Einführung
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO ist in Berlin-Köpenick an der Planung und Realisierung eines wegweisenden Wohnprojekts beteiligt, das sich durch Nachhaltigkeit, Klimaschutz und innovative Bauweise auszeichnet. Das Projekt, welches als „Klimahaus“ bezeichnet wird, ist Teil eines breiteren Bemühens der DEGEWO, den zukünftigen Wohnungsbau sozial, ökologisch und technisch zu verantworten. In Köpenick entstehen im Rahmen dieser Bemühungen mehrere Neubauten in Holzhybridbauweise, die sowohl ökologische Vorteile als auch technische Innovationen bieten.
Im Folgenden wird der DEGEWO-Projektstandort in Treptow-Köpenick, insbesondere das Klimahaus an der Ecke Salvador-Allende-/Pablo-Neruda-Straße, detailliert vorgestellt. Neben den konkreten Planungs- und Bauinformationen wird auch auf die strategische Ausrichtung der DEGEWO und deren Rolle im regionalen Wohnungsmarkt eingegangen. Zudem wird ein Überblick über weitere geplante und realisierte Projekte in der Region gegeben, die in den Kontext der nachhaltigen Stadtentwicklung eingebettet sind.
Das Klimahaus in Treptow-Köpenick: Eine nachhaltige Wohnlösung
Projektübersicht und Planung
Am 8. Mai 2024 fand die feierliche Grundsteinlegung für das Klimahaus in Treptow-Köpenick statt. Das Projekt wird von der DEGEWO in enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro roedig.schop architekten PartG mbH und der Baufirma BATEG GmbH umgesetzt. Das achtgeschossige Gebäude wird in Holzhybridbauweise errichtet, was bedeutet, dass tragende Holzelemente mit Betonbauteilen kombiniert werden. Diese Bauweise ist in Deutschland noch relativ neu und bietet sowohl ökologische als auch konstruktive Vorteile.
Das Klimahaus wird insgesamt 112 Mietwohnungen beherbergen, darunter eine Gewerbeeinheit. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2025 geplant. Mit diesem Projekt möchte die DEGEWO Erfahrungen im Bereich klimafreundlichen, nachhaltigen und bezahlbaren Wohnbaus sammeln. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Themen grüne Energie, E-Mobilität, Dachbegrünung und nachhaltige Materialien gewidmet.
Nachhaltige Bauweise und ökologische Vorteile
Die Holzhybridbauweise, die im Klimahaus angewandt wird, ist ein Schwerpunkt des Projekts. Diese Technik kombiniert Holz als tragendes Material mit Betonbauteilen, um sowohl die Vorteile von Holz (CO₂-Speicherung, geringer Energieverbrauch bei der Produktion) als auch die Stabilität und Brandschutzfähigkeit von Beton zu nutzen. Die DEGEWO betont, dass mit dem Einsatz von Holz der CO₂-Fußabdruck des Gebäudes reduziert wird, was den Klimaschutzzielen der Stadt Berlin entspricht.
Zudem ist das Klimahaus ein Energieeffizienzhaus der Klasse 40 mit Nachhaltigkeitszertifizierung. Dies bedeutet, dass das Gebäude energieeffizient gebaut wird, um den Energieverbrauch im Betrieb langfristig zu senken. Solarzellen auf dem Dach tragen zur Erzeugung von grüner Energie bei, was die Abhängigkeit von konventionellen Stromquellen verringert.
Infrastruktur und E-Mobilität
Ein weiteres zentrales Merkmal des Klimahauses ist der Fokus auf E-Mobilität. Das offene Erdgeschoss wird unter anderem als Garage mit 37 Stellplätzen für PKW, 3 für Motorräder und 140 für Fahrräder genutzt. Die PKW-Stellplätze sind für die Installation von E-Ladesäulen vorbereitet, was eine nachhaltige Mobilitätslösung für die zukünftigen Bewohner bietet. Ein um bis zu vier Meter hervorstehendes Vordach trennt das Erdgeschoss von den sieben Wohngeschossen und dient als Schutz vor Sonne und Regen.
Begrünung und Regenwassermanagement
Die Begrünung von Dach und Fassade ist ein weiteres zentrales Element des Projekts. Die Dachbegrünung dient nicht nur der optischen Aufwertung, sondern auch dem Regenwassermanagement. Regenwasser wird auf den begrünten Flächen gespeichert und langsam an Pflanzen und Luft abgegeben. Zudem wird Überschusswasser für die Bewässerung genutzt oder lokal versickert, was die Belastung der Kanalisation reduziert. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Mikroklima zu verbessern und den Klimawandel lokal abzufedern.
Außerdem ist ein umlaufendes Vordach im 1. Obergeschoss vorgesehen, das ebenfalls begrünt wird. Hier entstehen Terrassen für Mieter, die zudem als Lebensraum für Insekten und Vögel dienen können. Die Fassadenbegrünung schafft zusätzlichen Schatten und verbessert die Luftqualität. Gleichzeitig bietet sie ein optisches Highlight, das zur Nachbarschaftspflege beiträgt.
