ermöglichen. Die Grünflächen wurden ausgebaut, und der Bereich ist nun ideal für Märkte, Festivals oder auch Outdoor-Events genutzt. Ein weiteres Plus ist die umfangreiche Parkfläche, die bis zu 85.000 m² umfasst. Dazu gehören auch Wohnmobilstellplätze, die den Besuchern zusätzlichen Komfort bieten.

Kosten der Sanierung – Investitionen und Fördermittel

Die Sanierung der Ostwestfalenhalle war mit hohen Kosten verbunden. Nach Angaben aus den Quellen beliefen sich die Investitionen auf rund 8,5 Millionen Euro, wovon 1 Million Euro aus Fördermitteln des Landes stammten. Dies unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Stadt Verl und die Region. Die Kosten umfassten nicht nur die Modernisierung der Technik, sondern auch die Errichtung neuer Räumlichkeiten, die Sicherstellung der Baumaschinen und die Personalkosten für die Handwerker.

Die Stadt Verl hat sich dafür entschieden, in die Halle zu investieren, um sie langfristig nutzen zu können. Ohne Sanierung wäre die Halle laut einem Bericht aus dem Jahr 2021 bereits Ende 2022 geschlossen worden, da der Zustand der Bausubstanz nicht mehr sicher gewesen wäre. Die Sanierung hat es ermöglicht, das Gebäude weiterhin als Veranstaltungsort zu nutzen und gleichzeitig die Sicherheit und Komfort der Besucher zu gewährleisten.

Sanierungsprobleme – Feuchte Leimbinder und Dachschäden

Trotz der gründlichen Planung und der professionellen Ausführung gab es während der Sanierung auch Herausforderungen. So wurden im Oktober 2024 Schäden an den Leimbinder-Elementen der Dachkonstruktion festgestellt, die durch zu hohe Feuchtigkeit entstanden waren. Zudem war das Dach beschädigt, was zusätzliche Trocknungsmaßnahmen erforderlich machte. Die Trocknung wurde über mehrere Monate durchgeführt, wobei ein Großteil der Binder weiterhin in speziellen Schutzfolien lag.

Diese Probleme zeigen, dass selbst bei sorgfältiger Planung und Ausführung im Bauwesen unvorhergesehene Umstände auftreten können. Sie betreffen nicht nur die Planung, sondern auch die Qualitätssicherung. Es bleibt abzuwarten, ob die Schäden langfristig behoben werden können oder ob weitere Sanierungsmaßnahmen nötig sind.

Veranstaltungen und Nutzung nach der Sanierung

Die Sanierung der Ostwestfalenhalle war auch mit der Planung neuer Veranstaltungen verbunden. Bereits im April 2024, kurz nach Abschluss der Sanierung, fand ein Schützenfest statt, das als Premiere für die neu gestaltete Halle diente. Die Veranstaltung war ein Erfolg, und die Besucher konnten sich von den neuen Räumlichkeiten und der modernisierten Ausstattung überzeugen.

Neben dem Schützenfest und anderen kulturellen Veranstaltungen dient die Halle auch als Ort für den Hobbymarkt, der seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Ortslebens ist. Der Hobbymarkt wird monatlich durchgeführt und ist bekannt für seine breite Palette an Waren – von Kleintieren über Handarbeitsmaterialien bis hin zu Werkzeugen und Gartenequipment. Zudem gibt es Imbiss- und Getränkestände, die den Besuchern zusätzlichen Komfort bieten.

Fazit

Die Sanierung der Ostwestfalenhalle in Kaunitz ist ein Beispiel für die Kombination aus historischem Wert, moderner Technologie und sorgfältiger Planung. Die Halle wurde nicht nur energetisch modernisiert, sondern auch optisch und funktionell überarbeitet. Die Investitionen von über 8,5 Millionen Euro zeigen, wie wichtig solche Gebäude für die lokale Kultur und das Gemeinschaftsleben sind.

Trotz der Herausforderungen, die sich während der Sanierung ergeben haben – insbesondere die Schäden an den Leimbinder-Elementen – bleibt die Halle ein zentraler Treffpunkt für die Region. Sie bietet nicht nur Platz für kulturelle Veranstaltungen, sondern auch für Wirtschaft und Freizeit. Die Sanierung hat es ermöglicht, das Gebäude für die Zukunft fit zu machen, und sie unterstreicht die Bedeutung von Investitionen in die Infrastruktur.

Quellen

  1. Ostwestfalenhalle Kaunitz – Sanierung und Veranstaltungen
  2. Sanierung der Ostwestfalenhalle in Kaunitz – Vorarbeiten im Gang
  3. Denkmalschutz als Option für die Ostwestfalenhalle?
  4. Sanierung der Ostwestfalenhalle – Dachkonstruktion und Energiemaßnahmen
  5. Modernisierte Ostwestfalenhalle Kaunitz – Einblick in die Sanierung
  6. Schäden an der sanierten Ostwestfalenhalle – Feuchte Leimbinder und Dachprobleme

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