Einführung
Die Sanierung des Heiliggeistviertels in Bad Oldesloe ist ein langfristiges Projekt, das seit mehreren Jahrzehnten in der Planung und Umsetzung steht. Mit der Aufgabe, historische und städtebauliche Strukturen zu bewahren und gleichzeitig die Innenstadt attraktiver zu machen, setzt sich Bad Oldesloe mit dem Heiliggeistviertel intensiv mit Themen wie Denkmalschutz, Städtebau, Investitionsplanung und Bürgerbeteiligung auseinander. Zentral dabei ist die Rolle des Heiliggeistviertels in der übergeordneten Sanierung der „Südlichen Innenstadt“, die sich über ein breites Spektrum an Maßnahmen erstreckt.
Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Stand, die Hintergründe und die zukünftigen Perspektiven der Sanierung des Heiliggeistviertels in Bad Oldesloe. Die Ausführungen basieren ausschließlich auf den bereitgestellten Dokumenten, die den Prozess, die Planung und die Herausforderungen der Sanierung beschreiben.
Historische Hintergründe
Im Jahr 1976 trat ein bedeutender Schritt in der Entwicklung des Heiliggeistviertels ein. Laut Archivdokumenten (Quelle 1) vergab die Stadt Bad Oldesloe den Sanierungsauftrag für das Heiliggeistviertel an die Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH. Diese Maßnahme erfolgte im Rahmen der Städtebaubauförderungsgesetzgebung, wodurch Bund und Land für die Kosten verantwortlich zeichneten. Zudem führte die Stadt selbst Sanierungsarbeiten durch. Dieser frühe Schritt unterstreicht, dass die Sanierung des Viertels bereits vor mehr als vier Jahrzehnten als strategisch wichtig erachtet wurde.
Die historische Entwicklung des Heiliggeistviertels spiegelt sich nicht nur in den archivierten Dokumenten wider, sondern auch in der städtebaulichen Struktur, die bis heute charakteristisch bleibt. Das Viertel gehört zur „Trave-Insel“, also der historischen Innenstadt von Bad Oldesloe, die sich im Fokus zahlreicher Sanierungs- und Entwicklungsvorhaben befindet.
Das Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“
Das Heiliggeistviertel ist Teil des Sanierungsgebietes „Südliche Innenstadt“, das sich seit 2009 rechtskräftig festgelegt hat (Quelle 2). Das Gebiet erstreckt sich zwischen dem Bahnhof und der Fußgängerzone an der Besttorstraße, einschließlich des Alten Friedhofs und Teilen des Kurparks. Die Planungen orientieren sich an den Leitzielen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) und zielen darauf ab, die Lebensqualität in Bad Oldesloe nachhaltig zu verbessern.
Die Sanierung des Heiliggeistviertels ist somit eingebettet in ein umfassenderes städtebauliches Konzept. Ziel ist es, die städtebauliche Struktur zu erneuern und die Innenstadt lebenswerter zu gestalten, wobei besonderer Wert auf den Erhalt historischer Strukturen gelegt wird.
Aktuelle Sanierungsmaßnahmen und Planungsschritte
Im Jahr 2021 begann die Stadtverwaltung mit der Vorbereitung einer neuen Sanierungsmaßnahme durch die Auftragserstellung einer Vorbereitenden Untersuchung zu einem neuen Sanierungsgebiet (Quelle 4). Diese Untersuchung soll klären, ob bestehende Sanierungsgebiete wie die Besttorstraße aus dem aktuellen Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ entlassen und in ein neues Gebiet übertragen werden können.
Ein zentrales Projekt, das ursprünglich in die Sanierungsplanung eingebunden war, war der geplante Rad- und Fußweg entlang der Beste. Dieser Weg sollte das Wegenetz in der „Südlichen Innenstadt“ verbessern und die Stadt stärker mit dem Wasser in Verbindung bringen. Nach einer Machbarkeitsstudie stellte sich jedoch heraus, dass die Umsetzung nicht möglich war. Aus diesem Grund wurde die Maßnahme nicht weiter verfolgt (Quelle 4).
Diese Erfahrung zeigt, dass auch bei sorgfältiger Planung und Machbarkeitsprüfung nicht alle Projekte umgesetzt werden können. Dennoch bleibt der Fokus auf der Erneuerung der Infrastruktur und der Schaffung von besseren Verkehrs- und Bewegungsnetzen bestehen.
Herausforderungen im Sanierungsprozess
Die Sanierung des Heiliggeistviertels und der gesamten „Südlichen Innenstadt“ ist ein komplexer Prozess, der mehrere Herausforderungen mit sich bringt. Eines der zentralen Probleme ist das Image der Innenstadt, das durch langanhaltende Diskussionen und sichtbare Leerstände beeinträchtigt wird (Quelle 8). Negative Eindrücke, wie leere Ladenflächen oder ein Mangel an urbanem Leben, tragen dazu bei, dass die Innenstadt nicht in vollem Umfang als attraktiver Lebens- und Arbeitsort wahrgenommen wird.
