Das Thema Sanierung von Entwässerungssystemen spielt in der heutigen Zeit eine entscheidende Rolle, insbesondere angesichts der wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen und der altersbedingten Infrastrukturprobleme. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) hat sich mit zahlreichen Arbeitsblättern und Merkblättern in diesem Bereich engagiert. Doch der Titel DWA-M 188, der möglicherweise auf eine spezifische Sanierungstechnik oder Verfahrensidee hindeutet, wird im gegebenen Informationsmaterial nicht direkt erwähnt oder behandelt. Dies wirft Fragen auf: Ist der Standard DWA-M 188 überhaupt existent? Oder wird er im Rahmen laufender Regelwerk-Entwicklungen noch in der Zukunft veröffentlicht?
Dass das Thema Sanierung von Entwässerungssystemen weiterentwickelt wird, zeigt sich durch eine Vielzahl aktueller Dokumente der DWA: Von der Sanierung durch Systemwechsel zur Druck- oder Unterdruckentwässerung (DWA-M 143-18) über die Sanierung von Abwasserleitungen außerhalb von Gebäuden durch Innenmanschetten (DWA-M 144-5) bis hin zu Messmethoden wie Wasserstand, Fließgeschwindigkeit, Durchfluss und Niederschlag (DWA-M 181-2) ist die DWA aktiv auf dem Gebiet.
In dieser Analyse präsentieren wir aktuelle Entwicklungen bei der Sanierung von Entwässerungen, verfügbare Verfahren und Regelwerke, die in nächster Zeit wichtig sind. Da sich im gegebenen Material kein direkter Hinweis auf DWA-M 188 findet, wird dieser Titel nicht weiter behandelt, jedoch ein Überblick über verwandte Themen und Verfahren gegeben, um potenzielle Zusammenhänge für die Fachöffentlichkeit und Privatnutzer transparent zu machen.
Aktuelle Regelwerke und Merkblätter zur Sanierung
DWA-M 143-18: Sanierung durch Systemwechsel
In diesem Dokument der DWA geht es um die Sanierung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden durch Systemwechsel in die Druck- oder Unterdruckentwässerung. Die Ausführungen basieren auf praktischen Beobachtungen und technischen Analysen. Das Merkblatt wurde 2015 ersetzt und ist inhaltlich nicht mehr weiterentwickelt.
Der Schwerpunkt hier liegt auf der Auswertung bestehender Systeme, dem Bewerten der Sanierungsbedürftigkeit sowie der Geltendmachung von Vorteilen einer Änderung der Entwässerungsform. So können beispielsweise in Hanglagen oder bei stark schwäbischen Leitungsproblemen Druckentwässerungssysteme vorteilhafter sein, um die Leitungsintegrität zu gewährleisten und den Schadenspotentialen (z. B. aufgrund von Grundwasserwirkung) besser begegnen zu können.
Einsatzgebiete: - Gebiete mit unregelmäßigen Gefällessituationen - Orte mit hoher Grundwasserbeeinflussung - Arealnachentwässerungen mit Engpässen
DWA-M 144-5: Sanierung durch Innenmanschetten
Die Sanierung von Abwasserleitungen außerhalb von Gebäuden durch Innenmanschetten wird in DWA-M 144-5 beschrieben. Dieses Verfahren wird als innensanierend, grabenlos und punktuell oder umfangreich dargestellt.
- Verfahrensbeschreibung: Ein weicher, meist flexible Einlage in die Schädenstelle (z. B. Risse, Verbindungsstellen, Mängel an der Wandung)
- Materialien: Kunstharzfreie und harzhaltige Systeme (je nach Einsatzort und Anforderung)
- Einsatzorte: Eher auf Rohre bis DN 700, bei kreisrunden Profilen
Die Verfahrensbeschreibung betont, dass die flexible Anpassung des Materials an die Rohrgeometrie und Schadensbilder von Bedeutung ist. Es ist zudem wichtig, dass die Materialvermischung vorsichtig abgehandelt wird, um die Aushärtung des Materials zu gewährleisten.
Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass es keine Ursachensuche einleitet, etwa bei Bettungsdefiziten oder Versätzen. Also ist eine vorherige Analyse der Ursachen durch Ingenieurleistung entscheidend, um eine langfristige Sanierungsstrategie vorzubereiten.
