Einleitung
Die Sanierung von Eissporthallen gewinnt in Deutschland zunehmend an Relevanz, da viele Anlagen aus den 1960er- und 1970er-Jahren in den späten Phasen ihres Lebenszyklus angelangt sind. Die Eissporthalle Memmingen und die Echte-Helden-Arena in Freiburg sind aktuelle Beispiele dafür, wie Städte, Sportvereine und Investoren gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die langfristige Nutzung solcher Anlagen zu sichern. Die Sanierungsprojekte dieser Eissporthallen bieten nicht nur eine Chance, den Eissport in den Regionen zu bewahren, sondern auch, moderne Technologien und energieeffiziente Bauweisen einzusetzen.
Die aktuelle Diskussion um die Freiburger Eissporthalle zeigt, dass Sanierungen sowohl technisch machbar als auch ökonomisch attraktiver als Neubauten sein können. Zudem wird deutlich, dass die Kombination aus öffentlichen Mitteln, Förderprogrammen und privaten Finanzierungen entscheidend ist, um solche Projekte umzusetzen. In diesem Artikel werden die Hintergründe, die Finanzierungsstrategien, die technischen Details sowie die langfristige Perspektive solcher Sanierungsprojekte anhand der Beispiele Memmingen und Freiburg detailliert betrachtet.
Sanierung als Alternative zum Neubau – Warum sie attraktiv ist
Die Sanierung von Eissporthallen bietet gegenüber einem Neubau mehrere Vorteile, die sich insbesondere aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten ergeben. Im Fall der Echte-Helden-Arena in Freiburg bestätigte eine Machbarkeitsstudie, dass eine Sanierung im Bestand technisch machbar ist und deutlich günstiger als ein Neubau. Laut den Berechnungen würde eine Sanierung ca. 39 Millionen Euro kosten, während ein Neubau mit mindestens 60 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Dies macht die Sanierung zur wirtschaftlich vorteilhafteren Option.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Ressourcenschonung. Da wesentliche Teile der alten Halle – wie Fundamente, Tribünen und Eispiste – erhalten und ertüchtigt werden können, entfallen Kosten für den Abbau und die Entsorgung. Zudem wird durch die Sanierung ein höheres Maß an Nachhaltigkeit erreicht, da weniger Material verbraucht und weniger CO₂-Emissionen entstehen.
Auch aus sozialer Sicht ist die Sanierung von Vorteil: Eine sanierte Eissporthalle bleibt für Breitensport, Jugendförderung und Profiläufe nutzbar und trägt somit zur Stabilisierung der Sportkultur in der Region bei. Das ist insbesondere in Städten wie Freiburg, wo der Eissport eine wichtige Rolle spielt, von Bedeutung.
Technische Machbarkeit – Was bleibt, was wird neu gebaut
Die Machbarkeitsstudie zur Echte-Helden-Arena zeigt, dass es möglich ist, die Eissporthalle im Bestand zu sanieren, ohne einen Neubau zu realisieren. Wesentliche Teile der bestehenden Anlage, wie die Fundamente, die Betoneispiste und ein Großteil der Tribünen, können erhalten und ertüchtigt werden. Neue Bauteile hingegen sind das Dach, die Haupttribüne und die Funktionsbereiche.
Diese Vorgehensweise ermöglicht es, die Struktur der Halle weitgehend zu erhalten, während gleichzeitig die Energieeffizienz und die Nutzbarkeit der Anlage verbessert werden. Die neu errichtete Dachkonstruktion wird beispielsweise Photovoltaikanlagen beherbergen können und den Lärmschutz für die Anwohner deutlich verbessern. Zudem wird durch die Sanierung der Zuschauerraum optimiert: Laut den Planungen soll die Halle nach Abschluss der Sanierung Platz für bis zu 5000 Zuschauer bieten, wobei die Tribünenkapazität aus dem bestehenden Bestand genutzt wird, um keine unnötigen Einschränkungen vorzunehmen.
Ein weiteres wichtiges Element ist die Barrierefreiheit. Die Sanierung wird auch auf die Erreichbarkeit der Halle für Menschen mit Behinderung abzielen, was sowohl aus rechtlicher als auch aus sozialer Perspektive wichtig ist.
Finanzierungsmodelle – Wie wird die Sanierung finanziert?
Die Finanzierung einer Eissporthallen-Sanierung ist in der Regel multifunktional – sie beruht auf einer Kombination aus städtischen Mitteln, Fördergeldern und Eigenanteilen. Im Fall der Echte-Helden-Arena in Freiburg wird ein Finanzierungsmodell verfolgt, das auf drei Säulen basiert:
- Städtische Mittel: Die Stadt Freiburg hat sich bereit erklärt, 30 Millionen Euro in das Projekt zu investieren, sofern der Gemeinderat zustimmt.
- Eigenanteil des EHC Freiburg: Der Verein EHC Freiburg übernimmt einen Anteil von 9 Millionen Euro. Davon stammen 5 Millionen Euro aus einer privaten Finanzierung durch die MZM-Holding GmbH.
- Fördermittel: Es wird geplant, im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS)“ Förderungen zu beantragen. Der Bund kann bis zu 45 % der zuwendungsfähigen Kosten übernehmen – bei Haushaltsnotlage sogar bis zu 75 %.
