Einleitung
Das Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen befindet sich mitten in einer umfassenden Generalsanierung, die das seit 1975 bestehende Badeerlebnis komplett modernisieren soll. Mit einem Investitionsvolumen von 33 Millionen Euro stellt dieses Projekt eine der größten Baumaßnahmen in der Gemeinde dar. Die Sanierung ist dringend notwendig, da die Technik des Bades stark veraltet ist und häufig zu Ausfällen führt. Gleichzeitig soll das Bad nach der Fertigstellung energieeffizienter und attraktiver für Besucher aller Altersgruppen werden. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über das Bauprojekt, die geplanten Veränderungen und den aktuellen Stand der Arbeiten.
Projektumfang und Kosten
Die Generalsanierung des Alpspitz-Wellenbads ist ein ambitioniertes Bauprojekt mit einem Investitionsvolumen von 33 Millionen Euro. Die Kostenkalkulation basiert auf der aktuellen Planung der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, die das Vorhaben umsetzen. Das Budget deckt eine umfassende Modernisierung des gesamten Geländes ein, von der technischen Infrastruktur bis hin zur architektonischen Gestaltung der Innen- und Außenbereiche.
Das Projekt umfasst mehrere Hauptbereiche: - Komplette Erneuerung der technischen Anlagen - Modernisierung der Wasserbecken - Neugestaltung der Umkleide- und Duschbereiche - Umgestaltung der Fassade und Einbau von In-Glas-PV-Modulen - Verlegung der Sauna ins Erdgeschoss - Verbesserung der Barrierefreiheit
Die Wasserfläche des Bades bleibt mit 943 Quadratmetern unverändert, was die Entscheidung der Planer widerspiegelt, den Grundriss des Bades weitgehend beizubehalten. Stattdessen liegt der Fokus auf der Modernisierung der Technik und der Verbesserung des Besuchererlebnisses durch hochwertigere Materialien und durchdachtere Raumkonzepte.
Die Becken selbst werden künftig vollständig aus Edelstahl bestehen, was nicht nur die Ästhetik verbessern, sondern auch die Langlebigkeit und Hygiene des Bades erhöhen soll. Lediglich der Kleinkinderbereich wird hiervon ausgenommen, um spezielle Anforderungen an Sicherheit und Gestaltung zu erfüllen.
Historie und Sanierungsbedarf
Das Alpspitz-Wellenbäder hat eine lange Geschichte, die bis in die Mitte der 1970er Jahre zurückreicht. Es wurde 1975 eröffnet und seitdem mehrfach erweitert und saniert. Der letzte größere Umbau fand im Jahr 2001 statt und konzentrierte sich auf den Saunabereich. Die Duschen wurden vor etwa 15 Jahren modernisiert, und zuletzt hatte man das 50-Meter-Becken erneuert.
Trotz dieser Teilmodernisierungen ist das Bad in die Jahre gekommen und weist erhebliche Sanierungsdefizite auf. Besonders problematisch ist der Zustand der technischen Anlagen, die zum großen Teil noch aus den Anfangsjahren stammen. Laut Wodan Lichtmeß, Vorstand der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, gibt es ständig Ausfälle bei Pumpen, im gesamten Rohrsystem und bei Filtern. Diese ständigen Reparaturen belasten nicht nur das Budget der Gemeindewerke, sondern führen auch zu unvorhersehbaren Schließzeiten, die für Badegäste und insbesondere für Schulen und Vereine, die das Bad für ihr Training nutzen, problematisch sind.
Ein besonderes Problem stellte die Verlegung des Saunabereichs ins Jahr 2001 dar. Damals wurde die Sauna vom Erdgeschoss in den ersten Stock verlegt. Diese Entscheidung erwies sich im Nachhinein als problematisch, da das salzhaltige Wasser des Solebeckens im Laufe der Jahre in die Bausubstanz eindrang und Schäden verursachte. Aus diesem Grund wird die Sauna im Rahmen der aktuellen Generalsanierung wieder zurück ins Erdgeschoss verlegt.
Die Notwendigkeit der Generalsanierung wird auch durch die abnehmende Anzahl öffentlicher Hallenbäder im Landkreis unterstrichen. Für Schulen und Vereine wird es immer schwieriger, geeignete Trainingsstätten zu finden. Das Alpspitz-Wellenbad hat daher als zentrale Sportstätte für die Region eine besondere Bedeutung, die durch eine umfassende Modernisierung gesichert werden soll.
Technische Innovationen und Nachhaltigkeit
Ein zentraler Aspekt der Generalsanierung ist die Einführung modernster technischer Lösungen und nachhaltiger Konzepte. Das Projekt setzt hier neue Maßstäbe und demonstriert, wie öffentliche Einrichtungen energieeffizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden können.
Ein besonderes Highlight der Sanierung ist die neue Fassade, die mit modernen In-Glas-PV-Modulen ausgestattet wird. Diese Module dienen nicht nur der Stromerzeugung, sondern auch als effektiver Blendschutz. Die Kombination aus Funktion und Design zeigt, wie Architektur und erneuerbare Energien erfolgreich miteinander verzahnt werden können.
