Bausanierung in Bremen: Förderprogramme, Sanierungsmaßnahmen und Handwerksunternehmen

Die Bausanierung ist in Bremen nicht nur ein Thema, das aus ökonomischen oder ästhetischen Gründen relevant ist, sondern auch aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen, technischer Fortschritte und staatlicher Fördermaßnahmen immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Die Stadt Bremen, genauso wie ihre Bevölkerung und ihre Immobilienwirtschaft, hat sich hierbei auf verschiedene Weise in Bewegung gesetzt: durch staatliche Programme, private Handwerksunternehmen und eine klare Fokussierung auf Energieeffizienz, Umweltverbesserung und Wohnqualität. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation, Möglichkeiten und Prozesse im Bereich der Bausanierung in Bremen.

Energieeffizienz und gesetzliche Sanierungspflichten

Seit dem Jahr 2020 ist das Gebäudeenergiegesetz in Kraft, das in bestimmten Fällen eine Sanierung vorschreibt. Konkret gilt dies bei einem Eigentümerwechsel, wenn die Immobilie nicht über ausreichende Dämmung verfügt. In solchen Fällen ist es erforderlich, das unbeheizte Dach ab der Geschossdecke sowie die wasserführenden Rohrleitungen für Heizung und Warmwasser zu dämmen. Diese Vorgaben sind insbesondere für Eigentümer relevant, die eine vermietete Wohnimmobilie als Kapitalanlage erwerben oder einen Altbau im Rahmen einer Erbschaft oder Schenkung übernehmen.

Die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten hierbei umfassende Förderprogramme an. Je nach Art der Sanierung – Teilsanierung oder Komplettsanierung – kommen unterschiedliche Modelle zur Anwendung.

Förderprogramme: BAFA und KfW

Teilsanierungen: BAFA als zuständige Stelle

Für Teilsanierungen ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig. BAFA fördert direkt, und die Höhe des Fördersatzes hängt von der Art der Maßnahmen ab. So können beispielsweise:

  • Energieeffizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dachdämmung, Fassadendämmung, Fenster- und Türwechsel)
  • Heizungsmodernisierungen mit regenerativen Energien
  • Sanierungsplanung durch Energieeffizienz-Experten

mit einem Fördersatz von 15 % bis 25 % unterstützt werden. Pro Wohneinheit beträgt der maximale Förderbetrag 60.000 Euro jährlich, bei Gebäude-weiten Maßnahmen sogar bis zu 600.000 Euro.

Ein besonderer Vorteil der BAFA-Förderung ist, dass sie direkt auf die Energieeffizienz abzielt. Das Bundesamt fördert nicht nur Investitionen in die bauliche Hülle, sondern auch die Einrichtung moderner Heiztechniken wie Solarthermie, Biomasseheizungen oder Brennstoffzellenheizungen.

Komplettsanierungen: KfW-Förderung

Für Komplettsanierungen ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zuständig. Hierbei geht es um umfassende Sanierungsmaßnahmen, die das Gebäude auf das Niveau eines Effizienzhauses heben. Der KfW-Wohngebäude-Kredit 261 ist hier besonders relevant. Er unterstützt Sanierungsprojekte, die den Primärenergieverbrauch auf 85 % oder weniger reduzieren können. In solchen Fällen spricht man von einem Effizienzhaus 85, 70, 55 oder 40, wobei die Zahlen den Prozentsatz des Primärenergieverbrauchs im Vergleich zu einem konventionellen Neubau darstellen.

Die KfW bietet hier Kredite an, die bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit umfassen können. Bei einer Deckung von mindestens 65 % des Energiebedarfs durch regenerative Energien kann der Kreditbetrag auf bis zu 150.000 Euro erhöht werden. Zudem gibt es einen Tilgungszuschuss von bis zu 37.500 Euro, der die Tilgung des Kredits beschleunigt und die Gesamtsumme reduziert.

