Aschenbahn-Renovierung: Methoden, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Einleitung

Aschenbahnen sind eine traditionelle Form von Sportstättenbelägen, die insbesondere im Breiten- und Schulsport weit verbreitet sind. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an diesen Sportanlagen, sodass Renovierungen dringend erforderlich werden können. Die Sanierung von Aschenbahnen stellt Gemeinden, Sportvereine und Schulen vor verschiedene Herausforderungen - von der Finanzierung über die Wahl der passenden Renovierungsmethode bis hin zur praktischen Umsetzung. Dieser Artikel beleuchtet anhand aktueller Beispiele und Informationen die verschiedenen Aspekte der Aschenbahn-Renovierung, darunter unterschiedliche Sanierungsmethoden, Kostenstrukturen, Finanzierungsmöglichkeiten sowie praktische Umsetzungserfahrungen.

Dringlichkeit der Renovierung

Viele Aschenbahnen in Deutschland zeigen deutliche Alterserscheinungen und bedürfen einer dringenden Sanierung, um weiterhin sicher nutzbar zu sein. In Bayrischzell beispielsweise wurde festgestellt, dass die Lauf- und Sprungbahn am Sportplatz am Seeberg "in die Jahre gekommen" sind. Der Bodenbelag der beiden Aschenbahnen sei "längst aus der Zeit gefallen", wie in einer Gemeinderatssitzung diskutiert wurde. Ein Gemeinderatsmitglied betonte: "Wir sind die Letzten mit einer Aschenbahn in ganz Bayern" [7].

Auch in anderen Gemeinden wird der Handlungsbedarf erkannt. In Rabenau muss die Aschenbahn um den Sportplatz Londorf "dringend erneuert werden", wie der TSV-Vorsitzende Guido Krapp berichtet. Vor Jahren hatte bereits eine "Seniorenbrigade" mit großem Aufwand Unkraut entfernt, doch das sei "schneller nachgewachsen als einem lieb sein konnte" [2].

In Langen wird die 400-Meter-Bahn als "dringend sanierungsbedürftig" beschrieben, um weiterhin den Sportlern des TVL sowie den Schülerinnen und Schülern der angrenzenden Schulen ein Trainingsangebot zu ermöglichen [3].

Die Notwendigkeit der Sanierung ergibt sich nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus sicherheitsrelevanten Gründen. Beschädigte Bahnen können Verletzungsrisiken bergen und den regulären Trainings- und Wettkampfbetrieb beeinträchtigen.

Sanierungsmethoden für Aschenbahnen

Traditionelle Sanierungsansätze

Bei der Sanierung von Aschenbahnen gibt es verschiedene Methoden, die je nach Zustand der Anlage und zur Verfügung stehendem Budget eingesetzt werden können. Ein traditioneller Ansatz, wie er in Hockenheim angewendet wurde, besteht aus mehreren Arbeitsschritten: Die gesamte Bahn wird zunächst "durch einen Fachbetrieb maschinell abgeschält, gesiebt und vom Unkraut befreit". Anschließend wird die Asche "wieder aufgeschüttet, glattgezogen und verdichtet". Bei diesem Prozess wurde festgestellt, dass die Ascheauflage nicht mehr stark genug war, sodass "zum Abschluss insgesamt 52 Tonnen neues Granulat auf der Bahn aufgefüllt, erneut glattgezogen und gewalzt" wurden [8].

Nach der Sanierung benötigt die Asche jedoch noch einige Zeit, bis sie sich endgültig gesetzt und verdichtet hat. Um diesen Zustand langfristig zu erhalten, ist eine regelmäßige Pflege notwendig, wobei oft ein Platzwart für die kontinuierliche Betreuung zuständig ist [8].

Moderne Sanierungssysteme

Neben den traditionellen Methoden gibt es auch moderne Sanierungssysteme, die speziell für die schnelle und kostengünstige Erneuerung alter Aschenbahnen entwickelt wurden. Ein Beispiel hierfür ist das REGUPOL champion AGF-System, das "schnelle und günstige Sanierung alter Asche-Laufbahnen oder Asphaltflächen" ermöglicht. Ein entscheidender Vorteil dieses Systems ist, dass "der Rückbau entfällt" - die neue Bahndecke kann direkt auf dem vorhandenen Untergrund verlegt werden [4].

Das System funktioniert als "Hybrid-Sandwich"-Belag, der "wasserundurchlässig" ist und "garantiert gleichmäßige physikalische Eigenschaften" aufweist. Weitere Vorteile sind, dass es "spikefest, trittsicher und rutschfest" ist. Das Produkt wird zudem als "nachhaltig" beworben, was durch eine Environmental Product Declaration (EPD) des Instituts für Bauen und Umwelt e.V. belegt wird [4].

