Sanierung und Entwicklung des Bahnhofs Holzhausen-Heddinghausen: Chancen, Herausforderungen und Perspektiven

Einführung

Der Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen, der seit 2020 offiziell nur noch als „Bad Holzhausen“ firmiert, ist ein zentraler Knotenpunkt im regionalen Schienenverkehr des Kreises Minden-Lübbecke. Die Sanierung und Entwicklung dieses Bahnhofs sind nicht nur für den örtlichen Nahverkehr, sondern auch für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region von großer Bedeutung. Aktuelle Initiativen, wie der Antrag der CDU-Fraktion auf Sanierungsmaßnahmen und die Planung barrierefreier Zugänge, zeigen, dass die Stadt Preußisch Oldendorf und ihre Partner auf mehreren Ebenen aktiv an der Zukunft des Bahnhofs arbeiten.

Doch neben diesen positiven Entwicklungen gibt es auch Herausforderungen. So wird der Bahnhof von Plänen zur Entwidmung der Bahnstrecke zwischen Nienburg und Sulingen bedroht, was die zukünftige Verkehrsinfrastruktur in Frage stellt. Gleichzeitig ist der Bahnhof ein Teil des umfassenden Sanierungsplans der Deutschen Bahn (DB) für hochbelastete Streckenabschnitte in Deutschland, was weitere Konsequenzen für die Planung und Entwicklung von Bad Holzhausen haben könnte.

Dieser Artikel bietet eine umfassende Analyse der aktuellen Sanierungspläne, der infrastrukturellen Auswirkungen sowie der zukünftigen Perspektiven des Bahnhofs Holzhausen-Heddinghausen. Dabei werden auch die wirtschaftlichen, touristischen und sozialen Aspekte berücksichtigt, die die Sanierung und Entwicklung des Bahnhofs beeinflussen können.


Historische Entwicklung des Bahnhofs

Der Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen entstand im Jahr 1899, als die Strecke Bünde–Holzhausen-Heddinghausen–Rahden eröffnet wurde. Diese Strecke war ein Teil der ursprünglich geplanten Verbindung, um den Kreis Lübbecke wirtschaftlich zu verbinden und aus seiner damaligen „Vereinsamung“ herauszuführen. Der Bahnhof selbst war mit zwei Gleisen ausgestattet und verfügte über ein Bahnhofsgebäude mit Warteräumen, einer Gastwirtschaft und Güterschuppen, was ihn zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt in der Region machte.

Im Jahr 1891 wurde zudem die Wittlager Kreisbahn gegründet, was weitere Infrastrukturprojekte im Bahnhof und in der Umgebung ermöglichte. Der Bahnhof wurde somit nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein Wirtschafts- und Kulturort, der für die Region von zentraler Bedeutung blieb.

Im Jahr 2007 wurde der Ort Holzhausen als Heilbad anerkannt. Dies führte zu der Entscheidung, die Bezeichnung des Bahnhofs von „Holzhausen-Heddinghausen“ auf „Bad Holzhausen“ zu ändern, was im Jahr 2020 umgesetzt wurde. Diese Namensänderung war ein Schritt, um die touristische Bedeutung des Ortes zu unterstreichen und den Bahnhof stärker mit der Identität des Kurorts zu verbinden.


Aktuelle Sanierungs- und Bauplanungen

Antrag der CDU-Fraktion auf Sanierungsmaßnahmen

Im August 2023 stellte die CDU-Fraktion in Preußisch Oldendorf einen Antrag auf Sanierungsmaßnahmen am Bahnhof in Bad Holzhausen. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Herbert Weingärtner, schlug eine Überplanung der Brachfläche zwischen dem Wohnmobilstellplatz und dem Bahnübergang zum Klinikstandort im Osten vor. Dabei ist eine Ausweisung als Baufläche bis zur Röthestraße vorgesehen, wobei die Restfläche als Grünanlage neu gestaltet werden soll.

Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Umgebung des Bahnhofs verbessern, sondern auch neue Wohn- und Gewerbeimmobilien ermöglichen. Weingärtner betonte, dass vor Beginn der Planung eine Bürgerbeteiligung stattfinden sollte. Zudem sind Gespräche mit dem Grundstückseigentümer über einen Kauf erforderlich. Parallel dazu wird nach einem Erschließungsträger gesucht, der für die Infrastrukturentwicklung zuständig sein könnte.

Barrierefreie Zugänge im Bahnhof

Ein weiterer zentraler Aspekt der aktuellen Sanierungsplanungen ist die Schaffung barrierefreier Zugänge. Der Bürgermeister Wolfgang Stork (CDU) betonte in der Ausschusssitzung, dass die Schaffung eines ebenerdigen Übergangs von den Bahnsteigen zum Parkplatz eine große Bedeutung für Bad Holzhausen habe, da der Bahnhof ein zentraler Eingang zur Stadt sei. Diese Maßnahme ist insbesondere für Touristen und Seniorinnen und Senioren von Bedeutung, die mobil eingeschränkt sind.

Im Rahmen dieser Maßnahme soll die Verwaltung einen Planungsauftrag erstellen, um die technischen und logistischen Aspekte der Sanierung abzuklären. Zudem ist geplant, die Kosten für die Umbenennung des Bahnhofs, die ursprünglich auf 20.000 Euro geschätzt wurden, zu überprüfen. Bürgermeister Steiner war zunächst skeptisch, doch die Ausführung der Namensänderung erwies sich letztlich als kostenneutral.


Bedrohung durch Entwidmung der Bahnstrecke

Kritik an der Entwidmungsplanung

Die Stadt Preußisch Oldendorf ist stark von der Entwidmungsplanung der Bahnstrecke zwischen Nienburg und Sulingen betroffen. Bürgermeister Marko Steiner lehnte diese Entwidmung ausdrücklich ab, da der Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen ein direkter Anschluss für Wirtschaft und Bevölkerung an Nienburg sei. Ohne diese Strecke würden die Verbindungen zwischen Bielefeld und Bremen über den Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen wegfallen, was die Verkehrsinfrastruktur der Region massiv untergraben würde.

Steiner betonte, dass die Entwidmung nicht nur gegen das Planungsziel des Landkreises Diepholz verstößt, sondern auch die Reaktivierung des Schienenverkehrs in dieser Region verhindern könnte. Zwar sind in Sulingen bereits die Gleise aus der Hauptstraße herausgerissen worden, doch die eigentliche Bahntrasse existiert weiterhin, ist aber in weiten Teilen verwildert und zugewachsen. Es gibt zwar keine Bauwerke, die die Wiederinbetriebnahme verhindern, doch ohne klare Planung und Investitionen ist die Reaktivierung nicht in Sicht.

Wirtschaftliche und touristische Bedeutung

Die Stadt Preußisch Oldendorf mit ihren beiden Luftkurorten Preußisch Oldendorf und Börninghausen sowie dem Heilbad Bad Holzhausen ist ein touristisches Zentrum im Mühlenkreis. Mit rund 150.000 Gästeübernachtungen pro Jahr hängt das Kurwesen stark von einer guten Verkehrsanschluss ab. Steiner betonte, dass bereits heute 5 Prozent der Gäste aus dem Raum Oldenburg/Bremen anreisen, was aufzeigt, wie wichtig die Schienenverbindung für die touristische Entwicklung ist.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Umweltbewusstseins und der Verkehrsbelastung auf der Straße müsse die Chance einer Reaktivierung der Strecke Sulingen-Bassum genutzt werden. Klaus Gerke, Sprecher der Arbeitsgruppe „Bahn 2019“ aus Sulingen, betonte, dass die Strecke zwischen Bassum und Rahden bereits in den Raumordnungsplan des Landes Niedersachsen aufgenommen wurde, um zukünftig den Verkehr dort wieder aufzunehmen.