Ein weiteres KfW-Fördermodell ist der „Erneuerbare Energien nutzen“-Kredit 270, der sich speziell auf die Modernisierung von Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung konzentriert. Dieses Programm eignet sich insbesondere für Projekte, bei denen Anlagen zur Speicherung, Verteilung oder Nutzung regenerativer Energien installiert werden.

Voraussetzungen und Begleitung

Um von diesen Förderungen profitieren zu können, ist es erforderlich, Energieeffizienz-Experten hinzuzuziehen. Diese Experten sind staatlich anerkannte Fachkräfte, die die Sanierung unter energetischen Gesichtspunkten planen und begleiten. Ihre Tätigkeit wird ebenfalls von der KfW mit 50 % gefördert, was bedeutet, dass sie für Eigentümer vergleichsweise günstig in Anspruch genommen werden können.

Ein weiteres Kriterium ist, dass die Sanierungsmaßnahmen innerhalb der geografischen Fördergebiete liegen müssen, die von der Stadt Bremen definiert sind. In solchen Bereichen wird besonders auf die ästhetische Aufwertung der Fassaden, Umweltverbesserungen und Klimaoptimierung geachtet.

Sanierungsmaßnahmen und Vorgaben

Dämmung

Eine der zentralen Sanierungsmaßnahmen ist die Dämmung. Insbesondere bei Altbauten ist eine nachträgliche Dämmung entscheidend für die Erhöhung der Energieeffizienz. Hierbei sind sowohl die Fassade als auch das Dach relevant. Für die Dämmung gibt es regenerative Alternativen, wie z. B. Holzfaserdämmung oder Steinwolle, die sich durch hohe Dämmwerte, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit auszeichnen.

Heizungsmodernisierung

Eine weitere zentrale Maßnahme ist die Modernisierung der Heizungsanlage. Hierbei ist es heute nicht mehr ausreichend, einfach die Heizungsanlage auszutauschen – vielmehr ist es erforderlich, regenerative Energien in den Heizungsbedarf einzubinden. Beispiele hierfür sind:

  • Photovoltaik-Anlagen
  • Wärmepumpen
  • Biomasseheizungen
  • Solarthermie

Die Installation solcher Anlagen ist nicht nur förderfähig, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben, wenn der Anteil an regenerativen Energien in der Heizungsanlage einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Laut den neuesten Informationen der Bundesregierung (Stand: 15. Juni 2023) soll ab 2024 eine Heizung mit mindestens 65 % erneuerbarer Energie gefördert werden. Solche Anlagen werden einheitlich mit 30 % unterstützt, unabhängig von der Art der Technologie.

Sanierungsplanung und Beratung

Eine gute Sanierung erfordert nicht nur fachmännische Umsetzung, sondern auch eine umfassende Planung. Hierbei ist es sinnvoll, einen Energieeffizienz-Experten zu beauftragen, der die Sanierung unter energetischen Gesichtspunkten plant und begleitet. Dieser Experte analysiert die Energiebilanz des Gebäudes, identifiziert Schwächen und entwickelt eine optimierte Sanierungsstrategie.

Die Planung einer Sanierung ist in Bremen oft auch ein Team- und Projektmanagement-Prozess, bei dem verschiedene Handwerker, Architekten und Energieexperten eng zusammenarbeiten. Ein guter Sanierungsfahrplan ist daher unerlässlich, um die Zeitplanung, die Kosten und die Qualität der Ausführung zu sichern.

Handwerksunternehmen in Bremen

Die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen erfolgt meist durch ortsansässige Handwerksunternehmen, die über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Bausanierung verfügen. In Bremen gibt es mehrere etablierte Unternehmen, die sich auf spezifische Sanierungsleistungen konzentrieren. Ein Beispiel ist Altbausanierung Wagner, das sich auf umfassende Komplettsanierungen, barrierefreie Umbaumaßnahmen und energetische Modernisierungen spezialisiert hat.

