Die Sanierung der Bundesstraße B156 im Landkreis Bautzen und Umgebung ist ein zentrales Projekt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, Infrastruktur und regionalen Verbindungen. Die Arbeiten an der B156 sind in mehreren Bauabschnitten geplant und finden in Koordination mit den zuständigen Straßenbauämtern und Tiefbaubetrieben statt. Der Ausbau zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit der Bundesstraße zu steigern und gleichzeitig die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer – sowohl für den regionalen als auch überregionalen Verkehr – zu erhöhen.
Die B156 verläuft zwischen Bautzen und Weißwasser und ist eine wichtige Verbindung in der Region. Aufgrund ihres Alters und des Verkehrsaufkommens war eine umfassende Sanierung und teilweise Neubau notwendig. Die Projekte umfassen nicht nur den Ausbau der Fahrbahnen, sondern auch die Errichtung von Radwegen, die Erneuerung von Durchlässen für Wildtiere und Fischotter, sowie den Anschluss an moderne Infrastruktur wie Trinkwasserleitungen und Schmutzwasserkanäle.
In diesem Artikel werden die einzelnen Bauabschnitte, die geplanten Maßnahmen, die Zeitplanung, die Umleitungen sowie die Kosten und Auswirkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer detailliert vorgestellt.
Bauabschnitte und Zeitplanung
Die Sanierungsarbeiten an der B156 sind in mehreren Abschnitten geplant. Ein zentraler Bereich der Arbeiten liegt nördlich von Niedergurig bis Sdier, wo die Bundesstraße auf einer Länge von rund 3,5 Kilometern saniert wird. Die Arbeiten sollen in sieben Teilabschnitten durchgeführt werden, von denen einige zeitgleich geplant sind.
Abschnitt 1: Zufahrt Joercksberg bis Zschillichau
Der erste Bauabschnitt beginnt am 10. März 2025 und umfasst die Sanierung der Zufahrt Joercksberg bis Zschillichau. Die Arbeiten sollen bis Juni 2025 abgeschlossen sein. In diesem Abschnitt wird die Fahrbahn erneuert und ein Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern angelegt. Der Verkehr wird während der Arbeiten durch eine Ampelschaltung um die Baustelle herumgeleitet, sodass die Durchfahrt aufrechterhalten bleibt.
Abschnitt 2: Kreuzung B156 / K 7211
Im April bis Juni 2025 wird der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Dieser Abschnitt umfasst den Neubau der Kreuzung B156 / K 7211, die sich vor dem Kartoffellager Sdier befindet. Auch hier sind eine erneuerte Fahrbahn, ein Radweg und die Anpassung der Kreuzungsgeometrie geplant.
Abschnitt 3: Zschillichau bis Sdier
Ab Juli 2025 werden drei Bauabschnitte zeitgleich durchgeführt:
1. Die Sanierung der B156 zwischen Zschillichau und der Kreuzung B156 / K 7211.
2. Die Sanierung der B156 zwischen der Kreuzung und Sdier.
3. Die Ortsdurchfahrt Sdier.
Die Arbeiten in diesen Abschnitten sollen bis Dezember 2025 abgeschlossen sein. Die Ortsdurchfahrt Sdier ist während des Bauprozesses vollständig gesperrt. Der Verkehr wird südlich von Sdier auf die K 7211 bis Klix geleitet, danach über die S 101 durch Särchen bis zur B156 nördlich von Sdier. Gegenverkehr wird analog umgeleitet.
Abschnitt 4: Briesing bis Zufahrt Joercksberg
Nach der Winterpause 2025/2026, also ab März 2026, beginnen die Arbeiten im Abschnitt Briesing bis Zufahrt Joercksberg. Diese Sanierung erfolgt zeitgleich mit den Arbeiten in der Ortsdurchfahrt Zschillichau, die ebenfalls bis Juli 2026 abgeschlossen werden sollen. In Zschillichau wird die Ortsdurchfahrt renoviert, wobei die B156 für den Verkehr vollständig gesperrt wird. Der Verkehr wird südlich von Niedergurig auf die S 109, bis nördlich von Malschwitz und dann über die S 101 durch Klix bis zur Anbindung auf die B156 nördlich von Sdier geleitet. Anwohner bleiben in dieser Zeit dennoch erreichbar.
Umleitungen und Auswirkungen auf den Verkehr
Die Umleitungen sind auf verschiedene Weisen geplant, um den regionalen und überregionalen Verkehr so gut wie möglich zu umleiten. Für den überregionalen Fernverkehr zwischen Bautzen und Weißwasser, insbesondere den Schwerlastverkehr, wurde eine großräumige Umleitung eingerichtet. Aus Richtung Osten kommend ab der A4-Anschlussstelle Niederseifersdorf und weiter über die B 115 in Richtung Weißwasser. Aus Richtung Westen kommend wird der Verkehr über die A4-Anschlussstelle Bautzen-West in Richtung Hoyerswerda nach Weißwasser geleitet.
Die Umleitungen sind so geplant, dass sie sich nicht überlappen, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu minimieren. In beiden Vollsperrungen bleibt der Verkehr für Anwohner und regionalen Verkehr über lokale Straßen erreichbar. Gleichzeitig wird ein Ausbau der Ortslagen Sdier und Zschillichau ermöglicht, der langfristig die Verkehrssituation verbessert.
Maßnahmen und Ausbauziele
Die Sanierungsarbeiten an der B156 sind nicht nur auf die Erneuerung der Fahrbahndecke beschränkt, sondern umfassen eine Vielzahl von Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit und die Infrastruktur verbessern.
