Einleitung
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist ein Bakterienstamm, der gegen viele Antibiotika resistent ist und Infektionen verursachen kann. Bei nachgewiesener MRSA-Besiedlung ist eine Sanierungstherapie erforderlich, um die Bakterien von der Haut und den Schleimhäuten des Trägers zu entfernen. Nach Abschluss dieser Sanierung sind Kontrollabstriche notwendig, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen und die MRSA-Freiheit zu bestätigen. Dieser Artikel erläutert den zeitlichen Ablauf der Kontrollabstriche nach MRSA-Sanierung, deren Bedeutung für die Hygiene im häuslichen Bereich und wichtige Aspekte, die Betroffene und ihre Angehörige beachten sollten.
Was ist MRSA?
MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen auf der Haut und den Schleimhäuten vieler gesunder Menschen vor. Diese Bakterien können gegen das Antibiotikum Methicillin und auch die meisten anderen Antibiotika resistent, also unempfindlich werden. Viele Krankenhausinfektionen werden durch MRSA-Stämme verursacht.
Lokale MRSA-Infektionen bleiben oberflächlich und betreffen die Haut, die Talgdrüsen oder Haarbälge. Sie zeigen sich als eitrige Entzündungen – beispielsweise als Furunkel, Karbunkel, Abszesse oder Empyeme. Mögliche Symptome einer MRSA-Infektion sind lokale Infektionen der Haut, wie Abszesse oder Wundinfektionen nach einer Operation, sowie Entzündungen einzelner Organe, wie Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Lunge oder Harnwege.
MRSA-Sanierung: Prozess und Bedeutung
Die sogenannte Sanierung oder Sanierungstherapie dient der Entfernung der MRSA-Bakterien von der Haut und den Schleimhäuten des Trägers. Bei gesunden Menschen ohne Risikofaktoren lässt sich MRSA aus dem Hauptreservoir, dem Nasenvorhof, leicht entfernen.
Die Dauer der Besiedlung hängt davon ab, ob Risikofaktoren wie ein Ulcus, Katheter oder Antibiotikagabe vorliegen. Liegen sie vor, ist die Sanierung selten erfolgreich und der Patient kann bis zu 40 Monate und länger MRSA tragen. Ohne Risikofaktor gelingt eine Sanierung in den meisten Fällen und die Trägerdauer liegt bei zwei Wochen.
Die Sanierung umfasst verschiedene Maßnahmen: - Lokale Behandlung im Nasenvorhof und auf besiedelten Wunden mit speziellen Salben - Behandlung der Haut mit Waschlotionen - Antiseptische Rachen/Mundspülung mit Hexoral oder Meridol oder Octenidol 3x täglich - Für die nasale Sanierung wird die Applikation von Mupirocin-Nasensalbe (Turixin) oder Octenisan Nasengel 3x täglich empfohlen
Wichtig ist, dass unter einer lokalen Sanierungsbehandlung bzw. unter einer MRSA-wirksamen Antibiotikatherapie (Antibiogramm beachten) Kontrollabstriche nicht sinnvoll sind.
Zeitlicher Ablauf der Kontrollabstriche nach Sanierung
Kontrollabstriche nach durchgeführter MRSA-Sanierung werden zu drei verschiedenen Zeitpunkten abgenommen, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen und die MRSA-Freiheit zu bestätigen.
Erste Kontrollabstriche
Die ersten Kontrollabstriche werden frühestens am 4. Tag nach Abschluss der Sanierung bis 4 Wochen nach Abschluss der Sanierung entnommen. Ohne labortechnischen MRSA-Nachweis gilt der Betroffene als "vorläufig MRSA-frei".
Zwischen Sanierung und Abstrich sollten mindestens 3 Tage (>3 Tage) liegen. Entsprechend der aktuellen KRINKO-Empfehlung werden 3 Abstriche an 3 aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Wenn der Patient positiv ist, ist es ratsam, nach Durchführung einer Sanierung zunächst 3 Tage abzuwarten und dann jeweils einen Abstrich an drei aufeinander folgenden Tagen von allen zuvor positiv getesteten Lokalisationen zu entnehmen.
Zweite Kontrollabstriche
Weitere Kontrollabstriche sind 3-6 Monate nach Abschluss der Sanierung vorgesehen. Diese Abstriche überprüfen, ob die MRSA-Besiedlung dauerhaft beseitigt wurde oder ob eine erneute Besiedlung vorliegt.
Dritte Kontrollabstriche
Die letzte Kontrolluntersuchung erfolgt 11-13 Monate nach Abschluss der Sanierung. Erst wenn der Befund der Abstriche nach 11-13 Monaten keinen MRSA-Nachweis mehr erbringt, gilt die betroffene Person als "MRSA-frei".
Nach 12 Monaten und negativen MRSA-Abstrichen gilt der Sanierte als MRSA-frei. Er hat jedoch eine positive MRSA-Anamnese und muss bei Aufnahme in ein Krankenhaus gescreent und bis zum Ausschluss prophylaktisch isoliert werden.
Durchführung der Kontrollabstriche
Entnahmestellen
Für die MRSA-Diagnostik werden zunächst Abstriche von Nasenhöhle, Rachen und/oder Wunden gemacht, weil der MRSA-Erreger dort am häufigsten vorkommt.
Für die Nasenabstriche wird ein Watte- oder Polyurethantupfer mit steriler Kochsalzlösung befeuchtet, maximal 2 cm in ein Nasenloch eingeführt und die Nasenschleimhaut rotierend unter konstantem Druck abgestrichen. Mit demselben Tupfer wird auch der zweite Nasengang abgestrichen. Wenn möglich, sollte ein Nasen-Rachenabstrich erfolgen, da die Sensitivität bei "gepoolten" Abstrichen größer ist.
