Der Park Tower in Frankfurt: Sanierung, Umbau und Nachhaltigkeit im Fokus

Einführung

Der Park Tower in Frankfurt am Main ist ein herausragendes Beispiel für die Sanierung und Modernisierung bestehender Gebäude in der deutschen Städtebaulichkeit. Errichtet in den 1970er Jahren als SGZ-Hochhaus und später in den Jahren 2003 bis 2007 umfassend umgebaut, hat der Park Tower sich zu einem zentral gelegenen, nachhaltig genutzten Bürohochhaus entwickelt. Mit einer Bruttogrundfläche (BGF) von etwa 24.000 m² und einer Höhe von 120 Metern prägt das Gebäude die Skyline Frankfurts. Es ist Teil eines größeren Stadtrandersatzprogramms, das auf Nachhaltigkeit, Stadtkerneinsparung und Ressourcenschonung abzielt.

Im Jahr 2025 verlagerte der internationale Wirtschaftsprüfer KPMG seinen Frankfurter Standort vom Flughafen in die Innenstadt, wobei der Park Tower eine zentrale Rolle als Mietobjekt spielt. Die Modernisierung des Gebäudes durch den DWS Immobilien-Publikumsfonds „Grundbesitz Europa“ und die zukunftsorientierte Nutzung durch KPMG unterstreichen die strategische Bedeutung des Park Towers im städtischen Raum.

Dieser Artikel beschreibt detailliert den historischen Hintergrund, die Sanierungsmaßnahmen, die technischen und architektonischen Veränderungen sowie die Nachhaltigkeitsansätze, die im Zusammenhang mit dem Park Tower umgesetzt wurden. Zudem wird auf die aktuelle Nutzung des Gebäudes und die zukünftige Entwicklung eingegangen.

Historische Entwicklung des Park Towers

Ursprung als SGZ-Hochhaus

Der Park Tower hat eine wechselvolle Geschichte, die mit der Errichtung des SGZ-Hochhauses im Jahr 1972 beginnt. Das Gebäude wurde ursprünglich als Verwaltungssitz der Südwestdeutschen Genossenschafts-Zentralbank (SGZ) errichtet und war für kurze Zeit das höchste Hochhaus in Frankfurt. Mit einer Höhe von 96 Metern und einer schwarz-silbernen Fassade unterschied sich das SGZ-Hochhaus deutlich von den damaligen städtischen Bauten und galt als Pionierbau in der Frankfurter Skyline.

Im Jahr 2000 und 2001 fusionierte die SGZ in zwei Stufen in die heutige DZ Bank, was zu einer Neuausrichtung der Immobilienpolitik führte. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass das SGZ-Hochhaus aufgrund seiner Bauweise und seiner Lage eine grundlegende Sanierung notwendig machte. Eine Sanierung innerhalb des Bestandsvolumens war nicht möglich, weshalb sich der Bauherr für eine Kernsanierung und Erweiterung entschied.

Umbau und Erweiterung 2003–2007

Der Umbau des SGZ-Hochhauses wurde unter der Leitung des Architekturbüros Albert Speer & Partner durchgeführt. Das Projekt umfasste eine Totalsanierung des Bestandsbaus sowie eine Erweiterung um einen zweiten Baukörper. Die Sanierung war aufwendig, da das Gebäude aufgrund der Flächengründung und der damaligen Bauweise bereits während des Baus unerwartete Setzungen und Schiefstellungen aufwies. Es dauerte zehn Jahre, bis sich die Setzungen beruhigten und eine sichere Grundlage für die Sanierung geschaffen war.

Die Umbauarbeiten fanden zwischen 2003 und 2007 statt und beinhalteten die Entkernung des Altbaus, die Aufstockung um drei Geschosse und die Erstellung eines neuen Baukörpers in Form einer „steinenen Spange“, die sich um den ursprünglichen Turm legte. Die Fassaden wurden komplett erneuert: während der Altbau mit einer Ganzglasfassade versehen wurde, erhielt die Erweiterung eine Fassade aus hellen Natursteinen, die sich harmonisch in das städtebauliche Umfeld einfügen.

Diese umfassende Sanierung ermöglichte es, das Gebäude für die modernen Anforderungen der Büroarchitektur und Nachhaltigkeit fit zu machen. Der Park Tower, wie das Gebäude seitdem bezeichnet wird, ist heute ein markantes Beispiel für die Sanierung und Modernisierung bestehender Hochbauten in der Innenstadt.

Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Detail

Entkernung und Aufstockung

Ein zentraler Aspekt der Sanierung des Park Towers war die Entkernung des Bestandsbaus. Die ursprüngliche Struktur des SGZ-Hochhauses, die für die damaligen Anforderungen ausreichend war, erwies sich im Zuge der Modernisierung als untauglich. Die Entkernung beinhaltete das Entfernen der alten Strukturen, darunter Wände, Decken und Aufzüge, um Platz für neue, funktionale Räume zu schaffen. Diese Maßnahme ermöglichte es, die Büroflächen auf das aktuelle Maß abzustimmen und eine flexible, offene Raumplanung zu realisieren.