Barrierefreiheit und soziale Integration
Die DEGEWO legt in den Projekten besonderen Wert auf soziale und barrierefreie Gestaltung. Insgesamt sind 14 der 28 Wohnungen im Klimahaus stufenlos erreichbar, was den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sichert. Zudem verfügen alle Einheiten über einen eigenen Balkon oder Terrasse, was zur Lebensqualität beiträgt und den Zugang zu privaten Außenbereichen ermöglicht.
Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, auch Menschen mit geringerem Einkommen in attraktiven Lagen wie Spindlersfeld zu halten. Zu diesem Zweck bietet das Klimahaus eine dauerhaft reduzierte Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter für die Hälfte der neu geschaffenen Wohnungen. Diese Maßnahme ist Teil der DEGEWO-Strategie, sozialen Wohnungsbau zu verantworten und den sozialen Zusammenhalt in Quartieren zu stärken.
Weitere Projekte in Treptow-Köpenick: Soziale und ökologische Vielfalt
Das Quartier der Vielfalt in Altglienicke
Neben dem Klimahaus in Spindlersfeld und Köpenick ist die DEGEWO auch an der Realisierung des sogenannten „Quartiers der Vielfalt“ in Altglienicke beteiligt. Dieses Projekt ist eines der größten Wohnbauprojekte Berlins und umfasst 462 Mietwohnungen, eine Kita mit bis zu 100 Plätzen sowie fünf Gewerbeeinheiten. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
Im Quartier der Vielfalt wird bauliche und soziale Integration verknüpft. 243 der insgesamt 462 Wohnungen sind öffentlich gefördert und gehen an Menschen mit Wohnberechtigungsschein. 42 Wohnungen sind für betreute Wohnformen vorgesehen, zum Beispiel für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen. Zudem wurden 58 Wohnungen für geflüchtete Menschen geschaffen, wobei bereits Ende 2023 ein erster Bauabschnitt fertiggestellt wurde.
Die DEGEWO betont, dass im Quartier der Vielfalt Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. Die Gebäude erhalten begrünte Dächer und Fassaden sowie Photovoltaikanlagen, um regenerative Energiequellen zu nutzen. Ein Grünzug im Quartier trägt zusätzlich zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität bei.
Die Rolle der DEGEWO im regionalen Wohnungsmarkt
Die DEGEWO hat sich in Berlin als zentraler Akteur im sozialen und ökologischen Wohnungsbau etabliert. Mit Projekten wie dem Klimahaus in Köpenick und dem Quartier der Vielfalt in Altglienicke verfolgt das Unternehmen das Ziel, Wohnraum für verschiedene Bevölkerungsgruppen bereitzustellen und gleichzeitig Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu fördern.
Ein zentrales Anliegen der DEGEWO ist es, dass neue Wohnbauten sich harmonisch in die bestehende Struktur einfügen und das Quartier aufwerten. Dazu zählen nicht nur architektonische Aspekte, sondern auch soziale und ökologische Komponenten. Begegnungsstätten, Grünflächen und barrierefreie Zugänge sind hierbei zentrale Elemente.
Fazit
Das Klimahaus in Treptow-Köpenick ist ein Beispiel für den zukünftigen Wohnungsbau in Berlin: nachhaltig, energieeffizient und sozial verantwortlich. Mit der Wahl der Holzhybridbauweise, der Einbindung von E-Mobilität, der Dach- und Fassadenbegrünung sowie der Schaffung barrierefreier Wohnungen setzt die DEGEWO neue Maßstäbe im sozialen Wohnungsbau. Zudem ist das Projekt Teil einer größeren Strategie, die auf soziale Integration und ökologische Nachhaltigkeit abzielt.
Neben dem Klimahaus hat die DEGEWO in der Region auch weitere Projekte im Fokus, wie das Quartier der Vielfalt in Altglienicke. Diese Projekte tragen nicht nur zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bei, sondern auch zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der ökologischen Resilienz.
Mit Projekten wie dem Klimahaus zeigt die DEGEWO, dass es möglich ist, den Wohnungsbau in Einklang mit den Klimazielen der Stadt Berlin zu bringen, ohne dabei auf soziale und architektonische Qualität zu verzichten. Das Engagement der DEGEWO im Bereich nachhaltiger Wohnbau setzt damit Impulse, die über die Stadtgrenzen hinausreichen.
Quellen
- Entwicklungsstadt.de – Grundsteinlegung für Holzhybridbau mit 112 Wohnungen
- bbu.de – DEGEWO Grundsteinlegung für Klimahaus mit 112 Wohnungen
- Entwicklungsstadt.de – Wohnungsbau in Köpenick: DEGEWO errichtet Holzhybrid-Neubau
- Architekturblatt.de – Grundsteinlegung am DEGEWO-Klimahaus
- Berliner Zeitung – Neues Wohnquartier in Treptow-Köpenick
- Degewo.de – Wachstum und Neubau in Treptow-Köpenick
- Morgenpost.de – Neues Quartier im Süden Berlins