Sanierung und Erweiterung der Max-Weber-Schule in Freiburg: Brandschutz, Energetik und moderne Bildungsinfrastruktur

Einführung

Die Max-Weber-Schule in Freiburg-Stühlinger unterzieht sich seit mehreren Jahren einer umfangreichen Sanierung und Erweiterung, um den aktuellen Anforderungen an Bildungsinfrastruktur, Brandschutz und Energieeffizienz gerecht zu werden. Die Schule, errichtet im Jahr 1966, ist Teil des freiburgischen Bildungssystems und dient als berufsbildende Einrichtung. Aufgrund ihres Alters und der damaligen baulichen Standards war eine Generalsanierung erforderlich, um die bauliche Substanz zu stabilisieren und gleichzeitig den räumlichen Bedarf zu decken. Die Sanierungsmaßnahmen sind eng verzahnt mit einer Erweiterung, die durch die Landesregierung Baden-Württembergs mit 5,2 Millionen Euro gefördert wurde.

Die Sanierung beinhaltet mehrere Disziplinen, darunter Brandschutz, Schallschutz, Digitalisierung und energetische Sanierung. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Brandschutzplanung gelegt, da die Schule über ein großes Atrium verfügt, das als rauchfreier Bereich gesichert werden muss. Gleichzeitig wird der Erweiterungsbau nach Passivhausstandard errichtet, was die Energieverbräuche signifikant senkt.

Im Folgenden werden die verschiedenen Aspekte der Sanierung der Max-Weber-Schule ausführlich dargestellt, wobei insbesondere der Brandschutz, die bauliche Erweiterung, die Energiestrategien und die organisatorischen Hintergründe im Vordergrund stehen.

Brandschutz und Rauchsimulation

Die Brandschutzplanung spielt bei der Sanierung der Max-Weber-Schule eine zentrale Rolle. Aufgrund der vorhandenen Architektur, insbesondere des Atriums mit einer Glasüberdachung, musste eine detaillierte Rauchsimulation durchgeführt werden. Diese Simulation dient dazu, die Ausbreitung von Rauch und Hitze im Gebäude zu modellieren und auf dieser Grundlage die nötigen Brandschutzmaßnahmen zu planen.

Die Planunggruppe Geburtig aus Weimar wurde beauftragt, eine Rauchsimulationsberechnung durchzuführen. Das Ziel dabei war es, festzustellen, in welcher Weise Rauchabzugs- und Zulufteinrichtungen in das Gebäude integriert werden müssen. Die Erdgeschossfläche beträgt etwa 1.280 m², während die Obergeschossflächen zusammen ca. 850 m² umfassen. Die Verbindung zwischen den Geschossen erfolgt über eine Deckenöffnung von 350 m² sowie eine zusätzliche Treppe. Da keine rauch- oder brandschutztechnischen Abtrennungen zwischen den Geschossen vorhanden sind, war es notwendig, spezielle Brandschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Die Glasüberdachung des Atriums wurde in die Planung einbezogen und entsprechend mit Rauchabzugsanlagen ausgestattet. Zudem wurde ein Bemessungsbrandszenario entwickelt, um die Verrauchung des betroffenen Bereiches zu simulieren und darauf basierend die nötigen Brandschutzmaßnahmen zu planen. Diese Maßnahmen sind integraler Bestandteil der Generalsanierung, um die Sicherheit der Schülerschaft und des Lehrpersonals im Brandfall zu gewährleisten.

Erweiterung und bauliche Umsetzung

Die Erweiterung der Max-Weber-Schule ist ein zentraler Bestandteil der Sanierungsmaßnahmen. Der viergeschossige Neubau, der im Jahr 2024 begonnen wurde, beinhaltet 20 Klassenräume und zusätzliche Nebenräume. Diese Erweiterung wurde durch das Land Baden-Württemberg mit 5,2 Millionen Euro aus der Schulbauförderung gefördert. Die Mittel dienen dazu, den aktuellen Raumbedarf zu decken und zudem Ausweichflächen für die Sanierung des Bestandsgebäudes bereitzustellen.

Der Erweiterungsbau wurde in Stahlbetonbauweise errichtet und ist nach Passivhausstandard konzipiert. Dies bedeutet, dass der Neubau auf eine hohe Energieeffizienz ausgelegt ist, wodurch der Energiebedarf der Schule langfristig reduziert werden kann. Im Untergeschoss des Erweiterungsbau wurde zudem eine neue Technikzentrale errichtet, die die Energieversorgung des gesamten Komplexes übernimmt.

Der Neubau wird durch ein offenes Patio an die Nordfassade des Bestandsbaus angeschlossen. Dieses Patio dient als Pufferzone und ermöglicht es, die Nordfassade energetisch zu ertüchtigen. Gleichzeitig wurde das am Nordrand befindliche Erd- und Untergeschoss samt angrenzendem Hausmeisterhaus abgerissen, um Platz für den Erweiterungsbau zu schaffen.

