Die Bundesstraße 1 (B1) ist eine zentrale Verkehrsader in Nordrhein-Westfalen, die den Dortmunder Osten mit dem Westen verbindet. Sie spielt nicht nur eine entscheidende Rolle für den regionalen Verkehr, sondern ist auch von großer Bedeutung für den regionalen Wirtschaftsstandort. In den kommenden Jahren wird die B1 an mehreren Stellen umfassend saniert, um sie für die Zukunft fit zu machen. Die Sanierungsarbeiten beziehen sich nicht nur auf die Fahrbahn, sondern auch auf Brücken, Tunnel, Stadtbahnhaltestellen und umliegende Infrastruktur. In diesem Artikel werden die geplanten Maßnahmen, die betroffenen Streckenabschnitte, die zeitliche Planung sowie Herausforderungen wie Umleitungen und Kosteneinschätzungen detailliert vorgestellt.
Ein Überblick über die Sanierungsmaßnahmen an der B1
Die Sanierung der B1 umfasst mehrere Streckenabschnitte und verschiedene Bauwerke. Insbesondere die Abschnitte zwischen der Wittekindstraße und der B54 sowie in Gerwisch (Sachsen-Anhalt) und Möser (Niedersachsen) sind in den Fokus gerückt. Neben der Erneuerung der Fahrbahndecke sind auch die Sanierung von Brücken, Tunneln, Stadtbahnhaltestellen sowie Kanalbauwerke geplant. Die Arbeiten werden in mehreren Bauabschnitten durchgeführt, wobei zeitliche Verschiebungen aufgrund von Großveranstaltungen wie der UEFA EURO 2024 notwendig wurden.
Sanierungsarbeiten im Abschnitt Wittekindstraße bis B54
Tunnel Ardeystraße
Der Tunnel Ardeystraße wird in zwei Bauabschnitten saniert. In einem ersten Schritt wurde seit Oktober 2023 die östliche Tunnelröhre saniert, und die Freigabe ist für Ende Mai 2024 vorgesehen. Währenddessen wurde der Verkehr stadteinwärts in den Westtunnel umgeleitet. Der zweite Bauabschnitt, der die westliche Tunnelröhre (stadtauswärts) umfasst, beginnt erst nach der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2024.
Fußgängerbrücke Chemnitzer Straße
Die Sanierung der Fußgängerbrücke Chemnitzer Straße, die über die B1 führt, ist für Ende Juli 2024 geplant. Dabei wird die Stahlkonstruktion instandgesetzt, die Entwässerung verbessert, die Geländer, die Beleuchtung sowie der Brücken- und teilweise auch der Rampenbelag erneuert.
Brücke Lindemannstraße
Die Erneuerung der Brücke Lindemannstraße, die in Verlängerung der Lindemannstraße über die B1 führt und die Innenstadt mit dem Veranstaltungszentrum verbindet, wurde aus Rücksicht auf die Besucherströme bei der UEFA EURO 2024 verschoben. Nach Abschluss der Fußball-EM wird die Brücke saniert.
Auffahrt Wittekindstraße
Die Fahrbahnsanierung der B1-Auffahrt von der Wittekindstraße in Fahrtrichtung Bochum ist für September 2024 geplant.
Kanalbauwerke am Rheinlanddamm
Ein weiteres Projekt des Eigenbetriebs Stadtentwässerung am Rheinlanddamm zwischen Wittekindstraße und Hohe Straße sieht die Erneuerung von Kanalbauwerken vor. Auf einer Länge von 1,3 Kilometern sollen Kanalbauwerke grunderneuert werden, idealerweise in grubenloser Bauweise. Los geht es nicht vor 2030.
