Baustrom bei Sanierungen: Planung, Kosten und Tipps für Bauherren

Einleitung

Baustrom ist eine essentielle Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf jeder Baustelle, unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau, eine Sanierung oder einen Abriss handelt. Bei Sanierungsprojekten, wie sie beispielsweise in Bergheim vorkommen, spielt der Baustrom eine besondere Rolle, da er oftmals über einen längeren Zeitraum benötigt wird und zusätzliche Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Planung erfordert. In diesem Artikel werden die Aspekte, die Bauherren bei der Beantragung, Planung und Nutzung von Baustrom bei Sanierungsprojekten berücksichtigen sollten, detailliert erläutert. Zudem werden Kostenfaktoren, technische Voraussetzungen und Sparstrategien vorgestellt, um Bauherren bei der Planung zu unterstützen.

Was ist Baustrom und warum ist er bei Sanierungen wichtig?

Baustrom ist eine vorübergehende Stromversorgung, die auf Baustellen eingerichtet wird, um elektrische Geräte, Maschinen, Beleuchtung und andere Anlagen während der Bau- oder Sanierungsphase zu betreiben. Im Gegensatz zum regulären Hausanschluss ist Baustrom nicht dauerhaft installiert, sondern wird nach Fertigstellung der Baumaßnahmen wieder abgebaut.

Bei Sanierungen ist Baustrom besonders relevant, da oft über einen langen Zeitraum mit elektrischen Geräten gearbeitet wird, beispielsweise mit Bohrmaschinen, Sägen, Beleuchtungssystemen oder Heizgeräten. Zudem können Sanierungen, insbesondere bei älteren Gebäuden, zusätzliche Herausforderungen wie die Erneuerung von Elektroinstallationen oder die Sicherstellung von ausreichender Beleuchtung erfordern. Ohne eine zuverlässige Baustromversorgung können solche Arbeiten nicht effizient durchgeführt werden.

Wann ist Baustrom bei Sanierungen nötig?

Baustrom ist erforderlich, sobald auf der Baustelle elektrische Geräte oder Maschinen eingesetzt werden. Dies betrifft insbesondere die folgenden Phasen:

  • Einsatz elektrischer Werkzeuge: Sobald Bohrmaschinen, Schleifgeräte oder andere elektrische Geräte genutzt werden, ist eine stabile Stromquelle erforderlich.
  • Beleuchtung: Bei Sanierungen, die in Räumen stattfinden, die noch nicht über ausreichend Licht verfügen, ist Beleuchtung von großer Bedeutung für die Arbeitssicherheit.
  • Heizung im Winter: In den kalten Monaten kann der Strombedarf durch Heizgeräte stark ansteigen. In einigen Fällen können Heizgeräte bis zu 79 % des Gesamtverbrauchs ausmachen.
  • Baucontainer: Bei der Nutzung von Baucontainern für Büro- oder Lagerzwecke ist eine separate Stromversorgung notwendig.

Wie wird Baustrom eingerichtet?

Die Einrichtung von Baustrom ist ein technischer Prozess, der nur von qualifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden darf. Die Komponenten der Baustromversorgung umfassen:

  • Anschluss an das Stromnetz: Dies erfolgt entweder über eine Trafostation, eine Netzanschluss-Säule oder einen Kabelverteiler.
  • Zuleitung: Die Kabelzuführung zur Baustelle muss einen ausreichenden Querschnitt und eine ausreichende Länge haben. Die Maximallänge der Anschlussleitung beträgt in der Regel rund 30 Meter.
  • Baustromverteiler: Dieser enthält Steckdosen, FI-Schutzschalter und Stromzähler. Der Verteiler ist nach den VDE-Normen (Verband für Elektrotechnik) ausgestattet und schützt vor Wasser und elektrischen Gefährdungen.
  • Regelmäßige Prüfung: Der Baustrom muss regelmäßig nach DIN VDE 0100 & 0105 geprüft werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Der Bauherr oder Generalunternehmer ist für die Beantragung des Baustroms verantwortlich. Es ist ratsam, diesen Prozess 6–8 Wochen vor Baubeginn zu starten, da bei manchen Netzbetreibern Genehmigungen beantragt werden müssen.

Beantragung des Baustroms: Was ist nötig?

Die Beantragung von Baustrom ist in der Regel die Aufgabe des Bauherrn. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, kann mit der Beantragung begonnen werden. Der Antrag wird beim zuständigen Versorgungsunternehmen gestellt, das entweder ein lokaler Netzbetreiber, ein regionaler Energieversorger oder Stadtwerke sein kann. Nach der Antragstellung wird der voraussichtliche Strombedarf ermittelt, und ein Techniker verlegt den Anschluss.

Für die Beantragung müssen mehrere Formulare ausgefüllt und Unterlagen eingereicht werden. Diese können je nach Anbieter variieren, sind aber in der Regel:

  • Name des Anschlussnehmers
  • Adresse und Ort des Anschlusses
  • Abweichender Grundstückseigentümer
  • Art des zu bauenden Objekts (z. B. Sanierung oder Neubau)
  • Gesamtleistung in kW
  • Lageplan

Kostenfaktoren bei Baustrom

Die Kosten für Baustrom setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Einrichtungskosten: Installation und Montage der Baustromanlage.
  • Verbrauchskosten: Abhängig von den tatsächlich verbrauchten kWh.
  • Miete: Für Baustromkästen und temporäre Anlagen.

