Einleitung
In der niedersächsischen Stadt Bad Sachsa im Südharz läuft ein umfangreiches Sanierungs- und Bauprojekt, das den Ort in die Zukunft führen und das touristische Potenzial der Region nachhaltig stärken soll. Die Sanierung des Erlebnisbads Salztal Paradies ist dabei nur ein Teil eines größeren Plans. Ziel ist es, Bad Sachsa zur führenden Ganzjahresdestination im Harz zu entwickeln. Die Investitionssumme beträgt rund 49 Millionen Euro und umfasst unter anderem die Sanierung des Erlebnisbads, den Bau eines Resorthotels mit über 100 Zimmern, die Einführung neuer Freizeit- und Sportangebote sowie die Modernisierung der Infrastruktur.
Der Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die geplanten Maßnahmen, die technischen und finanziellen Hintergründe, die geografische Lage des Projekts und die Reaktionen aus der Bevölkerung. Zudem werden die energieeffizienten Maßnahmen und das Energiekonzept sowie der wirtschaftliche Nutzen für die Region detailliert erläutert.
Das Projekt Salztal Paradies: Von der Sanierung zur touristischen Destination
Die Rolle des Erlebnisbads
Das Erlebnisbad Salztal Paradies hat sich über die Jahre als zentraler Anziehungspunkt in Bad Sachsa etabliert. Es bietet eine Vielzahl an Freizeit- und Wellnessangeboten für Familien, Erwachsene und Sportbegeisterte. Laut den Berechtigungen und Planungen der Bädergesellschaft Bad Sachsa mbH ist eine umfassende Sanierung und Modernisierung im Vordergrund. Diese umfasst unter anderem:
- Komplettsanierung der Sauna- und Wellnessbereiche
- Einführung moderner Technik zur Energieeffizienz
- Neugestaltung von Wasserspielbereichen und Kinderzonen
- Ersatz der raumlufttechnischen Anlagen (Lüftungsanlagen) gemäß den heutigen Energieeffizienzstandards
Diese Sanierungsmaßnahmen sind bereits in Teilen umgesetzt worden. So wurden beispielsweise die zentralen Lüftungsanlagen im Erlebnisbad durch Geräte der Energieeffizienzklasse A+ ersetzt, die eine Wärmerückgewinnung der Kategorie H1 ermöglichen. Diese Investition wurde durch das Projektträger Jülich (PtJ) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms mit dem Kennzeichen 03K04477 bewilligt. Die Planungsgesellschaft Hildesheim mbH war für die fachliche Planung und Begleitung verantwortlich, während die Firma Airco Lüftungs- und Klimatechnik GmbH & Co. KG den Auftrag zum Austausch der Anlagen erhielt.
Die Sanierung der Lüftungssysteme war besonders aufwendig, da die alten Anlagen auf den Dächern abgebaut und durch neue zentrale Zu- und Abluft-Anlagen ersetzt werden mussten. Dies führte zu umfangreichen baulichen Arbeiten, insbesondere im Bereich der Kanalführung der Abluft. Große Kreuzstrom-Wärmetauscher, die in den neuen Anlagen integriert sind, erforderten größere Geräte, was wiederum bauliche Anpassungen im Rohbau und Dachbereich nötig machte.
Die Rolle der InterSPA-Gruppe
Die InterSPA-Gruppe aus Stuttgart hat im November 2023 die Betriebsführung des Erlebnisbads übernommen. Die Gruppe betreibt bereits mehrere Bäder in Deutschland unter dem Markennamen Wonnemar. Mit dieser Partnerschaft bringt Bad Sachsa nicht nur Erfahrung in der Freizeitbranche, sondern auch ein bewährtes Konzept für die Entwicklung von Familienresorts.
