Schloss Lerbach: Sanierung und Revitalisierung als Vorbild für Denkmalschutz und nachhaltige Nutzung

Einleitung

Die Sanierung und Revitalisierung von Schloss Lerbach in Bergisch Gladbach bietet ein beeindruckendes Beispiel für die Wiederbelebung eines historischen Baudenkmals. Das Schloss, das seit 2015 leer stand, wird derzeit nach denkmalgerechten Prinzipien und unter Einbeziehung moderner Anforderungen wie Nachhaltigkeit und barrierefreier Nutzung wieder in Betrieb genommen. Ziel ist es, das Ensemble als Vier-Sterne-Superior Dorint Hotel mit Tagungs- und Eventbereich, Restaurant, Spa und öffentlichen Parkbereichen in den Jahren 2025 und 2026 zu eröffnen.

Die Schloss Lerbach GmbH & Co. KG, Eigentümerin des Areals, betont, dass die Revitalisierung nicht nur auf den Erhalt der Bausubstanz abzielt, sondern auch den ursprünglichen Charakter des Schlosses wiederherstellen und einen neuen, öffentlich zugänglichen Raum schaffen möchte. Der britische Landschaftsarchitekt Pip Morrison, bekannt für seine Arbeit am Sunken Garden des Kensington Palace, ist für die Planung des Parks verantwortlich. Zudem wurde der Architektenbüro Hahn Helten beauftragt, die Sanierung des Bestandsbaus zu übernehmen.

Im Folgenden wird eine detaillierte Übersicht über die historischen Hintergründe, die Planung und die konkreten Sanierungsmaßnahmen gegeben, wobei besonderer Fokus auf den denkmalgerechten Umgang mit der Bausubstanz, die ökologischen Aspekte und die künftige Nutzung des Areals liegt.

Geschichte des Schlosses Lerbach

Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins Jahr 1259 zurück, als das ehemalige Gut Lerbach erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nach mehreren Besitzerwechseln und Umbaumaßnahmen wurden die ursprünglichen Gebäude abgerissen. Das heutige Schlossgebäude wurde im Jahr 1898 fertiggestellt und war seit 1992 als Hotel in Betrieb. In dieser Zeit entwickelte sich das Restaurant unter der Leitung des bekannten Kochs Dieter Müller zu einem Sterne-Restaurant. Allerdings stand das Schloss seit 2015 leer, was zu einer umfassenden Sanierung führte.

Die aktuelle Revitalisierung des Schlosses und seiner Anlagen ist Teil eines umfassenden Projekts, das die Geschichte des Areals bewahrt und gleichzeitig neuen Nutzungen ermöglicht. Die Schloss Lerbach GmbH hat das Areal erworben und plant, es als modernes Hotel mit 125 Zimmern, Tagungs- und Eventbereich, Restaurant mit regionaler Küche sowie Spa wiederzueröffnen. Der Park, der unter Naturschutz steht, wird ebenfalls revitalisiert und nach seiner Fertigstellung im Sommer 2025 öffentlich zugänglich sein.

Planung und Sanierungsziele

Denkmalgerechte Sanierung

Die Sanierung von Schloss Lerbach folgt strengen denkmalpflegerischen Grundsätzen. Ziel ist es, die historische Substanz so weit wie möglich zu erhalten und nur notwendige Veränderungen vorzunehmen. Die Schloss Lerbach GmbH betont, dass die Sanierung nicht bloß auf den Erhalt der Bausubstanz abzielt, sondern den ursprünglichen Charakter des Schlosses wiederherstellen soll. Dies umfasst die denkmalgerechte Aufarbeitung von Fenstern, Türen, Stuck, Parkett und Mauerwerk aus Grauwacke.

Das Projektteam, insbesondere das Architekturbüro Hahn Helten, prüft alle Veränderungen aus jüngerer Zeit kritisch und plant sie, wo immer möglich, zurückzubauen. So sollen die ursprünglichen Sichtachsen auf das Schloss wiederhergestellt werden, wie sie vor über 100 Jahren bestanden. Der Neubau, der für zusätzliche Hotelzimmer vorgesehen ist, soll optisch hinter den Bestandsgebäuden zurücktreten, um das historische Bild zu bewahren.

Ökologische Aspekte

Die Revitalisierung von Schloss Lerbach orientiert sich auch an den Anforderungen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit. So sollen die Sanierungsmaßnahmen ökologische Innovationen beinhalten, darunter die nachhaltige Energieversorgung des Hotels. Zudem ist geplant, ein Retentionsbecken in Form eines neuen Teils in das Gelände zu integrieren, um die Wasserhaushaltsproblematik in der Region zu adressieren. Neue Versiegelungen sind hingegen nicht vorgesehen, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Architektur und Landschaftsplanung

Die Planung des Parks, der als englischer Landschaftsgarten unter Naturschutz steht, liegt in den Händen des britischen Landschaftsarchitekten Pip Morrison. Sein Entwurf verbindet historische Strukturen mit ökologischer Vielfalt und schafft neue Räume für Natur und Begegnung. Morrison ist unter anderem für die Neugestaltung des Sunken Garden am Kensington Palace bekannt und bringt damit international anerkannte Expertise in das Projekt ein.

