Einleitung
Die Generalsanierung der Realschule in Mühlheim an der Donau stellt ein bedeutendes Bauprojekt der Gemeinde dar, das kürzlich erfolgreich abgeschlossen wurde. Das in den späten 1970er Jahren errichtete Hauptgebäude wurde zwischen 2021 und 2023 einer umfassenden Modernisierung unterzogen, bei der nicht nur bauliche Mängel behoben, sondern auch die technische Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht wurde. Mit Gesamtkosten von rund 9,45 Millionen Euro handelt es sich um eines der größten Investitionsprojekte der Gemeinde in den letzten Jahren. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Sanierung, von den baulichen Maßnahmen über die technische Modernisierung bis hin zur vorübergehenden Containerlösung während der Bauphase und den Pläne für die zukünftige Gestaltung des Schulgeländes.
Projektübersicht und Zeitplan
Die Generalsanierung der Realschule Mühlheim a. d. D. wurde in den Jahren 2021 bis 2023 durchgeführt. Das Hauptgebäude der Schule, das ursprünglich gegen Ende der 1970er Jahre errichtet wurde, stand aufgrund seines Alters und des technischen Modernisierungsbedarfs seit längerer Zeit im Fokus der Gemeindeplanung. Die Entscheidung für eine umfassende Generalsanierung fiel nach eingehender Prüfung verschiedener Optionen, dariner auch eine Neukonstruktion, die jedoch aus Kostengründen verworfen wurde.
Ein zentrales Element der Planung war die Sicherstellung des Schulbetriebs während der gesamten Bauphase. Zu diesem Zweck wurde die komplette Schule in eigens errichtete Schulcontainer auf dem schuleigenen Sportgelände ausgelagert. Diese Containerlösung ermöglichte einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts, während das Hauptgebäude saniert werden konnte. Der Mietzeitraum für die Container betrug genau zwei Jahre und wurde vom Gemeinderat beschlossen.
Die Bauarbeiten selbst wurden in mehreren Abschnitten durchgeführt, wobei verschiedene Gewerke parallel und nacheinander zum Einsatz kamen. So wurden beispielsweise die Innenarbeiten wie Malerarbeiten und Schreinerarbeiten für die Türen zu unterschiedlichen Zeitpunkten vergeben und durchgeführt. Die zentralen Bauarbeiten am Hauptgebäude umfassten die Entkernung des Gebäudes bis auf das Stahlbeton-Skelett, den Rückbau der Fassade und des Dachaufbaus sowie die vollständige Erneuerung der Haustechnik.
Kosten und Finanzierung
Die Finanzierung der Generalsanierung der Realschule Mühlheim stellte eine der größten Herausforderungen für die Gemeinde dar. Die Schlussrechnung über die Gesamtausgaben wurde in Höhe von 9.449.057,23 Euro vom Gemeinderat genehmigt. Diese Summe umfasste alle baulichen Maßnahmen, die technische Modernisierung, die Einrichtung der Container während der Bauphase sowie alle Planungs- und Managementleistungen.
Die Finanzierung erfolgte über den regulären Haushalt der Gemeinde, wobei das Projekt als langfristige Investition in die Infrastruktur und die Bildung der Gemeinde betrachtet wurde. Die Kosten wurden dabei über mehrere Haushaltsjahre verteilt, um die finanzielle Belastung für die Gemeinde tragbar zu halten.
Nicht in dieser Summe enthalten sind die Kosten für die Wiederherstellung des Sportgeländes, auf dem während der Sanierung die Schulcontainer aufgestellt waren. Für die Wiederherstellung des Sportgeländes sind aktuell 630.000 Euro eingeplant, die über den Haushalt 2024 finanziert werden sollen. Darüber hinaus wird für die Neugestaltung des Pausenhofs und die Überdachungsbereiche eine Summe von rund 80.000 Euro veranschlagt.
Bei der Finanzierung der Sportanlagen im rückwärtigen Gebäudebereich ist die Gemeinde auf Landesmittel angewiesen. Ziel ist eine Antragstellung für das Jahr 2023 aus den Landesmitteln für den Kommunalen Sportstättenbau, wobei ein Fördersatz von 30 % angestrebt wird. Dies bedeutet, dass die Gemeinde 70 % der Kosten für die Sanierung der Sportanlagen selbst tragen muss.
