Die Sanierung von Gebäuden, insbesondere Altbausanierungen, ist ein zentraler Bestandteil der Energieeffizienz und baulichen Sicherheit. Eines der Materialien, das in diesem Kontext eine besondere Rolle spielt, sind Calciumsilikatplatten. Sie werden vor allem bei der Innendämmung und Schimmelbekämpfung eingesetzt. Diese Platten sind in der Lage, Feuchtigkeit zu regulieren und gleichzeitig eine ausreichende Dämmleistung zu erbringen. Der folgende Artikel bietet eine umfassende Übersicht über die Kosten, Anwendung und Vorzüge von Calciumsilikatplatten im Kontext der Sanierung.
Was sind Calciumsilikatplatten?
Calciumsilikatplatten (auch Kalziumsilikatplatten oder Klimaplatten genannt) bestehen hauptsächlich aus Kalk, feinem Sand und geringen Zelluloseanteilen. Die Materialien werden unter hohem Druck mit Wasserdampf verpresst, wodurch eine poröse Struktur entsteht. Diese Struktur sorgt dafür, dass die Platten diffusionsoffen sind, also Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können. Sie sind besonders geeignet für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie Bäder oder Küchen, und werden oft bei der Sanierung von feuchtem Mauerwerk eingesetzt.
Calciumsilikatplatten haben folgende technische Eigenschaften:
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit | 0,050 bis 0,065 W/(mK) |
| Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl | 3 bis 20 |
| Brandschutzklasse | A1/A2 (nicht brennbar) |
| ph-Wert | 9 bis 12 (alkalisch) |
| Rohdichte | 110 bis 260 kg/m³ |
Diese Materialien sind mineralisch und baubiologisch unbedenklich, was sie von anderen Dämmstoffen wie Polystyrolplatten abgrenzt. Zudem sind sie besonders bei der Schimmelsanierung und der Dämmung von Altbauten beliebt, da sie Feuchtigkeit regulieren und Schimmelentwicklung verhindern können.
Vorteile von Calciumsilikatplatten
Die Hauptvorteile von Calciumsilikatplatten liegen in ihren feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften und ihrer Diffusionsfreiheit. Sie können Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnehmen und kontrolliert wieder abgeben. Dies ist besonders wichtig bei der Sanierung von feuchten oder schimmelbehafteten Räumen, da sie dazu beitragen, eine ausreichende Trockenheit der Wände zu gewährleisten und Schimmelbildung langfristig zu verhindern.
Ein weiterer Vorteil ist ihre Brandsicherheit. Calciumsilikatplatten sind in der Brandschutzklasse A1/A2 eingestuft, was bedeutet, dass sie nicht brennen und sich nicht entzünden können. Dies ist insbesondere bei der Verkleidung von Kaminen oder anderen feuergefährdeten Bereichen von Vorteil.
Zudem sind sie relativ einfach in der Verarbeitung und können ohne spezielle Vorkenntnisse oder Werkzeuge montiert werden. Ein weiterer Pluspunkt ist ihre Diffusionsfreiheit, die es ermöglicht, dass Feuchtigkeit nicht eingeschlossen wird, was bei anderen Dämmstoffen, wie z. B. Polystyrolplatten, oft ein Problem darstellt.
Anwendungsbereiche der Calciumsilikatplatten
Calciumsilikatplatten werden vor allem bei der Innendämmung eingesetzt, insbesondere in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie sind ideal geeignet für Bäder, Küchen oder Räume mit Kondensatproblemen. Zudem werden sie oft in der Schimmelsanierung verwendet, da sie Feuchtigkeit regulieren und Schimmelentstehung verhindern können.
Außerdem sind sie bei der Verkleidung von Kaminen oder anderen baulichen Brandschutzmaßnahmen einsetzbar. Bei der Sanierung von Altbauten, insbesondere von denkmalgeschützten Gebäuden, sind sie aufgrund ihrer Atmungsaktivität und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften besonders interessant. Sie ermöglichen es, Wände von innen zu dämmen, ohne die äußere Fassade zu verändern, was bei Denkmalen oft nicht zulässig oder wünschenswert ist.
Calciumsilikatplatten können auch für die Dämmung von bestimmten Bereichen eingesetzt werden, wie z. B. um neu eingebaute Fenster oder Türen herum. Dafür gibt es spezielle Laibungsplatten, die sich optimal an diese Stellen anpassen.