Zudem wurde das Gebäude um drei Geschosse aufgestockt, wodurch die Bruttogrundfläche erweitert und die Räumlichkeiten optimiert wurden. Die Aufstockung erfolgte in Form eines zweiten Baukörpers, der sich als steinerne Spange um den ursprünglichen Turm legt. Dieses architektonische Element dient nicht nur funktionaler Zwecken, sondern auch der optischen Integration des Neubaus in das städtebauliche Umfeld.

Fassadenmodernisierung

Die Fassaden des Park Towers wurden komplett erneuert, wobei der Altbau und die Erweiterung unterschiedlich behandelt wurden. Der ursprüngliche Altbau erhielt eine Ganzglasfassade, die für maximale Tageslichtausbeute und Sichtverbindung zum Park sorgt. Die Erweiterung dagegen wurde mit einer Fassade aus hellen Natursteinen versehen, die sich stimmig in das Umfeld des Opernplatzes einfügen. Diese differenzierte Herangehensweise spiegelt die städtebaulichen Anforderungen wider und betont die klare Abgrenzung zwischen Altbau und Neubau.

Die Fassadenmodernisierung hatte auch eine technische Komponente: die Einführung von energieeffizienten Materialien und Systemen, die die Wärmedämmung und Klimatisierung optimierten. Die Glasfassade wurde mit einer zweischaligen Konstruktion ausgestattet, die für thermische Isolierung und Schallschutz sorgt. Die Natursteinfassade ist dagegen dichter und bietet eine höhere Wärmeabstrahlung, was insbesondere in städtischen Umgebungen von Vorteil ist.

Tiefbau und Standsicherheit

Ein weiterer kritischer Punkt der Sanierung war die Gewährleistung der Standsicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Setzungen und Schiefstellungen, die sich bereits während des Originalbaus zeigten. Die Flächengründung des SGZ-Hochhauses erwies sich als problematisch, da sie nicht ausreichend auf die langfristigen Belastungen ausgelegt war. Während der Sanierungsarbeiten wurde eine umfassende Prüfung der Fundamentstruktur durchgeführt, und es wurden Maßnahmen ergriffen, um die Stabilität des Gebäudes zu gewährleisten.

Die Setzungen wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet, bis sie sich beruhigten. In dieser Zeit wurden Anpassungen an der Statik vorgenommen, darunter die Verstärkung von tragenden Wänden und die Neugestaltung des Fundamentbereichs. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass das Gebäude heute als sicher und stabil gilt.

Energetische Modernisierung

Ein weiteres zentrales Element der Sanierung war die energetische Modernisierung des Park Towers. Das Gebäude wurde mit modernen Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen ausgestattet, die auf Effizienz und Nachhaltigkeit abzielten. Zudem wurden energieeffiziente Beleuchtungssysteme installiert, die den Energieverbrauch reduzieren und die Arbeitsumgebung verbessern.

Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit war die Integration von Green Building-Konzepten. Der Park Tower erhielt beispielsweise eine Dachbegrünung, die die Dämmung verbessert und die städtische Mikroklimate positiv beeinflusst. Zudem wurden Ressourcen wie Wasser und Strom durch intelligente Management-Systeme optimiert, um den Verbrauch zu reduzieren und die Nachhaltigkeit zu fördern.

Nachhaltigkeit und zukunftsorientierte Nutzung

Klimafreundlichkeit durch Bestandsnutzung

Die Sanierung des Park Towers ist nicht nur ein Beispiel für eine umfassende Modernisierung, sondern auch für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Nutzung bestehender Gebäude. Die Entscheidung, den SGZ-Hochhaus nicht abzureißen und neu zu bauen, sondern umfassend zu sanieren, war ein strategischer Schritt in Richtung Klimafreundlichkeit. Laut den Quellen war es der KPMG, der bewusst auf Bestandsflächen setzte, um Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastung durch Neubauten zu reduzieren.

Die DWS Group, die seit 2010 Eigentümerin des Park Towers ist, hat sich ebenfalls für eine nachhaltige Modernisierung entschieden. Vor dem Umzug von KPMG in das Gebäude wird es umfassend nach modernsten Gebäude- und Nachhaltigkeitsstandards erneuert. Dieses Vorgehen unterstützt das Ziel Frankfurts, klimafreundlicher zu werden, und zeigt, dass Bestandsimmobilien eine zentrale Rolle in der zukünftigen Stadtentwicklung spielen können.

Modernisierung im Einklang mit der Stadtkultur

Neben den technischen und energetischen Aspekten spielte auch die städtebauliche und kulturelle Integration eine große Rolle. Der Park Tower ist nicht nur ein Bürohochhaus, sondern auch ein architektonisches und städtebauliches Element, das sich in die Frankfurter Skyline einfügt. Die Entscheidung, den Altbau zu erhalten und zu erweitern, war eine Anerkennung seiner historischen Bedeutung und seiner kulturellen Relevanz.