DWA-M 181-2: Messmethoden in der Sanierung
Ein weiteres relevanter Standard ist DWA-M 181-2, das Messdaten für die Planung, den Betrieb und die Sanierung von Entwässerungssystemen behandelt. Das Arbeitsblatt konkretisiert Vorgehensweisen zur Messung des Wasserstandes, Fließgeschwindigkeit, Durchfluss und des Niederschlags.
- Durchflussmessung ist notwendig, um Kapazitäten und Verstopfungen zu erkennen.
- Niederschlagseinflüsse dienen der Planung und Simulation zukünftiger Systembelastungen.
- Das Gesamtwerk dient als Planungstool, das den Sanierungsbedarf objektiviert und ökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigt.
Die Verwendung von Sensorsystemen und digitalen Datenverbund wird ausdrücklich unterstützt. Das ist insbesondere bei der Planung grabenloser Sanierungsverfahren oder bei der Evaluierung von altgelassene Leitungen vorteilhaft.
Grabenlose Sanierungsverfahren im Fokus
Im Kontext grabenloser Sanierungsverfahren spielt der Rohrleitungssanierungsverband (RSV) eine wasserkörperliche Schlüsselrolle. In Deutschland setzt sich ein Großteil der Infrastruktur um die Entwicklung von alternativen Sanierungsverfahren, besonders wenn aufgrund von städtebaulichen oder rechtlichen Einschränkungen das Aufgraben nicht möglich ist.
Im Jahr 2025 wurde ein aktualisierungsfähiges Merkblatt DWA-M 143-18 in Arbeit genommen. Ebenfalls erwähnt wird das Merkblatt RSV 7.3, das sich speziell auf AZ- (Asbestzement-)Leitungen in innerhauseuren Entwässerungen konzentriert. Besonders die Sicherheit bei der Handhabung sowie der Schutz der Arbeitnehmer bei Sanierungsarbeiten durch AZ-Leitungen ist hier thematisiert.
Verfahrensbeispiel: Pipe-Seal
Im Rahmen der innensanierenden Verfahren wird das Pipe-Seal-System hervorgehoben.
- Einsatzort: Risse, Verbindungsschäden, fehlende Wandungsglieder
- Eigenschaften: Druckfeste, selbstfahrende Technik
- Vorteile:
- Druckwasserwirkung überbrückbar
- Sämtliche Rohrmaterialien einsetzbar
- Geringe Querschnittsreduzierung
- Einsetzbar im Trinkwasserbereich (da ohne Kunstharz)
Nachteile sind: - Ursachen wie z. B. Bodentyp oder Verpresssitzung können nicht direkt behoben werden - Starre Technik, unzuverlässig bei wechselnden Rohrgeometrien
Rechts- und Normungsrahmen
Im DWA-Regelwerk spielt die Abstimmung mit nationalen und europäischen Normen eine besondere Rolle. In verschiedenen Dokumenten wird auf die Verbindung mit DIN 4261-1, DIN 1986-100 und DIN EN 752-A1-25 hingewiesen, woraus sich das Regelwerk für Kleinkläranlagen, Entwässerungsanlagen in Gebäuden und die Überwachung außerhausiger Entwässerungen ergibt.
Zur Sicherstellung der Qualität und Verlässlichkeit der Regelwerke und Normen folgt die DWA einem ehrenamtlich betriebenen, transparenten Prozess, bei dem alle Beteiligten in Arbeitskreisen mitgestalten. Projektentwürfe sind drei Monate lang öffentlich einsehbar, sodass sie einer öffentlichen Prüfung unterzogen können.
Finanzierung, Beteiligung und Registrierung
Wichtig ist zu bemerken, dass keine direkten Finanzmittel für Regelwerksprojekte erforderlich sind. Ein freiwilliges und ehrenamtliches Engagement ist die Grundlage des Systems. Reisekosten werden individuell übernommen, und die Registrierung für das Entwurfsportal ist kostenlos.
Diese Struktur bringt ein gewisses Transparenz- und Trust-Problem, insbesondere wenn einschlägige Ingenieure, Architekten oder Auftraggeber für die Bewertung und Verwertung der Verfahrensergebnisse keine ausreichende Einbindung erfahren.
