Außenwand Sanierung: Professionelle Methoden und Materialien für langlebige Fassaden

Einleitung

Die Sanierung der Außenwand eines Hauses ist ein wesentlicher Eingriff, der nicht nur das Erscheinungsbild verbessert, sondern auch den Schutz des Gebäudes vor Witterungseinflüssen stärkt und die Energieeffizienz erhöhen kann. Im Laufe der Jahre bilden sich an Fassaden oft Risse, Löcher oder der Putz löst sich stellenweise bröselnd vom Untergrund. Bauherren stehen dann vor der Frage: Reicht ein Ausbessern des alten Putzes oder ist ein vollständiges Neuverputzen notwendig?

Die vorliegenden Artikel bieten umfassende Informationen zum Prozess der Außenwandrenovierung, von der Vorbereitung über die Schadensanalyse bis hin zu den richtigen Materialien und Techniken. Dabei wird deutlich, dass die Sanierung von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter das Ausmaß der Schäden, die Art der bestehenden Fassade und die gewünschten Ergebnisse.

Vorbereitung der Außenwand

Bevor mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten begonnen werden kann, ist eine gründliche Vorbereitung des Arbeitsbereichs unerlässlich. Dazu gehören unter anderem ein Hammer, ein Meißel, eine Maurerkelle, eine Wasserwaage und ein Pinsel. Diese Werkzeuge werden dabei helfen, den alten Verputz oder die alte Verkleidung zu entfernen und die notwendigen Reparaturen durchzuführen.

Es ist wichtig, alle Möbel oder Gegenstände, die sich in der Nähe der Außenwand befinden, zu entfernen, um ausreichend Platz für die Renovierung zu schaffen. Angrenzende Bereiche sollten mit Plastikfolie oder Abdeckplanen abgedeckt werden, um sie vor Schmutz und Beschädigungen zu schützen.

Die eigentliche Renovierung umfasst das Entfernen des alten Putzes oder der alten Verkleidung, die Reparatur von Rissen und Beschädigungen, die Anwendung einer Dämmschicht und die Installation des neuen Wandmaterials. Dabei ist es entscheidend, die richtigen Techniken und Methoden zu verwenden, um ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen.

Schadensanalyse und Bewertung

Um den Zustand der Fassade richtig einschätzen zu können, gibt es zwei einfache Tests. Mit dem Klopftest können Hohlräume in der Fassade untersucht werden. Dabei wird der Außenputz mit einem Gummihammer abgeklopft. Alle hohl klingenden Stellen müssen abgemeißelt und später ausgebessert werden, da keine feste Verbindung zum Untergrund mehr besteht.

Für den zweiten Test wird ein Stück stark haftendes Klebeband an die Fassade geklebt und ruckartig wieder abgerissen. Bleiben große Stücke des Putzes am Klebeband haften, sind wahrscheinlich größere Ausbesserungsarbeiten am Außenputz notwendig. In diesem Fall macht es Sinn, den kompletten Altputz zu entfernen und ein neues Putzsystem aufzubauen.

Bei der Bewertung der Schäden ist zu beachten, dass ein Neuputz dann lohnt, wenn der alte Putz aus optischen und/oder funktionalen Gründen seiner Aufgabe großflächig nicht mehr gerecht wird. Das bedeutet, dass die schöne Optik und/oder die schützende Hülle für das darunterliegende Mauerwerk mangelhaft sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die energetische Sanierung. Ein moderner Putz kann auch als Dämmschicht dienen. Der Standard dafür ist gesetzlich geregelt und muss mit der entsprechend ausgelegten Fassadensanierung für die Außenwand erreicht werden. Dabei stellt sich die Frage, ob das Neuverputzen mit einer entsprechenden Dämmmaßnahme kombiniert werden soll. Beispielsweise lässt sich ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aufbringen, das sich nach außen hin anschließend wunschgemäß verputzen lässt.