Die InterSPA-Gruppe plant, das Erlebnisbad Salztal Paradies in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und in ein modernes Urlaubsresort mit Hotel, Wellness- und Freizeitangeboten zu verwandeln. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das Bauvorhaben eines Resorthotels mit 104 Zimmern, Medical Gym, Restaurant und einer Verbindung zum bestehenden Erlebnisbad. Zudem sind geplante Erweiterungen wie ein Parkdeck und 15 Wohnmobilstellplätze vorgesehen, um die touristische Infrastruktur der Stadt zu verbessern.
Die Generalplanung für das Projekt ist dem Architekturbüro MundelArchitekten übertragen worden. Nach Fertigstellung wird das Erlebnisbad-Resort offiziell den Namen „Salztal Paradies Wonnemar“ tragen.
Der städtische Beitrag
Die Stadt Bad Sachsa spielt eine zentrale Rolle in der Umsetzung des Projekts. Sie hat den Kaufvertrag für das Grundstück am Pferdeteich unterzeichnet und einen Betreibervertrag mit der InterSPA Gesellschaft für Betrieb Bäder- und Freizeitanlagen Bad Sachsa mbH abgeschlossen. Ziel der Kooperation ist es, den Betrieb des Bades und der Eislaufhalle städtisch finanziell zu entlasten und gleichzeitig die Baurechtsgrundlagen für die Sanierung zu schaffen.
Durch die Zusammenarbeit mit der InterSPA-Gruppe wird zudem ein nachhaltiges Energiekonzept umgesetzt. Die Stadt hat sich bereits auf den Ausbau der E-Mobilität fokussiert, mit 12 öffentlichen Ladesäulen und einem Carsharing-Modell. Diese Infrastruktur wird durch das Projekt weiter ausgebaut, was den ökologischen Fußabdruck der touristischen Angebote reduzieren könnte.
Der wirtschaftliche Nutzen und die touristische Entwicklung
Übernachtungen und Arbeitsplätze
Die touristische Entwicklung in Bad Sachsa hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Laut den Angaben der Stadt lag die Zahl der Übernachtungen 2023 bei 318.000, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mit dem neuen Familienresort wird erwartet, dass sich diese Zahl weiter erhöht und in den nächsten Jahren bis in den sechsstelligen Bereich ansteigt.
Durch das Projekt entstehen zudem neue Arbeitsplätze. Die Schaffung von rund 60 neuen Stellen in Hotel und Freizeitanlagen ist ein wichtiger Schritt, um die regionale Wirtschaft zu stärken. Zudem profitieren lokale Dienstleister und Zulieferer von der Ausweitung der touristischen Angebote.
Wirtschaftliche Chancen für die Stadt
Das Projekt trägt nicht nur zur wirtschaftlichen Entwicklung von Bad Sachsa bei, sondern auch zur Stärkung der Infrastruktur. Der Ausbau der Parkkapazitäten, der Verkehrsführung und der touristischen Angebote ist ein zentraler Bestandteil des Plans. Zudem wird das Projekt dazu beitragen, Bad Sachsa als Ganzjahresdestination zu etablieren – unabhängig von Wetterbedingungen.
Die Stadt verzeichnet bereits heute einen hohen touristischen Anteil. Mit rund 300.000 Übernachtungen pro Jahr zählt Bad Sachsa zu den wichtigsten Tourismusstandorten im Harz. Das geplante Resort soll diese Position weiter festigen und zukünftig auch für Tagesgäste attraktiv sein.
Die Rolle der Investoren
Die Investitionssumme von insgesamt 49 Millionen Euro ist ein deutliches Zeichen für die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts. Die InterSPA-Gruppe finanziert nicht nur die Sanierung des Erlebnisbads, sondern auch den Bau des Resorthotels und der zusätzlichen Freizeitangebote.
