THEWOSAN: Effiziente Energieeinsparung durch thermische Sanierungsmaßnahmen in Wohngebäuden

Einleitung

Die thermisch-energetische Sanierung (THEWOSAN) ist ein zentraler Bestandteil der Klimaschutzpolitik und zielt darauf ab, den Energiebedarf von Wohngebäuden nachhaltig zu reduzieren. Vor allem in Städten mit einem hohen Anteil an Altbauten, wie beispielsweise Wien, ist die THEWOSAN ein entscheidender Faktor, um Heizkosten zu senken und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die Sanierungsmaßnahmen beinhalten umfangreiche bauliche und technische Interventionen an der Gebäudehülle und der Haustechnik, die es ermöglichen, bis zu 80 % des Heizwärmebedarfs einzusparen. Neben den ökologischen Vorteilen steigt durch eine erfolgreiche Sanierung auch der Wohnkomfort.

Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die THEWOSAN, ihre Ziele, Voraussetzungen, Fördermöglichkeiten und praktischen Umsetzungshinweise. Alle Angaben basieren auf verfügbarem Quellenmaterial, das aus offiziellen Informationsseiten der Stadt Wien und der Wohnfonds-Wien stammt.

Was ist THEWOSAN?

Die Bezeichnung THEWOSAN steht für „thermisch-energetische Wohnhaussanierung“. Ziel dieser Sanierungsform ist es, den Energiebedarf eines Gebäudes nachhaltig zu reduzieren, indem Wärmeverluste minimiert und die Effizienz der Haustechnik verbessert wird.

Die Maßnahmen können sich auf verschiedene Bereiche der Gebäudehülle beziehen, beispielsweise auf Dächer, Außenwände, Fenster oder Kellerdecken. Zudem können Heizungsanlagen und Warmwasserbereitungssysteme durch energieeffizientere Alternativen ersetzt werden.

Eine erfolgreiche THEWOSAN erfordert eine sorgfältige Planung, die möglichst drei bis mehrere Komponenten der Gebäudehülle oder Haustechnik umfasst. Die Kombination aus baulichen und technischen Maßnahmen ist entscheidend für die Erreichung der gesteckten Energieeinsparziele.

Ziele der THEWOSAN

Die primären Ziele der THEWOSAN sind:

  1. Reduktion des Heizwärmebedarfs: Durch eine verbesserte Wärmedämmung der Gebäudehülle kann der Heizwärmebedarf pro Quadratmeter um bis zu 80 % reduziert werden.
  2. Energieeinsparung: Die Einsparung von Energie ist auch ein entscheidender Faktor, um die CO₂-Emissionen des Gebäudes zu senken. Die Sanierungsmaßnahmen tragen so zur Klimaneutralität bei.
  3. Steigerung des Wohnkomforts: Eine bessere Dämmung und die Reduktion von Wärmebrücken führen zu einem angenehmeren Wohnklima. Zudem ist die Gefahr von Schimmelbildung reduziert.
  4. Reduktion der Betriebskosten: Durch die verringerten Energieverbräuche sinken die monatlichen Heizkosten, was langfristig wirtschaftliche Vorteile für die Eigentümer oder Mieter schafft.

Voraussetzungen für eine THEWOSAN

Damit eine thermische Sanierung unter dem Förderprogramm THEWOSAN beantragt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Die genauen Anforderungen hängen davon ab, welche Förderstufe angestrebt wird.

1. Umfassende THEWOSAN

Bei dieser Förderstufe müssen mindestens drei Komponenten der Gebäudehülle oder Haustechnik gleichzeitig saniert werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Dach oder oberste Geschoßdecke
  • Fassade oder Außenwände
  • Fenster oder Fenstertüren
  • Kellerdecke
  • Heizsystem oder Warmwasserbereitung

Zusätzlich müssen mindestens 20 kWh/m² des jährlichen Heizwärmebedarfs eingespart werden. Bei gleichzeitiger Umstellung auf energieeffiziente Systeme muss der Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE) um mindestens 0,05 reduziert werden.

Diese Stufe ist mit den strengensten Anforderungen verbunden, bietet aber auch die höchsten Förderbeträge.

2. Deltaförderung

Wenn aus technischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Gründen eine umfassende THEWOSAN nicht durchgeführt werden kann, ist eine Deltaförderung möglich. Hierbei müssen mindestens 40 % des Heizwärmebedarfs eingespart werden. Zudem müssen bestimmte U-Werte eingehalten werden:

Bauteil U-Wert (W/m²K)
Fenster und Fenstertüren 1,00
Fensterglas 0,80
Wände 0,25
Decken gegen Außenluft und Dachräume 0,20
Kellerdecke, Fußboden gegen Erdreich 0,35

Die Höhe der Förderung hängt von der Reduktion des Heizwärmebedarfs ab. Sie ermöglicht eine flexible Umsetzung, auch wenn die Anforderungen der umfassenden Stufe nicht vollständig erfüllt werden können.

Fördermöglichkeiten der THEWOSAN

Die THEWOSAN bietet drei unterschiedliche Förderstufen an, wobei die Höhe der Förderung anhand der Nutzfläche und der erreichten Energiekennzahlen berechnet wird. Die maximale Höhe des nicht rückzahlbaren Beitrags beträgt bis zu 30 % der förderbaren Gesamtbaukosten, abhängig von der gewählten Stufe.

