Einleitung
Die Renovierung des Trainingsplatzes des 1. FC Bayreuth im Jahr 2023 war ein Projekt, das sowohl sportliche als auch ökologische Aspekte berücksichtigte. Der 7.200 m² große Platz wurde in mehreren Schritten saniert, wobei besonderes Augenmerk auf die Wiederverwendung des vorhandenen Bodens und die Anpassung an klimatische Veränderungen gelegt wurde. Das Projekt, das vom INTERGREEN-Partnerunternehmen John aus Bamberg durchgeführt wurde, zeigt, wie nachhaltige Bauweisen in der Sportstättenplanung umgesetzt werden können. In diesem Artikel werden die Hintergründe der Sanierung, die konkreten Maßnahmen sowie die technischen und ökologischen Vorteile detailliert erläutert.
Hintergrund der Sanierung
Der Trainingsplatz des 1. FC Bayreuth war bereits vor einigen Jahren mit einem Rasenbelag ausgestattet. Im Zuge einer Baustelle einer benachbarten Schule wurde der Rasen jedoch vor etwa vier Jahren abgeschoben, um den Platz vorübergehend als Bauplatz zu nutzen. Der Boden wurde damals abgetragen und seitlich als Miete aufgesetzt und gelagert, um Ressourcen zu schonen.
Im Sommer 2023 standen die Renovierungsarbeiten an. Ziel war es, den Platz wieder in einen spiel- und trainingsfähigen Zustand zu versetzen, wobei die Wiederverwendung des gelagerten Bodens im Vordergrund stand. Die Renovierung wurde in mehreren Arbeitsschritten durchgeführt, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Schaffung einer tragfähigen und wasserspeichernden Bodenschicht gelegt wurde.
Wiederverwendung des Bestandsbodens
Ein zentraler Aspekt der Sanierung war die Wiederverwendung des gelagerten Bodens. Insgesamt wurden etwa 700 m³ des vorhandenen Bodens bewegt und nach dem Abtrag des Wildaufwuchses als untere Schicht eingebaut. Diese Schicht dient künftig als Speicherschicht, die das Niederschlagswasser für die Rasenwurzeln länger speichern soll.
Die Verwendung einer Speicherschicht war notwendig, da keine festinstallierte Beregnungsanlage vorgesehen war. Zudem wurden weitere 750 m³ des Bestandsbodens vor Ort mit Zuschlagsstoffen zu einem Rasentragschicht-Substrat in Ortsmischung aufgebessert und als obere Schicht eingebaut. Diese Kombination aus Speicher- und Tragschicht stellte sicher, dass der Platz sowohl ausreichend Wasser speichern als auch für den Rasenwachstum tragfähig sein konnte.
Oberflächen-Entwässerung
Ein weiterer Schwerpunkt der Renovierung lag auf der Sicherstellung einer ausreichenden Oberflächen-Entwässerung. Dazu wurden knapp fünf Kilometer rohrlose Drainschlitze gezogen und mit Kies verfüllt. Diese Schlitze unterstützen die ca. 800 Meter Rohr-Drainagen, die ebenfalls eingebaut wurden.
Die Drainagesysteme waren notwendig, um den Spielbetrieb auch in Zeiten starker Witterungsbedingungen aufrechtzuerhalten. Insbesondere in einem immer trockeneren und wärmeren Sommerklima, wie es in den letzten Jahren beobachtet wurde, war die Anpassung des Platzes an diese Bedingungen entscheidend.
Klimaanpassung durch trockenheitsverträgliche Rasenmischung
Um der zunehmenden Trockenheit und Hitze standzuhalten, wurde eine speziell trockenheitsverträgliche Sportrasen-Saatgutmischung eingesetzt. Diese Mischung ist so zusammengestellt, dass sie bei geringerem Wasserbedarf eine stabile Grasnarbe bilden kann.
Die Saatgutmischung wurde gewählt, um den Platz auch ohne eine festinstallierte Beregnungsanlage in den Sommermonaten nutzbar zu halten. Zudem war die Auswahl der Saatgutmischung auch eine Antwort auf die wachsende Notwendigkeit, sich an die klimatischen Veränderungen anzupassen.
Witterungsbedingte Unterbrechungen
Die Renovierungsmaßnahmen wurden nicht unbedingt durch das Wetter beeinträchtigt. Sowohl der Juni als auch der August 2023 wiesen einige Niederschläge auf, was zu einer witterungsbedingten Unterbrechung der Arbeiten führte. Dennoch war das Spielfeld bereits im September 2023 für die Rasenansaat bereit.
Bereits Mitte Oktober zeigte sich die Sportplatzfläche in jungem Grün, was auf eine gute Ansaat und Entwicklung des Rasens hindeutet. Ab Mai/Juni 2024 war die Grasnarbe so weit etabliert, dass die Fläche wieder bespielbar war. Die Fertigstellungspflege wurde in dieser Zeit vom INTERGREEN-Partnerbetrieb John übernommen.
Fazit
Die Sanierung des Trainingsplatzes des 1. FC Bayreuth ist ein gutes Beispiel für nachhaltige Renovierungsmaßnahmen in der Sportstättenplanung. Durch die Wiederverwendung des vorhandenen Bodens, die Schaffung einer Speicherschicht und die Anpassung an klimatische Veränderungen wurde ein nachhaltiger und funktioneller Platz geschaffen.
Die Maßnahmen zeigen, wie es möglich ist, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig technische Anforderungen zu erfüllen. Zudem betont das Projekt die Bedeutung von Drainagesystemen und speziell angepassten Rasenmischungen in Zeiten des Klimawandels.
Für Eigentümer, Architekten und Bauherren bietet dieses Projekt wertvolle Einblicke in die Planung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen in Sportstätten. Es unterstreicht, dass Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und sportliche Funktionalität durchaus miteinander vereinbar sind – und oft sogar voneinander abhängen.