Sanierung und Aufwertung in Burgsteinfurt: Herausforderungen, Projekte und Chancen

Die Stadt Steinfurt, insbesondere der Stadtteil Burgsteinfurt, befindet sich inmitten eines intensiven Prozesses der Sanierung und Aufwertung. Zahlreiche Projekte, darunter die Sanierung historischer Gebäude, die Renovierung des Freibads, der Ersatzneubau der Sporthalle sowie der umfassende Umbau der ehemaligen Tabakfabrik Rotmann, zeigen, wie vielseitig und komplex die Herausforderungen im Bereich der Bauplanung und Renovierung in dieser Region sind. In diesem Artikel werden die zentralen Projekte, die daran beteiligten Akteure, die finanziellen und strukturellen Herausforderungen sowie die langfristigen Ziele im Kontext der Sanierung in Burgsteinfurt detailliert vorgestellt.

Einleitung

Burgsteinfurt ist ein Stadtteil der nordrhein-westfälischen Stadt Steinfurt, der im Hinblick auf den städtischen und kulturellen Stellenwert eine besondere Rolle spielt. Der Stadtteil beherbergt historische Gebäude, wie die ehemalige Tabakfabrik Rotmann, und ist auch im Bereich der sportlichen Infrastruktur präsent, etwa durch das Freibad und die Sporthalle. In den letzten Jahren haben sich in Burgsteinfurt zahlreiche Sanierungs- und Aufwertungsprojekte entwickelt, die sowohl von der Stadtverwaltung als auch von privaten Investoren und Bürgerinitiativen getragen werden.

Die Sanierung historischer Gebäude, die Renovierung öffentlicher Bäder und die Umnutzung leer stehender Industriegebäude sind nicht nur Herausforderungen in technischer und finanzieller Hinsicht, sondern auch Ausdruck eines breiten Bewusstseins für die Bedeutung von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und sozialer Integration in der Stadtentwicklung. In diesem Zusammenhang spielt die Tätigkeit des Sanierungsmanagements eine zentrale Rolle, um Bürgerinnen und Bürger zu beraten und zu unterstützen.

Der Sanierungsprozess des Freibads in Burgsteinfurt

Ein zentrales Projekt in der städtischen Sanierungslandschaft ist die Renovierung des Freibads in Burgsteinfurt. Nach langen Debatten und intensiver Planung hat der Stadtrat der Stadt Steinfurt schließlich eine Mehrheit für das Sanierungskonzept der StEIn GmbH gefunden. Das Projekt, das insgesamt 820.400 Euro kostet, wurde im Oktober 2023 vorgestellt und durch die Zustimmung von 26 Stadträten ermöglicht. Mit diesem Konzept wäre das Freibad für die nächsten 15 Jahre gesichert.

Finanzielle Struktur und Risiken

Die Sanierung des Freibads ist jedoch nicht ohne finanzielle Komplexität. Um den städtischen Haushalt nicht direkt zu belasten, sieht das StEIn-Konzept einen speziellen Winkelzug vor: Die Stadt soll das Freibad-Grundstück für 440.000 Euro erwerben und anschließend an die StEIn GmbH verpachten. Zudem werden 180.000 Euro von der Stadt selbst beigesteuert, und 212.000 Euro sollen vom Förderverein kommen.

Diese Finanzierungsstruktur hat jedoch Kritiker hervorgerufen. So warnte die Kämmerin Heike Melchers, dass der Grundstückserwerb erhebliche Zusatzkosten verursachen könnte, insbesondere durch Notar- und Grunderwerbssteuern. Zudem muss das Finanzamt den steuerlichen Querverbund StEIn GmbH, der 2013 gegründet wurde, abschließend prüfen. Erst nach dieser Prüfung kann der eigentliche Sanierungsbeginn erfolgen.

politische Kontroversen

Die Entscheidung für die Sanierung war politisch nicht eindeutig. Während die Mehrheit des Rats für das Projekt stimmte, sprachen sich die CDU-Borshorster Ratsmitglieder und die FWS-Fraktion dagegen aus. Günter Marquard, Vorsitzender der Borghorster CDU, begründete das Votum seines Blocks mit der Sorge, dass die Finanzierung des Freibads ein „Griff in die Trickkiste“ sei, der die Stadt in finanzielle Risiken stürze. Er argumentierte, dass der Haushalt Steinfurts nur „gerade genehmigungsfähig“ sei und dass wichtige Investitionen zurückgestellt werden müssten.

Trotz der Kontroversen und der finanziellen Unsicherheiten hat die Mehrheit der Ratsmitglieder ein Signal für den Erhalt des Freibads gesendet. Der Aktionsbund für den Erhalt des Freibads betonte, dass es genügend Sponsoren und Unterstützer gibt, um das Projekt zu ermöglichen.