Ein weiteres wichtiges Projektziel war es, die Eingangswege in Richtung Eschholzpark zu integrieren und die Vegetationsflächen zu erweitern. Der bestehende Stabgitterzaun wurde durch eine Hainbuchenhecke ersetzt, wodurch der grüne Vegetationsrahmen in den Nordwesten verlängert wurde. Zudem wurde auf das Konzept der „Schwammstadt“ zurückgegriffen, um Regenwasser optimal zu versickern und Überschwemmungsgefahren vorzubeugen.

Energetische Sanierung und Passivhausstandard

Die Sanierung der Max-Weber-Schule beinhaltet eine umfassende energetische Modernisierung. Ziel ist es, die Energieverbräuche der Schule nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig den Komfort der Lernumgebung zu verbessern. Der Erweiterungsbau ist dabei ein Meilenstein, da er nach Passivhausstandard errichtet wurde. Der Passivhausstandard ist ein international anerkannter Standard für energieeffiziente Gebäude, der auf eine minimale Energieverschwendung durch optimale Dämmung, Fenstertechnik und Lüftungssysteme setzt.

Die Nordfassade des Bestandsbaus wurde mit neuen Fenstern und WDVS (Wärmedämmverbundsystem) ausgestattet, um die Wärmedämmung zu verbessern. Zudem wurden die WC-Anlagen kernsaniert, wodurch der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser reduziert wird.

Im Erdgeschoss befinden sich naturwissenschaftliche Fachräume, die ebenfalls saniert wurden. Diese Räume beinhalten Laborausstattungen, die auf den neuesten Stand gebracht wurden, um die Sicherheit und Effizienz der Unterrichtsgestaltung zu gewährleisten. Die große Drahtglasüberdachung des Atriums wurde energetisch ertüchtigt und ggf. erneuert, um den Wärmeverlust zu minimieren.

Die neue Wärmeerzeugung für den Bestands- und Erweiterungsbau erfolgt über die im Neubau errichtete Technikzentrale. Diese Technikzentrale ist der zentrale Energieknotenpunkt der Schule und wird die Heizung, die Lüftung und die Warmwasserbereitung zentral übernehmen.

Brandschutztechnische Infrastruktur

Brandschutz war eine zentrale Herausforderung bei der Sanierung der Max-Weber-Schule, insbesondere aufgrund der vorhandenen Gebäudestruktur. Das Atrium, das eine Deckenöffnung von 350 m² umfasst, war ursprünglich nicht durch rauch- oder brandschutztechnische Abtrennungen gesichert. Im Zuge der Sanierung wurde diese Situation überarbeitet, um im Brandfall eine sichere Evakuierung und ein geringes Risiko für Verrauchung zu gewährleisten.

Die Rauchsimulationsberechnung half dabei, die Verbreitung von Rauch und Hitze im Gebäude zu modellieren. Auf dieser Grundlage wurden Rauchabzugsanlagen in die Glasüberdachung integriert. Zudem wurden Zuluftsysteme installiert, um den Rauchabzug effektiv zu unterstützen. Die Simulation ermöglichte es, verschiedene Brandszenarien durchzuspielen und die optimale Platzierung der Brandschutzmaßnahmen zu bestimmen.

Die Brandschutzplanung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg, den Architekten Zeller/Eisenberg und der Planungsgruppe Geburtig durchgeführt. Ziel war es, die Sicherheit der Schule nach den geltenden Brandschutzvorschriften zu gewährleisten und gleichzeitig die baulichen Gegebenheiten optimal zu nutzen.

Digitale Infrastruktur und Schallschutz

Neben Brandschutz und Energieeffizienz spielten auch die Digitalisierung und der Schallschutz eine wichtige Rolle in der Sanierung der Max-Weber-Schule. Die Schule wurde mit moderner IT-Infrastruktur ausgestattet, um den pädagogischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Dazu gehören unter anderem hochwertige Beamer, Whiteboards und schneller Internetzugang in den Klassenräumen.

Der Schallschutz wurde ebenfalls verbessert, um eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen. Dazu wurden Wandverkleidungen, Dämmmaterialien und Fenster mit Schallschutzverglasung eingesetzt. Besonders in den naturwissenschaftlichen Räumen, die oft mit lauteren Geräten wie Zentrifugen oder Bechergläsern arbeiten, war eine gezielte Schalldämmung erforderlich.

Bauverfahren und Ausschreibungsverfahren

Die Sanierung der Max-Weber-Schule war ein komplexes Projekt, das in mehreren Phasen durchgeführt wurde. Um die Qualität und den Fortschritt zu sichern, war ein zweistufiges Verhandlungsverfahren mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb und Verhandlungsphase gemäß §§ 14, 17 und 73 ff. VgV vorgesehen. Dieses Verfahren wurde von der Stadt Freiburg durchgeführt und beinhaltete die Einreichung von Bewerbungen sowie eine anschließende Bewertung durch Experten.