Kosten von Calciumsilikatplatten
Die Kosten für Calciumsilikatplatten variieren je nach Dicke, Größe und Ausführung. Im Durchschnitt bewegen sich die Preise zwischen 20 und 50 Euro pro Quadratmeter. Für Standardplatten mit einer Dicke von unter 5 cm liegt der Preis meist zwischen 25 und 35 Euro pro Quadratmeter. Dickeren Platten, wie z. B. 50 mm starken, fallen die Kosten höher aus und können bis über 50 Euro pro Quadratmeter reichen.
Zusätzlich zu den Kosten der Platten selbst müssen auch die Materialkosten für Grundierung, Kleber und Putz in die Kalkulation einbezogen werden. In der Praxis rechnet man mit zusätzlichen Kosten von 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter für diese Materialien. Ein mineralischer Putz ist zwingend erforderlich, da er die atmungsaktiven Eigenschaften der Platten bewahrt.
Ein Beispiel: Für eine Dämmfläche von 100 Quadratmetern mit 25 mm dicken Platten und Standardverarbeitung (Grundierung, Kleber, Putz) entstehen folgende Kosten:
- Platten: 100 m² × 30–40 € = 3.000–4.000 €
- Grundierung: 100 m² × 5–10 € = 500–1.000 €
- Kleber: 100 m² × 5–10 € = 500–1.000 €
- Putz: 100 m² × 5–10 € = 500–1.000 €
Insgesamt liegen die Gesamtkosten pro Quadratmeter also zwischen 30 und 50 Euro, wobei die endgültigen Kosten stark von der individuellen Ausführung und den verwendeten Produkten abhängen.
Faktoren, die die Kosten beeinflussen
Der Quadratmeterpreis für Calciumsilikatplatten hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Dicke, die Größe und die Ausführung der Platten. Einige der wichtigsten Faktoren sind:
Dicke
Die Dicke der Platten ist ein entscheidender Faktor für die Kosten. Standardplatten mit 25 mm oder 30 mm sind günstiger als dickeren Platten mit 50 mm. Dickeren Platten eignen sich besser für eine umfassende Dämmung, erfordern aber mehr Material und Arbeit.
Größe
Die Größe der Platten beeinflusst nicht direkt die Dämmleistung, sondern vielmehr die Handhabung und das Verlegen. In kleinen Räumen sind kleinere Platten praktischer, während in größeren Räumen größere Formate oft bevorzugt werden. Die Preise variieren je nach Größe, wobei größere Platten in der Regel etwas teurer sind.
Grundierung
Calciumsilikatplatten müssen vor der Verarbeitung grundiert werden. Einige Platten sind bereits vorgrundiert, was die Kosten erhöht, aber Zeit und Arbeitskraft spart. Platten, die nicht vorgestrichen sind, erfordern einen zusätzlichen Arbeitsschritt, der im Endpreis berücksichtigt werden muss.
Anstrich und Oberflächengestaltung
Nach dem Verkleben und Verputzen können Calciumsilikatplatten mit Silikatfarbe oder mineralischem Putz gestrichen werden. Die Wahl des Anstrichs beeinflusst die Kosten, da Silikatfarben oder mineralische Putze meist etwas teurer sind als herkömmliche Farben. Wichtig ist, dass die Farbe oder der Putz atmungsaktiv ist, um die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der Platten nicht zu beeinträchtigen.
Vorgehensweise bei der Sanierung mit Calciumsilikatplatten
Die Sanierung mit Calciumsilikatplatten ist in sieben Schritten durchführbar. Diese Methode ist einfach und erfordert keine besondere handwerkliche Erfahrung oder teures Material. Die Arbeitsschritte sind wie folgt:
Reinigung der Wand: Vor der Anbringung der Platten muss die Wandfläche vollständig von Schimmel, Staub, Tapeten, Putzen oder anderen Anstrichen befreit werden. Bei Schimmelbefall kann ein Schimmel-Entfernungsmittel eingesetzt werden.
Grundierung auftragen: Die Wand muss vor dem Ankleben der Platten grundiert werden. Dies kann mit einer Silikatgrundierung erfolgen, die die Platten leichter verarbeitbar macht und die Haftung verbessert.
Platten zurechtschneiden: Die Calciumsilikatplatten müssen an die Maße der Wand angepasst werden. Dazu kann eine Handsäge verwendet werden. Vor dem Verlegen können die Platten mit verdünnter Silikatgrundierung angefeuchtet werden, was die Verarbeitung erleichtert.