Andere Unternehmen, wie BauBeCon Stadtsanierung GmbH, bieten umfassende Sanierungsleistungen an, darunter:

  • Badsanierungen
  • Trockenbauarbeiten
  • Fassadensanierungen
  • Kellersanierungen
  • Pflasterarbeiten

Diese Unternehmen arbeiten oft mit klaren Kostentabellen, transparenten Abläufen und klaren Zeitplanungen. Besonders relevant ist hierbei die Qualität der Ausführung, da die Sanierungsmaßnahmen oft über einen langfristigen Zeitraum wirken.

Fördervoraussetzungen und Antragstellung

Die Antragstellung auf staatliche Förderung ist ein strukturierter Prozess, bei dem mehrere Schritte zu beachten sind:

  1. Vorbereitung des Sanierungsplans mit einem Energieeffizienz-Experten.
  2. Einreichung des Antrags an die zuständige Stelle (BAFA oder KfW).
  3. Prüfung und Genehmigung des Antrags durch die Förderinstitution.
  4. Abwicklung der Sanierungsmaßnahmen durch zertifizierte Handwerker.
  5. Dokumentation und Abrechnung der Kosten.
  6. Auszahlung des Förderbetrags nach Prüfung der Schlussrechnung.

Wichtig ist, dass der Antragsteller alle Kosten und Rechnungen sorgfältig dokumentiert und diese der Förderstelle zur Prüfung vorlegt. Nur so kann die Förderung in Anspruch genommen werden.

Zukunft der Bausanierung in Bremen

Die Bausanierung in Bremen ist ein dynamisches Thema, das sich im Zuge der Klima- und Energiepolitik kontinuierlich weiterentwickelt. Zwar sind die bestehenden Förderprogramme bereits umfassend, doch für das Jahr 2024 und darüber hinaus sind weitere Erleichterungen und Ausweitung der Förderung in Planung.

So wird beispielsweise geplant, dass regenerative Heizsysteme eine noch stärkere Förderung erfahren. Laut den neuesten Informationen der Bundesregierung sollen solche Anlagen einheitlich mit 30 % gefördert werden, unabhängig von der Technologie. Zudem sind zinsgünstige Kredite und Klimaboni für die Sanierung geplant, die den Eigentümer zusätzlich entlasten.

Auch auf städtischer Ebene ist es geplant, die Förderung von Sanierungen, die das Stadtbild verbessern, weiter auszuweiten. Hierbei werden vor allem ästhetische und umweltfreundliche Maßnahmen an Fassaden, Gärten und Zugängen gefördert. Ziele sind hierbei:

  • Schadensbehebung an Gebäuden
  • Optische Aufwertung
  • Klimaanpassung
  • Leerstandsbekämpfung

Fazit

Die Bausanierung in Bremen ist heute mehr denn je ein zentrales Thema für Eigentümer, Mieter, Handwerker und Städteplaner. Sie ist nicht nur ein Instrument zur Wertsteigerung und Wohnqualitätsoptimierung, sondern auch ein gesetzliches und ökologisches Erfordernis. Mit den Förderprogrammen der KfW und BAFA, der Expertise der Handwerksunternehmen und der klaren Planung und Vorbereitung kann eine Sanierung heute ökonomisch, technisch und ökologisch optimal durchgeführt werden.

Die Zukunft der Bausanierung in Bremen wird von regenerativen Energien, Energieeffizienzmaßnahmen und modernen Planungskonzepten geprägt sein. Wer sich heute mit einer Sanierung befasst, investiert nicht nur in sein Gebäude, sondern auch in eine nachhaltige, energieeffiziente und lebenswerte Zukunft.


Quellen

  1. Ratgeber zur Sanierung in Bremen
  2. Bausanierung Bremen
  3. Bremen Saniert
  4. Altbausanierung Wagner

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