Sanierungs- und Modernisierungsaktivitäten der Bauverein AG Darmstadt im Jahr 2018

Einführung

Die Bauverein AG Darmstadt ist ein kommunales Immobilienunternehmen, das seit 1864 preiswerten Wohnraum in Darmstadt und Umgebung bereitstellt. Im Jahr 2018 stand das Unternehmen im Fokus einer umfassenden Modernisierungs- und Sanierungsoffensive. Ziel dieser Maßnahmen war es, die Bestandsqualität zu verbessern, den Gebäudebestand zukunftsfähig zu machen und den Wohnkomfort für Mieter zu erhöhen. Insgesamt investierte die Bauverein AG 58,7 Millionen Euro in den Neubau, 19,4 Millionen Euro in Großmodernisierungen und Sanierungsmaßnahmen sowie 25,4 Millionen Euro in Instandhaltungsmaßnahmen.

Die Sanierungsprojekte umfassten nicht nur die energetische Optimierung bestehender Gebäude, sondern auch die Entwicklung neuer Stadtteile wie das Ludwigshöhviertel. Zudem wurde besonderer Wert auf die Digitalisierung des Unternehmens und die Verbesserung des Kundenservice gelegt. Im Folgenden werden die verschiedenen Aspekte der Sanierungsaktivitäten der Bauverein AG Darmstadt im Jahr 2018 detailliert beschrieben.

Die Rolle der Bauverein AG in der Darmstädter Wohnungswirtschaft

Die Bauverein AG ist mehr als nur ein Vermieter; sie spielt eine aktive Rolle in der Stadtentwicklung Darmstadts. Das Unternehmen verfügt über etwa 17.000 Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen, darunter geförderte, seniorengerechte, barrierefreie und Studentenwohnungen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums für alle Bevölkerungsschichten. In enger Zusammenarbeit mit Partnern wie der HF Baugeschäft GmbH werden energetische Sanierungen, Brandschutzmaßnahmen und bauliche Optimierungen durchgeführt, um die Wohnqualität zu verbessern und Energieeffizienz zu steigern.

Neben der Bereitstellung von Wohnraum ist die Bauverein AG auch an der Entwicklung neuer Stadtteile beteiligt. Ein Beispiel hierfür ist das Ludwigshöhviertel, das auf dem Gelände der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und der Jefferson-Siedlung entsteht. Ziel dieses Projekts ist die Schaffung einer mischfunktionalen und lebenswerten Nachbarschaft, die sowohl Wohnraum als auch Freizeit- und Arbeitsflächen beinhaltet.

Sanierungsprojekte 2018: Fokus auf Energetik und Barrierefreiheit

Im Jahr 2018 wurden zahlreiche Sanierungsprojekte durchgeführt, die sich insbesondere auf die energetische Modernisierung und die Schaffung barrierefreier Wohnformen konzentrierten. Ein zentrales Projekt war die energetische Sanierung des Dachgeschosses an der Bessunger Straße in Darmstadt. In diesem Zusammenhang setzte die Bauverein AG erstmals den nachwachsenden Rohstoff Hanf ein, was als innovativer Schritt in der Energetik gewertet wurde.

Ein weiteres Beispiel für die umfassenden Sanierungsmaßnahmen ist die Modernisierung eines 1974 errichteten Gebäudes in der Kasinostraße / Alicenstraße, das 45 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten umfasste. Ein Schwerpunkt dieser Maßnahme lag auf der Sanierung der Dachterrassen und der Fassade. Zudem wurde in der Viktoriastraße ein Gebäude modernisiert und energetisch saniert. Die Modernisierung erfolgte im unbewohnten Zustand, wobei im Zuge der Dacherneuerung auch das Dachgeschoss ausgebaut wurde, sodass vier zusätzliche Wohnungen entstanden.

