Sanierung der A92: Qualitätssicherung bei Großbaustellen zwischen Moosburg und Landshut

Einleitung

Die Sanierung der Bundesautobahn A92 stellt eines der größten Bauprojekte in Bayern dar. Seit 2021 wird insbesondere der Abschnitt zwischen Moosburg und Landshut/Bruckberg saniert. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über den aktuellen Stand der Arbeiten, die technischen Herausforderungen, die Verzögerungen durch Qualitätsmängel und die Auswirkungen auf den Verkehr. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sanierungskonzepts für die gesamte A92, die aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und starken Verkehrsaufkommens dringend erneuert werden muss.

Umfang und Bedeutung der A92-Sanierung

Die Bundesautobahn A92 ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Bayern, die als Hauptverbindung für weite Teile Niederbayerns zum Flughafen München und zur Landeshauptstadt dient. Sie ist darüber hinaus eine wichtige Transitroute für den Verkehr aus Richtung Oberösterreich und Tschechien mit Zielen in und um München. Die strategische Bedeutung der A92 für den regionalen und überregionalen Verkehr kann kaum überschätzt werden.

Prognosen der Autobahn GmbH deuten für das Jahr 2030 auf einen durchschnittlichen täglichen Verkehr im betroffenen Abschnitt von rund 40.000 Kraftfahrzeugen hin. Ein bemerkenswert hoher Anteil von circa 25 Prozent entfällt dabei auf den Schwerverkehr, der die Belastung für die Straßenstruktur massiv erhöht.

Die aktuelle Betonfahrbahn ist mittlerweile über 30 Jahre alt und weist erhebliche Substanzschäden auf. Diese Schäden manifestieren sich in Form von Rissen, Abplatzungen und Spurrillen, die nicht nur die Fahrdynamik beeinträchtigen, sondern auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Darüber hinaus ist der bestehende Straßenaufbau, der für die Verkehrsbelastung der letzten Jahrzehnte konzipiert wurde, den heutigen und zukünftigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Die geplante Sanierung zielt darauf ab, diese Defizite zu beheben und die Autobahn auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sanierungskonzepts für die gesamte A92, das bereits in Teilabschnitten in Oberbayern erfolgreich umgesetzt wurde.

Der Abschnitt Moosburg-Nord bis Landshut-West: Probleme und Verzögerungen

Seit 2021 ist der Autobahnabschnitt zwischen Moosburg und Landshut/Bruckberg eine Dauerbaustelle mit wechselnder Verkehrsführung und Tempolimit. Die Brücken und der Unterbau mussten praktisch komplett erneuert werden. Die Bauarbeiten, die 2021 begonnen worden sind, sollten ursprünglich nur drei Jahre dauern, haben sich jedoch aufgrund von Qualitätsmängeln bereits um ein Jahr verzögert.

Kurz vor der eigentlichen Fertigstellung kamen Anfang dieses Jahres Probleme mit dem neuen Asphalt dazu. Es sollte eine "vielversprechende und überdurchschnittlich belastbare Asphaltmischung" eingebaut werden, sagte Josef Seebacher von der Autobahn GmbH des Bundes auf BR-Anfrage. Weil der neue Asphalt aber nicht die erhoffte Qualität hatte, musste der Einbau gestoppt werden, räumte Seebacher ein. Dann ging eine Zeitlang erstmal nichts mehr voran auf der Autobahn-Großbaustelle.

Michael Kordon, Mitarbeiter der Autobahn GmbH, erklärte, dass die Arbeiten trotz der Verzögerung planmäßig fortgesetzt werden. Die Bauzeit verlängert sich dadurch jedoch von drei auf knapp vier Jahre, so der Sprecher der Autobahn GmbH. Voraussichtlich im August und September wird die neue Asphaltschicht aufgetragen. Danach kann - nach rund vier Jahren Bauzeit - auch das Tempolimit zwischen Moosburg und Landshut/Bruckberg aufgehoben werden.

Mit der Verkehrsfreigabe rechnet man im Oktober, so Kordon. Die gute Nachricht für alle Verkehrsteilnehmer: "Die Verlängerung der Bauzeit wird die Kosten nicht erhöhen", betont der Mitarbeiter der Autobahn GmbH. Die Gesamtkosten der A92-Baustelle belaufen sich somit weiterhin auf rund 60 Millionen Euro.

Technische Herausforderungen bei der Asphaltwahl

Die technische Herausforderung bei der Sanierung der A92 bestand in der Auswahl des richtigen Materials für die neue Fahrbahndecke. Ursprünglich sollte eine neue, vielversprechende und überdurchschnittlich belastbare Asphaltmischung zum Einsatz kommen. Diese Entscheidung fiel aufgrund der besonderen Belastungen durch den hohen Schwerverkehranteil und der Notwendigkeit einer langlebigen Lösung.

