Einleitung
Das Allwetterbad Walsum in Duisburg hat eine bedeutende Sanierungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen: die umfassende Dachrenovierung. Nachdem sich über die Jahre Feuchtigkeit in der Dämmung des Daches festgesetzt hatte, wurde eine komplette Erneuerung des Dachaufbaus notwendig. Das Projekt wurde durch das Bundesförderprogramm "KInvFG" sowie die Kommunalen Investitionsoffensive "KIDU" ermöglicht, wodurch die Stadt Duisburg lediglich zehn Prozent der Baukosten selbst tragen musste. Die Sanierung, die 2.000 Quadratmeter Dachfläche nach den Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) umfasste, bringt nicht nur einen verbesserten Schutz der Bausubstanz, sondern auch eine signifikante Energieeinsparung von 15 Prozent. Dieser Artikel beleuchtet die technischen Aspekte des Projekts, die eingesetzten Materialien und die positiven Auswirkungen auf das gesamte Schwimmbad.
Hintergrund des Allwetterbads Walsum
Das Allwetterbad Walsum, gelegen an der Scholte-Rahm-Straße 16 in Duisburg, ist als besonderes Schwimmbad in der Region bekannt. Es verdient seinen Namen, da es im Sommer bei gutem Wetter durch das Auffahren des Daches und der Außenwände von einem Hallenbad in ein Freibad verwandelt werden kann. Diese einzigartige Funktionsweise macht es zum "Cabrio unter den Duisburger Bädern". Die besondere Bauweise mit den fahrbaren Cabrio-Segmenten verleiht dem Schwimmbad einen besonderen Charakter und schafft eine einzigartige Badefahrerfahrung, die sich zwischen Hallen- und Freibad bewegt.
Diese besondere Konstruktion stellt jedoch auch besondere Anforderungen an die Bauunterhaltung und Sanierung. Die beweglichen Teile sowie die Verbindungsbereiche zwischen festen und beweglichen Dachsegmenten sind besonders anfällig für Undichtigkeiten, die über die Jahre zu Feuchtigkeitsschäden in der Dämmung führen können. Das Bad ist ein wichtiges kommunales Bauwerk, das nicht nur den Sporttreibenden in Walsum, sondern der gesamten Region dient und daher eine besondere investive Pflege erfordert.
Notwendigkeit der Dachsanierung
Die Notwendigkeit einer Dachsanierung ergab sich aus dem über Jahre angesammelten Problem der Feuchtigkeitsbildung in der Dämmung. Im Laufe der Zeit hatte sich Feuchtigkeit in der Dämmschicht des Daches festgesetzt, was zu einer Schädigung des Dachaufbaus führte. Diese Feuchtigkeitsschäden waren nicht nur für die Bausubstanz gefährlich, sondern führten auch zu erhöhtem Energieverbrauch, da die feuchte Dämmung ihre isolierenden Eigenschaften verloren hatte.
Die Feuchtigkeit im Dachaufbau stellt ein erhebliches Problem dar, da sie langfristig zu Schimmelbildung, Materialzerfall und statischen Schäden führen kann. Bei einem Schwimmbad, das durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Inneren zusätzlich belastet ist, ist ein trockener und intakter Dachaufbau besonders wichtig, um die Langlebigkeit des Bauwerks zu gewährleisten. Die Sanierung war daher keine freiwillige Maßnahme zur Verbesserung, sondern dringend notwendig, um den weiteren Verfall des Daches zu verhindern und die Bausubstanz zu erhalten.
Finanzierung und Fördermittel
Die Dachsanierung am Allwetterbad Walsum wurde durch das Bundesförderprogramm "Kommunale Investitionsoffensive des Bundes zur Förderung von Wachstum, Wirtschaft und Stabilität" (KInvFG) ermöglicht. Die konkrete Finanzierung erfolgte über die "Kommunale Investitionsoffensive" (KIDU). Diese Förderprogramme sind von besonderer Bedeutung für kommunale Bauprojekte, da sie eine erhebliche finanzielle Entlastung der Kommunen darstellen.
Im Fall des Allwetterbads Walsum bedeutet dies, dass sich die Stadt Duisburg mit lediglich zehn Prozent an den Baukosten beteiligen musste. Die restlichen 90 Prozent wurden durch Fördermittel abgedeckt. Diese hohe Förderquote macht solche notwendigen Sanierungsmaßnahmen für die Kommunen erst wirtschaftlich realisierbar. Ohne diese Fördermittel wäre die Finanzierung der dringend notwendigen Dachsanierung für die Stadtkasse wahrscheinlich nicht leistbar gewesen.
Oberbürgermeister Sören Link betonte den positiven Effekt dieser Finanzierungsstruktur: "So macht das Allwetterbad wieder Spaß. Außerdem sparen wir durch die Dachsanierung noch 15 Prozent Energiekosten ein." Diese Aussage unterstreicht nicht nur die unmittelbare Verbesserung für die Badegäste, sondern auch die langfristigen wirtschaftlichen Vorteile des Projekts.
