Sanierung der Salztherme Lüneburg: Tradition und Innovation im Einklang

Einführung

Die Sanierung der Salztherme Lüneburg (SaLü) sowie der umliegenden Bauten, insbesondere des Gradierwerks im Kurpark, markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Hansestadt. Die umfassenden Renovierungsarbeiten, die über mehrere Jahre andauerten, kombinieren die Erhaltung historischer Strukturen mit modernen, nachhaltigen Energiekonzepten. Ziel war es, die Funktionen des SaLü neu zu definieren, die Energieeffizienz zu steigern und gleichzeitig das kulturelle Erbe der Stadt Lüneburg zu bewahren.

Die Sanierung umfasste sowohl die Erneuerung des Wellenbeckens, der Rutschenanlagen und der sanitären Infrastruktur, als auch die energetische Modernisierung des Gradierwerks mit der Einrichtung einer Photovoltaikanlage. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Denkmalschutz gewidmet, um historische Elemente zu erhalten, ohne die neuen technischen Anforderungen zu vernachlässigen.

Die Ergebnisse dieser Sanierung sind nicht nur ein Vorbild für klimaneutrale Energieversorgung in der Region, sondern auch ein Beispiel für die gelungene Integration von traditionellen Bauten in moderne, umweltfreundliche Konzepte. Dieser Artikel beschreibt detailliert die einzelnen Sanierungsprojekte, die angewandten Technologien sowie die strategischen Ziele der Hansestadt Lüneburg.

Die Sanierung der Salztherme Lüneburg (SaLü)

Die Salztherme Lüneburg ist ein zentraler Anziehungspunkt der Stadt und hat seit Jahrzehnten eine bedeutende Rolle in der Erholung und Gesundheit der Bevölkerung gespielt. Der Umbau begann im Jahr 2018 und wurde über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren durchgeführt, wobei die Wiedereröffnung im Sommer 2021 erfolgte. Die Sanierung umfasste eine Vielzahl von Maßnahmen, die nicht nur auf die Erneuerung bestehender Strukturen, sondern auch auf die Modernisierung der technischen Ausrüstung abzielten.

Erneuerung des Wellenbeckens und Rutschenanlagen

Ein zentrales Element der Sanierung war die Erneuerung des Wellenbeckens. Das ursprüngliche Becken war seit 1973 in Betrieb und war in den vergangenen Jahrzehnten stark beansprucht. Die Sanierung umfasste die Erweiterung des Beckens auf zwei Ebenen sowie die Einrichtung eines integrierten Kinderbeckens. Zudem wurden zwei neue Sole-Entspannungsbecken integriert, ergänzt durch weitläufige Liegeflächen.

Neben dem Wellenbecken wurden auch die Rutschenanlagen überarbeitet. Der Rutschenturm wurde neu gebaut, und eine neue Rutschenattraktion wurde in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde die bestehende Rutsche aufgearbeitet, um die Sicherheit und Attraktivität zu steigern. Die Sanierung dieser Elemente war ein komplexes Projekt, das sowohl auf technischen Know-how als auch auf architektonischen Überlegungen beruhte.

Modernisierung der sanitären Anlagen und technischen Infrastruktur

Die Sanierung der Salztherme betraf auch die sanitären Anlagen. Rund 1.500 Meter neue Regen- und Schmutzwasserleitungen wurden verlegt, genauso wie etwa 2.000 Meter neue Trinkwasserleitungen. Insgesamt wurden 63 neue Duschen und 24 neue WCs eingerichtet. Diese Maßnahmen steigerten nicht nur die Hygiene, sondern auch die Komfortzone für die Besucher.

Im Bereich Heizung wurden ebenfalls umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Eine 2.600-kW-Fernwärmeübergabestation wurde installiert, sowie etwa 1.200 Meter neue Heizungsleitungen verlegt. Zudem wurde ein Beckenwasserwärmetauscher mit einer Aufheizleistung von 1.800 kW und einer Betriebsleistung von 800 kW eingerichtet. Für die Warmwasserbereitung des Gesamtgebäudes wurden dezentrale Warmwasserbereiter mit einer Gesamtleistung von 3.100 kW installiert.