Die neue Asphaltmischung erfüllte jedoch nicht die Qualitätsanforderungen, was zum Einbau-Stopp führte. Daraufhin entschied man sich für eine bereits bewährte Alternative: den sogenannten Flüsterasphalt. Dieser Asphalttyp zeichnet sich durch eine geringere Geräuschemission aus und ist gleichzeitig belastbar genug für die Anforderungen der stark befahrenen Autobahn.

Der Austausch der schadhaften Betonfahrbahndecke durch eine moderne Asphaltfahrbahn ist das Kernstück der Sanierung. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Fahreigenschaften zu verbessern und die Lärmbelastung für die Anwohner zu reduzieren. Die Wahl des richtigen Materials ist dabei entscheidend für die Lebensdauer und Qualität der Sanierung.

Zeitplan und Bauablauf

Der ursprüngliche Zeitplan für die Sanierung des Abschnitts zwischen Moosburg-Nord und Landshut-West sah eine Bauzeit von drei Jahren vor. Aufgrund der Qualitätsprobleme mit dem Asphalt hat sich der Zeitplan jedoch um etwa ein Jahr verlängert.

Der aktuelle Bauablauf sieht wie folgt aus: - Ursprünglich geplanter Abschluss: Ende 2023 - Aktueller geplanter Abschluss: Mitte November 2023 - Auftragen der neuen Asphaltschicht: August und September 2023 - Verkehrsfreigabe: Oktober 2023

Ab Montag, 14. Oktober 2023, sollte der Verkehr auf beiden Richtungsfahrbahnen nach außen verlegt werden, sodass die Restarbeiten im Mittelstreifen erfolgen können. Dazu gehören das Schließen letzter Schutzeinrichtungen und der Rückbau provisorischer Mittelstreifenüberfahrten.

Laut neuer Beschilderung auf der A92 sollen die Bauarbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sein. Michael Kordon geht jedoch davon aus, "dass wir Mitte November endgültig fertig sein werden".

Kosten und Finanzierung

Das finanzielle Volumen für die Sanierung der A92 ist erheblich. Für den aktuellen Abschnitt zwischen Moosburg und Landshut belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 60 Millionen Euro. Die Verlängerung der Bauzeit wird die Kosten jedoch nicht erhöhen, betont die Autobahn GmbH.

Für den ersten Sanierungsabschnitt zwischen Ober- und Unterschleißheim liegen die voraussichtlichen Kosten bei rund zwölf Millionen Euro. Für die zukünftige Sanierung des Abschnitts zwischen Landshut/Essenbach und Dingolfing/Ost, die ab August 2025 beginnen soll, werden Kosten von rund 75 Millionen Euro veranschlagt.

Die Sanierung der A92 ist Teil eines umfassenden Sanierungskonzepts für die gesamte Autobahn. Die Finanzierung erfolgt durch die Autobahn GmbH des Bundes, die für den Bau und Unterhalt der Bundesautobahnen in Deutschland zuständig ist.

Auswirkungen auf den Verkehr

Die Sanierung der A92 hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr im betroffenen Bereich. Seit 2021 ist der Abschnitt zwischen Moosburg und Landshut/Bruckberg eine Dauerbaustelle mit wechselnder Verkehrsführung und Tempolimit.

Während der Bauzeit bleibt in jeder Fahrtrichtung ein Fahrstreifen erhalten, was zu Verkehrsbehinderungen und Staugefahr führt. Die Anschlussstellen bleiben jedoch geöffnet, mit maximal einwöchigen Sperrungen. Ein nennenswerter Schleichverkehr über die DGF 10 (Dornwang) wird nicht erwartet.

Aufgrund des schlechten Zustands der Fahrbahn wurde bereits im Mai ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde für Autos und 80 Kilometern pro Stunde für Motorräder auf Abschnitten wie dem zwischen Eching und Oberschleißheim eingeführt. Laut Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahn GmbH, wäre der nächste Schritt bei Nichtergreifen von Maßnahmen, Motorräder aus Sicherheitsgründen ganz auszusperren.

Die Bauarbeiten führen zu erheblichen Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer, sind jedoch notwendig, um die Sicherheit auf der stark befahrenen Autobahn zu gewährleisten.

Zukünftige Planungen für weitere Abschnitte

Die Sanierung der A92 ist ein langfristiges Projekt, das bereits seit mehreren Jahren läuft und noch einige Jahre andauern wird. In den Jahren 2017 und 2018 wurden die Abschnitte zwischen Erding und Moosburg-Süd sowie zwischen Moosburg-Süd und Isarbrücke erneuert und mit wiederstandsfähigem Asphalt versehen. Im Jahr 2019 war der rund neun Kilometer lange Abschnitt von Freising-Ost bis zur Anschlussstelle Erding dran, wobei auch 27 Brücken und Unterführungen saniert wurden. Nach einer Pause folgte 2021 der Abschnitt zwischen Moosburg-Nord und Landshut-West.

