Erfolgreiche Sanierungswettbewerbe und Projekte in Ansbach: Von der Theatersanierung zur Stadtentwicklung

Einleitung

Die Stadt Ansbach und der Landkreis Ansbach setzen in den letzten Jahre verstärkt auf nachhaltige Bau- und Sanierungsprojekte, die nicht nur den Erhalt der Bausubstanz gewährleisten, sondern auch zur positiven Entwicklung der Stadt beitragen. Ein breites Spektrum an Maßnahmen, von der Sanierung von Schulgebäuden über die Modernisierung kultureller Einrichtungen bis hin zur Revitalisierung der Altstadt, zeigt den ganzheitlichen Ansatz der Stadtverwaltung. Dabei kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz, von Wettbewerben und Förderprogrammen bis hin zu strategischen Neuausrichtungen. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Sanierungswettbewerbe und Projekte in Ansbach sowie die unterstützenden Maßnahmen und Fördermöglichkeiten für Bauherren und Immobilienbesitzer.

Der Umwelt- und Agenda 21 Preis als Anerkennung für nachhaltige Projekte

Der Landkreis Ansbach würdigt seit 1987 vorbildliche und besonders gelungene Projekte im Bereich des Natur- und Umweltschutzes mit dem Agenda-21-Wettbewerb. Seitdem bereits 45 Projekte ausgezeichnet wurden, dient dieser Wettbewerb als wichtiges Instrument zur Anerkennung freiwilliger Initiativen, die zur Sicherung und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage und einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Der Wettbewerb wird im Zweijahresrhythmus durchgeführt und steht allen Maßnahmen, Aktionen und Initiativen offen, die freiwillig – also nicht im Rahmen der Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht – im Landkreis Ansbach durchgeführt werden. Die Preisträger kommen aus vielfältigen Bereichen, von Dorfläden und Insektenprojekten über Initiativen zur Unterstützung von Streuobst bis hin zu bürgerschaftlichem Umweltengagement von Kinder- und Jugendgruppen sowie Obst- und Gartenbauvereinen.

"Der Landkreis Ansbach unterstützt und honoriert mit diesem Preis das ehrenamtliche Engagement zum Erhalt unserer heimischen Pflanzen- und Tierarten", betont Landrat Dr. Ludwig. Für Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde unter der Telefonnummer 0981 468-4203 gerne zur Verfügung.

Der Wettbewerb erfüllt die Aufgabe, Maßnahmen und Initiativen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes und des Agenda 21-Prozesses öffentlich anzuerkennen. Dadurch wird nicht nur die Sichtbarkeit nachhaltiger Projekte erhöht, sondern auch ein Anreiz für weitere Initiativen geschaffen.

Unterstützung für Bauherren und Sanierer: Der Wegweiser Bauen & Sanieren

Um Gebäudeeigentümer bei ihren Bau- und Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen, stellt der Landkreis Ansbach die kostenlose Broschüre "WEGWEISER BAUEN & SANIEREN" zur Verfügung. Diese Publikation des Regionalmanagements Landkreis Ansbach hilft Bauherren bei ihrem geplanten Bauvorhaben, indem sie die vielfältigen Themenbereiche des Bauens und Sanierens in übersichtlicher Form näherbringt. Darüber hinaus sind Ansprechpartner, Experten und informative Internetadressen enthalten, die als direkte Anlaufstellen dienen.

Zusätzlich dazu informiert das Klimaschutzmanagement des Landkreises Ansbach im kostenlosen Energieratgeber "NACHHALTIG BAUEN, RENOVIEREN UND KLIMA SCHÜTZEN" über den Einsatz erneuerbarer Energien, energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen und Fördermöglichkeiten. Auch in diesem Ratgeber sind wiederum Ansprechpartner, Experten und Internetadressen enthalten, die eine umfassende Betreuung sicherstellen.

Interessenten an gedruckten Exemplaren können sich an die Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung des Landkreises Ansbach wenden (Tel. 0981 4681030 oder per E-Mail an [email protected]). Beide Publikationen werden auch nach der Förderung weiterhin kommuniziert, um eine nachhaltige Nutzung der Informationen zu gewährleisten.

Die Sanierung des Platen-Gymnasiums als Großprojekt

Ein bedeutendes Sanierungsprojekt in Ansbach ist die Umgestaltung des Platen-Gymnasiums. Die Stadt Ansbach hat für die Sanierungsmaßnahme, die Brandschutz, Barrierefreiheit sowie weitere Bausteine umfasst, die Fachplanung für die technische Ausrüstung ausgeschrieben. Der Auftrag umfasst gemäß Teil 4 Abschnitt 2 HOAI AG 1-8, Leistungsphasen (LPH) 1-9, und sieht eine stufenweise Beauftragung der Leistungen vor.

Das Verfahren wurde als Verhandlungsverfahren mit vorheriger Veröffentlichung eines Aufrufs zum Wettbewerb durchgeführt. Die Auswahl der Teilnehmer, die zur Abgabe von Angeboten aufgefordert werden, erfolgt nach formaler Prüfung der Vollständigkeit der vorzulegenden Nachweise und Wertung objektiver Kriterien. Das Gesamtergebnis wird jeweils je Wertungskriterium arithmetisch aus den Einzelergebnissen gemittelt. Bei Vorlage mehrerer Referenzen werden die Punktzahlen je Wertungskriterium ebenfalls gemittelt.

