Einführung
Der Bahnhof Ascheberg und seine umliegende Infrastruktur stehen aktuell im Fokus umfangreicher Sanierungs- und Baumaßnahmen. In den vergangenen Monaten hat das Bauunternehmen Dieckmann mit der Neugestaltung der Straßenanbindung zum Bahnhof begonnen, um die Sicherheit und Erreichbarkeit des Ortes nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig fließen Investitionen aus dem Bundesprogramm „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ in die Sanierung der Gemeindeflächen, was die Lebensqualität für Einwohner*innen und die Attraktivität für zukünftige Bauvorhaben steigert.
Diese Sanierungsarbeiten sind nicht isoliert, sondern Teil eines größeren Plans, der sich auf die Entwicklung der Region auswirkt. Der folgende Artikel beschreibt die technischen Details, die organisatorischen Herausforderungen, die Finanzierung sowie die Planung der verschiedenen Bauabschnitte, wobei ausschließlich Fakten aus den zur Verfügung gestellten Quellen genutzt werden.
Ausbau der Straßenanbindung zum Bahnhof Ascheberg
Grundlegende Sanierung des Straßenabschnitts
Der erste Bauabschnitt umfasste den Bereich zwischen dem Kreisel und der Zufahrt zum Bahnhof. Laut Berichten war die bisherige Straße nicht mehr als eine einfache Baustraße, die einer grundlegenden Sanierung bedurfte. Christian Scheipers, Fachgruppenleiter Technische Dienste, erläuterte, dass es sich hierbei um einen Vollausbau handelt, bei dem nicht nur die Asphaltdecke, sondern auch der Unterbau komplett erneuert wird. Dieser Abschnitt ist 300 Meter lang und war der erste von mehreren, die in den nächsten Monaten folgen.
Sicherheitsverbesserungen und barrierefreie Zugänge
Ein zentraler Aspekt der Sanierung ist die Schaffung von Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Der neu gestaltete Abschnitt enthält:
- Beidseitige Fahrradschutzstreifen
- Einseitigen Gehweg mit einer Breite von 1,50 Metern
- Neue Asphaltdecke
Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Verkehrssicherheit verbessern, sondern auch den barrierefreien Zugang zum Bahnhof ermöglichen. Bislang waren Fußgänger gezwungen, über die Fahrbahn zu laufen, was aufgrund der hohen Verkehrsdichte gefährlich war, insbesondere für Familien mit kleinen Kindern, die in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft untergebracht sind.
Zeitliche Planung und Abschluss
Der erste Abschnitt der Sanierung war im Mai 2024 gestartet. Laut Aussagen von Nino Minuth, der als Bauleiter für die Gemeinde tätig ist, wird der Abschluss des ersten Teils bis Ende August 2024 erfolgen. Anschließend folgt der Abschnitt zwischen dem Kreisel und der Bahnunterführung, bei dem die Fahrbahn saniert und ebenfalls beidseitig Gehwege sowie Fahrradschutzstreifen angelegt werden. Ein weiteres Ziel ist die Beseitigung des holprigen Pflasterbelags unter der Eisenbahnstrecke.
Umgestaltung der Raiffeisenstraße
Planung in drei Abschnitten
Die Raiffeisenstraße, die ebenfalls in die Sanierungsmaßnahmen einbezogen wurde, ist in drei Abschnitten geplant, um die Zugänglichkeit für die Feuerwehr zu gewährleisten. Dies ist ein entscheidender Faktor, da die Feuerwehr jederzeit ungehindert an ihre Einsatzstätte gelangen muss.