Bauliche Maßnahmen und Umbauten
Die baulichen Maßnahmen im Rahmen der Generalsanierung der Realschule waren umfassend und vielschichtig. Ein zentrales Element war die Entkernung des Hauptgebäudes bis auf das Stahlbeton-Skelett. Diese Maßnahme war notwendig, um die ursprüngliche Bausubstanz zu erhalten, gleichzeitig jedoch die Möglichkeit zu schaffen, das Gebäude vollständig nach modernen Standards zu gestalten.
Im Zuge der Entkernung wurden nicht nur die Innenwände, sondern auch die gesamte Installationstechnik entfernt. Die Fassade und der Dachaufbau wurden komplett zurückgebaut, um eine energetische Optimierung zu ermöglichen. Nach dem Rückbau folgte der Wiederaufbau des Gebäudes mit modernen, energieeffizienten Materialien und Konstruktionen.
Ein weiteres wichtiges Element der baulichen Maßnahmen war die Umsetzung neuer Anforderungen an den Brandschutz. Hierbei wurden sowohl bauliche Maßnahmen als auch die Installation einer modernen Brandmeldeanlage realisiert, die den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht. Diese Maßnahmen waren notwendig, um den Betrieb einer Schule mit ihren spezifischen Anforderungen an Sicherheit und Evakuierungsmöglichkeiten zu gewährleisten.
Die Innenarbeiten wurden durch verschiedene spezialisierte Unternehmen durchgeführt. So wurden die Malerarbeiten von der Firma Heinrich Schmid GmbH & Co. KG aus Albstadt ausgeführt, die mit einem Auftragssumme von 57.918,00 Euro beauftragt wurde. Die Arbeiten begannen am 18. April 2022 und wurden am 20. Dezember 2022 abgeschlossen.
Die Schreinerarbeiten für die Innentüren wurden von der WStüren GmbH & Co. KG aus Nufringen durchgeführt. Der Auftragssumme belief sich auf 65.810,77 Euro. Die Arbeiten wurden im Zeitraum vom 28. Juni 2022 bis zum 28. Oktober 2022 ausgeführt. Diese Gewerke waren Teil der umfassenden Innenraumgestaltung, die nach der Entkernung des Gebäudes erforderlich war.
Technische Modernisierung
Ein zentraler Aspekt der Generalsanierung war die vollständige Modernisierung der technischen Infrastruktur des Schulgebäudes. Die Haustechnik, bestehend aus HLS-Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik sowie der Elektrotechnik, wurde komplett zurückgebaut und im Zuge der Sanierung auf den neuesten Stand gebracht.
Die neue Heizungs- und Lüftungsanlage wurde energieeffizient ausgelegt und ermöglicht eine optimale Raumluftqualität bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch. Die Sanitärbereiche wurden vollständig modernisiert und entsprechen den heutigen Anforderungen an Hygiene und Komfort.
Besonders hervorzuheben ist die Modernisierung der Elektroinstallation. Das gesamte Gebäude wurde mit einer leistungsstarken und zukunftsfähigen Elektroinfrastruktur ausgestattet, die nicht nur den heutigen Anforderungen, sondern auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigt. Dazu gehören moderne Beleuchtungssysteme, die energieeffizient sind und eine optimale Arbeitsatmosphäre schaffen, sowie eine leistungsstarke Datenverkabelung, die den Einsatz moderner digitaler Lehrmethoden ermöglicht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der technischen Modernisierung war die multimediale Ausstattung der Aula und der Klassenzimmer. Die Aula wurde neu ausgestattet und kann nun für vielfältige inner- und außerschulische Veranstaltungen genutzt werden. Diese Multimedientechnik ermöglicht die Durchführung von Präsentationen, Aufführungen und anderen kulturellen Veranstaltungen auf hohem Niveau.
Die Klassenzimmer wurden ebenfalls mit moderner multimedialer Technik ausgestattet, die einen modernen und digitalen Unterricht ermöglicht. Dazu gehören interaktive Tafeln, Beamer-Anlagen und leistungsstarke Computerarbeitsplätze. Diese Ausstattung stellt sicher, dass die Schüler auf die Anforderungen der digitalen Welt vorbereitet werden und moderne Lehrmethoden eingesetzt werden können.
Containerlösung während der Bauphase
Ein zentrales Element der Planung für die Generalsanierung war die Sicherstellung des Schulbetriebs während der gesamten Bauphase. Da ein kompletter Umzug der Schule während der Sanierung nicht möglich war, wurde die Entscheidung getroffen, die Schule in eigens errichtete Schulcontainer auf dem schuleigenen Sportgelände auszulagern.