Erneuerung der Fahrbahn und Radwege
In allen Bauabschnitten wird die Fahrbahn erneuert. Die Breite der Fahrbahn beträgt 7,50 Meter, was deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegt. Zusätzlich wird ein Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern fahrbahnbegleitend angelegt. Diese Maßnahmen ermöglichen einen sicheren und bequemen Radverkehr entlang der B156 und tragen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei.
Neubau von Kreuzungen und Durchlässen
Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung ist der Neubau oder die Sanierung von Kreuzungen. Die Kreuzung B156 / K 7211 vor dem Kartoffellager Sdier wird komplett neu gestaltet, um die Verkehrsflüsse zu optimieren. Zudem werden zwei Fischotterdurchlässe erneuert, um die Durchgängigkeit für Wildtiere zu gewährleisten und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Erneuerung der Infrastruktur
Im Zuge des Projekts wird der gesamte Straßenkörper der B156 auf einer Länge von rund 820 Metern vollständig neu errichtet. Ergänzend dazu erfolgen umfassende Infrastrukturmaßnahmen:
- Anschluss eines neuen Schmutzwasserkanals
- Verlegung von Trinkwasserleitungen
- Ver- und Entsorgungsleitungen in Längs- und Querrichtung
- Kabelziehschächte samt Leerverrohrungspaketen
- Erneuerung der Ortsbeleuchtung
Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Infrastruktur der Region zu modernisieren und langfristig zu stabilisieren.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten des Ausbauprojekts belaufen sich auf rund 9,35 Millionen Euro. Ein weiteres Projekt im Abschnitt Moosdorf hat eine Höhe von 2,4 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt durch den Landeshaushalt und gegebenenfalls durch staatliche Förderungen. Die Kosten beinhalten alle Maßnahmen, von der Erneuerung der Fahrbahn über die Infrastruktur bis hin zur Errichtung von Radwegen und Durchlässen.
Die Investitionen in die Sanierung der B156 sind als langfristige Maßnahmen zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit und der regionalen Verbindungen zu verstehen. Nach Angaben der zuständigen Behörden wird sich die Investition langfristig für Region und Wirtschaft bezahlt machen, da die B156 eine zentrale Verkehrsachse darstellt.
Auswirkungen auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer
Die Sanierungsarbeiten haben direkte Auswirkungen auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer. Während der Bauarbeiten müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Umleitungen einstellen. In den Ortslagen Sdier und Zschillichau, wo die B156 während der Arbeiten vollständig gesperrt wird, müssen Anwohner und lokale Unternehmen auf alternative Verbindungen zurückgreifen. Gleichzeitig profitieren die Ortszentren von einer erheblichen Verbesserung der Lärmsituation und der Abgasbelastung, da der Fernverkehr und Schwerlastverkehr durch die Ortslagen umgeleitet wird.
Für Anwohner in den betroffenen Orten ist es wichtig, sich frühzeitig über die Umleitungswege zu informieren und ggf. alternative Routen für den täglichen Verkehr zu planen. Zudem ist es ratsam, während der Bauphase vorsichtig mit dem Parken und der Nutzung von Zufahrtsstraßen umzugehen, da diese in den Bauabschnitten möglicherweise eingeschränkt oder gesperrt werden.
Ausblick und Fertigstellung
Die Arbeiten an der B156 sind in mehreren Phasen geplant und sollen bis Juli 2026 abgeschlossen sein. Nach der Winterpause 2025/2026 beginnen die Arbeiten im dritten Bauabschnitt, der sich auf die Ortsdurchfahrt Zschillichau konzentriert. Diese Maßnahmen sind entscheidend für die langfristige Verbesserung der Verkehrssituation und der regionalen Verbindungen.
Die Projektleitung betont, dass die Arbeiten nach Abschluss eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Infrastruktur in der Region ermöglichen werden. Gleichzeitig wird die B156 als zentrale Verkehrsachse ihre Rolle als Verbindung für Pendler, Wirtschafts- und Versorgungsverkehr weiter stärken.
Fazit
Die Sanierung der Bundesstraße B156 ist ein umfassendes Projekt, das sich auf mehrere Bauabschnitte erstreckt und sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Infrastruktur der Region verbessert. Mit dem Ausbau der Fahrbahnen, der Errichtung von Radwegen, der Neubau von Kreuzungen und Durchlässen sowie der Modernisierung der Infrastruktur werden die langfristigen Anforderungen an eine überregionale Straßenverbindung erfüllt.
Obwohl die Bauarbeiten im Zuge der Sanierung zu Einschränkungen im Verkehrsfluss führen, sind sie notwendig, um die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der B156 langfristig zu gewährleisten. Die Umleitungen sind sorgfältig geplant, um die Auswirkungen auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Nach Abschluss der Arbeiten wird die B156 als moderne, sichere und leistungsfähige Verkehrsachse weiter dienen.
Quellen
- B 156, Ausbau nördlich Niedergurig, 4. Bauabschnitt
- B156 in Moosdorf bis 31. Oktober gesperrt
- Ortsumgehung Spremberg/Schwarze Pumpe
- Verkehrshinweis zur B 156 Ausbau nördlich Niedergurig
- Sperrung B156 bei Bautzen
- B156-G10-SN
- Ausbau der B156 zwischen Sdier und Zschillichau
- B 156 im Kreis Bautzen wird weiter ausgebaut