Reparaturtechniken

Putzausbrüche spachteln

Damit die Fassade vollflächig und gleichmäßig saniert werden kann, müssen zunächst alle Unebenheiten und Ausbrüche ausgebessert werden. Dafür wird eine ausreichende Menge Putzmörtel nach Verpackungsangabe angemischt. Am einfachsten geht dies mit einer Bohrmaschine und einem Rührquirl bei niedriger Drehzahl.

Mit einer Traufel oder einem Spachtel wird der Putzmörtel in die Ausbrüche gefüllt, gleichmäßig verteilt und anschließend glatt abgezogen. Ausbrüche, die tiefer als 10 mm sind, werden mit einem Unterputz wie dem Kalk-Zement-Putz verfüllt. Weniger tiefe Ausbrüche werden mit einem Außenhaftputz gespachtelt. Ist der Ausbruch zwischen 6-10 mm tief, wird der Außenhaftputz in zwei Schichten aufgetragen. Zuerst wird eine Lage eingebracht, diese trocknen gelassen und dann eine zweite Schicht Putz aufgetragen.

Putzprofil setzen

Nach der Ausbesserung einzelner Schadstellen oder dem Abtragen des Altputzes folgt die Vorbereitung der Gesamtfläche für einen neuen Anstrich oder den Auftrag eines einheitlichen Putzes. Dafür wird eine ausreichende Menge Profilansetzmörtel nach Verpackungsangabe angemischt.

Randprofile werden für einen gleichmäßigen Abschluss des Putzes an allen Ecken und Kanten benötigt.

Grundierung und Schutzanstrich

Nach dem Ausbessern einer Wand sollte immer eine Grundierung über die ganze Fläche erfolgen. Dadurch wird die Saugfähigkeit der Materialien angeglichen und der neue Anstrich wird gleichmäßig und nicht fleckig.

Damit die neu gestrichene Außenwand lange schön bleibt, wird ein spezieller Schutzanstrich verwendet. Dieser kann in genau dem gleichen Farbton der Wand angemischt werden. Zur Ermittlung des Farbtons wird ein Muster in der Größe eines 1-Euro-Stücks benötigt. Im Baumarkt wird dieses Muster gescannt und so ein Farbwert ermittelt. Der Farbwert wird in den Farbmischer eingegeben und der exakte Farbton angemischt.

Materialauswahl

Bei der Auswahl der Materialien für die Außenwandrenovierung gibt es verschiedene Optionen. Zum Neuverputzen greift man meist zu zwei Putzsorten:

  1. Feiner Putz: Neigt eher zur Rissbildung, sammelt aber weniger Schmutz an der Oberfläche.
  2. Grobkörniger Putz: Hält weniger Schmutz fern, kann aber mehr Schmutz an der Oberfläche ansammeln.

Bei Reparaturen an Außenwänden ist es wichtig, immer Spachtelmasse oder Schnellzement zu verwenden, der speziell für den Außenbereich gekennzeichnet ist. Er lässt sich gut zum Ausbessern und Formen von Ecken verwenden. Die Masse haftet auf fast jedem Untergrund und muss 24 Stunden trocknen (Herstellerangaben überprüfen beziehungsweise befolgen).

Für die energetische Sanierung bieten sich Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) an. Diese können mit verschiedenen Materialien kombiniert werden, darunter Klinkerriemchen oder Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Außenwandrenovierung

Schritt 1: Vorbereitung

Bevor es an die Ausbesserungsarbeiten geht, müssen alle Stellen gründlich geschliffen und gesäubert werden. Dafür kommen Winkelschleifer und Hochdruckreiniger zum Einsatz.

Schritt 2: Alten Putz oder alte Verkleidung entfernen

Beginnen Sie damit, den alten Putz oder die alte Verkleidung vorsichtig mit einem Hammer und einem Meißel zu entfernen. Achten Sie darauf, nicht zu stark zu schlagen, um die darunter liegende Wandstruktur nicht zu beschädigen.