Kampfmittelverdachtspunkte
Neben der Sanierung der B1-Fahrbahn und der Bauwerke müssen auch mehrere Kampfmittelverdachtspunkte ausgeräumt werden. Insbesondere in Abschnitten, in denen die Erneuerung von Versorgungsleitungen aufwendig wäre, wird bergmännischer Vortrieb eingesetzt. Ein Beispiel hierfür ist der Abschnitt im Zubringer der Märkischen Straße zur B1. Statt die Leitungen von oben zu öffnen, wird auf dem benachbarten Grundstück ein Schacht gegraben, von dem aus ein horizontaler Tunnel zum Verdachtspunkt gegraben wird. Diese Methode ist spezialisiert und wird nur von wenigen Unternehmen angewendet.
Sanierungsarbeiten im Abschnitt B54 bis Märkische Straße
Brücke B54 über die B1
Die Brücke B54 über die B1 wird grunderneuert. Vorbereitende Bodenuntersuchungen nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg haben bereits stattgefunden. Die Sanierung der Brücke beginnt noch im Jahr 2024.
Kreuzung Ophoff
Die Sanierung der Brückenplatten der Kreuzung Ophoff ist bei einer der sechs Platten bereits abgeschlossen. Weitere Arbeiten sind noch in Planung. In diesem Zuge wird auch die Straßenkreuzung baulich verbessert. Für einen barrierefreien Ausbau der Stadtbahnanlage Märkische Straße sind Aufzüge geplant. Die Ausführungsplanung für die Straße beginnt nach der UEFA EURO 2024.
Sanierungsarbeiten von Kaiserhain bis Voßkuhle
Ab dem Jahr 2026 sind Sanierungsarbeiten an der Fahrbahndecke von Kaiserhain bis Voßkuhle geplant. Diese Abschnitte sind stark beansprucht und benötigen eine umfassende Erneuerung, um den Sicherheitsanforderungen und den Anforderungen an die Verkehrsführung gerecht zu werden.
Sanierungsarbeiten im Bereich Märkische Straße bis Stadtkrone-Ost
Im Bereich der Max-Eyth-Straße ist eine Sanierung der Fahrbahndecke für Anfang 2024 geplant. Die genaue Terminierung ist noch nicht festgelegt. Für den barrierefreien Ausbau der Stadtbahnhaltestellen entlang der B1 werden die Haltestellen Kohlgartenstraße, Voßkuhle, Lübkestraße, Max-Eyth-Straße und Stadtkrone-Ost um- bzw. neugebaut.
Sanierungsarbeiten in Gerwisch
In Gerwisch (im Jerichower Land) ist die B1 nach einer monatelangen Vollsperrung wieder geöffnet. Allerdings hat diese Maßnahme erhebliche Schäden an den Umleitungsstraßen verursacht. Der Bürgermeister der Gemeinde Biederitz, Kay Gericke (SPD), gab bekannt, dass die Schäden an der Seedorfer und Lostauer Straße mit einem Schadenumfang von fast 250.000 Euro verbunden sind. Da es sich bei der B1 um eine Bundesstraße handelt, übernimmt der Bund die Kosten für die Sanierung. Ab April 2025 sollen die beschädigten Straßen saniert werden.
Sanierungsarbeiten in Möser
Ab dem 5. April 2025 beginnen die Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt Möser. Die Arbeiten werden in vier Bauabschnitten durchgeführt, wobei der erste Abschnitt vom 5. bis 17. April umfasst. In diesem Zeitraum wird der Kreuzungsbereich Biesengrund- und Brunnenbreite ausgebaut. Der zweite Bauabschnitt, der mit 570 Metern der längste ist, beginnt am 22. April und endet am 24. Mai. In diesem Abschnitt ist auch die Zufahrt zum Netto-Markt betroffen.
Brückensanierung in Dortmund
Sanierung statt Neubau
Im Zuge der Planung für die B1-Brücke in Dortmund hat die Stadt entschieden, den geplanten Neubau abzusagen. Stattdessen wird die bestehende Brücke saniert, um sie für die nächsten zehn Jahre nutzbar zu machen. Die Kosten für die Sanierung werden auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Die Entscheidung zur Sanierung statt zum Neubau wurde aufgrund von finanziellen Einschränkungen und des Ausbleibens von Fördermitteln des Landes NRW getroffen.