Insgesamt wurden 102 Container auf dem Sportgelände der Realschule aufgestellt, die Platz für den kompletten Schulbetrieb boten. Diese Containerlösung ermöglichte es, den Unterrichtsbetrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten, während das Hauptgebäude saniert wurde. Die Container wurden seitens des Gemeinderates für zwei Jahre gemietet und erwiesen sich während dieser Zeit als sehr gute Lösung, die qualitatives Unterrichten und Lernen ermöglichte.
Der Abtransport der Container erfolgte nach Abschluss der Sanierungsarbeiten durch die Firma Würzburger aus Bad Bellingen. Bis zu 10 Tieflader waren im Einsatz, um die Container innerhalb einer Woche abzutransportieren. Nach dem Abtransport der Container begannen die Planungen für die Wiederherstellung des Sportgeländes, das während der Sanierungszeit für die Container belegt war.
Für die aufgeschütteten rund 1.000 Tonnen hochwertigen stadteigenen Schotter lief parallel eine Ausschreibung für einen Verkauf. Dies zeigt die Bemühungen der Gemeinde, Ressourcen effizient zu nutzen und nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch Einnahmen zu generieren.
Die Rückkehr der Schüler und Lehrer in das frisch sanierte Hauptgebäude wurde durchweg positiv aufgenommen. Die akustischen Verhältnisse sind spürbar angenehmer und die Räume sind deutlich großzügiger als im Containerdorf. Dies zeigt, dass die Investition in die Generalsanierung nicht nur die baulichen Mängel behoben, sondern auch die Lern- und Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert hat.
Neugestaltung des Schulhofs und Sportanlagen
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten konzentriert sich die Gemeinde nun auf die Neugestaltung des Schulhofs und die Wiederherstellung der Sportanlagen. Dabei werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, von der funktionalen Nutzung bis hin zur gestalterischen Aufwertung des gesamten Schulgeländes.
Ein zentraler Punkt ist die Neugestaltung des Pausenhofs. Das Witterungsschutz des 2010 errichteten Ganztagesgebäudes wird als gute Ergänzung angesehen, ist jedoch für 500 Schüler deutlich zu gering dimensioniert. Um diesem Mangel zu begegnen, sind zwei architektonisch zur Fassade passende Elemente geplant, die den Hof einfassen, abgrenzen und bewusst baulich einfach gehalten werden. Diese Elemente sollen den notwendigen Witterungsschutz zukünftig gewährleisten.
Der zentrale Hofbereich soll nicht vollständig erneuert, sondern ausgebessert werden. Die Grundsubstanz des 2010 aufgebrachten Bitumenbelags wird als gut eingestuft, sodass nur gezielte Reparaturen notwendig sind. Zudem soll der Schulhof durch eine Hainbuchenhecke sauber eingefasst werden, was nicht nur gestalterische, sondern auch ökologische Vorteile bietet.
Ein weiteres Gestaltungselement ist ein Sichtbetonelement mit gut erkennbarem Logo, das als eye-catcher und gleichzeitig als Abgrenzung dienen soll. In Verlängerung des Lehrerparkplatzes in Richtung Sporthalle ist zudem ein neuer Müllabstellplatz geplant. Für die Überdachung und die Gestaltungselemente sind rund 80.000 Euro veranschlagt.
Die Wiederherstellung der Sportanlagen im rückwärtigen Gebäudebereich stellt die größte noch offene Position dar. Hierzu ist eine Begehung seitens des Gemeinderates im Laufe des Frühjahrs geplant. Ziel ist eine Antragstellung für das Jahr 2023 aus den Landesmitteln für den Kommunalen Sportstättenbau. Der Fördersatz beträgt 30 %, was bedeutet, dass die Gemeinde 70 % der Kosten selbst tragen muss.
Die Neukonzeption der Sportanlagen wird voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs erste Ergebnisse liefern. Dabei wird nicht nur die Wiederherstellung der bestehenden Anlagen, sondern auch die Anpassung an aktuelle pädagogische und sportliche Anforderungen im Vordergrund stehen.
Erfahrungen und Bewertung
Die Generalsanierung der Realschule Mühlheim wird von den Beteiligten durchweg positiv bewertet. So gab es von Seiten des Gemeinderats große Anerkennung für die generalsanierte Realschule. Bürgermeister Jörg Kaltenbach bezeichnete das Projekt als "ein gelungenes Projekt", bei dem man keine Wünsche mehr habe.