Im Bereich Lüftung und Klima wurden 2.000 Meter Lüftungskanäle verlegt, die eine Luftumsatzleistung von 126.000 m³/h ermöglichen. Dies umfasste Schwimmhalle, Küche, Eingangsbereich und Duschen. Im Bereich der Schwimmbadtechnik wurden 4.000 Meter Beckenwasserverrohrung installiert, sowie 16 Filter mit insgesamt fast 40 Tonnen Filtermaterial (Filterkies und Aktivkohle) eingerichtet. Insgesamt wurden 41 Badewasserpumpen und 8 Wasserattraktionspumpen eingesetzt.

Im Bereich der MSR-Technik (Mess-, Steuer- und Regeltechnik) wurden 30.000 Meter Kabel verlegt und 17 Meter Schaltschränke montiert. Diese Maßnahmen gewährleisten eine präzise Steuerung und Überwachung der Anlagen.

Neugestaltung des Eingangsbereichs und Gastronomiebereiche

Ein weiteres zentrales Projekt war die Neugestaltung des Eingangsbereichs. Die Verkehrsflächen wurden erweitert und neu gestaltet, um den Zugang zu optimieren und die Besucherströme besser zu lenken. Zudem wurden neue Gastronomiebereiche eingerichtet, die sowohl für externe als auch interne Gäste genutzt werden können. Diese Maßnahmen trugen zur Verbesserung des Gesamterlebnisses in der Salztherme bei und machten die Anlage attraktiver für Familien und Einzelpersonen.

Sanierung des Gradierwerks: Denkmalschutz und Energiegewinnung

Das Gradierwerk im Kurpark ist ein weiteres zentrales Element der Sanierungsmaßnahmen in der Hansestadt Lüneburg. Das Gradierwerk ist historisch bedeutsam, da es 1907 erbaut wurde und damals das einzige seiner Art in Deutschland war, das ausschließlich der Gesunderhaltung der Bevölkerung diente. Es ist ein Wahrzeichen der Stadt und hat über Jahrzehnte eine bedeutende Rolle im Kurpark gespielt.

Notwendigkeit der Sanierung

Die Sanierung des Gradierwerks war aufgrund von Erosion und mangelnder Standfestigkeit unumgänglich. Das letzte frische Schwarzdornreisig wurde im Jahr 2001 eingebaut, und bis zu den Sanierungsarbeiten war es abgesackt und in Teilen marode. Zudem war die Grundlage des Holzgerüstes nicht mehr stabil, und die Holzverbindungen waren nicht mehr intakt. Politik und Verwaltung setzten sich seit 2022 dafür ein, das Gradierwerk zu sanieren, um es für die Zukunft zu erhalten und gleichzeitig neue Energiequellen zu nutzen.

Denkmalschutz und Modernisierung

Die Sanierung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, um historische Elemente zu bewahren. Das Holzgerüst inklusive Treppenturm wurde komplett erneuert, und im März 2025 wurde neues Reisig eingebaut. Ein besonderes Highlight der Sanierung war die Einrichtung eines Daches über dem Gradierwerk. Dieses Dach dient nicht nur dem Schutz vor Witterung, sondern auch als Fläche für eine Photovoltaikanlage.

Das Dach wurde so konzipiert, dass es sowohl den historischen Charakter des Bauwerks wahrnimmt als auch die notwendigen technischen Anforderungen erfüllt. Die Photovoltaikanlage ist ein zentraler Bestandteil des modernen Energiekonzepts für die Salztherme Lüneburg (SaLü), das auf die Kombination aus lokal erzeugter Energie abzielt.