Großmodernisierungen: Rhönring und Spessartring

Ein weiteres zentrales Projekt der Bauverein AG im Jahr 2018 war die Großmodernisierung des denkmalgeschützten Ensembles im Rhönring und Spessartring. Fünf Gebäude wurden im Rhönring bis 2018 fertiggestellt; in zwei weiteren Liegenschaften liefen die Arbeiten bis Oktober 2018. Die Modernisierungen umfassten energetische Verbesserungen, bauliche Sanierungen und die Anpassung der Gebäude an die aktuellen Wohnbedürfnisse.

Diese Projekte waren Teil eines umfassenden Konversionsvorhabens, das auf die Entwicklung eines lebenswerten Quartiers abzielte. Der Schwerpunkt lag auf der Erneuerung des Gebäudebestandes und der Schaffung von zukunftsfähigem Wohnraum. Die Modernisierungen wurden im Rahmen der Fördervorgaben durchgeführt, wobei besonderer Wert auf die Energieeffizienz und die soziale Mischung gelegt wurde.

Energetische Sanierungen und bauliche Optimierungen

Die Bauverein AG legte 2018 besonderen Wert auf energetische Sanierungen, die als zentraler Baustein für die Nachhaltigkeit im Wohnungsbau angesehen werden. Ein Beispiel hierfür ist die Sanierung der Seniorenwohnanlage im Schwarzen Weg. Im Rahmen dieser Maßnahme wurde der Eingangsbereich und die parkähnliche Außenanlage komplett überarbeitet, sodass der Wohnbereich deutlich aufgewertet wurde. Zudem wurden ehemalige Gewerbeflächen in vier Wohnungen umgewandelt, was die Flexibilisierung des Wohnraums unterstreicht.

Ein weiteres Projekt war die Modernisierung in der Kasinostraße 63-69 / Alicenstraße 34, in der Liebigstraße 20 und 22 sowie in der Viktoriastraße 42. In diesen Projekten standen insbesondere die Sanierung der Fassaden, die Dämmung der Gebäudehülle und die Erneuerung der Dachkonstruktionen im Vordergrund. Die Bauverein AG setzte dabei auf moderne Materialien und Techniken, um die Energieeffizienz der Gebäude zu maximieren.

Neubauvorhaben 2018: Der Aufbau neuer Wohnquartiere

Im Jahr 2018 gab es zahlreiche Neubauvorhaben, die als Teil der Wohnungsbauoffensive der Bauverein AG durchgeführt wurden. Insbesondere in der Lincoln-Siedlung und im Haardtring 362 wurden neue Wohngebäude errichtet. In der Lincoln-Siedlung wurden dreimal der Richtkranz gehisst, wobei auf einem vierten Baufeld die Arbeiten Mitte 2018 anstanden. Im Haardtring errichtete die Bauverein AG 16 geförderte Wohnungen, die im Juni 2019 an die Mieter übergeben werden konnten.

Zudem wurden in der Leibnizstraße 11-17 in Offenbach am Main die Bauarbeiten für 30 Wohnungen und eine Tiefgarage aufgenommen. In Darmstadt-Arheilgen wurde die Arbeit an einer Wohnanlage mit 48 Wohnungen, einer Tiefgarage und fünf Gewerbeeinheiten am Thomas-Mann-Platz 1+2 weitergeführt. Fertiggestellt und in die Vermietung übergeben wurde das Parkhaus in der Stresemannstraße in Darmstadt-Eberstadt.

Digitalisierung und Kundenservice

Ein weiteres Schwerpunktthema im Jahr 2018 war die Digitalisierung. Die Bauverein AG legte den Fokus auf eine mehrstufige Digitalisierungsstrategie, mit der das Unternehmen auf künftige Anforderungen frühzeitig reagieren wollte. Ziel war es, Prozesse zu optimieren und die Kommunikation mit den Kunden zu verbessern. Diese Maßnahmen sollten dazu beitragen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und den Service auf ein höheres Niveau zu bringen.

Die Digitalisierungsmaßnahmen umfassten unter anderem die Einführung neuer Online-Plattformen für Mieter, die Überarbeitung der internen Prozesse und die Einführung digitaler Lösungen für die Verwaltung von Immobilien. Diese Schritte standen im Einklang mit der allgemeinen Entwicklung im Wohnungsbau, bei der Digitalisierung als zentraler Bestandteil der zukünftigen Entwicklung angesehen wird.