Laboruntersuchung
In der Regel wird auf Selektiv-Nährböden abgestrichen, das sind Petrischalen mit einem Nährboden, auf dem nur MRSA wächst. Dieser Test dauert etwa ein bis zwei Tage. Ein Labor bestimmt das Vorhandensein von MRSA durch einen Kulturnachweis. Werden keine MRSA nachgewiesen, gilt der Untersuchte als MRSA-negativ.
Ein neuer MRSA-Schnelltest liefert das Ergebnis zuverlässig in fünf Stunden. Bei den bisher verfügbaren Testmethoden können jedoch mehrere Tage vergehen, bis ein Ergebnis vorliegt, sodass positive Träger für andere Patienten weiter eine Quelle für Kreuzinfektionen bleiben.
Bedeutung für den häuslichen Bereich
Hygienemaßnahmen im Haushalt
Während der Sanierungsphase sind bestimmte Hygienemaßnahmen im häuslichen Bereich wichtig, um eine Weiterverbreitung von MRSA zu verhindern:
- Wäsche: 1 x täglich wechseln (Bekleidung, Bettwäsche, Utensilien der Körperpflege wie Handtücher, Waschlappen etc.)
- Persönliche Gegenstände: Desinfektion/Austausch von Rasierer, loser Zahnprothesen, Zahnbürsten, In-Ear-Kopfhörern oder Ähnlichem
- Deoroller: Keine Verwendung von Deorollern!
- Atemtrainingsgeräte: System während der Sanierungsphase täglich verwerfen!
- Schlafapnoe-Masken: Tägliche Aufbereitung nach Herstellerangaben
Pflege von MRSA-Betroffenen
Bei der Pflege von MRSA-Betroffenen sollte auf folgende Punkte geachtet werden: - Keinen Schmuck tragen: Verzichten Sie während der Pflege auf Schmuck, um Ihre eigenen Hände möglichst gründlich säubern zu können - Händehygiene: Dennoch sollten die Hände von Pflegendem und Gepflegtem nach direktem Körperkontakt gründlich gewaschen, nach Niesen und Husten des Erkrankten regelmäßig desinfiziert werden
Wundbehandlung
Die Wundbehandlung von MRSA-infizierten/-kolonisierten Wunden oder Hautläsionen erfolgt nach ärztlicher Anordnung und gegebenenfalls Rücksprache mit der Wund-/Enterostoma-Therapeutin.
Besondere Gruppen und Situationen
Berufstätige
Für Personen, die beruflich Menschen pflegerisch oder medizinisch betreuen oder versorgen, kann eine MRSA-Besiedlung vorübergehend zur Ausübung dieser Tätigkeiten unmöglich sein.
Patientenentlassung aus dem Krankenhaus
Bei der Entlassung eines MRSA-Patienten aus dem Krankenhaus ist die Weitergabe der Information über Trägerstatus und eventuell begonnene Sanierungsmaßnahmen entscheidend. Der weiterbehandelnde Arzt entscheidet über die notwendigen Maßnahmen.
Hausärztliche Durchführung
Grundsätzlich kann jeder Hausarzt die MRSA-Diagnostik und die entsprechende Beratung und Behandlung abrechnen. Voraussetzung ist jedoch eine Zertifizierung, die als Online-Fortbildung bei der KBV erworben werden kann.
Kostenübernahme
Ein Abstrich kostet zwischen fünf und zehn Euro. Das Krankenhaus hat den Abstrich selbst vorzunehmen und zu finanzieren.
Zusammenfassung
Die Kontrollabstriche nach MRSA-Sanierung sind ein wichtiger Bestandteil des Behandlungsprozesses, um den Erfolg der Sanierung zu überprüfen und die MRSA-Freiheit zu bestätigen. Sie erfolgen zu drei verschiedenen Zeitpunkten: frühestens am 4. Tag nach Abschluss der Sanierung, 3-6 Monate nach Abschluss und 11-13 Monate nach Abschluss der Sanierung. Erst bei negativen Ergebnissen aller drei Kontrollabstriche gilt eine Person als MRSA-frei.
Während der Sanierungsphase sind bestimmte Hygienemaßnahmen im häuslichen Bereich wichtig, um eine Weiterverbreitung von MRSA zu verhindern. Dazu gehören tägliches Wechseln der Wäsche, Desinfektion oder Austausch persönlicher Gegenstände und sorgfältige Händehygiene.
Für die Durchführung der Kontrollabstriche werden Abstriche von Nasenhöhle, Rachen und/oder Wunden genommen und im Labor untersucht. Die Ergebnisse liegen in der Regel nach ein bis zwei Tagen vor, wobei es auch schnellere Testverfahren gibt.
Personen mit positiver MRSA-Anamnese müssen auch nach bestätigter MRSA-Freiheit bei Aufnahme in ein Krankenhaus gescreent und prophylaktisch isoliert werden, da sie eine positive MRSA-Anamnese haben.
Fazit
MRSA-Kontrollabstriche nach Sanierung folgen einem strengen Zeitplan, der sicherstellt, dass die Besiedlung dauerhaft beseitigt wurde. Der Prozess erfordert Disziplin sowohl bei den durchführenden medizinischen Einrichtungen als auch bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen im häuslichen Bereich ist entscheidend, um eine Weiterverbreitung zu verhindern und den Erfolg der Sanierung zu sichern. Die rechtzeitige Durchführung der Kontrollabstriche ermöglicht eine frühzeitige Intervention bei erneutem Nachweis von MRSA und trägt damit zur öffentlichen Gesundheit bei.