Energiekonzept und Klimaneutralität

Das Energiekonzept für die Salztherme Lüneburg (SaLü) ist ein zentraler Bestandteil der Sanierungsmaßnahmen. Es basiert auf der Kombination aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Erdwärme und Wärmepumpen. Ziel ist es, einen Großteil des Wärmebedarfs der Therme mit emissionsarmen Quellen zu decken. Laut den Planungen kann das Gradierwerk in Kombination mit weiteren Maßnahmen drei Viertel des Wärmebedarfs der Therme emissionsarm abdecken. In einer möglichen dritten Ausbaustufe könnten zusätzliche Technologien wie Wärmepumpensysteme folgen, um das SaLü langfristig klimaneutral zu betreiben.

Für die Umsetzung des Energiekonzepts wurde die Salva Lüneburg GmbH gegründet, eine gemeinsame Gesellschaft von Avacon Wasser und dem Kurzentrum. Avacon Wasser ist für die technische Planung und Projektsteuerung verantwortlich, während die Salva Lüneburg GmbH künftig den Betrieb der Anlagen übernimmt.

Kosten und Finanzierung

Die Sanierung des Gradierwerks und die Einrichtung des Energiekonzepts kosteten insgesamt 4,9 Millionen Euro, wobei die erste Stufe mit weniger als drei Millionen Euro veranschlagt war. Die erzeugte Wärme ist ausschließlich für die Selbstversorgung des SaLü vorgesehen, und die Salva GmbH wird nicht als Energiehändler auftreten. Die Planungsphase startete nach der Vorstellung des Energiekonzepts, und die Ausschreibung erfolgte voraussichtlich im Dezember des Jahres. Die Umsetzung ist für den Zeitraum zwischen Mai und Dezember 2026 geplant, wobei die PVT- und Fortluftanlagen im ersten Quartal 2027 in Betrieb genommen werden sollen.

Fazit

Die Sanierung der Salztherme Lüneburg und des Gradierwerks im Kurpark ist ein Meilenstein in der Geschichte der Hansestadt. Sie zeigt, wie historische Bauten und moderne Technologien in Einklang gebracht werden können, um sowohl den Erhalt des kulturellen Erbes als auch die Anforderungen der Zukunft zu erfüllen.

Die umfassenden Renovierungsarbeiten an der Salztherme stellten eine Herausforderung dar, die sowohl architektonische als auch technische Lösungen erforderte. Die Erneuerung des Wellenbeckens, der Rutschenanlagen, der sanitären Infrastruktur und der technischen Ausrüstung sorgten nicht nur für eine verbesserte Nutzung, sondern auch für eine höhere Sicherheit und ein besseres Erlebnis für die Besucher.

Besonders hervorzuheben ist die Sanierung des Gradierwerks, das durch die Einrichtung einer Photovoltaikanlage und die Einbindung in das Energiekonzept der Salztherme Lüneburg eine zentrale Rolle in der Energieversorgung der Stadt spielt. Das Projekt unterstreicht die Bedeutung von nachhaltigen Energiequellen und zeigt, wie klimaneutrale Energieversorgung in historischen Strukturen integriert werden kann.

Die Hansestadt Lüneburg hat mit diesen Sanierungsmaßnahmen ein Vorbild für andere Städte geschaffen, die ebenfalls auf die Kombination aus Erhaltung kultureller Werte und Innovation in der Energieversorgung abzielen. Die Sanierung der Salztherme und des Gradierwerks beweist, dass es möglich ist, Tradition und Moderne in einer harmonischen Weise zu vereinen.

Quellen

  1. bs2architekten – Projekte: Bäderbauten
  2. luene-blog – Gradierwerk Kurpark: Energie
  3. Hansestadt Lüneburg – Pressemitteilung: Gradierwerk saniert
  4. lgheute – Gradierwerk soll Strom erzeugen
  5. salue.info – Sanierung der Badewelt
  6. Hansestadt Lüneburg – Pressemitteilung: Energiekonzept

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