Ausbildung zum Sanierungsmanager: Qualifizierung für die Immobilienrevitalisierung

Einleitung

Der Immobilienbestand in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Laut aktuellen Daten existieren in Deutschland etwa 41 Millionen Wohnungen und 19 Mio. Wohngebäude, wobei zwei Drittel aller Gebäude älter als 40 Jahre sind und consequently einen Sanierungsbedarf aufweisen. Um diesen gewaltigen Sanierungsbedarf zu decken, müssen jährlich rund 275.000 Gebäude saniert werden. Dieser massive Bedarf an Sanierungsmaßnahmen schafft eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, die Eigentümer vor und während des Sanierungsprozesses beraten und unterstützen können.

Die SMD Sanierungs-Management GmbH & Co. KG repräsentiert einen der führenden Anbieter von Sanierungs- und Managementdienstleistungen in den DACH-Ländern und steht exemplarisch für die Professionalisierung dieses Berufsfelds. Das Unternehmen engagiert sich in der Qualifizierung von Fachpersonal und bietet umfassende Lösungen für die Sanierung von Immobilien und Infrastrukturprojekten an. Die Ausbildung zum Sanierungsmanager hat sich daher zu einem Schlüsselqualifikationsbereich für Immobilienexperten entwickelt, die den komplexen Anforderungen des modernen Sanierungsmarkets gerecht werden wollen.

Das Berufsbild des Sanierungsmanagers

Das Berufsbild des Sanierungsmanagers ist vielschichtig und umfasst zahlreiche Sachgebiete, die ein strukturiertes Lern erfordern. Sanierungsmanager benötigen ein breites Spektrum an Fachwissen, das von rechtlichen Grundlagen über betriebswirtschaftliche Kenntnisse bis hin zu praktischen Projektmanagementfähigkeiten reicht. Die Komplexität dieser Aufgabe wird durch die Tatsache unterstrichen, dass Sanierungsprojekte nicht nur technische Aspekte umfassen, sondern auch finanzielle, rechtliche und kommunikative Herausforderungen bewältigen müssen.

Ein zentraler Aspekt des Berufsbilds ist die Fähigkeit, ganzheitliche Sanierungsprojekte erfolgreich umzusetzen. Dies beinhaltet strategische Neuausrichtungen, operative Verbesserungen sowie finanzielle Stabilisierungen von Immobilien oder Unternehmen. Sanierungsmanager müssen Sanierungskonzepte rechtssicher erstellen, Haftungsrisiken minimieren und komplexe Stakeholder-Verhandlungen leiten. Gleichzeitig müssen sie mit modernen Sanierungsverfahren wie dem außergerichtlichen Sanierungsprozess, dem Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (StaRUG) oder der Sanierung mittels Insolvenz vertraut sein.

Die Bedeutung dieses Berufsbilds wird durch die Notwendigkeit unterstrichen, qualifizierte Makler und Verwalter zu haben, die (zukünftige) Eigentümer vor und während des Sanierungsprozesses beraten und unterstützen können. Diese Notwendigkeit wird zusätzlich durch ein geplantes Programm zur Förderung des Erwerbs von Bestandsimmobilien des Bundesbauministeriums betont.

Ausbildungsmöglichkeiten im Sanierungsmanagement

Der Lehrgang "Projektmanager Sanierung" der EIA Akademie

Eine der maßgeblichen Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Sanierungsmanagement ist der Lehrgang "Projektmanager Sanierung" der EIA Akademie. Diese Qualifizierung richtet sich speziell an Fachkräfte, die in der Immobilienbranche tätig sind und ihren Wissensstand im Bereich Sanierung erweitern möchten. Der Lehrgang vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um Eigentümer umfassend in Sanierungsfragen zu beraten und Sanierungsprojekte erfolgreich zu begleiten.

Die Lehrgangskosten betragen 1.550 Euro und beinhalten alle Lernmaterialien, Abschlussgebühren sowie das EIA-Zertifikat und das IHK-Zertifikat. Der Lehrgang wird im Livestream-Format (online) durchgeführt, was den Teilnehmern maximale Flexibilität bei der Zeiteinteilung ermöglicht. Die nächsten Lehrgangsstarts sind für den 03.09.2025, den 04.03.2026 und den 26.08.2026 geplant.

Die Qualifizierung schließt mit einem schriftlichen Test unter klassischen Prüfungsbedingungen ab, der eine Dauer von 135 Minuten hat. Dieser standardisierte Abschluss stellt sicher, dass die Absolventinnen und Absolventen die notwendigen Kompetenzen erworben haben, um als Projektmanager im Sanierungsbereich tätig zu sein.

Der Zertifikatslehrgang "Restrukturierungs- und Sanierungsberater" des IFUS-Instituts

Eine weitere anspruchsvolle Ausbildungsmöglichkeit bietet der Zertifikatslehrgang "Restrukturierungs- und Sanierungsberater" des IFUS-Instituts. Diese Weiterbildung konzentriert sich auf die Bewältigung akuter Unternehmenskrisen und befähigt die Teilnehmenden, Sanierungskonzepte rechtssicher zu erstellen und ganzheitliche Sanierungsprojekte erfolgreich umzusetzen.