Für den gesamten Leistungszeitraum ist die Benennung einer qualifizierten Projektleiterin oder eines qualifizierten Projektleitervorgesehen, die gegenüber Auftraggeber und den sonstigen Planungsbeteiligten eigenverantwortlich als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Projekt- und Planbesprechungen finden in Ansbach statt, und die Präsenz vor Ort ist in engen Intervallen gemäß den Planungserfordernissen sicherzustellen. Die personelle Kontinuität bezüglich der Präsenz vor Ort ist ebenfalls sicherzustellen. Unterbeauftragungen sind nur mit Zustimmung des Bauherrn zulässig.

Die Sanierung des Theaters Ansbach: Kulturelles Wahrzeichen im Umbau

Die Sanierung des Theaters Ansbach stellt ein weiteres bedeutendes Projekt dar, das vom Stadtrat unter Auflagen bewilligt wurde. Die Kosten für den Umbau werden auf rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Das Große Haus des Theaters ist seit Februar 2024 geschlossen, als massive Brandschutzmängel festgestellt wurden. Neben der Planungsleistung für die technische Sanierung ist auch eine Umgestaltung des Theaters vorgesehen – im Theaterfoyer im Erdgeschoss soll die Touristeninformation untergebracht werden.

Die strategische Neuausrichtung des über 100 Jahre alten Theaters, das in der besonderen Rechtsform einer Genossenschaft betrieben wird, wurde von der Firma actori durchgeführt. Aufgrund der Sperrung des Großen Saals mit rund 400 Plätzen war der Ensemblebetrieb stark eingeschränkt. Trotz breitem Konsens über die kulturelle Bedeutung des Theaters waren zentrale Fragen zur zukünftigen Ausrichtung, Governance und Finanzierung ungeklärt. Angesichts zusätzlicher finanzieller Belastungen durch die erforderliche bauliche Sanierung verschärfte sich die Diskussion um den städtischen Zuschuss und die Zukunft des Theaters.

actori entwickelte ein zweistufiges Vorgehen, das analytische Tiefe mit partizipativen Elementen verband. Zunächst führte actori eine umfassende Status-quo-Analyse durch, die Finanzen, Besuchendenstrukturen und Spielpläne der letzten fünf Jahre systematisch auswertete. Ein gezieltes Benchmarking mit fünf Vergleichsinstitutionen ordnete die Effizienz und Positionierung des Theaters Ansbach ein und lieferte wichtige Impulse für Optimierungsansätze.

Parallel dazu bezog actori alle relevanten Stakeholder durch 25 strukturierte Interviews ein, darunter Gespräche mit der Stadtverwaltung, allen parteipolitischen Fraktionen, dem Theater und der Genossenschaft selbst sowie mit weiteren Kulturakteuren der Region. Dieses partizipative Vorgehen sicherte die Einbindung aller relevanten Perspektiven und sorgte früh für Akzeptanz des Veränderungsprozesses.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelte actori drei fundierte Zukunftsszenarien: Ensembletheater mit Eigenproduktionen, Ensemble- und Kooperationstheater sowie Gastspielbetrieb, wobei letzteres aufgrund der kulturellen Nachteile direkt ausgeschlossen wurde. In einem halbtägigen Workshop diskutierte und bewertete der Lenkungskreis aus Stadt und Genossenschaft die Szenarien anhand gemeinsam entwickelter Kriterien.

Parallel zur strategischen Arbeit führte actori eine konzeptionelle Analyse der baulichen Anforderungen durch, die funktionale Optimierungen der zentralen Nutzräume in den Fokus stellte.

Stadtentwicklung durch Sanierung: Die Rolle der STADTBAU ANSBACH

Die fortschreitende Digitalisierung und andere Megatrends haben fundamentale Auswirkungen auf das Leben in Ansbach. Die Stadt setzt sich insbesondere für die Stärkung und Belebung der Innenstadt (Altstadt) ein und fördert vor allem die positive Entwicklung ihres Zentrums. Zur Vitalisierung sind verschiedenste Nutzungen in der Innenstadt zu stärken. Ein Schwerpunkt besteht vor dem Hintergrund des zunehmenden Wohnraumbedarfs auch in der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden und der Schaffung von Wohnraum.

Zu diesem Zweck wurde die STADTBAU ANSBACH am 21.03.2018 als Eigenbetrieb gegründet. Seit Geschäftsbeginn wird laufend eine Vielzahl an Objekten geprüft, weiterentwickelt, verworfen oder umgesetzt. Um eine noch stärkere Verzahnung mit anderen Fachbereichen der Stadt zu gewährleisten, ist die STADTBAU ANSBACH seit 01.10.2021 als Geschäftsbereich in die Stadtverwaltung integriert. Der Aufgabenbereich hat sich dabei nicht geändert.

