Sanierung des Eisstadions Rosenheim: Modernisierung, Energieeffizienz und Barrierefreiheit im Fokus

Einführung

Die Sanierung des Eisstadions Rosenheim ist ein zentrales Projekt für die sportliche und kulturelle Infrastruktur der Stadt. In mehreren Bauabschnitten wird das Stadion, das seit 1962 Bestandteil der regionalen Eissportgeschichte ist, umfassend saniert und modernisiert. Die Sanierungsarbeiten umfassen die Dach- und Fassadensanierung, Energieeffizienzmaßnahmen, Barrierefreiheit-Verbesserungen und kulturelle Gestaltungselemente. Diese Maßnahmen dienen dazu, den langfristigen Betrieb des Stadions zu sichern und es für alle Generationen zugänglich und nutzbar zu machen. Insgesamt ist das Projekt mit einem Budget von rund 14,53 Millionen Euro geplant, wovon 2,2 Millionen Euro durch Bundesmittel gefördert werden.

Im Folgenden wird die Sanierung des Rosenheimer Eisstadions im Detail vorgestellt, mit Fokus auf die technischen, finanziellen und sozialen Aspekte.

Historische Bedeutung und Funktion des Eisstadions

Das Rosenheimer Eisstadion wurde am 13. Januar 1962 eröffnet und hat sich seitdem als zentraler Ort für Eissport und Freizeit etabliert. Insbesondere für den Eishockey-Sport war das Stadion ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Sportlandschaft. Bereits in den 1960er Jahren gelang der damaligen Mannschaft der Sprung in die Oberliga, was die sportliche Relevanz des Stadions unterstrich. 1973 übernahm die Stadt die Kunsteisbahn und baute sie mit einer Überdachung aus. In den Jahren danach wurde das Stadion stetig genutzt, bis die ersten ernsthaften Sanierungsbedarfe in den 2010er Jahren sichtbar wurden.

Zu dieser Zeit gab es Diskussionen um einen Neubau des Stadions. Eine mögliche Variante sah sogar einen Anbau eines neuen Schwimmbads vor. Nach intensiven Planungen und Beratungen entschied sich die Stadt jedoch 2015 für eine umfassende Sanierung, da ein Neubau aufgrund fehlender geeigneter Grundstücke und hohen Kosten nicht realisierbar war.

Seitdem wurden mehrere Bauabschnitte durchgeführt, wobei der erste in Eigenregie durch die Stadt erfolgte. Der aktuelle Sanierungsplan umfasst mehrere Phasen, die bis 2024 andauern.

Sanierungsziele und Umfang der Maßnahmen

Die Sanierung des Rosenheimer Eisstadions zielt darauf ab, das Stadion in den nächsten Jahrzehnten sicher, energieeffizient und barrierefrei nutzbar zu halten. Die Maßnahmen sind in mehrere Bauabschnitte unterteilt, wobei jede Phase spezifische Verbesserungen umfasst.

Bauabschnitt 1: Erste Sanierungsmaßnahmen

Der erste Bauabschnitt, der in Eigenregie durchgeführt wurde, umfasste grundlegende Sanierungsarbeiten. Dazu gehörten die Erneuerung der Anlagentechnik, Brandschutzmaßnahmen sowie die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie. Diese Schritte trugen dazu bei, die Sicherheit des Stadions zu erhöhen und den Energieverbrauch zu reduzieren.

Bauabschnitt 2: Dach- und Fassadensanierung

In einem weiteren Schritt wurden die Dach- und Fassadensanierungen durchgeführt. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Wärmedämmung des Stadions zu verbessern und somit Energiekosten zu senken. Zudem wurde die Fassade der Flussseite (Mangfallseite) erneuert, wobei die komplette Glasfassade ersetzt wurde. Die Betonstützen wurden saniert, die Dachfolie sowie Schneefang- und Blitzschutzanlagen ausgetauscht.

Diese Arbeiten sind nicht nur von ästhetischer Bedeutung, sondern auch technisch notwendig, um das Stadion langfristig sicher und funktional zu halten. Zudem wurde ein Regenschutz am Ortgang installiert, um bei Starkregenereignissen einen unkontrollierten Wassereintritt zu verhindern.

Bauabschnitt 3: Eisbande und Barrierefreiheit

Im dritten Bauabschnitt stehen die Erneuerung der Eisbande sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit im Vordergrund. Die Eisbande ist ein technisch anspruchsvolles Element, das für die Sicherheit der Spieler entscheidend ist. Der Austausch des Bodenbelags und die Erneuerung der Eisbande tragen dazu bei, die Spielbedingungen zu optimieren und Unfallrisiken zu minimieren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schaffung von barrierefreien Zugängen. Dazu gehören die Erneuerung und Erweiterung der Rollstuhlrampen im Zuschauerbereich sowie die Installation von taktilem Wegweisungssystemen. Insgesamt wurden 8 Hubpodeste installiert, die von Rollstuhlfahrern selbstständig bedient werden können. Diese Maßnahmen kosten rund 250.000 Euro und tragen dazu bei, das Stadion für alle Nutzer zugänglich zu machen.

Künstlerische Fassadengestaltung

Neben den reinen technischen und funktionalen Sanierungsmaßnahmen wird auch ein kultureller Aspekt berücksichtigt. Die Fassade des Stadions wird in Zusammenarbeit mit Künstlern gestaltet, wodurch das Erscheinungsbild des Stadions erneuert und identitätsstiftend wird. Diese Maßnahme wird durch Bundesmittel aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ finanziert.