Die Förderung wird beim Wohnfonds-Wien beantragt, der auch weitere Formulare und Informationen bereitstellt. Es ist wichtig, dass die Sanierungsmaßnahmen sorgfältig geplant werden, um eine sachlich-fachliche Entscheidungsgrundlage zu haben.

Kriterien für die Förderberechnung

Die Höhe der Förderung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Nutzfläche des Gebäudes
  • Eingesparte Energiemenge (Heizwärmebedarf)
  • Erreichte Energiekennzahlen
  • Anzahl der sanierten Gebäudehüllelemente
  • Einsparung des Gesamtenergieeffizienzfaktors (fGEE)

Je höher die Einsparungen, desto höher ist in der Regel auch der Förderbetrag. Ein ausführliches Sanierungskonzept mit Kostenschätzung und Energiebilanz ist daher unerlässlich.

Praktische Umsetzung der THEWOSAN

Die Umsetzung einer THEWOSAN erfordert eine umfassende Planung und Koordination. Dazu gehören:

  • Bauzustandsprüfung: Vor Beginn der Sanierungsarbeiten sollte der aktuelle Zustand des Gebäudes analysiert werden. Dazu gehören thermografische Untersuchungen, die Aufnahme von Wärmeverlusten und die Beurteilung der Dämmung.
  • Kostenschätzung: Eine genaue Kostenschätzung für das Sanierungskonzept ist erforderlich, um die Finanzierbarkeit zu beurteilen.
  • Heizwärmebedarf-Berechnung: Vor und nach der Sanierung muss der Heizwärmebedarf berechnet werden, um die Energieeinsparung zu bestimmen.
  • Detailplanung: Eine ausreichende Detailplanung ist notwendig, um die Sanierungsmaßnahmen sachgerecht umzusetzen.

Für kleinvolumige Projekte, bei denen die reinen Baukosten unter 400.000 € liegen und keine Baubewilligung erforderlich ist, kann das sogenannte Expressverfahren angewandt werden. Dieses beschleunigt den Ablauf und ermöglicht einen zeitnahen Baubeginn.

Vorteile der THEWOSAN

Die Vorteile einer thermisch-energetischen Sanierung sind vielfältig:

  1. Energieeinsparung: Durch die Reduktion des Heizwärmebedarfs entstehen deutliche Einsparungen in den Energiekosten.
  2. CO₂-Reduktion: Die Sanierungsmaßnahmen tragen dazu bei, die Treibhausgasemissionen des Gebäudes zu senken.
  3. Wohnkomfort: Eine bessere Dämmung und die Beseitigung von Wärmebrücken führen zu einem angenehmeren Wohnklima.
  4. Förderung: Die THEWOSAN bietet wertvolle finanzielle Unterstützung, die die Sanierung wirtschaftlich attraktiver macht.
  5. Langfristige Wirtschaftlichkeit: Obwohl die Sanierungsmaßnahmen in der Anschaffung kostenintensiv sein können, amortisieren sich die Investitionen in der Regel innerhalb weniger Jahre durch die eingesparten Energiekosten.

Antragstellung auf THEWOSAN-Förderung

Die Antragstellung erfolgt über den Wohnfonds-Wien, der alle notwendigen Formulare und Informationen bereitstellt. Die Antragsteller können entweder Alleineigentümer von Miethäusern (Zinshäusern, Mehrparteienhäusern) oder Wohnungseigentumsgemeinschaften sein.

Für die Beantragung der Förderung ist es erforderlich, folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Sanierungskonzept
  • Kostenschätzung
  • Heizwärmebedarf-Berechnung
  • Detailplanung
  • Formulare der THEWOSAN

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt nach Eingang der Unterlagen, wobei der Ablauf je nach gewählter Förderstufe variieren kann.

Fazit

Die THEWOSAN ist ein entscheidender Bestandteil der Klimaschutzpolitik und bietet eine wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit, den Energiebedarf von Wohngebäuden nachhaltig zu reduzieren. Durch die Kombination aus baulichen Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Modernisierung der Haustechnik ist es möglich, bis zu 80 % des Heizwärmebedarfs einzusparen. Zudem steigt der Wohnkomfort, und die Betriebskosten sinken.

Die Förderung durch den Wohnfonds-Wien macht die Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich attraktiv, wobei es drei unterschiedliche Förderstufen gibt, die unterschiedliche Anforderungen an die Energieeinsparung stellen. Die Wahl der Förderstufe hängt von der konkreten Situation des Gebäudes und der finanziellen Planung ab.

Um die THEWOSAN erfolgreich umzusetzen, ist eine sorgfältige Planung erforderlich, bei der alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die gesteckten Ziele erreicht werden und die Sanierungsmaßnahmen langfristig wirtschaftlich sinnvoll sind.

Mit der THEWOSAN tragen Eigentümer und Mieter gemeinsam dazu bei, die Umweltbelastung durch Gebäude zu reduzieren und den Wohnraum nachhaltig zu verbessern.

Quellen

  1. Stadt Wien – Thermische Sanierung
  2. atm-zt.at – THEWOSAN-Förderung
  3. Wohnfonds-Wien – THEWOSAN-Informationen

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