Planung, Fertigung und Qualitätssicherung
Die Planung, Fertigung und Qualitätssicherung bei der Sanierung von Entwässerungssystemen sind in mehreren Dokumenten als zentrales Thema angeschnitten. Das RSV-Merkblatt 1.3 behandelt z. B. die Sanierung von Trinkwasserleitungen durch Druckschlauchlinern.
Ein besonderes Augenmerk wird hier auf der Werkstoffdeklaration und Trinkwasserzulassung der verwendetet Materialien gelegt. Auch bei der Druckschlauchlining ist das Gütesicherungsverfahren in der Planung und Ausführung notwendig.
Praxisrelevante Herausforderungen
Einige Herausforderungen für Sanierungsverfahren sind die Geltendmachung der Vertragsbedingungen (ZTVs) sowie die Sicherstellung einer dokumentierten Nachvollziehbarkeit der Ausführung. Viele Techniken erfordern einen hohen Maß an Schulaufbau und – an wasserrechtlichen und städtischen Genehmigungen. Im Zuge von Planungsverfahren müssen zudem die Anforderungen an die hydraulischen Systeme und die Kontaminationssicherheit vollständig berücksichtigt werden.
Sanierung von Asbestzementrohren und rechtlicher Schutzrahmen
Weiterhin wird im RSV-Merkblatt 7.3 thematisiert, wie man sichere und rechtlich abgesicherte Sanierungen von AZ-Leitungen (Asbestzement) vornehmen kann.
- Erkennungsmerkmale: Asbesthaltige Rohre wurden hauptsächlich in den 1950er Jahren verbreitet genutzt. Sie erkennen sich oft an dunklen Streifen, Glanzflächen und geringer Flexibilität.
- Sanierungsstrategien: Direkte Verklebung von Schäden, Ausbau unter Schutzverfahren oder Umschließung durch ein neues Rohrsystem.
- Arbeitsschutz: Es gilt, ein TÜV-zertifiziertes Schutzsystem und den Aufbau einer Schutztrennung (wie z. B. die DGUV-Prüfung TRGS 519) durchzusetzen.
Praxisbeispiel BT-61-Verfahren (DGUV)
Ein gutes Beispiel ist das BT-61-Verfahren der DGUV. Dieses wird in der Wiederinstandsetzung von AZ-Kanälen durch Schlauchlinern eingesetzt. Es wurde als armschadendes Verfahren für schadstoffarme Arbeit im Jahr 2022 aktualisiert.
Fazit
Trotz der Nicht-Mention von DWA-M 188 in den bereitgestellten Quellen kann eine umfassende Betrachtung über aktuelle Entwässerungssanierungsverfahren und Regelwerksstandards vorgenommen werden.
Die DWA und RSV sind in diesem Bereich hervorragend damit beschäftigt, praxisrelevante, umweltfreundliche und finanzierbare Sanierungsverfahren weiterzuentwickeln. Das umfasst grabenlose Techniken, die in städtischen Gebieten wertvoll sind, wie auch rechtliche und arbeitsschutzrelevante Aspekte, die bei Sanierungsprojekten besonders wichtig sind.
Folgende Punkte sind aus den Dokumenten abgeleitbar:
- DWA-Merkmale legen die Grundlagen für die Planung und Fertigung sanierungsrelevanter Maßnahmen fest.
- Grabenlose Techniken wie Innenmanschetten oder Druckschlauchline liefern starke Alternativen zu traditionellen Sanierungen.
- Rechtliche Grundlagen (z. B. Asbest) und arbeitsschutzrelevante Aspekte sind im Verlaufsablauf zu beachten, um Compliance zu gewinnen.
- Die aktuelle Transparenz der Regeltwerksentwicklung und öffentliche Beteiligung ist ein Vorteil, der weiterentwickelt werden kann.
Insgesamt steht fest, dass für Sanierungsarbeiten an Entwässerungssystemen in der Planung, Exekution und Qualitätssicherung ein multidisziplinäres Vorgehensverfahren erforderlich ist, das sich aus Technik, Recht, Umwelt und Sicherheit zusammensetzt.