Schritt 3: Risse und Beschädigungen reparieren

Sobald der alte Putz oder die alte Verkleidung entfernt ist, überprüfen Sie die Wand auf Risse und Beschädigungen. Reparieren Sie alle Risse und Beschädigungen mit einer geeigneten Reparaturmasse. Verwenden Sie eine Maurerkelle, um die Masse gleichmäßig aufzutragen und glatt zu streichen. Lassen Sie die Reparaturmasse trocknen und schleifen Sie sie anschließend glatt, um eine ebene Oberfläche zu erhalten.

Schritt 4: Dämmung aufbringen

Nachdem die Reparaturen abgeschlossen sind, tragen Sie eine Dämmschicht auf die Außenwand auf. Diese Schicht hilft, die Wärmeisolierung zu verbessern und den Energieverbrauch zu reduzieren. Verwenden Sie eine Rolle oder einen Pinsel, um die Dämmschicht gleichmäßig aufzutragen.

Schritt 5: Neues Wandmaterial installieren

Sobald die Dämmschicht trocken ist, können Sie mit der Installation des neuen Wandmaterials beginnen. Wählen Sie ein Material, das Ihren ästhetischen Vorlieben und den Anforderungen Ihrer Umgebung entspricht. Dies kann zum Beispiel Putz, Holzverkleidung oder Verblendstein sein. Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers, um das neue Wandmaterial korrekt zu installieren. Achten Sie darauf, die richtige Technik und die richtigen Befestigungsmittel zu verwenden, um eine sichere und dauerhafte Installation zu gewährleisten.

Schritt 6: Schutzschicht aufbringen

Nachdem das neue Wandmaterial installiert ist, überprüfen Sie die gesamte Außenwand auf mögliche Unregelmäßigkeiten oder Fehler. Dies kann das Anbringen einer wetterfesten Beschichtung oder das Auftragen einer Schutzschicht umfassen. Stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Produkte verwenden, die für Ihr gewähltes Wandmaterial geeignet sind.

Spezielle Fassadentypen

WDVS-Fassaden

Bei stark durchfeuchteten WDVS-Fassaden kann diese saniert werden, indem sie rasterförmig geschlitzt wird. Dadurch trocknet die Dämmschicht aus und anschließend kann ein spezieller Klebe- und Armierungsmörtel aufgetragen werden.

Ist eine WDVS-Fassade von Algen oder Pilzen befallen, ist dieser Bewuchs zwar kein Schadensfall, der durch eine komplette Fassadensanierung behoben werden müsste. Jedoch sprechen optische Gründe häufig für eine Sanierung der Fassadenoberfläche. Dazu wird diese zunächst mit einem Hochdruckreiniger gereinigt und anschließend ein Biozid aufgetragen, das etwa 3 Jahre vor weiterem Befall schützen soll. Effektiver wirken wärme speichernde Dickputzsysteme zur Temperaturerhöhung der Oberfläche oder hydrophile Beschichtungen der Fassade, die Wasser besser aufnehmen können.

Verblendfassaden

Die Sanierung einer Verblendfassade wird meist aufgrund von Witterungseinflüssen nötig, die auf Steine und Fugen einwirken. Sind die Bindemittel des Fugennetzes ausgewaschen oder beschädigt, sollten diese saniert werden, damit über die Verfugung keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringt. Bröckelnde, absandende und lückenhafte Verfugungen müssen daher zügig nachgearbeitet oder neu verfugt werden. Dazu werden die alten Mörtelfugen von Hand ausgekratzt, ausgebohrt oder ausgeschnitten, gereinigt und wieder neu verfugt.

Bei stark saugendem Klinker ist ein Tiefengrund nötig. Neben einer Hochdruckreinigung der Klinkerfassade ist die Säuberung mit Reinigungsmitteln bereits deutlich aufwändiger. Dabei wird das Reinigungsmittel mit einem Quast in die Fassade einmassiert und das nach dem Abstrahlen der Fassade ablaufende Wasser in Auffangwannen gesammelt und entsorgt. Ein alternatives Sandstrahlen der Fassade ist heute umstritten, da die oberste Schicht des Klinkers abgeschliffen und porös werden könnte. Gerade diese Schicht soll jedoch vor eindringender Feuchtigkeit und Verschmutzung schützen. Zudem kann beim Sandstrahlen schnell die Fuge beschädigt werden.