Barrierefreiheit
Die bestehende Brücke weist derzeit eine Steigung von 10 Prozent auf, was sie nicht barrierefrei macht. Geplant war, die Steigung zu reduzieren und eine Treppenanlage hinzuzufügen. Diese Maßnahmen werden nun nicht umgesetzt. Stattdessen wird die Sanierung auf die Instandsetzung der bestehenden Struktur konzentriert.
Auswirkungen auf den Verkehr und den Handel
Die Sanierungsarbeiten an der B1 haben weitreichende Auswirkungen auf den Verkehr und den lokalen Handel. In Dortmund werden mehrere Abschnitte der B1 vollständig gesperrt, was zu erheblichen Umleitungen führt. Das Tiefbauamt arbeitet an Lösungen, um die Auswirkungen für die Kaufleute und ihre Kund*innen zu verringern. In einigen Fällen sind Geschäfte während der Sperrung nicht mit dem Auto zu erreichen. Die Baukosten der B1-Sanierung belaufen sich auf rund 1,1 Mio. Euro.
Kosteneinschätzungen
Die Sanierungsarbeiten an der B1 sind mit hohen Kosten verbunden. Die Gesamtkosten für die Sanierung der B1 in Dortmund werden auf 1,1 Mio. Euro geschätzt. In Gerwisch übernimmt der Bund die Kosten für die Sanierung der beschädigten Umleitungsstraßen, was aufgrund der Vollsperrung entstanden ist. In Möser und weiteren Streckenabschnitten sind ebenfalls beträchtliche Investitionen notwendig.
Zeitliche Planung
Die Sanierungsarbeiten an der B1 sind in mehreren Phasen geplant. Die Arbeiten im Abschnitt Wittekindstraße bis B54 beginnen bereits 2024. In Gerwisch und Möser starten die Arbeiten ab 2025. Die Sanierungsarbeiten in späteren Abschnitten, wie beispielsweise die Kanalbauwerke am Rheinlanddamm, beginnen erst ab 2030. Die zeitliche Planung berücksichtigt auch Großveranstaltungen wie die UEFA EURO 2024, bei denen Verkehrsströme nicht weiter beunruhigt werden sollen.
Fazit
Die Sanierung der B1 ist ein zentrales Projekt in der Region, das nicht nur die Verkehrssicherheit verbessert, sondern auch den langfristigen Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft entsprechen soll. Die Arbeiten umfassen mehrere Streckenabschnitte und Bauwerke, wobei sowohl die Fahrbahn als auch Brücken, Tunnel und Stadtbahnhaltestellen erneuert werden. In einigen Fällen, wie bei der B1-Brücke in Dortmund, wurde auf einen Neubau verzichtet, um Kosten zu sparen. Die Sanierungsarbeiten sind in mehreren Phasen geplant, wobei zeitliche Verschiebungen aufgrund von Großveranstaltungen wie der UEFA EURO 2024 notwendig wurden. Insgesamt zeigt sich, dass die Sanierung der B1 eine komplexe, aber notwendige Maßnahme ist, um die Infrastruktur der Region in die Zukunft zu führen.
Quellen
- Jede Menge Pläne für die B1 in Dortmund – Alle geplanten Baustellen im Überblick
- Sanierung Bundesstraße Eins – Gerwisch: Schäden an Umleitungsstrecke
- Möser: Sanierung der B1 ab April 2025
- Stadt Dortmund gibt Überblick über künftige Baustellen an der B1
- An der B1 wird gebaut – Diese Projekte stehen in den kommenden Jahren auf dem Plan
- Dortmund: Tiefbauamt erneuert B1-Fahrbahn in den Herbstferien
- Dortmunder B1-Bauarbeiten: Stadt verkündet indirekt Hiobsbotschaft