Zusätzlich zu diesen Quellen werden weitere Förder- und Zuschussprogramme, wie Landesprogramme oder Sonderfonds, geprüft.
Für die Stadt Memmingen, die ebenfalls eine Sanierung ihrer Eissporthalle plant, ist das SKS-Programm zentral. Die Stadt strebt eine Förderung bis zu 45 % (bei Haushaltsnotlage bis zu 75 %) an. Die Projektskizze muss bis 15. Januar 2026 beim BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) eingereicht werden. Der kommunale Eigenanteil ist verpflichtend und kann durch Drittmittel ergänzt werden.
Zeitplan und Umsetzung – Wie wird die Sanierung ablaufen?
Die Sanierung der Echte-Helden-Arena in Freiburg wird in drei Bauphasen realisiert, wobei jede Phase während der Sommermonate durchgeführt wird, um die Eissportsaison nicht zu stören. Die Planung sieht folgende Schritte vor:
- Grundsatzentscheidung im Gemeinderat: Am 9. Dezember wird über den Grundsatzbeschluss entschieden.
- Planung und Finanzierung: Nach Zustimmung beginnt die detaillierte Planung, bei der die Finanzierung konkretisiert wird und Fördermittel beantragt werden.
- Bauarbeiten in drei Phasen: Die Sanierung erfolgt in drei Bauphasen, wobei jede Phase in den Sommerpausen durchgeführt wird, um die Saison nicht zu unterbrechen.
- Fertigstellung: Die Sanierung wird voraussichtlich 2031/2032 abgeschlossen sein.
Für die Stadt Memmingen sind ähnliche Vorgehensweisen in der Planung. Es wird geplant, Sanierung, Barrierefreiheit und Energetik parallel zu optimieren, wobei Ersatzneubauten nur ausnahmsweise in Betracht kommen.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit – Die Rolle der Sanierung
Ein zentraler Aspekt moderner Sanierungsprojekte ist die Energieeffizienz. In beiden Fällen, Memmingen und Freiburg, ist es Ziel, die Eissporthallen energetisch zu optimieren und nachhaltige Bauweisen einzusetzen. Die Sanierung der Echte-Helden-Arena sieht beispielsweise eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach vor, die einen erheblichen Teil des Strombedarfs der Halle decken kann. Zudem wird der Lärmschutz deutlich verbessert, was sowohl die Nutzung durch Zuschauer als auch die Anwohnerfreundlichkeit erhöht.
Auch die Sanierung in Memmingen zielt auf Energiespareffekte ab. Modernisierte Umkleidekabinen, eine barrierefreie Erschließung und eine energieeffiziente Ausstattung sind hierbei Schwerpunkte. Zudem wird geprüft, ob und wie sich weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen, wie beispielsweise Wärmerückgewinnung oder die Nutzung regenerativer Energiequellen, in das Projekt integrieren lassen.
Soziale und kulturelle Bedeutung – Warum eine Eissporthalle mehr ist als nur ein Sportstättenkomplex
Eine Eissporthalle ist mehr als nur ein Gebäude – sie ist Kulturgut, Anziehungspunkt und soziales Zentrum. In Städten wie Freiburg, die über ein starkes Eissport- und Kulturleben verfügen, spielt die Eische-Helden-Arena eine zentrale Rolle für Breitensport, Jugendförderung und Profiläufe. Sie ist nicht nur die Heimat des DEL2-Clubs EHC Freiburg, sondern auch der Jugendteams und Breitensportvereinen, die sich dort treffen, trainieren und Wettkämpfe ausrichten.
Die Sanierung dieser Halle bedeutet also nicht nur die Erneuerung eines Gebäudes, sondern auch die Erhaltung eines sozialen und kulturellen Ortes, der für die Bevölkerung von Freiburg eine besondere Bedeutung hat. Dies ist auch der Grund, warum die politische Diskussion über die Sanierung so intensiv geführt wird – es geht nicht nur um Geld und Technik, sondern auch um die Identität einer Stadt.
Fazit
Die Sanierung von Eissporthallen wie der Eische-Helden-Arena in Freiburg und der Eissporthalle in Memmingen zeigt, dass es möglich ist, altere Sportstätten modern zu erneuern, ohne sie durch Neubauten ersetzen zu müssen. Die Kombination aus städtischen Mitteln, Förderungen und privaten Investitionen bietet eine tragfähige Finanzierungsgrundlage, während die technische Machbarkeit durch Machbarkeitsstudien gesichert wird.
Zudem sind Sanierungen ökonomisch vorteilhaft, da sie günstiger als Neubauten sind, und ökologisch sinnvoll, da sie Ressourcen schonen. Gleichzeitig tragen sie zur Erhaltung des sozialen und kulturellen Lebens in den Städten bei.
Zukünftig wird es daher wahrscheinlich immer mehr Städte geben, die sich für Sanierungen statt Neubauten entscheiden – nicht zuletzt, weil sie praktikabler, nachhaltiger und sozialer sind.
Quellen
- Memmingen: Eissporthalle – Sanierung voran
- Freiburg: Eishalle-Sanierung – Private Finanzierung und Förderung
- Eishalle in Freiburg: Studie sieht Sanierung als machbar an
- Eishallensanierung in Freiburg: Kosten und Finanzierung
- Tagesschau: Freiburger Eishalle könnte für 39 Millionen saniert werden
- Schwarzwälder Bote: Freiburg will Eishalle saniern