Die Sanierung der ehemaligen Tabakfabrik Rotmann

Ein weiteres zentrales Projekt in Burgsteinfurt ist die Sanierung der ehemaligen Tabakfabrik Rotmann. Dieses Projekt, das 2021 begonnen wurde, beinhaltet die Umnutzung des industriellen Areals in ein Wohnquartier mit insgesamt 69 Wohneinheiten. Der Investor, Maximilian Schulte, ist davon überzeugt, dass die Umgestaltung des Areals nicht nur ein Wohnungsproblem lösen, sondern auch den gesamten Stadtteil wirtschaftlich aufwerten wird.

Projektziele und aktueller Stand

Das Projekt trägt den Namen „Rotmanns Quartier“ und wird als eine der größten Baustellen in Burgsteinfurt wahrgenommen. Schulte, der selbst aus Münster stammt und familiäre Wurzeln in Steinfurt hat, ist überzeugt davon, dass das Projekt dazu beitragen wird, die Ochtruper Straße und das umliegende Gebiet aufzuwerten. Er sprach von der Einwanderung von rund 200 Menschen mit entsprechender Kaufkraft, was auch Auswirkungen auf das gastronomische Angebot haben könnte.

Die ehemalige Maschinenhalle, die bislang leer stand, könnte nach Schultes Plan ein gastronomisches Angebot beherbergen. Allerdings hat er bislang keinen Interessenten gefunden, der das Gebäude für diese Zwecke mietet. Dennoch ist der Investor optimistisch, dass das Quartier sowohl wirtschaftlich als auch sozial eine Bereicherung für die Region sein wird.

Sanierung und Quartiersmanagement: Ziele und Methoden

Neben den konkreten Projekten wie Freibad und Tabakfabrik Rotmann ist auch das Sanierungsmanagement in Burgsteinfurt ein zentraler Bestandteil der städtischen Strategie. In den letzten Jahren wurden Quartierskonzepte für verschiedene Stadtteile entwickelt, darunter auch für die Innenstadt von Burgsteinfurt und das Quartier Overbergweg/Niedenkampstraße in Borghorst. Diese Quartiere wurden ausgewählt, da sie besonders großes Einsparpotenzial im Hinblick auf Energieeffizienz und CO₂-Reduktion aufweisen.

Rolle des Sanierungsmanagements

Die Stelle des Sanierungsmanagers wurde von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gefördert und hat zum Ziel, Bürgerinnen und Bürger zu beraten und zu unterstützen. Der Sanierungsmanager fungiert dabei als Vermittler zwischen den Bürgern, der Stadtverwaltung und anderen Beteiligten. Ziel ist es, den Klimawandel zu verlangsamen und gleichzeitig die Energieeffizienz in der Region zu steigern.

Vor Ort werden verschiedene Maßnahmen durchgeführt: von der Sanierung von Gebäuden und der Erneuerung von Heizsystemen bis hin zu einfachen Maßnahmen wie Steckerleisten mit Ausschaltern oder Perlatoren für den Wasserhahn. In den Quartieren Innenstadt Burgsteinfurt und Overbergweg/Niedenkampstraße in Borghorst konzentriert sich das Sanierungsmanagement auf die Erstellung von Quartierskonzepten, die auf Befragungen, Analysen und Auswertungen beruhen.

Herausforderungen und Chancen

Die Arbeit im Sanierungsmanagement ist nicht ohne Herausforderungen. Die Quartiere, die sich besonders eignen, weisen oft einen hohen Erneuerungsbedarf auf. So ist beispielsweise die Innenstadt von Burgsteinfurt geprägt von historischen Gebäuden, teilweise mit denkmalgeschütztem Charakter, was die Sanierung besonders komplex macht. Der Overbergweg in Borghorst hingegen besteht hauptsächlich aus Einfamilienhäusern der 50er und 60er Jahre, die typisch für einen großen Teil des städtischen Gebäudebestandes sind. Sanierungslösungen können hier auf andere Quartiere übertragen werden.

Ein weiteres Projekt, das von der Stadt Steinfurt unterstützt wird, ist der Bau einer Dreifach-Sporthalle als Ersatz für die alte Einfach-Sporthalle. Das Projekt ist aufgrund der hohen Nachfrage nach Trainingsräumen notwendig, da die aktuelle Halle nicht ausreicht, um alle Gruppen zu bedienen. Die neue Halle wird barrierefrei gebaut und kann von mehreren Schulen und Vereinen genutzt werden. Zudem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert, um erneuerbare Energien einzubeziehen.

Abriss statt Sanierung: Das Verwaltungsgebäude an der Tecklenburger Straße

Nicht alle Gebäude, die Sanierungsbedarf zeigen, werden renoviert. Ein Beispiel für diesen Trend ist das Verwaltungsgebäude an der Tecklenburger Straße in Burgsteinfurt, das ehemals als Veterinäramt genutzt wurde. Nach intensiver Abwägung entschied sich der Kreistag, das Gebäude nicht zu sanieren, sondern abzureißen. Die Begründung lag in der schlechten Substanz des Gebäudes, die eine wirtschaftlich sinnvolle Sanierung nicht ermöglichte.