Die Strecke im Kontext der DB-Generalsanierungen

Rahmenplanung der Deutschen Bahn

Im Rahmen der Generalsanierungen der Deutschen Bahn, die 2024 bis 2026 stattfinden, werden auch hochbelastete Streckenabschnitte überprüft und modernisiert. Die DB plant, in dieser Zeit insgesamt sieben Streckenabschnitte in der gesamten Bundesrepublik umfassend zu sanieren. Zwar ist die Strecke Nienburg–Sulingen nicht explizit in diesen Plan einbezogen, doch die Entwidmung dieser Strecke könnte durchaus im Umfeld der Sanierungspläne diskutiert werden.

Die DB hat betont, dass Reisende und Güter auch während der Generalsanierungen ihr Ziel erreichen können. Zudem werden Umleitungsstrecken rechtzeitig ertüchtigt, um den Verkehr aufrechtzuerhalten. Allerdings bleibt die Frage, ob die Bahntrasse zwischen Nienburg und Sulingen für zukünftige Sanierungsmaßnahmen oder Reaktivierungsprojekte in Betracht gezogen wird.


Perspektiven und zukünftige Entwicklungen

Mögliche Entlastung für andere Strecken

Die Strecke zwischen Rahden und Bassum bietet laut Bürgermeister Steiner eine mögliche Entlastung für die stark belasteten Strecken Osnabrück–Bremen und Minden–Nienburg. Die Reaktivierung dieser Strecke könnte nicht nur im Personenverkehr, sondern auch im Güterverkehr eine wertvolle Alternative schaffen. Zudem würde eine solche Maßnahme den regionalen Wirtschaftsstandort stärken und zur Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse beitragen.

Die Sicherung und Reaktivierung der Bahnstrecke Bielefeld–Rahden–Bassum–Bremen mit dem Zwischenhalt in Bad Holzhausen würde zudem die Verbindung zwischen den angrenzenden Städten und Gemeinden in Niedersachsen und Ostwestfalen-Lippe deutlich verbessern. Steiner betonte, dass der Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen ein unverzichtbarer Teil dieser Verbindung sei und deshalb nicht aus der Planung ausgeschlossen werden dürfe.


Fazit

Die Sanierung und Entwicklung des Bahnhofs Holzhausen-Heddinghausen – nun offiziell „Bad Holzhausen“ – ist ein komplexes Projekt, das sowohl Chancen als auch Herausforderungen birgt. Die aktuelle Sanierungsplanung, insbesondere die Schaffung barrierefreier Zugänge und die Überplanung der Brachfläche, bietet Perspektiven, um den Bahnhof touristisch und wirtschaftlich zu stärken. Gleichzeitig bleibt die Entwidmung der Bahnstrecke zwischen Nienburg und Sulingen eine bedrohliche Entwicklung, die die zukünftige Verkehrsinfrastruktur in Frage stellt.

Die Stadt Preußisch Oldendorf hat mit ihrer aktiven Haltung gezeigt, dass der Bahnhof und seine Strecke für die Region von zentraler Bedeutung sind. Die Reaktivierung der Strecke Bielefeld–Rahden–Bassum–Bremen könnte nicht nur den Verkehr entlasten, sondern auch den Wirtschaftsstandort stärken und die touristische Entwicklung ankurbeln.

Zukünftige Entscheidungen über die Sanierung und den Erhalt der Strecke werden stark von politischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Faktoren abhängen. Doch eines ist sicher: Der Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen ist mehr als nur ein Verkehrsknotenpunkt – er ist ein Symbol für die regionale Identität, ein Bindeglied zur Zukunft und ein Schlüssel zur Entwicklung des Kur- und Wirtschaftsstandorts Bad Holzhausen.


Quellen

  1. CDU-Antrag auf Sanierungsmassnahme am Bahnhof Bad Holzhausen
  2. Doppelname am Bahnhof Holzhausen ist Geschichte
  3. Massiv betroffen von der Entwidmungsplanung
  4. Betriebsstelle HHZHM – Holzhausen-Heddinghausen MEM
  5. Zeitraum für Generalsanierungen der Deutschen Bahn steht fest

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