Finanzierung und Förderung

Die Sanierung des Rosenheimer Eisstadions ist ein Projekt mit hohem finanziellem Aufwand. Die Gesamtkosten betragen rund 14,53 Millionen Euro, wovon 2,2 Millionen Euro durch Bundesmittel gefördert werden. Diese Förderung wurde durch den Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt und ist ein Erfolg der Arbeit der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig. Die Förderung ist insbesondere in der heutigen Finanzlage der Kommunen von großer Bedeutung, da sie die Kostenlast für die Stadt erheblich verringert.

Die restlichen Mittel werden aus Eigenmitteln der Stadt bereitgestellt. Laut der Pressemitteilung der Stadt Rosenheim liegen die Bauabschnitte 2 und 3 im Zeitplan und Budgetrahmen. Dies unterstreicht die gute Planung und die effiziente Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen.

Soziale und kulturelle Bedeutung des Eisstadions

Das Rosenheimer Eisstadion ist nicht nur eine sportliche, sondern auch eine kulturelle Institution. Es ist ein Ort, an dem sich alle Generationen treffen – ob als Zuschauer, als Spieler oder als Teil des Vereinslebens. Der Eissport ist in der Stadt eng verwurzelt, insbesondere durch die Erfolge der Starbulls Rosenheim, die kürzlich in die DEL2 aufgestiegen sind. Die Sanierung des Stadions trägt dazu bei, die Zukunft des Eissports in Rosenheim zu sichern und gleichzeitig die kulturelle Identität der Stadt zu stärken.

Die Barrierefreiheit-Verbesserungen sind zudem ein wichtiges Signal für Inklusion. Mit den neu installierten Hubpodesten können Rollstuhlfahrer nun ohne Begleitperson in den Zuschauerbereich gelangen. Dies verbessert nicht nur die Zuschauererfahrung, sondern auch das Image des Stadions als inklusive und moderne Einrichtung.

Technische Aspekte der Sanierung

Die Sanierungsarbeiten am Rosenheimer Eisstadion umfassen eine Vielzahl technischer Maßnahmen, die sowohl sicherheitstechnisch als auch energetisch relevant sind.

Brandschutz

Die Sanierung beinhaltet den Ausbau des Brandschutzes. Dazu gehören die Installation einer Sprachalarmierungsanlage und die Erweiterung der Brandmeldeanlage zu einer Vollschutzanlage. Die Fertigstellung der Sicherheitsbeleuchtung ist ebenfalls Teil der Sanierungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den Brandschutz im Stadion auf den neuesten Stand zu bringen und die Sicherheit der Zuschauer sowie der Spieler zu gewährleisten.

Energieeffizienz

Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu gehören die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie, die Dämmung der Fassade und das Dach sowie die Erneuerung der Anlagentechnik. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Energieverbrauch zu reduzieren und den ökologischen Fußabdruck des Stadions zu verringern.

Gerüstarbeiten

Die Sanierung beinhaltet auch umfangreiche Gerüstarbeiten, die unter Einhaltung der ATV DIN 18451-Standards durchgeführt werden. Diese Arbeiten sind notwendig, um die Dach- und Fassadensanierung sicher und effizient durchzuführen. In einem der Bauabschnitte wurde aufgrund von Wetterbedingungen ein zusätzlicher Regenschutz installiert, um bei Starkregenereignissen unerwünschten Wassereintritt zu verhindern.

Zukunftsperspektiven

Die Sanierung des Rosenheimer Eisstadions ist ein langfristiges Projekt, das bis 2024 andauern wird. Die einzelnen Bauabschnitte sind sorgfältig geplant und werden sukzessive umgesetzt. Nach Abschluss der Sanierung wird das Stadion in den nächsten Jahrzehnten weiterhin eine zentrale Rolle in der sportlichen und kulturellen Landschaft der Stadt spielen.

Zudem wird das Stadion durch die künstlerische Fassadengestaltung auch optisch neu definiert und damit als moderne, identitätsstiftende Einrichtung wahrgenommen. Die Förderung durch das Bundesprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen ist zudem ein zentraler Erfolg, der die finanzielle Belastung für die Stadt erheblich verringert.

Fazit

Die Sanierung des Rosenheimer Eisstadions ist ein Beispiel für nachhaltige, moderne und inklusive Infrastrukturplanung. Durch die umfassenden Maßnahmen an Dach, Fassade, Brandschutz, Energieeffizienz und Barrierefreiheit wird das Stadion für die Zukunft gerüstet. Die Finanzierung durch Bundesmittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro ist ein zentraler Erfolg, der die Umsetzung des Projekts ermöglicht. Zudem ist das Projekt ein zentraler Baustein für die kulturelle und sportliche Identität der Stadt Rosenheim.

Die Sanierung des Eisstadions ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein soziales und kulturelles Signal. Es unterstreicht die Bedeutung von Sport, Inklusion und kultureller Identität in der Stadt und zeigt, wie Investitionen in die Infrastruktur auch langfristige Vorteile für die gesamte Gemeinschaft schaffen können.

Quellen

  1. Sportjugendkultur: Steckbrief zum Rosenheimer Eisstadion
  2. Pfälzische Nachrichten: Sanierungen am Rosenheimer Eisstadion
  3. Innpuls: Sanierung des Rosenheimer Eisstadions
  4. Radio Charivari: Sanierung des Rosenheimer Eisstadions läuft planmäßig
  5. OVB Heimatzeitungen: Eisstadion wird zur Leinwand für Kunst
  6. Stadionwelt: Umbauarbeiten am ROFA-Stadion abgeschlossen
  7. CSU Rosenheim: Mega-Zuschuss vom Bund für das Rosenheimer Eisstadion
  8. Ausschreibungen Deutschland: Sanierung Dach-Fassade-Eisbande, Gerüstarbeiten

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