Umweltfreundliche Abbruchmethoden

Der Abriss des Gebäudes erfolgte mit besonderem Fokus auf die Wiederverwertung von Materialien. Wertstoffe wurden nach Materialbeschaffenheit getrennt und in Containern gesammelt, um sie später recyceln zu können. Diese Vorgehensweise unterstreicht das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, das in den Sanierungs- und Bauprozessen in Burgsteinfurt zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Energieeffizienz und Klimaschutz: Die Rolle der Stadt Steinfurt

Neben den konkreten Sanierungsprojekten spielt die Stadt Steinfurt auch eine aktive Rolle in der Förderung von Energieeffizienz und Klimaschutz. So wurden beispielsweise Windparks wie der Windpark Hollich erweitert, der inzwischen 180 Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom produziert. Zudem wurden Biogasanlagen errichtet, die ökologisch produziertes Gas liefern. Diese Anlagen tragen dazu bei, die CO₂-Bilanz der Stadt zu verbessern.

Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist die Installation von Elektroladestationen in Burgsteinfurt und Borghorst. Der Fuhrpark der Stadtwerke wurde zudem auf Elektrofahrzeuge umgestellt, und die Marke „Landstrom“ wurde eingeführt, um den Anteil erneuerbarer Energien in der Region weiter zu steigern.

Die Rolle der Bauunternehmen in Burgsteinfurt

Die Umsetzung der Sanierungs- und Bauprojekte in Burgsteinfurt ist nicht nur auf die Planung und Finanzierung angewiesen, sondern auch auf die Arbeit der Bauunternehmen. In Steinfurt gibt es zahlreiche lokale und regionale Unternehmen, die im Bereich der Sanierung und des Neubaus tätig sind. Einige dieser Unternehmen haben sich durch ihre Arbeit und Bewertungen besonders hervorgetan.

Bewertete Bauunternehmen

Laut der aktuellen Rangliste auf werkenntdenbesten.de sind in Steinfurt insgesamt 26 Bauunternehmen gelistet, die von 118 Bewertungen abgedeckt werden. Die Bewertungen basieren auf Sternebewertungen (0–5 Sterne) und der Anzahl der aktuellen Bewertungen. Firmen mit hohen Bewertungen und einer hohen Anzahl neuer Bewertungen in den letzten 12 Monaten werden bevorzugt angezeigt.

Einige der topbewerteten Unternehmen sind:

  • Arning Bauunternehmung GmbH: Mit +3 guten Bewertungen in den letzten 12 Monaten und 48 Bewertungen insgesamt auf 2 Portalen.
  • Tobias Hahn - Sanieren & Bauen im Bestand: Mit +2 guten Bewertungen in den letzten 12 Monaten und 10 Bewertungen auf einem Portal.
  • AWA Hochbau GmbH: Mit +2 guten Bewertungen in den letzten 12 Monaten und 10 Bewertungen auf 2 Portalen.
  • MEFA Bau GmbH: Mit +1 guter Bewertung in den letzten 12 Monaten und 8 Bewertungen auf einem Portal.

Diese Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Sanierungsprojekte in Burgsteinfurt. Ihre Erfahrung und Kompetenz sind unverzichtbar für die Qualität der Ergebnisse, die in den nächsten Jahren sichtbar werden.

Fazit

Die Sanierungsaktivitäten in Burgsteinfurt sind ein Beispiel für die Vielfalt und Komplexität moderner Bauprojekte. Sie reichen von der Renovierung historischer Bäder über die Umnutzung leer stehender Industriegebäude bis hin zur Erstellung neuer, energieeffizienter Sportstätten. Der Stadtrat, Investoren, die Stadtwerke und die Bauunternehmen arbeiten hierbei eng zusammen, um sowohl die städtische Infrastruktur zu verbessern als auch die Nachhaltigkeit und Klimaschutzziele zu verfolgen.

Zentrale Herausforderungen sind die finanzielle Planung und die Abstimmung zwischen verschiedenen Akteuren. Gleichzeitig bietet die Arbeit an diesen Projekten auch große Chancen, um langfristig stabile und lebenswerte Quartiere zu schaffen. Mit der Unterstützung von Sanierungsmanagern und der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist es möglich, den Klimawandel zu verlangsamen und gleichzeitig die Lebensqualität in Steinfurt und Burgsteinfurt zu verbessern.

Quellen

  1. Rat erlaubt Sanierung des Freibads in Burgsteinfurt
  2. Sanierung der ehemaligen Tabakfabrik Rotmann
  3. Sanierungsmanagement in Steinfurt
  4. Abriss statt Sanierung: Verwaltungsgebäude an der Tecklenburger Straße
  5. Ersatzneubau der Sporthalle in Steinfurt
  6. Sanierung einer alten Tabakfabrik in Steinfurt
  7. Top Bauunternehmen in Steinfurt

Ähnliche Beiträge