Kleber auftragen: Der Silikatkleber wird auf die Wand oder Decke aufgetragen. Anschließend werden die Platten festgedrückt, bis die gesamte Fläche bedeckt ist.
Spachteln der Stoßfugen: Die Stoßfugen zwischen den Platten werden mit einem Kalkspachtel verspachtelt und anschließend geschliffen, bis die gewünschte Oberfläche erreicht ist.
Verputzen und Streichen: Nach dem Spachteln wird die Wand mit einem feinen Kalkspachtel verputzt und anschließend mit einer Premium Silikatfarbe gestrichen. Alternativ kann auch ein Roll- & Streichputz verwendet werden, um eine leicht strukturierte Oberfläche zu erzielen.
Endkontrolle: Vor der Fertigstellung wird die Wand auf Glätte und Schäden überprüft. Sollte etwas nachgearbeitet werden, erfolgt dies abschließend.
Diese Arbeitsschritte sind einfach umzusetzen und eignen sich auch für Laien. Es ist jedoch wichtig, dass alle Schritte sorgfältig durchgeführt werden, um die Dämm- und Schutzfunktionen der Platten vollständig zu nutzen.
Wichtige Hinweise und Tipps
Bei der Verwendung von Calciumsilikatplatten gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, die die Dauerhaftigkeit und Wirksamkeit der Sanierung sichern:
Feuchtigkeit muss beseitigt sein: Calciumsilikatplatten können zwar Feuchtigkeit regulieren, aber sie können nicht die Ursache der Feuchtigkeit beseitigen. Vor der Anbringung der Platten muss sichergestellt sein, dass die Feuchtigkeitquelle (z. B. ein Leck, Kondensation oder ein Schimmelfleck) vollständig beseitigt ist.
Materialien müssen atmungsaktiv sein: Alle verwendeten Materialien – Grundierung, Kleber, Putz und Farbe – müssen atmungsaktiv sein, um die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der Platten nicht zu unterdrücken.
Dämmstärke beachten: Um die geforderten U-Werte gemäß dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu erreichen, muss die Dämmstärke der Platten mindestens 10 cm betragen. Bei geringerer Dicke ist eine ausreichende Dämmung nicht möglich.
Verarbeitung sorgfältig durchführen: Obwohl Calciumsilikatplatten einfach in der Verarbeitung sind, ist eine sorgfältige und genaue Ausführung entscheidend für die Langlebigkeit und die Dämmwirkung.
Fazit
Calciumsilikatplatten sind ein vielseitig einsetzbares Material für die Sanierung von Räumen, insbesondere bei der Dämmung und Schimmelsanierung. Sie zeichnen sich durch ihre feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften, ihre Diffusionsfreiheit und Brandsicherheit aus. Zwar sind sie im Vergleich zu anderen Dämmstoffen wie Polystyrolplatten etwas teurer, aber ihre Vorteile in puncto Dauerhaftigkeit, Schutz vor Schimmel und Energieeffizienz sprechen dafür, dass sie sich in vielen Fällen lohnen.
Die Kosten für Calciumsilikatplatten liegen im Bereich von 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Dicke, Größe und Ausführung. Zudem müssen Grundierung, Kleber, Putz und Farbe in die Kalkulation einbezogen werden, was die Gesamtkosten pro Quadratmeter auf 30 bis 50 Euro erhöht.
Die Verarbeitung der Platten ist relativ einfach und kann von Laien durchgeführt werden, wenn die Arbeitsschritte sorgfältig befolgt werden. Wichtig ist jedoch, dass die Feuchtigkeitquelle vollständig beseitigt ist und die verwendeten Materialien atmungsaktiv sind.
Insgesamt eignen sich Calciumsilikatplatten hervorragend für die Sanierung von Altbauten, insbesondere wenn es um die Dämmung von Innenwänden oder die Schimmelsanierung geht. Sie sind ein nachhaltiges und baubiologisch unbedenkliches Material, das sowohl die Energieeffizienz als auch die Wohnqualität deutlich verbessern kann.
Quellen
- Energie-Fachberater: Innendämmung mit Calciumsilikatplatten
- AlleAntworten: Calciumsilikatplatten – Kosten und Anwendung
- Kostencheck: Kalziumsilikatplatten – Preisübersicht
- WohnGlück: Kalziumsilikatplatten für die Dämmung
- Kalziumsilikatplatten FAQ: Kosten
- Talu: Kalziumsilikatplatten – Material- und Preisinfos
- Calciumsilikatplatten: Sanierung, Dämmung und Brandschutz