Die Stadt finanziert das Projekt nicht aus eigener Kraft, sondern nutzt Fördermittel und kooperiert mit privaten Investoren. Dies ermöglicht es, die finanzielle Belastung für die Kommune zu reduzieren und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Technische und energieeffiziente Maßnahmen
Energiekonzept
Ein moderner Tourismusstandort muss sich nicht nur durch touristische Angebote, sondern auch durch ein nachhaltiges Energiekonzept definieren. In Bad Sachsa ist dies ein zentraler Bestandteil des Projekts. Die Anlagen sollen mit modernen Heiz- und Lüftungssystemen ausgestattet werden, die energieeffizient arbeiten.
Zudem ist die Nutzung von Photovoltaikflächen und einer optimierten Wasserwirtschaft geplant. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Energieverbrauch zu reduzieren und die CO₂-Bilanz zu verbessern. In Kombination mit der bestehenden E-Mobilitätsinfrastruktur – darunter 12 öffentliche Ladesäulen und ein Carsharing-Modell – wird das Projekt auch als Vorzeigeobjekt für umweltfreundlichen Tourismus fungieren.
Der Ausbau der Lüftungstechnik
Die Sanierung der Lüftungstechnik im Erlebnisbad Salztal Paradies ist ein zentrales Element der Sanierungsmaßnahmen. Die alten Lüftungsanlagen wurden durch moderne Geräte ersetzt, die eine bessere Energieeffizienz und Wärmerückgewinnung ermöglichen. Diese Investition ist nicht nur technisch notwendig, sondern auch ökologisch sinnvoll.
Die Umstellung auf zentrale Lüftungsanlagen im Badeland brachte zusätzliche Vorteile mit sich. So konnten zwei Einzel-Lüftungsanlagen in eine gemeinsame Anlage integriert werden, was zu einer besseren Energieausnutzung führte. Die neue Technik ist in der Lage, Wärmeenergie aus der Abluft zurückzugewinnen und in die Zu- und Abluftleitung zu integrieren. Dies reduziert den Heizbedarf und trägt so zur Energieeinsparung bei.
Die Reaktionen aus der Bevölkerung
Euphorie und Skepsis
Die geplanten Maßnahmen stießen in der Bevölkerung auf geteilte Reaktionen. Während einige Bürger die Entwicklung als Chance für die Zukunft der Stadt begrüßen, äußern andere Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Wohnbebauung, den Verkehr und die Umwelt.
Einerseits wird das Projekt als Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung gesehen, der Arbeitsplätze schafft und die Infrastruktur stärkt. Andererseits gibt es Sorgen, dass der touristische Fokus auf Kosten der Wohnqualität und des sozialen Zusammenhalts geht.
Daniel Quade, Bürgermeister von Bad Sachsa, betont jedoch, dass das Projekt nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische einen Mehrwert schaffen soll. Mit der Entwicklung des Familienresorts wird Bad Sachsa als attraktiver Kur- und Erlebnisort weiterentwickelt.
Fazit
Die Sanierung des Erlebnisbads Salztal Paradies und die Entwicklung eines modernen Familienresorts in Bad Sachsa markieren einen wichtigen Schritt in der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. Mit einer Investition von 49 Millionen Euro wird Bad Sachsa in den kommenden Jahren zu einer führenden Ganzjahresdestination im Harz.
Die Sanierung des Erlebnisbads ist dabei nur ein Teil des Gesamtkonzepts. Mit der Modernisierung der Lüftungstechnik, der Einführung eines nachhaltigen Energiekonzepts und dem Bau eines Resorthotels mit über 100 Zimmern wird Bad Sachsa nicht nur touristisch attraktiv, sondern auch wirtschaftlich stark.
Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der InterSPA-Gruppe und den Planern zeigt, wie ein touristisches Projekt mit nachhaltigen und energieeffizienten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden kann. Obwohl die Reaktionen aus der Bevölkerung geteilt sind, ist das Projekt ein klares Signal für die Zukunft der Stadt – als Kur- und Erlebnisort mit hohem Freizeitwert und moderner Infrastruktur.