Für Sportdezernenten Dr. Ralf Krumpholz steht die Erhaltung der Bausubstanz im Vordergrund: "Durch den verbesserten Schutz der Bausubstanz ist das Allwetterbad jetzt gut für die Zukunft aufgestellt." Diese Perspektive zeigt, dass bei der Planung der Sanierung auch die langfristige Nutzungsfähigkeit und Werterhaltung des Gebäudes berücksichtigt wurden.
Technische Durchführung der Dachsanierung
Die Dachsanierung des Allwetterbads Walsum war ein technisch anspruchsvolles Projekt, das auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern durchgeführt wurde. Die Arbeiten wurden streng nach den Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) ausgeführt, die hohe Anforderungen an den Wärmeschutz und die Energieeffizienz von Gebäuden stellt.
Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Abdichtung gegen Feuchtigkeit gelegt. Nachdem die alten, geschädigten Dämmschichten entfernt wurden, wurde ein neuer Dachaufbau mit modernen Materialien installiert. Ein zentrales Element dieses neuen Aufbaus ist die Dampfsperre, die aus mehreren Folienschichten besteht. Diese mehrschichtige Konstruktion gewährleistet einen effektiven Schutz gegen Regen und Dampfaustritt aus dem Schwimmbadinneren.
Bei der Sanierung wurden die fahrbaren Cabrio-Segmente, die bei schönem Wetter aus dem Hallen- ein Freibad machen, bewusst ausgenommen. Diese Entscheidung traf man vermutlich aus technischen und wirtschaftlichen Gründen, da die besonderen Anforderungen an bewegliche Dachkonstruktionen eine separate Sanierung erfordern würden.
Materialien und Techniken der Dachsanierung
Bei der Dachsanierung kamen moderne Materialien und Techniken zum Einsatz, die den aktuellen Standards des Bauwesens entsprechen. Die Dampfsperren und Abdichtungen bestehen aus mehreren Folienschichten, die gemeinsam eine effektive Barriere gegen Feuchtigkeit bilden. Diese mehrschichtige Bauweise erhöht die Sicherheit gegen Undichtigkeiten erheblich, da bei einem Defekt einer Schicht die übrigen Schichten weiterhin Schutz bieten.
Zusätzlich wurde ein Dutzend Lichtkuppeln erneuert. Diese dienen nicht nur der natürlichen Belichtung des Schwimmbads, sondern verbessern auch die Energieeffizienz durch die Reduztion des Kunstlichtbedarfs. Vier der neuen Lichtkuppeln dienen speziell der Entrauchung und können über einen Notfallschalter schnell geöffnet werden, um im Notfall Rauch und Hitze abzuleiten. Diese Sicherheitsfunktion ist bei einem Schwimmbadbesucherbauwerk von besonderer Bedeutung.
Mit der Installation einer modernen Blitzschutzanlage wurden die Arbeiten abgeschlossen. Diese Anlage schützt das Schwimmbad und seine Besucher vor den Gefahren eines Blitzeinschlags und ist bei einer Bauwerk dieser Größe und Bedeutung gesetzlich vorgeschrieben. Die Anbindung an die metallischen Dachkonstruktionen und die Erdungsanlage wurde nach den neuesten technischen Normen ausgeführt.
Energieeffizienz und Einsparpotenziale
Ein wesentlicher Vorteil der durchgeführten Dachsanierung ist die signifikante Verbesserung der Energieeffizienz des Schwimmbads. Liven Aussagen der Stadt Duisburg und des Oberbürgermeisters Sören Link wird durch die Maßnahmen eine Energieeinsparung von 15 Prozent erreicht. Diese Einsparung ergibt sich hauptsächlich aus der verbesserten Wärmedämmung des Daches, die den Wärmeverlust im Winter reduziert und im Sommer die Überhitzung des Gebäudes durch Sonneneinstrahlung mindert.
Die Einhaltung der Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) stellt sicher, dass das Schwimmbad den aktuellen Anforderungen an den energetischen Standard entspricht. Die EnEV legt Mindestanforderungen an den Wärmeschutz, die Anlagentechnik und den Einsatz erneuerbarer Energien fest, um den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken und den Klimaschutz zu fördern.
Die verbesserte Energieeffizienz hat nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Die reduzierten Energiekosten entlasten den städtischen Haushalt auf Dauer, was die Investition in die Sanierung zusätzlich rechtfertigt. Die 15-prozentige Einsparung bei den Energiekosten stellt eine erhebliche finanzielle Entlastung dar, die über die Jahre die anfänglichen Investitionskosten kompensieren wird.
Herausforderungen nach der Sanierung
Trotz der erfolgreichen Durchführung der Dachsanierung gab es nach der Wiedereröffnung des Schwimmbads unvorhergesehene Probleme. Wenige Monate nach der Fertigstellung der Arbeiten musste das Allwetterbad aufgrund eines Lecks im großen Edelstahlbecken erneut schließen. Der Schaden sei bei den "umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten" festgestellt worden, teilte die Stadt mit.