Die drei Abschnitte umfassen:
- Kreisel bis Klaas – Fahrbahn verbreitert, beidseitiger Fahrradschutzstreifen
- Eschenbachstraße bis Mitte des Feuerwehrgeländes
- Feuerwehr bis Klaas – der längste und zentralste Abschnitt
Die Arbeiten in diesem Bereich begannen Anfang 2024 und führten dazu, dass mehrere Straßenbäume gefällt werden mussten. Laut Scheipers lag dies nicht an der Straßensanierung selbst, sondern an der Sanierung der Abwasserleitungen und der Neuverlegung von Versorgungsleitungen durch Gelsenwasser. Viele Bäume standen direkt über den Leitungen und hatten diese durch Wurzelwachstum beschädigt. Für jeden gefällten Baum ist eine Nachbepflanzung vorgesehen.
Fertigstellungstermine
Die Sanierung der Raiffeisenstraße ist für das Frühjahr 2025 geplant. Der Ausbau der Straße Breil folgt erst danach, sobald ein Großteil der Häuser im Baugebiet Bahnhofsgärten fertiggestellt ist.
Sanierung der B 58
Umfangreiche Bauarbeiten in zwei Abschnitten
Zusätzlich zu den Maßnahmen um den Bahnhof finden auch umfangreiche Sanierungsarbeiten an der B 58 statt. Der erste Bauabschnitt betraf die südliche Fahrbahnseite zwischen der A 1-Auffahrt Ascheberg und dem Mitfahrerparkplatz in Richtung Drensteinfurt. Die Arbeiten dauerten knapp eine Woche und führten zu einer Sperrung des Abschnitts. Autofahrer konnten nicht in Richtung Norden auf die A 1 auffahren, und wer von der Autobahn kam, musste umgeleitet werden.
Ein zweiter Bauabschnitt, der im November 2024 stattfindet, betrifft die nördliche Straßenseite. In diesem Abschnitt wird die B 58 komplett gesperrt, was auch die A 1-Auf- und Abfahrt Ascheberg in Richtung Norden beeinträchtigt. Im November 2024 wird der Verkehr auf der B 58 einspurig in Richtung Ascheberg geführt, bevor die Straße am Ende des Jahres erneut komplett gesperrt wird.
Ziel der Sanierung
Die Sanierungsarbeiten an der B 58 zielen darauf ab, die Straßenqualität nachhaltig zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Arbeiten umfassen die Erneuerung der Asphaltdecke sowie den Ausbau von Fahrrad- und Gehwegbelegen. Laut Berichten sollen die Arbeiten bis Ende des Jahres 2024 abgeschlossen sein.
Finanzierung und Förderung
Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität
Die Gemeinde Ascheberg profitiert von einer beträchtlichen finanziellen Unterstützung durch das Bundesprogramm Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK). In den nächsten zwölf Jahren erhält die Gemeinde rund 8,1 Millionen Euro, was einer jährlichen Summe von etwa 675.000 Euro entspricht. Diese Mittel sind für die Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur in den drei Ortschaften vorgesehen. Dazu gehören:
- Sanierung von Grundschulen und Turnhallen
- Straßensanierungen
- Energetische Sanierung öffentlicher Gebäude
Bürgermeister Thomas Stohldreier betont, dass die Mittel dazu dienen sollen, einen Sanierungsstau zu verhindern und die Lebensqualität in der Gemeinde nachhaltig zu steigern. Er macht jedoch auch deutlich, dass die finanzielle Unterstützung nicht ausreicht, um umfassende Modernisierungsprojekte zu finanzieren. Daher müssen Prioritäten gesetzt werden, wobei der Schwerpunkt auf dem Substanzerhalt liegen sollte.
Weitere Sanierungsmaßnahmen in der Region
Sanierung im Baugebiet Königsweide und Greives Kapelle
Neben den Arbeiten um den Bahnhof Ascheberg finden auch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in anderen Baugebieten statt. So wurden die Arbeiten an der Nordkirchener Straße in den Baugebieten Königsweide und Greives Kapelle nahezu abgeschlossen. Die Maßnahmen umfassen:
- Neubau von Fuß- und Radwegen
- Neue Asphaltdecke auf der Königsallee
Diese Investitionen tragen dazu bei, die Infrastruktur für zukünftige Wohnbauprojekte zu sichern und die Verkehrssicherheit in der Region zu erhöhen.