Besonders hervorgehoben wird die Qualität der Ausführung und die Einhaltung von Zeit- und Kostenplan. Dies ist nicht selbstverständlich bei so umfangreichen Bauprojekten und zeigt die professionelle Planung und Umsetzung durch die beteiligten Unternehmen und die Gemeindeverwaltung.
Für Projektleiter Jens Engeßer von der Gosheimer Planungsgesellschaft Weber gab es ebenfalls große Anerkennung. Sein Engagement und seine Expertise waren wichtige Faktoren für den Erfolg des Projekts.
Die Rückkehr der Schule in das frisch sanierte Gebäude wurde von Schülern und Lehrern gleichermaßen begrüßt. Die akustischen Verhältnisse sind spürbar angenehmer und die Räume sind deutlich großzügiger als im Containerdorf. Dies verbessert nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die Lernatmosphäre signifikant.
Die multimediale Ausstattung der Aula und der Klassenzimmer ermöglicht einen modernen, digitalen Unterricht, der den Schülern die bestmögliche Vorbereitung auf die Anforderungen der Zukunft ermöglicht. Gleichzeitig bietet die Aula vielfältige Möglichkeiten für inner- und außerschulische Veranstaltungen, die das Schulleben bereichern.
Auch die vorübergehende Containerlösung während der Bauphase wird positiv bewertet. Die erwies sich als praktikable Lösung, die es ermöglichte, den Schulbetrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten. Die Qualität der Container und die Organisation des Unterrichts in dieser Zeit wurden von allen Beteiligten als gut eingeschätzt.
Fazit
Die Generalsanierung der Realschule Mühlheim stellt ein erfolgreiches Bauprojekt dar, das die baulichen Mängel des in den späten 1970er Jahren errichteten Gebäudes behoben und gleichzeitig eine Modernisierung auf den neuesten Stand ermöglicht hat. Mit Gesamtkosten von rund 9,45 Millionen Euro handelt es sich um eine der größten Investitionen der Gemeinde in den letzten Jahren, die sich jedoch bereits jetzt positiv auf die Lern- und Arbeitsbedingungen auswirkt.
Die Einhaltung von Zeit- und Kostenplan sowie die hohe Qualität der Ausführung sind besondere Verdienste der beteiligten Unternehmen und der Gemeindeverwaltung. Besonders hervorzuheben ist die professionelle Planung und Umsetzung durch Projektleiter Jens Engeßer von der Gosheimer Planungsgesellschaft Weber.
Die multimediale Ausstattung der Aula und der Klassenzimmer ermöglicht einen modernen, digitalen Unterricht und bereichert das Schulleben durch vielfältige Veranstaltungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurden die technischen Anlagen auf den neuesten Stand gebracht, was langfristig zu geringeren Betriebskosten und einer höheren Energieeffizienz führt.
Die vorübergehende Containerlösung während der Bauphase erwies sich als praktikable Lösung, die es ermöglichte, den Schulbetrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten. Die positive Rückkehr der Schule in das frisch sanierte Gebäude zeigt, dass die Investition in die Generalsanierung sich gelohnt hat.
Nun gilt es, die begonnenen Arbeiten an der Neugestaltung des Schulhofs und die Wiederherstellung der Sportanlagen fortzusetzen. Mit der geplanten Antragstellung für Landesmittel im Jahr 2023 soll auch diese letzte große Baumaßnahme realisiert werden, sodass die Realschule Mühlheim am Ende nicht nur ein modernes Schulgebäude, sondern auch einen ansprechenden und funktionalen Außenbereich bieten wird.
Insgesamt kann die Generalsanierung der Realschule Mühlheim als gelungenes Projekt bezeichnet werden, das die Zukunftsfähigkeit der Schule sichert und den Schülern, Lehrern und der Gemeinde eine moderne und ansprechende Lern- und Arbeitsumgebung bietet.
Quellen
- Generalsanierung der Realschule Mühlheim ist abgeschlossen
- Sanierung Realschule Mühlheim a. d. D.
- BV Realschule Mühlheim Malerarbeiten
- BV Realschule Mühlheim Schreinerarbeiten: Türen innen
- Generalsanierung Realschule: Projekt im Zeit- und Kostenplan – Neugestaltung Pausenhof auf den Weg gebracht
- Öffentliche Ausschreibungen Mühlheim an der Donau
- Generalsanierung Realschule Containerdorf wird abgebaut