Weil der Schaden zu Wasserverlust führe, müsse er "umgehend" beseitigt werden. Das undichte Bad wurde daher ab dem 23. März geschlossen, und die Reparaturen dauerten mindestens zwei Wochen, sodass das Bad bis einschließlich 6. April geschlossen blieb. Diese unvorhergesehene zusätzliche Maßnahme zeigt, dass bei komplexen Sanierungsprojekten trotz sorgfältiger Planung und Ausführung mit unvorhergesehenen Problemen gerechnet werden muss.
Besonders ärgerlich für die Badegäste war dieser Umstand, da das Bad erst nach viermonatiger Sanierungszeit am 7. Januar wiedereröffnet worden war. Bei der Wiedereröffnung war von weiteren Schäden keine Rede gewesen. Lediglich "ein bis zwei Tage" sollte das Bad Ende März noch einmal schließen, weil DuisburgSport die neue LED-Beleuchtung wegen Lieferprobleme immer noch nicht komplett montiert hatte, hieß es zu diesem Zeitpunkt.
Weitere Sanierungsmaßnahmen
Die Dachsanierung war nicht die einzige Maßnahme zur Modernisierung und Instandhaltung des Allwetterbads Walsum. Aus den Quellen geht hervor, dass auch die Innen- und Hallenbeleuchtung des Schwimmbads aus Bundesmitteln saniert wurde. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Energieeffizienz weiter zu verbessern und die Beleuchtungsqualität für die Badegäste zu optimieren.
Außerdem wurden im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms zur Unterstützung kommunaler Sanierungsinvestitionen finanzschwacher Kommunen (KIDU) weitere Projekte in Walsum gefördert. Dazu gehörte beispielsweise die Finanzierung eines neuen Umkleidegebäudes an der Sportanlage Kerskensweg/Holtenerstraße, bei dem der Bund 90 % der Kosten übernahm. Das Gebäude ist barrierefrei und die Energieversorgung ist besonders effizient: Durch automatisch gesteuerte Hygienespülungen wird verhindert, dass sich in den Duschen Legionellen bilden können. Zudem befindet sich auf den freien Dachflächen eine extensive Begrünung, die im Winter als zusätzliche Wärmedämmung und im Sommer kühlend wirkt.
Auch die Rettung und Sanierung der Walsumer Hubbrücke wurde mit 2,5 Mio. Euro aus Bundesmitteln gefördert. Diese wichtige Wegeverbindung konnte damit endlich saniert werden. Für die Freiwillige Feuerwehr Walsum wurden 223.000 Euro für ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF-KatS) bereitgestellt, um das Ehrenamt gut und sicher zu unterstützen.
Fazit
Die Dachsanierung des Allwetterbads Walsum stellt ein erfolgreiches Beispiel für die Sanierung von kommunalen Baudenkmalen dar. Durch die Kombination aus modernen Materialien und Techniken sowie der cleveren Nutzung von Fördermitteln konnte eine dringend notwendige Maßnahme zur Erhaltung der Bausubstanz realisiert werden. Die Sanierung von 2.000 Quadratmetern Dachfläche nach den Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) hat nicht nur den Schutz des Bauwerks verbessert, sondern auch zu einer signifikanten Energieeinsparung von 15 Prozent geführt.
Die besondere Finanzierungsstruktur mit 90 % Fördermitteln aus den Programmen "KInvFG" und "KIDU" hat die Maßnahme für die Stadt Duisburg erst möglich gemacht. Diese Förderprogramme sind von besonderer Bedeutung für kommunale Bauprojekte, da sie eine erhebliche finanzielle Entlastung der Kommunen darstellen. Die positiven Auswirkungen der Sanierung zeigen sich sowohl in der verbesserten Energieeffizienz als auch in der langfristigen Sicherung der Nutzungsfähigkeit des Schwimmbads.
Trotz der kurzfristigen Probleme durch das undichte Edelstahlbecken steht das Allwetterbad Walsum nun "gut für die Zukunft aufgestellt", wie Sportdezent Dr. Ralf Krumpholz betonte. Die Kombination aus Dachsanierung, Modernisierung der Beleuchtung und weiteren Instandhaltungsmaßnahmen stellt sicher, dass das Schwimmbad auch in den kommenden Jahren den Anforderungen der Badegäste entsprechen und als wichtiger Teil der Infrastruktur in Walsum dienen kann.
Das Projekt zeigt, wie wichtig es ist, bei der Sanierung von öffentlichen Gebäuden auf eine qualitativ hochwertige Ausführung zu achten und gleichzeitig die Möglichkeiten der Fördermittel optimal zu nutzen. Nur durch solche Maßnahmen können wertvolle Baudenkmäler erhalten und für zukünftige Generationen nutzbar gemacht werden.
Quellen
- Erfolgreiche Dachsanierung am Allwetterbad Walsum: Energieeffizienz und Zukunftssicherung für das Duisburger Schwimmbad
- Stadt Duisburg Infos: Energetische Dachsanierung im Allwetterbad Walsum abgeschlossen
- Gut für die Zukunft aufgestellt
- Allwetterbad in Walsum ist saniert
- Walsum
- Für Walsum
- Das Allwetterbad Walsum muss schon wieder dicht machen
- Stadt Duisburg Infos: Dacharbeiten am Allwetterbad Walsum