Sanierung des Bahnhofs Davensberg
Bereits zu Beginn des Jahres kündigte die Gemeinde Sanierungsarbeiten am Bahnhof Davensberg an. Im Sommer 2024 ist der Abriss einer alten Brücke geplant, gefolgt von ihrem Neubau. Die Arbeiten werden etwa acht bis zehn Monate dauern. Zudem ist ein barrierefreier Zugang zum Bahnhof vorgesehen. Allerdings ist die genaue Terminplanung noch nicht finalisiert, da beide Maßnahmen logistisch abgestimmt werden müssen.
Ausbau der Bahnstrecke nach Ascheberg
Finanzielle Sicherung durch das Land
Im Februar 2024 stimmte der Finanzausschuss eines neuen Infrastrukturentwicklungsvertrags mit der DB Netz AG zu. In diesem Vertrag wurde festgelegt, wie stillgelegte Strecken und Grundstücke in Schleswig-Holstein für die Zukunft gesichert werden können. Anders als in früheren Verträgen, die auf ausgewählte Strecken beschränkt waren, sollen nun alle Strecken gesichert werden, die der DB in Schleswig-Holstein gehören.
Zu den betroffenen Strecken zählt auch die Strecke Neumünster – Ascheberg, bei der künftig die gesamte Strecke gesichert wird, nicht nur die Bahnübergänge. Dies ist ein bedeutender Schritt, um die langfristige Stabilität der Infrastruktur zu gewährleisten und zukünftige Ausbaupotenziale zu sichern.
Finanzielle Unterstützung aus Regionalisierungsmitteln
Für das Jahr 2024 stehen 90.000 Euro aus Regionalisierungsmitteln zur Verfügung, ab 2025 bis zu 500.000 Euro jährlich. Die Abrechnung erfolgt nach tatsächlich entstandenen Kosten, wobei in den letzten Jahren zwischen 127.000 und 350.000 Euro pro Jahr abgerechnet wurden. Diese Mittel tragen dazu bei, die Sanierungskosten zu mildern und die Strecken für zukünftige Nutzungsmöglichkeiten bereitzuhalten.
Fazit
Die Sanierung des Bahnhofs Ascheberg und seiner umliegenden Infrastruktur ist ein umfassendes Projekt, das sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Lebensqualität in der Region nachhaltig verbessern soll. Durch die Sanierung der Straßenanbindung, die Erneuerung der B 58, die Förderung durch das Bundesprogramm SVIK und die Sicherung der Bahnstrecke nach Ascheberg entsteht ein dauerhaftes Fundament für zukünftige Entwicklungen.
Die Maßnahmen sind in mehreren Abschnitten geplant, wobei Sicherheit, barrierefreier Zugang und die Gewährleistung der Feuerwehrzufahrt zentrale Kriterien sind. Zudem ist es gelungen, finanzielle Unterstützung aus staatlichen Förderprogrammen zu erhalten, die die Umsetzung der Projekte ermöglichen.
Die langfristige Perspektive dieser Sanierungen liegt in der Schaffung einer modernen, sicheren und attraktiven Infrastruktur, die sowohl für Einwohner*innen als auch für zukünftige Bauvorhaben eine wertvolle Grundlage darstellt. Mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen im Frühjahr 2025 kann Ascheberg eine neue Ära im Bereich der Infrastruktur und Verkehrsanbindung einleiten.
Quellen
- Ein Abschnitt folgt dem anderen
- Bauarbeiten um Bahnhof Ascheberg: Erster Abschnitt neigt sich dem Ende zu
- Baustellen Ascheberg: Bahnhof, Straßensanierungen, Sperrung, Einschränkungen
- Ascheberg erhält 8,1 Millionen Euro für Infrastruktur
- Umfangreiche Sanierung der B 58
- Land sichert fast alle Strecken für Reaktivierung und finanziert Bestandausbau