Der Lehrgang zeichnet sich durch praxisnahe Inhalte aus, die direkt im Arbeitsalltag angewendet werden können. In kompakter Form – als 8-tägige Weiterbildung – werden alle wichtigen Inhalte effizient vermittelt, um einen maximalen Mehrwert in kurzer Zeit zu bieten. Die Referenten sind erfahrene Praktiker, die einen lebendigen und anwendungsorientierten Wissenstransfer sicherstellen.

Ein besonderer Vorteil dieses Lehrgangs ist die Einbindung in das große IFUS-Alumninetzwerk mit über 1.700 Alumni, das nachhaltigen Austausch und wertvolle Kontakte ermöglicht. Die Teilnahme kann wahlweise online oder in Präsenz erfolgen, was eine hohe Flexibilität gewährleistet. Bei Präsenzveranstaltungen in Heidelberg ist ein gemeinsames Abendessen in der Heidelberger Altstadt vorgesehen.

Das Seminar der Bundesvereinigung Restrukturierung, Sanierung und Interim Management (BRSI)

Eine weitere Option für die Qualifizierung im Bereich Sanierungsmanagement bietet ein Seminar der BRSI mit einem Preis von 4.999 Euro zzgl. gesetzlicher MwSt. Dieses Seminar vermittelt in komprimierter Form die notwendigen Kenntnisse, um sich professionell und praxisgerecht bei Restrukturierungen und Sanierungen einzubringen.

Das Seminar umfasst folgende Module: 1. Der Restrukturierungsprozess und aktuelle Anforderungen 2. Überblick über die rechtlichen Bedingungen 3. Prozess- und Finanzanalyse 4. Finanzierungsfragen/strategische Neuausrichtung und Haftungsfragen 5. Das Restrukturierungskonzept: Inhalt, Aufbau und Erstellung

Absolventen erhalten ein Zertifikat der Bundesvereinigung Restrukturierung, Sanierung und Interim Management (BRSI), das ihre Qualifikation im Bereich Restrukturierungs- und Sanierungsberatung bescheinigt.

Spezifische Module im Sanierungsmanagement

Neben den umfassenden Lehrgängen gibt es auch spezifische Module, die sich mit einzelnen Aspekten des Sanierungsmanagements befassen. Ein Beispiel hierfür ist das Modul "Rechtliche und finanzwirtschaftliche Aspekte der Sanierung" von Christoph Schmidt (Modul 10085).

Dieses Modul befähigt die Teilnehmenden, umfassende Sanierungsverfahren für Unternehmen zu planen und dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen des StaRUG, des Schutzschirmverfahrens und traditioneller Insolvenzverfahren strategisch anzuwenden. Es vermittelt auch die Fähigkeit, strukturierte Haftungsanalysen für Geschäftsführung und Gesellschafter durchzuführen und präventive Maßnahmen zur Risikominimierung in allen Krisenphasen zu implementieren.

Weitere Themen des Moduls umfassen die Erstellung professioneller Gläubigermanagement-Konzepte, die Entwicklung integrierter Finanzierungsstrategien für Krisensituationen und die Erstellung standardisierter Sanierungskonzepte nach IDW S6. Die Teilnehmenden lernen zudem, die Beauftragung und Steuerung von Sanierungsakteuren durchzuführen und Krisenfrüherkennungssysteme nach § 1 StaRUG anzuwenden.

Inhalte und Module der Sanierungsmanager-Ausbildung

Rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen

Ein zentraler Bestandteil jeder Ausbildung zum Sanierungsmanager sind die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Sanierung. Diese beinhalten ein tiefgehendes Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen Sanierungsprojekte stattfinden, sowie der betriebswirtschaftlichen Prinzipien, die eine erfolgreiche Sanierung leiten.

Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse über verschiedene Sanierungsverfahren und -optionen, insbesondere die außergerichtliche Sanierung, den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (StaRUG) und die Sanierung mittels Insolvenz. Die Absolventen lernen, die Vor- und Nachteile dieser Verfahren abzuwägen und das für die jeweilige Situation passende Verfahren auszuwählen.

Erstellung von Sanierungskonzepten

Ein weiterer Kerninhalt der Ausbildung ist die Erstellung von Sanierungskonzepten nach IDW S6. Diese Konzepte sind entscheidende Dokumente, die die Grundlage für Sanierungsmaßnahmen bilden und oft auch Gläubigern und Gerichten vorgelegt werden müssen. Die Ausbildung vermittelt die Methodik zur Erstellung dieser Konzepte, einschließlich der notwendigen finanzwirtschaftlichen Analysen und operativen Restrukturierungsmaßnahmen.

Die Teilnehmenden lernen, Sanierungskonzepte rechtssicher zu erstellen und dabei straf- und haftungsrechtliche Risiken in der Krise zu erkennen und zu minimieren. Dies gibt ihnen mehr Handlungssicherheit in komplexen Krisensituationen.