Innerhalb einer Sanierung bietet es sich an, die Klinkerfassade zu imprägnieren. Dabei wird häufig eine silikonhaltige Flüssigkeit aufgestrichen oder aufgesprüht, die dann in die Oberfläche des Klinkers eindringt und so vor Nässe, Schimmelbildung oder Frostschäden schützt. Einige Imprägniermittel besitzen zudem einen Lotus-Effekt, sodass die Fassade besser durch Regen gereinigt wird und nicht so schnell verschmutzt.

Bei energetischer Gebäudesanierung kann auch ein Wärmedämm-Verbundsystem mit Klinkerriemchen oder eine Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks ergänzt werden. WDVS mit Klinkerriemchen regeln den Wärme- und Witterungsschutz und dienen als Gestaltungselement.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Fehler bei der Materialauswahl

Einer der häufigsten Fehler bei der Renovierung der Außenwand ist die falsche Materialauswahl. Das gewählte Material muss den klimatischen Bedingungen und den Anforderungen des Hauses entsprechen. Untersuchen Sie die Vor- und Nachteile jedes Materials sorgfältig, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Fehler bei der Durchführung der Renovierung

Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, die Renovierung selbst durchzuführen, ohne ausreichendes Wissen oder Erfahrung zu haben. Es ist wichtig, dass die richtigen Techniken und Methoden verwendet werden, um ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen. Wenn Sie sich unsicher sind, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Fehler bei der Vorbereitung

Viele überspringen die wichtige Vorbereitungsphase, was zu schlechten Ergebnissen führt. Eine gründliche Reinigung und Vorbereitung der Oberflächen ist entscheidend für eine gute Haftung der neuen Materialien.

Fehler bei der Grundierung

Das Auslassen der Grundierung führt oft zu ungleichmäßigen Ergebnissen und schlechter Haftung des neuen Anstrichs. Die Grundigung gleicht die Saugfähigkeit der Materialien an und verhindert, dass der Anstrich fleckig wird.

Fazit

Die Renovierung der Haus-Außenwand erfordert Zeit, Sorgfalt und Planung. Mit den richtigen Informationen und Techniken kann sichergestellt werden, dass die Außenwand richtig renoviert wird und viele Jahre lang Freude bereitet. Es ist wichtig, den Zustand der Fassade gründlich zu analysieren, die richtigen Materialien auszuwählen und die Arbeit sorgfältig auszuführen.

Außenwände sind in den meisten Fällen Wind und Wetter ausgesetzt. Im Laufe der Zeit sieht man das einfach. Deshalb ist die Renovierung einer Außenwand schlicht unvermeidbar und alle paar Jahre fällig. Mit den richtigen Techniken und Materialien kann jedoch die Lebensdauer der Fassade verlängert werden und das Haus vor Witterungsschäden geschützt werden.

Die Entscheidung, ob einzelne Stellen ausgebessert oder die gesamte Fassade neu verputzt werden muss, hängt vom Ausmaß der Schäden und den gewünschten Ergebnissen ab. In jedem Fall sollte bei der Fassadensanierung die gesamte Wand neu verputzt werden, um ein einheitliches Bild zu erhalten. Außerdem müssen natürlich alle Schadensursachen im Altputz beseitigt werden, damit die neuen Schichten später gut haften und die gesamte Fassade funktionstüchtig bleibt.

Quellen

  1. Sakret Rat & Tat - Fassade sanieren
  2. Selbermachen - Außenwände renovieren
  3. Baufoerderung - Tipps für die Renovierung der Haus-Aussenwand
  4. Energie-Experten - Fassadensanierung

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