Zudem ist die Umsetzung von Gutachten und Handlungsempfehlungen oft langwierig. Dies hat dazu geführt, dass die Sanierungsmaßnahmen, obwohl gut geplant, oft im Stillstand verharren, was wiederum das Vertrauen in das Projekt untergräbt.
Ein weiteres Problem sind die Verzögerungen bei der Umsetzung konkreter Projekte. So gibt es in Bad Oldesloe mehrere Bauprojekte, die sich über Jahre hinauszögern (Quelle 5). Beispiele hierfür sind ein Neubau für einen Kindergarten, der nicht realisiert werden konnte, und eine Hallensanierung, die zur Dauerbaustelle geworden ist. Solche Verzögerungen wirken sich negativ auf das Stadtbild und das Vertrauen der Bürger aus.
Denkmalschutz und städtebauliche Entwicklung
Ein zentrales Element der Sanierung des Heiliggeistviertels ist der Denkmalschutz. In Trenthorst, einem Ortsteil von Bad Oldesloe, wird beispielsweise ein historischer Gutshof saniert, der aus dem Jahr 1910 stammt (Quelle 6). Dieses Projekt ist besonders aufwendig, da weltweit nach Ersatzteilen für historische Fenster, Dachziegel und Fachwerk gesucht wird. Rund 31.500 Dachziegel müssen ausgebaut und 200 Fenster erneuert werden. Die Sanierung dieses denkmalgeschützten Ensembles ist von großer Bedeutung, da es nicht nur den historischen Stil bewahrt, sondern auch als Forschungsstandort für das Thünen-Institut dienen wird.
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie aufwendig und komplex die Sanierung historischer Gebäude sein kann. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie wichtig solche Maßnahmen sind, um den kulturellen und städtebaulichen Charakter einer Stadt zu bewahren.
Bürgerbeteiligung und niedrigschwellige Projekte
Um das negative Image der Innenstadt zu überwinden, hat die Stadt Bad Oldesloe den Fokus auf niedrigschwellige Projekte gelegt, an denen Bürger direkt mitwirken können (Quelle 8). Solche Projekte sollen die Innenstadt sichtbar aufwerten und gleichzeitig die Bevölkerung stärker in die Sanierungsmaßnahmen einbeziehen.
Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Ideen zur Aufwertung der Brache in der Innenstadt. Solche Brachen tragen oft zum negativen Stadtbild bei, können aber durch kreative Nutzung zu Orten der Begegnung und des sozialen Lebens werden. Die Redaktion hat dazu Ideen entwickelt, die als Pilotprojekte umgesetzt werden könnten.
Die Erfahrung zeigt, dass solche Projekte, die von der Bevölkerung getragen werden, besonders effektiv sind. Sie tragen dazu bei, das Vertrauen in die Sanierungsmaßnahmen zu stärken und gleichzeitig das Stadtbild positiv zu verändern.
Der Wettbewerb für die Innenstadt
Ein weiteres zentrales Element der Sanierung ist der geplante Innenstadt-Wettbewerb, der von Bürgermeister Jörg Lembke und Bauamtsleiterin Ute Obel angestoßen wurde (Quelle 3). Der Wettbewerb soll kreative und innovative Ideen zur Gestaltung der Innenstadt einbringen und so einen neuen Impuls für die städtebauliche Entwicklung setzen. Besonders hervorgehoben wird hier die Hagenstraße, an der sich die Planungen weiterentwickeln sollen.
Wettbewerbe dieser Art sind oft ein gutes Instrument, um neue Perspektiven einzubringen und gleichzeitig die Bevölkerung stärker einzubeziehen. Sie tragen dazu bei, das Projekt nicht nur aus der Sicht der Verwaltung, sondern auch aus der Perspektive der Bürger zu planen und umzusetzen.
Fazit
Die Sanierung des Heiliggeistviertels in Bad Oldesloe ist ein langfristiges Projekt, das sich sowohl an den historischen Werten der Stadt als auch an den zukünftigen Entwicklungen orientiert. Es ist eingebettet in ein breiteres städtebauliches Konzept, das sich auf die „Südliche Innenstadt“ konzentriert. Die Herausforderungen liegen hierbei in der Komplexität der Sanierungsmaßnahmen, den Verzögerungen in der Umsetzung und der notwendigen Bürgerbeteiligung.
Durch den Einsatz von niedrigschwelligen Projekten, die direkt an der Bevölkerung ansetzen, und durch Wettbewerbe, die neue Ideen einbringen, wird versucht, das negative Image der Innenstadt aufzubrechen. Gleichzeitig wird Wert auf den Erhalt historischer Strukturen gelegt, wie beispielsweise in der Sanierung des Gutshofes in Trenthorst.
Zukünftige Maßnahmen müssen sich weiterhin an den Leitzielen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts orientieren und gleichzeitig praxisnah und schnell umsetzbar sein. Nur so kann die Innenstadt Bad Oldesloes ihr Potenzial entfalten und langfristig attraktiv bleiben.