Finanzierungsinstrumente in der Krise

Finanzierungsfragen sind ein zentraler Aspekt jeder Sanierung. Die Ausbildung vermittelt daher umfassende Kenntnisse über verschiedene Finanzierungsinstrumente, die in der Krise genutzt werden können. Dazu gehören sowohl traditionelle Finanzierungsformen als auch alternative Instrumente, die in Krisensituationen besonders relevant sind.

Die Teilnehmenden lernen, integrierte Finanzierungsstrategien für Krisensituationen zu entwickeln und traditionelle sowie alternative Finanzierungsinstrumente optimal zu kombinieren. Sie erhalten auch Einblicke in das Spezialkreditmanagement aus Bankensicht, was ihnen hilft, die Perspektive der Finanzierungspartner zu verstehen.

Haftungsrisiken und rechtliche Fallstricke

Ein wichtiger Bereich der Ausbildung ist die Auseinandersetzung mit Haftungsrisiken und rechtlichen Fallstricken in der Krise. Sanierungsmanager und berater tragen eine hohe Verantwortung und stehen vor erheblichen rechtlichen Risiken. Die Ausbildung befähigt sie, diese Risiken zu erkennen und zu minimieren.

Die Teilnehmenden lernen die zivilrechtliche Haftung und Strafbarkeit in der Krise zu bewerten und arbeitsrechtliche Sanierungsmaßnahmen zu verstehen. Sie erhalten auch Kenntnisse über den Ablauf von Insolvenzverfahren, was ihnen hilft, in extremen Krisensituationen richtig zu handeln.

Unternehmenskauf und -verkauf in der Krise

Ein weiterer spezifischer Inhalt der Ausbildung ist der Unternehmenskauf und -verkauf (M&A) in der Krise. In vielen Sanierungsfällen ist der Verkauf von Unternehmensteilen oder das gesamte Unternehmen eine notwendige Maßnahme, um die Sanierung zu ermöglichen oder abzuschließen.

Die Ausbildung vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um solche Transaktionen in der Krise erfolgreich zu strukturieren und durchzuführen. Die Teilnehmenden lernen die Besonderheiten solcher Transaktionen zu verstehen und die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern.

Karrierechancen und Nutzen der Ausbildung

Die Ausbildung zum Sanierungsmanager eröffnet zahlreiche Karrieremöglichkeiten in verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen. Absolventen können als Sanierungsmanager, Restrukturierungsberater, Interim-Manager (CRO), Bankmitarbeiter, Geschäftsführer oder Gesellschafter tätig sein. Die Qualifikation ist sowohl in der Immobilienbranche als auch in der allgemeinen Unternehmensberatung gefragt.

Ein wesentlicher Nutzen der Ausbildung ist die Erweiterung des professionellen Netzwerks. Durch die Teilnahme an den Lehrgängen und Seminaren knüpfen die Absolventen Kontakte zu anderen Sanierungsprofessionals, Finanzierern und Interim-Managern. Diese Netzwerke sind oft entscheidend für den beruflichen Erfolg und die Lösung komplexer Sanierungsfälle.

Die Ausbildung befähigt die Absolventen auch, Entscheidungen auf der Grundlage der aktuellen Rechtslage und Standards zu treffen. Dies ist besonders wichtig, da sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Sanierungen in den letzten Jahren erheblich verändert haben, insbesondere mit der Einführung des Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmens (StaRUG) am 01. Januar 2021.

Fazit

Die Ausbildung zum Sanierungsmanager ist eine notwendige Qualifizierung für Fachkräfte, die in der Immobilienbranche oder in der Unternehmensberatung tätig sind und den wachsenden Sanierungsbedarf in Deutschland decken möchten. Die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten – von der kompakte Weiterbildung über spezifische Module bis hin zu umfassenden Zertifikatslehrgängen – bieten flexible Optionen für unterschiedliche Bedürfnisse und Vorkenntnisse.

Die Inhalte der Ausbildung sind praxisorientiert und decken alle wesentlichen Aspekte des Sanierungsmanagements ab, von rechtlichen Grundlagen über Finanzierungsinstrumente bis hin zur Erstellung von Sanierungskonzepten. Absolventen sind befähigt, ganzheitliche Sanierungsprojekte erfolgreich durchzuführen und Haftungsrisiken zu minimieren.

Der steigende Sanierungsbedarf in Deutschland, der durch den Alterungsbestand von Immobilien entsteht, verspricht langfristig hohe Nachfrage nach qualifizierten Sanierungsmanagern. Eine entsprechende Ausbildung ist daher nicht nur eine fachliche Qualifizierung, sondern auch eine strategische Investition in die berufliche Zukunft.

Quellen

  1. Über SMD Sanierungs-Management GmbH & Co. KG
  2. SMD Sanierungs-Management - Alles. Direkt. Geregelt.
  3. EIA Akademie - Projektmanager Sanierung
  4. Zusammenfassung: Berufsbild des Sanierungsmanagers
  5. IFUS-Institut - Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater
  6. Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsmanager
  7. Akademie Management - Sanierungs- und Turnaround Management

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