Bei Sanierungen mit einer Bauzeit von 6–9 Monaten und einer mittleren Nutzung elektrischer Geräte können die Gesamtkosten zwischen 6.100 € und 9.700 € liegen, abhängig von Standort, Dauer und Verbrauch. Bei kürzeren Bauphasen oder geringer Nutzung können die Kosten niedriger ausfallen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Bauherr, der bei Sanierungsarbeiten den Baustrom über einen Nachbarn zog, hatte inklusive Installation, Miete und Verbrauch Kosten von etwa 1.500 €. Dies war für ihn einfacher und schneller umsetzbar als eine eigene Netzanschlussleitung.

Wie kann bei Baustrom gespart werden?

Baustrom ist mit hohen Kosten verbunden, weshalb Bauherren verschiedene Strategien anwenden sollten, um Geld zu sparen:

  • Frühzeitige Planung: Der Strombedarf sollte frühzeitig und realistisch kalkuliert werden, um teure Nachrüstungen zu vermeiden.
  • Standortoptimierung: Es kann sinnvoll sein, bestehende öffentliche Anschlusspunkte zu nutzen oder mit Nachbarn abzusprechen, ob Leitungen über deren Grundstück gelegt werden dürfen.
  • Tarifvergleich: Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter kann die Stromkosten erheblich senken. Es gibt spezielle Baustromverträge, die auf die Bauzeit abgestimmt sind und flexibel anpassbar sind.
  • Laufzeitplanung: Die Mietdauer für den Baustromkasten sollte nicht unnötig lang sein. Sobald der reguläre Hausanschluss verfügbar ist, sollte der Baustrom abgemeldet werden.
  • Energieeffizienz: Der Einsatz von energieeffizienten Geräten, wie z. B. LED-Baustellenbeleuchtung, kann den Stromverbrauch senken.

Spezielle Aspekte bei Sanierungen

Bei Sanierungen gibt es einige zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen:

  • Langfristige Nutzung: Im Gegensatz zu Neubauten, bei denen der Baustrom oft innerhalb von 6–12 Monaten abgebaut wird, können Sanierungen über einen längeren Zeitraum andauern. Dies führt zu höheren Verbrauchskosten und erfordert eine sorgfältige Planung.
  • Wintereinsatz: Bei Sanierungen im Winter kann der Strombedarf durch Heizgeräte stark ansteigen. In solchen Fällen ist es wichtig, den Strombedarf großzügig zu kalkulieren, um Nachrüstungen zu vermeiden.
  • Integration in bestehende Stromnetze: Bei Sanierungen ist oft die Nutzung bestehender Stromversorgungen möglich. Dies kann Kosten sparen, ist aber nur dann sinnvoll, wenn die vorhandenen Anschlüsse ausreichend sind.

Technische Sicherheit und VDE-Normen

Die Sicherheit bei der Nutzung von Baustrom ist von entscheidender Bedeutung. Nach VDE-Normen müssen Baustromverteiler mit mehreren Sicherungen ausgestattet sein und gegen eindringendes Wasser geschützt werden. Ein FI-Schutzschalter sowie eine eigene Erdung über einen Erdspieß sind zwingend erforderlich, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Zudem ist der Baustrom regelmäßig nach DIN VDE 0100 & 0105 zu prüfen. Nur Fachbetriebe dürfen Baustrom einrichten und prüfen. Andernfalls bestehen das Risiko von Versicherungsausfällen oder Bußgeldern.

Fazit

Baustrom ist eine unverzichtbare Ressource bei Sanierungsarbeiten, unabhängig davon, ob es sich um kleinere Renovierungsmaßnahmen oder umfassendere Umbaupläne handelt. Die rechtzeitige Planung, die Beantragung beim zuständigen Netzbetreiber und die Einhaltung technischer Sicherheitsvorschriften sind entscheidend für den reibungslosen Ablauf der Sanierung. Bauherren sollten sich frühzeitig über die Kosten, die technischen Voraussetzungen und Sparstrategien informieren, um den Bauprozess effizient und wirtschaftlich zu gestalten.

Die Wahl des richtigen Baustromanbieters, die Optimierung des Stromverbrauchs durch energieeffiziente Geräte und eine sorgfältige Planung der Laufzeit können dazu beitragen, die Kosten zu senken und die Umweltbelastung zu minimieren. Baustrom mag auf den ersten Blick wie eine kleine Nebensache erscheinen, ist aber entscheidend für den Erfolg eines Sanierungsprojekts.

Quellen

  1. Baustrom einfach erklärt: Was ist das und wann brauche ich ihn?
  2. Baustrom: Was Bauherren wissen müssen
  3. Baustrom: Was Bauherren bei ihrem Baustrom beachten müssen
  4. Baustrom: Kosten, Antrag und Installation
  5. Baustrom: Alles zu Kosten, Antrag und Installation
  6. Baustrom: Kosten, Finanzierung und Tipps

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