Als nächstes steht die Sanierung des Abschnitts zwischen Landshut/Essenbach und Dingolfing/Ost an. Ab dem 4. August 2025 beginnt die umfassende Sanierung dieses rund 10 Kilometer langen Abschnitts. Die Maßnahme wird mit einem Gesamtvolumen von 75 Millionen Euro umgesetzt.

Die Bauarbeiten sind in mehrere Abschnitte unterteilt: - 1. Bauabschnitt: August 2025, Dingolfing/Ost bis zur Landkreisgrenze bei Rothaus (Fahrtrichtung Deggendorf) - Ab 2027: Arbeiten in Fahrtrichtung München - Ab Juni 2026: Start der Hauptmaßnahme mit vollständigem Austausch des Betons durch lärmmindernden Asphalt

Die Bauzeit für dieses Projekt wird auf etwa drei Jahre angesetzt, mit dem Ziel, die Restarbeiten bis zum Jahr 2028 abzuschließen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Erfahrungen aus vorangegangenen Sanierungsabschnitten der A92 auf potenzielle Verzögerungen hindeuten. So wurde berichtet, dass die Erneuerung des Abschnitts zwischen Moosburg-Nord und Landshut-West sich um etwa ein Jahr verzögerte. Auch für andere Abschnitte wurde eine Verlängerung der Bauzeit von drei auf knapp vier Jahre bekannt gegeben. Ob dies für das aktuelle Projekt ebenfalls zutrifft, bleibt abzuwarten, sollte jedoch bei der langfristigen Planung berücksichtigt werden.

Vergleich mit früheren Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierung der A92 erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Abschnitten, wobei auf die Erfahrungen aus früheren Bauabschnitten zurückgegriffen werden kann.

In den Jahren 2017 und 2018 wurden die Abschnitte zwischen Erding und Moosburg-Süd sowie zwischen Moosburg-Süd und Isarbrücke erneuert und mit wiederstandsfähigem Asphalt versehen. Diese Abschnitte wurden erfolgreich fertiggestellt und weisen keine vergleichbaren Qualitätsprobleme auf.

Im Jahr 2019 folgte der rund neun Kilometer lange Abschnitt von Freising-Ost bis zur Anschlussstelle Erding, wobei auch 27 Brücken und Unterführungen saniert wurden. Auch diese Maßnahme wurde erfolgreich abgeschlossen.

Nach einer Pause begannen 2021 die Arbeiten am Abschnitt zwischen Moosburg-Nord und Landshut-West. Dieser Abschnitt weist jedoch Qualitätsprobleme mit dem Asphalt auf, die zu einer Verzögerung der Bauzeit um etwa ein Jahr führen werden.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Abschnitten ist die Wahl des Asphalts. Während bei früheren Abschnitten bereits bewährte Asphaltmischungen zum Einsatz kamen, wurde bei dem aktuellen Abschnitt zunächst eine neue, noch nicht erprobte Mischung verwendet, die sich als qualitativ unzureichend erwies. Dies hat zu erheblichen Verzögerungen und Zusatzkosten geführt.

Die Erfahrungen aus diesen Bauabschnitten zeigen, dass die Wahl des richtigen Materials und die sorgfältige Qualitätskontrolle entscheidend für den Erfolg einer Sanierung sind. Für zukünftige Projekte sollte daher auf bewährte Materialien gesetzt werden, um solche Verzögerungen zu vermeiden.

Fazit

Die Sanierung der A92 zwischen Moosburg und Landshut ist ein komplexes Großbauprojekt, das erhebliche technische Herausforderungen und Verzögerungen bewältigen muss. Die Qualitätsprobleme mit dem Asphalt haben zu einer Verzögerung der Bauzeit um etwa ein Jahr geführt, ohne die Gesamtkosten zu erhöhen.

Die Maßnahme ist jedoch notwendig, um die Sicherheit auf der stark befahrenen Autobahn zu gewährleisten und die Lebensdauer der Fahrbahn zu verlängern. Die Erfahrungen aus diesem und früheren Bauabschnitten zeigen, dass die sorgfältige Materialauswahl und Qualitätskontrolle entscheidend für den Erfolg einer Sanierung sind.

Die zukünftige Sanierung weiterer Abschnitte der A92, insbesondere zwischen Landshut/Essenbach und Dingolfing/Ost, wird ebenfalls sorgfältig geplant und durchgeführt werden müssen, um ähnliche Probleme zu vermeiden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich noch mehrere Jahre andauern und werden erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region haben.

Quellen

  1. Merkur.de
  2. BR.de
  3. Merkur.de
  4. Moosthenning.de
  5. Idowa.de
  6. Süddeutsche.de
  7. Austraße Zürich

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