Ein weiteres Sanierungssystem, das erwähnt wird, ist das Fastrack-Bodensystem. Dieses System wird auf einem egalisierten alten Belag installiert, ohne dass ein neuer Asphaltunterbau hergestellt werden muss. Fastrack besitzt die gleiche Oberfläche wie andere Kunststofflaufbahnen und weist weitgehend die gleichen elastischen Eigenschaften auf. Allerdings kann es aufgrund des alten Untergrunds zu Schwankungen im Kraftabbau kommen, was für den Schul- und Breitensport jedoch kaum eine Rolle spielt [5].

Teil- und Vollsanierung

Je nach Zustand der Laufbahn können unterschiedliche Sanierungsansätze gewählt werden. Ist der alte Belag sehr schadhaft, werden "komplette Teile inklusive der Elastikschicht herausgeschnitten und entfernt. In die Ausschnitte werden neue Elastikschichten eingesetzt und mit einem Nutzbelag versehen" [5].

"Weist nur die Nutzschicht des alten Belags Verschleiß auf, während die Elastikschicht noch intakt ist, reicht ein einfaches Retopping als Maßnahme. Hier wird die alte Nutzschicht angefräst um bessere Haftungseigenschaften zu erzihen. Danach wird eine neue Nutzschicht aufgebracht und liniert. Bei vollflächigem Retopping ist die sanierte Laufbahn von einer komplett neu installierten optisch nicht mehr zu unterscheiden. Bei einer funktionsfähigen Elastikschicht gleichen auch die sportrelevanten Eigenschaften der sanierten Fläche einer neuen" [5].

Die Kosten dieser Maßnahme sind im Vergleich zu einer kompletten Neuinstallation deutlich niedriger. Eine wesentliche optische Aufwertung kann eine ältere Kunststofflaufbahn auch durch eine Grundreinigung erfahren [5].

Kosten von Aschenbahn-Sanierungen

Die Kosten für Sanierungen von Aschenbahnen können stark variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Zustand der Bahn, die gewählte Sanierungsmethode und die Größe der Anlage.

In Bayrischzell wurden zwei verschiedene Varianten für die Erneuerung der Sportplatzbeläge vorgestellt. Die günstigere Option wäre Kunstrasen mit Kosten zwischen 18.000 und 21.000 Euro. Die "edlere Variante" sei ein Kunststoffbelag mit Kosten zwischen 33.000 und 37.000 Euro. Der Unterbau sei bereits betoniert, sodass hier keine zusätzlichen Kosten entstünden. Die zu erwartende Lebensdauer beider Beläge liege bei 15 Jahren [7].

Für die Sanierung der Aschenbahn in Liebenau wurden die genauen Kosten nicht genannt, aber es wurde erwähnt, dass die öffentliche Ausschreibung erfolgreich durchgeführt und der Zuschlag auf das "wirtschaftlichste Angebot" erteilt wurde. Die Maßnahme begann in Kalenderwoche 12 und sollte bei gutem Wetter bis Ende März abgeschlossen sein [1].

In Bad König erhielt der Verein TSG Bad König e.V. eine Landesförderung in Höhe von 6.900 Euro aus dem Programm "Weiterführung der Vereinsarbeit" für notwendige Sanierungsmaßnahmen an der Aschenbahn [6].

Die Kosten für die Sanierung in Hockenheim umfassten die Maschinenarbeiten für das Abschälen, Sieben, Unkrautentfernen, Aufschütten, Glattziehen und Verdichten sowie die Beschaffung von 52 Tonnen neuem Granulat [8].

Finanzierungsmöglichkeiten und Fördergelder

Die Finanzierung von Aschenbahn-Sanierungen stellt für viele Gemeinden und Vereine eine erhebliche Herausforderung dar. Glücklicherweise gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten und Finanzierungsmodelle.

In Bayrischzell wurde jedoch festgestellt, dass "für die Maßnahme keine Fördermittel" vorhanden sind. Ein mögliches Förderprogramm sei 2021 ausgelaufen und wäre zudem auch nicht zum Tragen gekommen, "weil die Voraussetzung für eine Förderung ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept gewesen wäre". Der Bürgermeister ergänzte: "Das hätte mehr gekostet als die ganze Bahn" [7].

In anderen Fällen wurden Fördermittel jedoch erfolgreich beantragt. So erhielt die TSG Bad König e.V. eine Landesförderung in Höhe von 6.900 Euro aus dem Programm "Weiterführung der Vereinsarbeit". Mit diesen Mitteln konnte der Verein notwendige Sanierungsmaßnahmen an der Aschenbahn durchführen und zusätzlich einen neuen Mähroboter beschaffen [6].