Wirtschaftliche Bilanz 2018: Erfolgreiches Jahr mit positivem Ergebnis

Die wirtschaftliche Bilanz des Jahres 2018 zeigte sich äußerst positiv. Die Bauverein AG schloss das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 13,0 Millionen Euro ab. Im Vorjahr hatte der Überschuss noch 15,6 Millionen Euro betragen. Der Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr wurde durch Sondereffekte im Geschäftsjahr 2018 begründet. Trotz des geringeren Überschusses war das Jahr 2018 in wirtschaftlicher Hinsicht tadellos, und die Werte spiegelten die Leistungsfähigkeit des Unternehmens wider.

Roland Desch, Aufsichtsratsvorsitzender der Bauverein AG, betonte, dass die Bauverein AG erneut bewiesen habe, dass sie ein wichtiger Akteur auf dem Wohnungsmarkt in Darmstadt sei. Die Aktivitäten sowohl im Bereich des Neubaus von dringend benötigten Wohnungen – gefördert oder frei finanziert – als auch die vielfältigen Modernisierungen des umfänglichen Bestandes bei nach wie vor erschwinglichen und sozial abgestuften Mieten trugen insgesamt zu einer Entlastung des Wohnungsmarktes in Darmstadt bei.

Kritik und Kontroversen: Der Umgang mit Mieterhöhungen

Trotz der positiven wirtschaftlichen Bilanz und der umfassenden Sanierungsaktivitäten gab es auch kritische Stimmen. Einige Mieter und Stadtverordnete kritisierten die drastischen Mieterhöhungen nach den Großsanierungen, insbesondere im August-Buxbaum-Ensemble im Rhönring/Spessartring. Diese Mieterhöhungen wurden als eine Belastung und als Verdrängungsgefahr für Mieterinnen und Mieter angesehen.

Oberbürgermeister Jochen Partsch, Wohnungsdezernentin Barbara Akdeniz (beide Grüne) und CDU-Fraktionschef Roland Desch wiesen diese Kritik als „unangebracht“ und „haltlos“ zurück. Partsch und Desch sprachen von einem „Bauverein-Bashing“, das sie nicht akzeptieren könnten. Der Unternehmensvorstand betonte, dass die Mieterhöhungen im Rahmen der Fördervorgaben erfolgten und dass die Bauverein AG weiterhin auf die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für alle Bevölkerungsschichten fokussiert sei.

Fazit

Die Bauverein AG Darmstadt hat sich im Jahr 2018 als zentraler Akteur im südhessischen Wohnungsmarkt bewiesen. Mit einer umfassenden Modernisierungs- und Sanierungsoffensive hat das Unternehmen nicht nur die Bestandsqualität verbessert, sondern auch neue Wohnquartiere entwickelt und den Wohnkomfort für Mieter erhöht. Besonders hervorzuheben sind die energetischen Sanierungen, die Digitalisierungsmaßnahmen und die Schaffung von barrierefreien Wohnformen.

Die wirtschaftliche Bilanz des Jahres 2018 war äußerst positiv, wobei der Jahresüberschuss von 13 Millionen Euro den hohen Leistungsfähigkeit des Unternehmens unterstreicht. Trotz kritischer Stimmen von Mieterseite blieb die Bauverein AG konsequent bei ihrem Fokus auf die Bereitstellung von bezahlbaren und zukunftsfähigen Wohnräumen. Mit der Entwicklung neuer Stadtteile wie dem Ludwigshöhviertel und der kontinuierlichen Modernisierung bestehender Gebäude hat die Bauverein AG einen wertvollen Beitrag zur Stadtentwicklung Darmstadts geleistet.

Quellen

  1. Bauverein AG Darmstadt
  2. Wohnraum Modernisierung Bauverein AG Darmstadt
  3. Bauverein-Bashing in Darmstadt
  4. Modernisierung und Sanierung bei der Bauverein AG Darmstadt
  5. Aktuelle Stunde zur Großsanierung des Bauvereins im Rhönring

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