Ein weiteres wichtiges Element ist die neue Lüftungs- und Heizungsanlage für den gesamten Badbereich. Die Anlage, die kürzlich installiert wurde, kostete rund 2 Millionen Euro und stellt eine technische Herausforderung dar. Mit einem Gewicht von 11,4 Tonnen benötigte sie zwei schwere LKW für die Anlieferung zur Baustelle. Die neue Anlage wird nicht nur für eine optimale Luftqualität im Bad sorgen, sondern auch erheblich Energie einsparen, was die Nachhaltigkeit des gesamten Projektes unterstreicht.
Die Gemeindewerke legen besonderen Wert auf die Verbesserung der Energieeffizienz des Bades. Dieses Vorhaben wird durch Fördermittel des Bundes unterstützt, der 2023 insgesamt 400 Millionen Euro für die energetische Sanierung kommunaler Einrichtungen bereitgestellt hat. Freibäder wie das Alpspitz-Wellenbad fallen explizit in diese Förderkulisse, da sie als öffentliche Einrichtungen mit hohem Energieverbrauch besondere Unterstützung benötigen.
Neben den großen technischen Innovationen werden auch kleinere, aber wichtige Verbesserungen umgesetzt. So werden die Umkleiden, Duschbereiche und sanitären Anlagen großzügig gestaltet, darunter eine barrierefreie Umkleide, um den Bedürfnissen aller Besucher gerecht zu werden. Auch im Außenbereich werden Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt, darunter umfangreiche Dämmarbeiten und die Anlage eines Ausschwimmkanals.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Die Umsetzung des Sanierungsprojekts ist nicht ohne Herausforderungen verlaufen. Bereits in der Planungsphase zeigten sich Schwierigkeiten, die sich auf den Zeitplan und das Budget ausgewirkt haben.
Eine der größten Herausforderungen waren Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Komponenten. Insbesondere bei den In-Glas-PV-Modulen für die Fassade kam es zu Verzögerungen, da der Hersteller die Termine nicht einhalten konnte. Dadurch konnte die Fassade, deren Abschluss eigentlich vor dem Winter erfolgen sollte, nicht termingerecht fertiggestellt werden.
Ein weiteres Problem war die mangelhafte Qualität der geleisteten Arbeit durch eine beauftragte Firma. Laut Dr. Sabine Wagner, Technische Vorständin der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, verfügte das Unternehmen nicht über die erforderliche Manpower und lieferte nicht die erwartete Qualität. Die Konsequenz waren Verzögerungen und zusätzliche Kosten, die zu Rechtsstreitigkeiten führten.
Die Gemeindewerke sahen sich gezwungen, rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Firmen einzuleiten. Diese Prozesse kosteten zusätzliche Zeit und Ressourcen. Wodan Lichtmeß, Vorstand der Gemeindewerke, kritisierte öffentlich das öffentliche Vergaberecht, das bei einem so komplexen Projekt eine "Vollkatastrophe" sei. Er verwies darauf, dass die selben Anwälte wie beim Kramertunnel beauftragt werden mussten, um die rechtlichen Auseinandersetzungen zu managen.
Trotz dieser Herausforderungen betonten die Verantwortlichen, dass die Generalsanierung im Vergleich zu anderen Bädern im Bundesgebiet gut vorankomme. So benötigten ähnliche Projekte in anderen Kommunen wie Dachau im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre, während das Projekt in Garmisch-Partenkirchen trotz der Probleme zügig vorangetrieben werde.
Ein weiterer Aspekt, der die Komplexität des Projekts erhöht, ist der laufende Betrieb des Bades. Da das Alpspitz-Wellenbad während der gesamten Bauphase geschlossen ist, müssen alle Arbeiten unter diesen speziellen Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und Koordination, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Zeitplan und Wiedereröffnung
Der Zeitplan für die Generalsanierung des Alpspitz-Wellenbads hat sich im Laufe des Projekts mehrfach angepasst müssen. Ursprünglich war geplant, das Bad nach einer Sanierungsphase bereits wieder zu öffnen, doch durch die genannten Verzögerungen hat sich der Zeitplan deutlich verschoben.
Das Alpspitz-Wellenbad ist seit Februar 2023 geschlossen. Die Hoffnung, das Bad noch vor Weihnachten 2023 wiedereröffnen zu können, hat sich längst zerschlagen. Wie Dr. Sabine Wagner, Technische Vorständin der Gemeindewerke, mitteilt, ist die Eröffnung nun für das erste Halbjahr 2026 geplant. Konkreter wird sie dabei nicht, um unrealistische Erwartungen zu vermeiden.
Die Bauarbeiten sind in mehrere Abschnitte gegliedert. Der erste Bauabschnitt konzentriert sich auf die Kernbereiche des Bades, darunter die Becken, die technischen Anlagen und die Umkleidebereiche. Hier wurden bereits wichtige Meilensteine erreicht, wie etwa die Installation der neuen Lüftungsanlage.
Ein zweiter Bauabschnitt ist für die Sauna und den Wellnessbereich vorgesehen. Dieser wird