In Rabenau plant der TSV-Vorstand, "Anträge für Fördergelder" zu stellen. Der Vorsitzende Guido Krapp will hierbei mit Lucas Richter von der Gemeinwesenarbeit zusammenarbeiten [2].

Auch das Crowdfunding oder Eigeninitiativen können eine Finanzierungsquelle sein. In Langen wurde beschlossen, "die notwendige Asche selbst aufzutreiben, um die Aschenbahn wieder in einen nutzbaren Zustand zu bringen". Der Finanzierungszeitraum dafür lag vom 25.06.2018 bis 23.09.2018, und die Realisierung erfolgte im Frühjahr 2019 [3].

Praktische Umsetzung von Sanierungen

Die praktische Umsetzung von Aschenbahn-Sanierungen erfordert sorgfältige Planung und Durchführung, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

In Liebenau fand am 07.03.2024 das Auftaktgespräch mit der Bauleitung statt. Zwischenseitlich wurde die öffentliche Ausschreibung erfolgreich durchgeführt und der Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt. Die Firma Tölner GmbH aus Grebshorn, die sich unter anderem auf den Sportplatzbau spezialisiert hat, wird die Sanierung der Aschebahn durchführen. Der Maßnahmebeginn war in Kalenderwoche 12 geplant. Die Maßnahme umfasst auch die Nachbehandlung der Bahn (Wässern und Schleppen), die über drei Wochen nach dem Oberflächenaustausch insgesamt fünfmal stattfinden wird. Sofern das Wetter mitspielt, wird die Maßnahme bis Ende März abgeschlossen sein, sodass der 32. Liebenauer Volkslauf am 21.04.2024 bereits die neue Laufbahn nutzen und ehrwürdig offiziell einweihen kann [1].

In Hockenheim wurde die gesamte Bahn vor einigen Wochen durch einen Fachbetrieb maschinell abgeschält, gesiebt und vom Unkraut befreit. Anschließend wurde die Asche wieder aufgeschüttet, glattgezogen und verdichtet. Da die Ascheauflage nicht mehr stark genug war, wurden zum Abschluss insgesamt 52 Tonnen neues Granulat auf der Bahn aufgefüllt, erneut glattgezogen und gewalzt. Die Abteilung der Leichtathleten kümmert sich nun um die regelmäßige Pflege der Bahn, wobei ein aktuell gesuchter Platzwart zukünftig unterstützen soll [8].

Es wurde auch erwähnt, dass der Wunsch nach einer Kunststoffbahn in Hockenheim aus verschiedenen Gründen nicht in Erfüllung ging. "Aus gesundheitlicher Sicht ist eine Aschenbahn die gelenkschonendere Alternative zur Kunststoffbahn für die Laufsportler", so der Bericht [8].

Fazit

Die Sanierung von Aschenbahnen ist ein komplexes Vorhaben, das sorgfältige Planung, angemessene Finanzierung und fachkundige Umsetzung erfordert. Wie die verschiedenen Beispiele zeigen, gibt es unterschiedliche Lösungsansätze - von traditionellen Methoden wie dem Aufschütten und Verdichten von Asche bis hin zu modernen Sanierungssystemen, die den Rückbau des alten Belags überflüssig machen machen.

Die Kosten für Sanierungen können stark variieren, je nach gewählter Methode und Zustand der Anlage. Während in einigen Fällen Fördermittel beantragt werden können, müssen andere Gemeinden und Vereine die Kosten teilweise oder vollständig selbst tragen. Die Beispiele aus Bayrischzell zeigen hier besonders deutlich die finanzielle Herausforderung, die mit der Erneuerung von Sportstättenbelägen verbunden ist.

Unabhängig von der gewählten Sanierungsmethode ist die regelmäßige Pflege der Aschenbahnen entscheidend für ihre Langlebigkeit und Nutzbarkeit. Dies erfordert oft ehrenamtliches Engagement oder die Einstellung von Fachpersonal.

Letztendlich ist die Entscheidung für oder gegen eine Sanierung und die Wahl des Sanierungskonzepts eine Abwägung zwischen sportlichen Anforderungen, finanziellen Möglichkeiten und langfristiger Nachhaltigkeit. Aschenbahnen bleiben dabei eine kostengünstige und gelenkschonende Alternative zu Kunststoffbelägen, insbesondere im Breiten- und Schulsport.

Quellen

  1. Weser-Aue aktuell
  2. Giessener Allgemeine
  3. Viele schaffen mehr
  4. REGUPOL Sports
  5. Baulinks
  6. Sandra Funken
  7. Merkur
  8. HSV Hockenheim

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