Gründungsziel ist die Stärkung der Altstadt durch den gezielten Ankauf leerstehender Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Dazu kauft, saniert und projektiert die STADTBAU ANSBACH Immobilien mit der Absicht, diese einer neuen Nutzung zuzuführen und dadurch sowohl Wohnraum zu schaffen als auch neue Impulse durch Existenzgründer für die Innenstadt zu erzielen. Dieser Ansatz verbindet Denkmalschutz mit modernen Anforderungen an Wohnqualität und Nutzungsdiversität und trägt so zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei.

Förderprogramme für Sanierungsmaßnahmen

Um Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu erleichtern, bietet die Stadt Ansbach sowie übergeordnete Institutionen verschiedene Förderprogramme an.

Stadt Ansbach

Die Stadt Ansbach bietet Fördergelder zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden und zum Austausch von Heizungsumwälzpumpen an. Ziel ist es, den Energieverbrauch und somit den CO2-Ausstoß zu verringern.

Wärmeschutzmaßnahmen bei Altbauten Durch die fachgerechte Wärmedämmung können beträchtliche Energieeinsparungen erzielt werden. Dämmstoffe sind vom Keller bis zum Dach bei allen Bauteilen einsetzbar. Gefördert werden in Wohngebäuden: - Außenwanddämmung - Dachdämmung - Austausch von Fenstern

Austausch von Heizungsumwälzpumpen Die Heizungsumwälzpumpe kann bis zu einem Fünftel der Stromkosten eines Haushalts verursachen. Durch den Einbau einer hocheffizienten Heizungsumwälzpumpe lassen sich die Stromkosten erheblich reduzieren. Hocheffiziente Heizungsumwälzpumpen sind leistungsstark und verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie. Deshalb fördert die Stadt Ansbach den Austausch von verbrauchsintensiven Heizungspumpen gegen stromsparende, hocheffiziente Varianten.

Stadtwerke Ansbach

Das umfassende CO2-Minderungsprogramm der Stadtwerke Ansbach richtet sich an Kunden und bietet Zuschüsse sowie Serviceleistungen. Gefördert wird zum Beispiel der Erwerb effizienter Haushaltsgeräte oder die Anschaffung einer Wallbox.

KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet umfangreiche Förderprogramme zu Sanierung, Modernisierung und Erwerb von Wohneigentum. Die Förderungen werden in Form von zinsgünstigen Darlehen, Tilgungszuschüssen oder als direkte Investitionszuschüsse gewährt.

Die KfW fördert unter anderem Sanierungsmaßnahmen, die die Immobilie zum KfW-Effizienzhaus machen. Darüber hinaus sind aber auch Einzelmaßnahmen zur Wärmedämmung oder zur Modernisierung der Anlagentechnik und Kombinationen aus Einzelmaßnahmen förderungsfähig. Auch gibt es Förderkredite und Zuschüsse für den Neubau.

BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet Förderprogramme zum Thema Heizen mit erneuerbaren Energien an. Darunter fallen beispielsweise die Bezuschussung der Anschaffung von Wärmepumpen, Solarthermie- oder Biomasseanlagen.

BEG

Zum ersten Mal ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. In den vergangenen Jahren wurde dieses einige Male geändert. Der aktuelle Stand ist vom 1. Januar 2023 und umfasst die drei Förderbereiche BEG Neuauflage, BEG-Effizienzgebäude und BEG-Gebäude.

Fazit

Ansbach zeigt mit seinem vielfältigen Ansatz im Bereich Bau und Sanierung, wie nachhaltige Stadtentwicklung gelingen kann. Von der Anerkennung vorbildlicher Projekte über die umfassende Beratung und Unterstützung von Bauherren bis hin zu strategischen Großprojekten wie der Sanierung des Theaters und des Platen-Gymnasiums werden verschiedene Instrumente erfolgreich eingesetzt. Die STADTBAU ANSBACH spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Revitalisierung der Altstadt durch gezielte Sanierungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden.

Das vielfältige Angebot an Förderprogrammen – von städtischen Initiativen über die Stadtwerke bis hin zu bundesweiten Programmen der KfW, BAFA und BEG – schafft Anreize für energetische Sanierungen und Modernisierungen. Diese Kombination aus Anerkennung, Beratung, strategischer Planung und finanzieller Unterstützung macht Ansbach zu einem Vorreiter im Bereich nachhaltiger Bau- und Sanierungsprojekte.

Die Herausforderungen bei der Sanierung des Theaters Ansbach zeigen, dass auch bei komplexen Projekten mit partizipativen Ansätzen und strategischer Planung erfolgreiche Lösungen gefunden werden können. Die Verbindung von Denkmalschutz, energetischer Modernisierung und neuer Nutzungskonzeption ist dabei der Schlüssel für zukunftsfähige Stadtentwicklung.

Quellen

  1. Umwelt- und Agenda 21 Preis
  2. Wegweiser Bauen & Sanieren
  3. Sanierung Platen-Gymnasium Ansbach
  4. Sanierung des Theaters Ansbach
  5. STADTBAU ANSBACH
  6. Strategische Neuausrichtung Theater Ansbach
  7. Förderprogramme

Ähnliche Beiträge