Die Architektur des Park Towers spiegelt diese Doppelnatur wider: das historische Profil des SGZ-Hochhauses wird durch die Erweiterung in Form einer steinernen Spange ergänzt, wodurch ein neues, aber dennoch harmonisches Erscheinungsbild entsteht. Diese Herangehensweise ermöglicht es, die historischen Strukturen zu bewahren, ohne auf moderne Anforderungen verzichten zu müssen.

Soziale und wirtschaftliche Vorteile

Die Sanierung und Modernisierung des Park Towers hat nicht nur ökologische, sondern auch soziale und wirtschaftliche Vorteile. Die Anmietung des Gebäudes durch KPMG, einer international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat dazu beigetragen, dass das Gebäude wirtschaftlich leistungsfähig bleibt und zukunftsfähig genutzt wird. Zudem bietet der Park Tower den Mitarbeitern von KPMG eine moderne Arbeitsumgebung in bester Lage, was als ein Plus für die Arbeitszufriedenheit und die Attraktivität als Arbeitgeber gilt.

Zudem ist der Park Tower Teil eines größeren Stadtrandersatzprogramms, das auf eine nachhaltige, zukunftsorientierte Nutzung der Frankfurter Innenstadt abzielt. Durch die Anmietung durch KPMG und die Modernisierung durch die DWS Group wird die Frankfurter Innenstadt weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht.

Der Park Tower heute: Mietvertrag mit KPMG und zukünftige Entwicklung

Mietvertrag und Nutzung

Im Jahr 2025 zog der Wirtschaftsprüfer KPMG in den Park Tower um, wodurch das Gebäude zu einem zentralen Mietobjekt wurde. KPMG hat mit der DWS Group einen 15-jährigen Mietvertrag über mehr als 20.000 Quadratmeter abgeschlossen. Zudem mietet KPMG auch Flächen im benachbarten OpernTurm, sodass insgesamt rund 33.000 Quadratmeter in beiden Gebäuden genutzt werden. Der Umzug wurde mit Unterstützung von JLL, einem internationalen Immobilienberatungsgesellschaft, abgeschlossen.

Die Entscheidung von KPMG, sich in bestehende Gebäude einzumieten, war nicht zufällig, sondern Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die Nutzung saniertener Bestandsimmobilien wird die Umweltbelastung reduziert, und Ressourcen werden geschont. Zudem profitiert KPMG von der zentralen Lage am Opernplatz, was die Erreichbarkeit und die Nähe zu Kunden und Mandanten in der Frankfurter City stärkt.

Modernisierung im Vorfeld

Vor dem Umzug von KPMG in den Park Tower wird das Gebäude umfassend modernisiert. Die DWS Group hat angekündigt, dass die Modernisierung nach modernsten Gebäude- und Nachhaltigkeitsstandards erfolgen wird. Dies beinhaltet unter anderem die Anpassung der Energiemanagementsysteme, die Optimierung der Büroflächen sowie die Schaffung moderner Arbeitsumgebungen, die den Anforderungen eines international tätigen Unternehmens entsprechen.

Die Modernisierung des Park Towers wird auch die Energieeffizienz weiter steigern und den CO2-Ausstoß reduzieren. Zudem wird sichergestellt, dass das Gebäude für die nächsten Jahrzehnte nutzbar bleibt und weiterhin als zentrales Element der Frankfurter Stadtkulisse fungiert.

Fazit

Der Park Tower in Frankfurt ist ein herausragendes Beispiel für die Sanierung, Modernisierung und nachhaltige Nutzung bestehender Gebäude. Mit einer Bruttogrundfläche von rund 24.000 m² und einer Höhe von 120 Metern prägt das Gebäude die Skyline der Frankfurter Innenstadt und symbolisiert die Entwicklung der Städtebaulichkeit in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Die Sanierung des SGZ-Hochhauses, das heute als Park Tower bekannt ist, war eine komplexe und langfristige Aufgabe, die sich über zehn Jahre erstreckte. Die Entkernung, Aufstockung und Fassadenmodernisierung ermöglichten es, das Gebäude für die Anforderungen der modernen Büroarchitektur fit zu machen. Zudem wurden energieeffiziente Systeme und Green Building-Konzepte eingeführt, um die Nachhaltigkeit zu fördern.

Die aktuelle Nutzung des Park Towers durch KPMG unterstreicht die zukunftsorientierte Herangehensweise an die Bestandsnutzung. Durch die Anmietung von sanierten Immobilien wird nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch eine moderne Arbeitswelt geschaffen, die den Mitarbeitern hervorragende Arbeitsbedingungen bietet.

Zukünftig wird der Park Tower weiterentwickelt und modernisiert, wodurch er sich als zentrales Element der Frankfurter Stadtkulisse bewahrt und weiterentwickelt. Die Sanierung und Nutzung bestehender Gebäude zeigt, dass es möglich ist, historische Strukturen zu erhalten, ohne auf moderne Anforderungen verzichten zu müssen.

Quellen

  1. Parktower – SGZ-Hochhaus
  2. Park Tower in Frankfurt am Main
  3. KPMG setzt am neuen Frankfurter Standort auf nachhaltige Bestandsflächen
  4. KPMG bezieht Park Tower
  5. KPMG verlegt Standort in die Innenstadt

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