Im Parkplanungskonzept sollen sich historische Elemente mit neuen ökologischen Maßnahmen ergänzen, um einen harmonischen und zugleich lebendigen Park zu schaffen. Die Wiedereröffnung des Parks ist für den Sommer 2025 geplant, wobei der Park öffentlich zugänglich bleiben wird, sodass auch nicht-hotelgebundene Besucher die Anlage genießen können.

Hotel- und Nutzungsplanung

Konzeptioneller Aufbau des Hotels

Der geplante Neubau umfasst mehrere Gebäude mit insgesamt 125 Zimmern, was eine Erweiterung um 65 Zimmern im Vergleich zur bisherigen Ausstattung bedeutet. Im historischen Herrenhaus und in den alten Nebengebäuden entstehen 66 Zimmer und Suiten. Im Souterrain, das zum Park hin geöffnet ist, wird ein Bistro eingerichtet. Die repräsentativen Räume im Erdgeschoss dienen künftig als Lobby, Bar, Hochzeitsraum und Aufenthaltsbereich.

Das Dorint Hotel, der künftige Betreiber, hat konkrete Pläne für die Ausstattung des Hotels: darunter ein Restaurant mit 140 Sitzplätzen, ein Bankettbereich, ein Weinkeller sowie ein Spa mit Schwimmteichen. Der Betreiber hat bereits einen 20-jährigen Pachtvertrag abgeschlossen, um die langfristige Entwicklung des Areals sicherzustellen.

Öffentliche Nutzung und Veranstaltungsort

Neben der Hotelnutzung ist es ein besonderes Ziel des Projektes, das Schloss und den Park auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So sollen Restaurants und Tagungsräume auch Spaziergänger und Besucher aus der Region ansprechen und Verweilen ermöglichen. Der Park wird nach seiner Revitalisierung ebenfalls öffentlich zugänglich sein und als Veranstaltungsort für kulturelle und soziale Aktivitäten dienen.

Diese Konzeption unterstreicht das Konzept einer Revitalisierung, bei der nicht nur historische und architektonische Werte bewahrt werden, sondern auch die soziale und kulturelle Funktion des Areals gestärkt wird.

Bauplanung und zeitliche Abläufe

Aktuelle Stand der Planung

Die Revitalisierung befindet sich derzeit in der Planungsphase. Nach den Angaben der Projektverantwortlichen ist mit der Einreichung des Bauantrags für den Neubau Ende Oktober 2025 zu rechnen. Die Bauarbeiten sind auf drei Jahre veranschlagt, sodass die Wiedereröffnung des Hotels für 2026 geplant ist.

Die Planung beinhaltet eine detaillierte Bestandsaufnahme, darunter Archivrecherche, technische Bestandserkundung und Schadenskartierung. Die architektonische Analyse und die Ausarbeitung der denkmalpflegerischen Zielsetzungen bilden die Grundlage für die Entwürfe der neuen Hotelplanung.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Sanierung eines denkmalgeschützten Ensembles wie Schloss Lerbach bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. So müssen alle Maßnahmen den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechen, was den Umgang mit der Bausubstanz eng reguliert. Gleichzeitig müssen die modernen Anforderungen an Energieeffizienz, barrierefreie Nutzung und Sicherheit berücksichtigt werden.

Um diese Anforderungen zu vereinen, setzt das Projekt auf eine integrierte Planung, bei der Architektur, Landschaftsplanung, Energieversorgung und Nutzungsplanung eng verzahnt sind. Die Projektverantwortlichen betonen, dass dies einen langfristigen Erfolg des Projekts ermögliche und die Wahrung des historischen Charakters mit der Erweiterung der Nutzung verbinden könne.

Fazit

Die Sanierung und Revitalisierung von Schloss Lerbach bietet ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie historische Baudenkmale nachhaltig und zukunftsfähig genutzt werden können. Durch den behutsamen Umgang mit der Bausubstanz, die Einbeziehung moderner ökologischer Standards und die Schaffung öffentlicher Räume wird der ursprüngliche Charakter des Schlosses bewahrt, gleichzeitig aber eine neue, lebendige Nutzung ermöglicht.

Das Projekt setzt zudem Maßstäbe für die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Landschaftsplanern und Hotelbetreibern, wobei besondere Wert auf die Einhaltung denkmalpflegerischer Vorgaben und die Erweiterung der sozialen Funktion des Areals gelegt wird. Mit der geplanten Eröffnung des Hotels im Jahr 2026 und der Wiedereröffnung des Parks im Sommer 2025 wird Schloss Lerbach nicht nur ein Hotel, sondern auch ein kulturelles und soziales Zentrum in der Region sein.

Quellen

  1. Schloss Lerbach: Einblicke in die Revitalisierungspläne
  2. Schloss Lerbach wird denkmalgerecht wiederbelebt
  3. Schloss Lerbach und der Denkmalschutz
  4. Schloss Lerbach – Geschichte und Entwicklung
  5. Schloss Lerbach – Wanderland und Denkmal
  6. Schloss Lerbach wird 2026 ein Dorint Hotel
  7. Landhaus Lerbach – Planung und Sanierung

Ähnliche Beiträge