Die Tragwerksplanung war ein zentraler Bestandteil des Sanierungsverfahrens. Die Leistungen der Tragwerksplanung erfolgten nach HOAI Teil 4, Abschnitt 1, § 49 ff. Die Bewertungskriterien für die Auswahl der Bewerber beinhalteten Erfahrung, Kompetenz und die technische Qualität der Vorschläge. Es wurden mindestens drei und höchstens fünf Unternehmen für die zweite Stufe des Verfahrens ausgewählt.

Die Bauarbeiten an der Max-Weber-Schule begannen im Frühjahr 2024, nachdem der Gemeinderat Anfang Mai seine Zustimmung erteilt hatte. Die Fertigstellung des Erweiterungsbau ist für 2026 geplant. Die Bauarbeiten an der Generalsanierung des Bestandsgebäudes folgen danach.

Projektziele und zukünftige Entwicklungen

Die Sanierung und Erweiterung der Max-Weber-Schule verfolgen mehrere zentrale Projektziele. Erstens soll die Schule in den nächsten Jahren eine moderne, sichere und energieeffiziente Bildungsinfrastruktur bieten. Zweitens ist es Ziel, die berufliche Bildung in der Region zu stärken und die Schule als zentrale Anlaufstelle für berufsbildende Ausbildungen zu etablieren. Drittens soll der Erweiterungsbau Ausweichflächen für die Sanierung des Bestandsgebäudes bieten, um den Unterricht während der Bauarbeiten nicht zu stark zu stören.

Nadyne Saint-Cast, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Freiburg II und Mitglied im Bildungsausschuss des Landtags, betonte in mehreren Pressemitteilungen die Bedeutung des Projekts für die regionale Bildungslandschaft. Sie sieht die Sanierung und Erweiterung als einen wichtigen Schritt, um die Zukunftsfähigkeit der beruflichen Bildung in Freiburg und der Region zu sichern.

Die Stadt Freiburg hat zudem betont, dass die Sanierung der Max-Weber-Schule ein Vorbild für andere Sanierungsprojekte im freiburgischen Bildungsbereich sein kann. Besonders das Zusammenspiel zwischen Brandschutzplanung, Energetik und Digitalisierung wird als Beispiel für zukunftsorientierte Schulentwicklung angesehen.

Fazit

Die Sanierung und Erweiterung der Max-Weber-Schule in Freiburg-Stühlinger ist ein umfangreiches Projekt, das mehrere Disziplinen abdeckt. Brandschutzplanung, Energetik, Digitalisierung und Schallschutz standen im Mittelpunkt der Sanierungsmaßnahmen. Der viergeschossige Neubau, der nach Passivhausstandard errichtet wurde, stellt eine zentrale Ergänzung der Schule dar und bietet zudem Ausweichflächen während der Sanierung des Bestandsgebäudes.

Die Brandschutzplanung war ein zentraler Bestandteil des Projekts, da die Schule aufgrund ihrer Architektur besondere Anforderungen stellte. Die Rauchsimulation und die Einrichtung von Rauchabzugs- und Zulufteinrichtungen halfen dabei, die Sicherheit der Schule im Brandfall zu gewährleisten.

Die Erweiterung der Max-Weber-Schule wurde durch die Landesregierung Baden-Württembergs mit 5,2 Millionen Euro gefördert, wodurch die Schule nicht nur den aktuellen Raumbedarf decken kann, sondern auch modernen Bildungsstandards entsprechen. Zudem wird die Schule in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle in der beruflichen Bildung der Region spielen.

Die Sanierung der Max-Weber-Schule ist ein Vorbild für zukünftige Sanierungsprojekte im Bildungsbereich. Sie zeigt, wie Brandschutz, Energetik und Digitalisierung effektiv miteinander verzahnt werden können, um eine moderne, sichere und energieeffiziente Bildungsinfrastruktur zu schaffen.

Quellen

  1. Planungsgruppe Geburtig – Brandsimulationen Max-Weber-Schule Freiburg
  2. Breisgau Live – 52 Millionen Euro für Max-Weber-Schule in Freiburg
  3. Badische Zeitung – Erweiterung der Max-Weber-Schule in Freiburg-Stühlinger kostet 23 Millionen Euro
  4. Ausschreibungen Deutschland – Tragwerksplanungsleistung, Generalsanierung Max-Weber-Schule
  5. Saint-Cast Pressemitteilung – Schulbauförderung 2024
  6. TG Umwelttechnik – Erweiterungsbau der Max-Weber-Schule
  7. Badische Zeitung – Bauarbeiten an der Max-Weber-Schule in Freiburg-Stühlinger begonnen

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